Automobillegenden beulenfrei und “waschecht”

08.08.02 Schloss Dyck-B1

Das Alter ist nicht abwischbar. Für die einen ist es eine Zumutung, für andere macht grade das inzwischen seinen Reiz aus. Für mich ist es deshalb nicht gerade ein gutes Zeichen, wenn einer meiner Nachbarn seinen früher herauspolierten 1928 er Invicta – die szenebekannte Nr. 24 auf großen Oldtimerveranstaltungen und früher scherzhaft auch mal Mr. Creme21 – Charly’s Chrom – Cremetopf genannt, zum Maskenbildner Patinator Dirk bringt, um ihn mit aufgemalten Benzintropfen und Rost an Schrauben, Brandflecken vom Auspuff und womöglich mit Stahlwolle abgeschrubbt, um glorreiche Rennschlachten altern zu lassen, natürlich “waschfest”, ohne künstliche Beulen, nur um ihn hinterher “besser” zu verkaufen.

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Ich mag Sachen, die mit mir langsam und linear altern, echte Oberflächen ohne Hochglanzschickimicki, egal, ob Omas alte Biedermeier – Kommode oder mein Konfirmationsgeschenk, die 1961 er Titus – Solvil Armbanduhr, und nicht umgekehrt. Genau das ist dann am Ende das,.was man als Tradition bezeichnet, und um mal beim Thema Automobile zu bleiben, als Kulturgut, wenn überhaupt noch jemand da sein sollte, den Automobilgeschichte heute wirklich interessiert – woran nicht nur ich immer mehr Zweifel habe.

Es gibt zum Verfall nur die Alternative des Ersatzes – und als Mensch würde ich mir das genau überlegen, denn das endet nicht beim Lack des Oldtimers, sondern geht weiter und weiter, bei einigen in die Verzweiflung, die sie dann zwei-, dreimal und mehr im Leben zum Standesamt führt und andere zum Irrsinn der plastischen Chirurgie treibt, und andere zu nicht wirklich schönen Entscheidungen:

Es ist bei alten Autos wie im Leben. Die einen verstehen niemals, dass es anders besser ist und geht, und die anderen, die so was kaufen,  halluzinieren sich Legenden von stahlharten Kerlen in röhrenden Roadstern und heißen Rennschlachten zurecht,  für die es lohnt, ein paar Zehntausender mehr auf den Tisch zu blättern. Ich werde so manche Nachbarn vom Berg über mir genau so wie andere, die um jeden Preis den Fabrikauslieferungszustand auf Rädern widerauferstehen lassen werden wollen, wohl nie verstehen.

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Etwas über die Kreativität der Oldtimer-Werbung

15.01.22 Nico Rossberg Pagode - Twitter

Man müsste Michael Glaser mal erklären, dass es im Internet Seiten gibt, auf denen man wie Sauerbier angebotene ‘Pagoden’ auch scheischleichwerbefrei und besser belichtet findet…

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P.S. Was wollte ich noch?… ach ja, die Retro Classics steht ja wieder ins Haus. Und nach der schrägen Nummer hier, sollte man auch Christian Jancke mal was ins Stammbuch schreiben:

“…Die Hypothese, dass die Qualität über den Preis entscheidet, konnte anhand der Mercedes Pagode besonders eindrucksvoll bestätigt werden. Je nach Zustand erzielten die verschiedenen Varianten des 230 – 280 SL, der zwischen 1963 und 71 gebaut wurde, bei den verschiedenen Auktionen zwischen 75 und 160.000 Dollar (64,8 – 138.220 Euro)…”

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Auto-Riciclaggio und das nahende Ende der altautolosen Zeit

15.01.22 Transformidable

Ich setzte mich an den PC, um über Auto-Riciclaggi und das unentschuldbare Fernbleiben einiger Besucher der Villa d’Este, und rückblickend einen Beitrag auf die Mille Miglia Fiscale und in Panik Oldtimer verkaufende Italiener zu schreiben…

und habe nach langer, langer Suche dadurch meinen Traumwagen gefunden. Jetzt muss irgend wann einmal nur noch ein Italiener mit Matteo Renzi im Nacken bei mir klingeln und der Copilotin und mir, und damit es uns auch richtig Freude macht, sagen wir mal für um die Hälfte, nur noch genau so einen knallroten 1959er “Transformidable” vor die Türe stellen…

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Verwandtes Thema: Das italienische Ende

Gerd Martin; Classic Cars Fonds…

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds

Karriere vom Inhaber einer 3.000 Euro – Stammkapital Import – Export – Klitsche in Palma de Mallorca, die hitzegeplagten Mallorquinern Sonderposten Klimaanlagen vertickert, über Möchtegern – Verwaltungsrat einer schweizer AG, zum prekärdilettantischen Pixelschubser als dicke Kohle einsammelnder FaceBook – Oldtimer – Fonds – Anbieter (ohne eigene Webseite).

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds 2

15.01.14 FaceBook Classic Car Fonds 3

Wer nur mal bei GoMoPa reinliest wird nicht glauben, mit welchen Schwachsinnsangeboten die Haifische heute jedes Jahr Milliarden an Never-come-back-Money raisen. Das Höllenfeuer solventer, älterer Herren, die bei dem Spiel “DOX schlägt DAX” die “Blinde Kuh” zu spielen bereit sind, lockt halt.

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