“Allerdings ist das Online-Netzwerk nach den Zahlen, die veröffentlicht wurden, etwa mit dem Hundertfachen des Jahresgewinns bewertet – bei Dax-Unternehmen ist es ungefähr das Zehnfache. Wenn ich als Anleger in Facebook investiere, muss ich also die Erwartungshaltung haben, dass das Unternehmen seinen Jahresgewinn mittelfristig verachtfacht oder verneunfacht…”

So als gäbe es in Griechenland keinen Bank-Run, in Spanien keine dutzenden von Banken mit einigen hunderten Milliarden Wertberichtigungsbedarf, die demnächst allesamt baden gehen, mit Italien keine der schärfsten, tickenden Neutronenbomben des Euros, mit annähernd 1,8 Billionen Staatsverschuldung bei gleichzeitig rasant fallendem BIP, als gäbe es keine Volkswirte, die mal die erste Worst Case – Berechnung aufgestellt haben, was uns der Wahnsinn von der Finanzindustrie gesteuerter Merkel’scher Austeritätspolitik kosten könnte,  ist es echt rührend mitanzusehen, mit welcher Raffinesse die gleichen  Internet-ideologen, die uns im Stil von Werbern für Halbfettmargarine, Facebook bis vor kurzem noch in den höchsten Tönen als Motor revolutionären, ja: freiheitlichen Wandels in der Welt verkaufen wollten, jetzt im hohen Ton der Ökonomie erklären, dass Facebook mehr Gewinn aus seinen Nutzern rausquetschen müsse.

Und alles nur, damit die “Investoren” – und das sind im Falle Facebooks eben auch griechische Eliten mit in Griechenland gestohlenen Fluchtmilliarden,  russische Oligarchen, zockende Investmentbankster, saudische Prinzen und Dank Sklavenarbeit chinesische Jungmilliardäre - möglichst hohe Renditen auf ihr eingesetztes Kapital erhalten mögen, das sie auf zweifelhafte Weise irgendwo zusammengerafft haben.

Irgend wie lernen die Menschen nichts dazu. Bleibt tapfer.

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Ich habe mit diesem FAZ-Blog zur Mille Miglia, in dem sich ein gewisser Holger Appel (man merke ich den Namen, wenn er das nächste Mal über Autos mit dem Stern schreibt) aus der Wirtschaftsredaktion Mercedes auf eine Art und Weise andient, die man sonst eher von der Autobild kennt, von Panegyrikern der Antike oder von den Kofferträgern in der italiensichen Politik, nichts zu tun. Ich bin mindestens so überrascht wie alle anderen, und ich verstehe auch nicht, wie ma so etwas machen kann, mit Ausnahme vielleicht der geschlossenen Kommentare – wenn ich so über Firmen schreiben würde, hätte ich auch Angst, dass die Leser der FAZ mich unzart anfassen würden.

Die Kritik des Meisters der spitzen Feder, Don Alphonso, an diesem  Blogbeitrag  über die Mille Miglia 2012 in der ehrwürdigen FAZ, unterschreibe ich, und ich setze noch einen drauf.

“Einfahrt nach Brescia bei 25 Grad und herrlicher Sonne. Tausende Menschen säumen die Straßen, die italienische Polizei – ganz Profi – hält die Kreuzungen frei. Der Tross aus fast 400 Fahrzeugen, eines schöner als das andere, zieht in die Innenstadt ein. Minutenlang müssen wir stehen bleiben, weil es kein Durchkommen gibt. Die Kameras, IPhones und Ipads schießen Bilder ohne Unterlass…” 

Bestimmt ist es in Zeiten, wo ein FAZ – Baragotzky Frank Schirrmacher mit seiner Kapitalismuskritik bevorzugt den Eliten in den Frankfurter Banktürmen einheizt, für einen ehrgeizigen, jungen Wirtschaftsjournalisten wie Holger Appel nicht mehr so leicht wie für seine Vorgänger, an valide Informationen heranzukommen. Zumindest täuschtdeutet das “wir” eigenes Erleben vor Ort in Brescia an, für eine eigene Knipse, mit der er halbwegs passable, eigene Fotos gemacht hätte, reicht es offenbar doch noch nicht. Wenn ich am unteren Foto lese “Foto: Daimler Archiv”, möchte ich das “Wir” am liebsten als gelungenen PR – Coup der Daimler – Boys interprtieren, dem FAZ – Blog ein Kuckucksei gelegt zu haben und keiner hats gemerkt.

Na ja, Don Alphonso wird hoffentlich die nächsten Tage vom Beifahrersitz eines in Frankfurt (wo sonst) zugelassenen Brezel – Käfers (Foto oben) weitere, schöne Fotos schiessen und ich werde mich so wie hier, über Dreck, Müll und Gestank  freuen, und andererseits den PR – Dreck dieser verqueren Dampfblasenjournaille von FAZ bis Bild, gelegentlich als solchen bezeichnen.

 

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Bookmarks 15.05.2012; Kreuzfahrtschiffe

15 May 2012

“Und wir fragen: Was will uns der Textdichter damit sagen…? „Km“, so wissen wir, ist die Abkürzung von Kilometer….”   ”Und „halleluja“ kommt aus dem Hebräischen und ist ein gottesdienstlicher Freudenruf…”   Die Werbung sagt also, dass der Fahrer den lieben Gott für jeden Kilometer preisen soll, den er in einem Mercedes zurücklegt…” Es hätte auch ein [...]

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Bookmarks; Pusta Cruiser

11 May 2012

 
Das Beste an diesem professionell geschnittenen und soundunterlegten Video, wie ich kein vergleichberes kenne, ist,  er hier hat’s gemacht.
P.S. Danke für den Link, Michael.
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Eis am Stil 2.0

9 May 2012

 
Wie gerne würde ich heute manchmal mit so einem Naturboliden fahren, wo man wie früher, als man jung und unbeschwert war, zur Copilotin sagen könnte, laß uns zum American Drive-Inn nach Hanau – Wolfgang fahren, dort, wo die Hot-Roads sich früher trafen, “Born to be wild” hören und dabei Eiscrem von deiner Haut schlürfen, verbrannten [...]

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Darüber redet man nicht

9 May 2012

Ich bin ja einiges gewohnt, hier in meiner Stadt, wo der Millionärsanteil höher ist als der Hartz-IV-Anteil der Frankfurter. Und die Zeiten, wo die Elitesse öffentlich nicht über die Schuldigen der Finanzkrise in Banken und Politik oder wen sie dafür halten, sprach, sind jedenfalls vorbei.
Natürlich hat sich diese Schicht in den letzten drei Jahren unter [...]

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