01.06.2010: Privatbesitz

Freund Histomat meinte sinngemäß:

“Es ist ungehörig, sozusagen “google-earth-mäßig”, das Haus eines Mitbürgers abzulichten und öffentlich mies zu machen. Vielleicht gehört es einem Kunstsammler, der sein Haus um die Kunstwerke herumgebaut hat. Schon einmal hattest Du in einer ähnliche Sache in einem anderen Forum zu Recht Ärger bekommen, der dann mit Deinem Rauswurf endete, von dem bayrischen Ferienhaus mit Jagdtrophäe ganz zu schweigen. Selbst wenn das Haus einem Herrn Ackermann gehören würde, steht Dir eine solche Form der Kritik nicht zu…”.

Hüstel… vor Google-Streetview (so heißt das übrigens) muss man sich nicht grausen, wie es der Schreiber dieser gutgemeinten Zeilen an mich wohl genau so tut, wie zwei ältere Herren bei Kaffee und Torte unten im Kur-Café, zwei aus dem Viertel von “oben” auf dem Berg wo die Elitessen wohnen, man braucht erst gar nicht “Hecken höher wachsen lassen”, das kommt alles ganz von allein.

Ich hätte ihnen erzählen können, wie einfach es ist, bei Google – Maps nachschauen, was hinter der Hecke auf dem obigen Foto ist, aber das wäre nicht by fair means, und würde nur die Unwissenheit der Eliten zerstören.

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19 Gedanken zu “01.06.2010: Privatbesitz

  1. Ich kann mir denken wer Dir da geschrieben hat. Ist aber auch indiskret von Dir. Und dann auch noch zuhören, wenn sich ältere Herren am Nebentisch unterhalten.

    Nachbarn von mir haben sich ein 4 Meter langes Bettuch bemalt – “Google Street View – fuck yourself” – was sie an ihren Zaun hängen wollen, wenn das Auto mit der Kamera auftaucht.

    Klasse Beitrag, weiter so.

    Michael B.

  2. Lustiger Beitrag. Stimmt aber genau. Ich lach mich immer schräg, wenn ich Fotos von Oldtimern sehe, auf denen die Kfz-Kennzeichen unkenntlich gemacht wurden.

    Kann man sich eigentlich bei Google auf einer Liste registrieren lassen, wenn man auf keinen Fall von Street-View fotographiert werden will?

  3. Natürlich habe ich auch was gegen Leute, die mich und mein Haus ungefragt ins Internet stellen. Aber noch mehr habe ich was gegen diejenigen, die dann zu feige sind, in ihrem Kommentar zu schreiben, wer sie sind und was sie tun. So etwas empfinde ich als widerlich, dumm und hinterfotzig.

    Und wenn Sie das wirklich tun sollten, klären wir die Sache richtig.

    Ich empfand Detlef’s zwei Beiträge her als humorvoll, aber grade dem stilmäßig leicht erkennbaren Schreiber an Detlef, geht inzwischen jeder Humor ab, da er anderen seinen angeblichen Humor heckenschützenartig aufzwingen will, ohne seinen Lesern die Möglichkeit zu geben, dazu etwas zu kommentieren.

    Ralph

  4. “aber das wäre nicht by fair means, ”

    Vielleicht doch. Dann hätte sich die älteren Herren demnächst vielleicht eine Hose angezogen, wenn sie sich in ihren Gärten sonnenbaden.

  5. Persönlichkeitsrecht für Jägerzäune. Den mir viel zu platten Artikel, den Michael Seemann da in der ZEIT zur Debatte über Google Streetview geschrieben hat, sollte man trotzdem mal lesen:

    http://www.zeit.de/digital/internet/2010-05/street-view-panoramafreiheit?page=1

    In dem Schreiben an Detlef offenbart sich für mich das große Missverständnis, dem die smarten Webjünglinge allesamt immer wieder anheim fallen: Eine Hausfassade ist eine Hausfassade – so weit, so harmlos. Und ob man sie schön findet oder eben nicht, kann man ruhig schreiben.

    Aber alle Hausfassaden, systematisch und auf relationale Form gebracht, sind eine potenzielle Büchse der Pandora. Nichts, wovor man sich konkret fürchten sollte oder könnte, sondern Quelle eines diffusen Unbehagens, dass da etwas lauern könnte, in den unheimlichen Tiefen des Webs, etwas, das wir nicht sehen, ja nicht sehen können. Was lässt sich mit einem unscheinbaren Record Set aus schmucken Hausfassaden alles anfangen, wenn man es erst einmal mit anderen Daten verknüpft?

    Bspw.: Schmale Schießchartenfenster… will sich nicht von Nachbarn reinschauen lassen… vielleicht ein potentieller Steuerhinterzieher der allabendlich die Schwarzkohle zählt..?

  6. Oh je, da hat sich einer wegen einem abgebildeten Haus mokiert?

    Da ich keine Ahnung davon habe, und selbst, aber Google-Earth teilweise auch beruflich genutzt habe, ist das Streetview doch statisch oder nicht? oder doch dynamisch? Also eine Moment Aufnahme dessen.

    Dann frage ich mich, warum wir ganz viele Kameras in “Echtzeit” laufen haben, warum ich heute keinen Meter mehr durch Berlin laufen kann ohne Monitoringüberwachung und es da nicht zu heftigen Protesten kommt. kapiere ich nicht. Ich kann doch auch, wenn mich ein Ort interssiert, da hin fahren und diesen in Augenschein nehmen. Störe ich da irgendjemanden in der Privatsphäre? Viel schlimmer ist das knacken im Telefon, meint

    Peter M.

  7. Detlef,
    es reicht doch eigentlich, wenn Du in deinen Sandkästen den bösen Kindern deine Backförmchen an den Kopf schmeisst. Musst Du das jetzt auch mit Histomat machen? Das ist doch irgendwie sehr ungezogen für einen wohlerzogenen Sprößling wie Dich, und ich empfinde das als störend.
    Histomats Kritik mag überzogen sein. Ganz unrecht hat er nicht.

  8. @ 13187…

    “Ganz unrecht hat er nicht”. Gebe ich Dir sogar recht.

    Nur eins: Wenn Du mal mit der Maus auf das Foto färst, siehst Du, dass ich das Foto am 14.03.2010 gemacht habe, also lange lange bevor ich jetzt die “freundschaftliche Kritik” erntete. Der Beitrag resultierte bereits im März aus der damals grade angelaufenen öffentlichen Diskussion um Google-StreetView.

    :)

  9. Ich habe den ironischen Unterton in dem Beitrag von Detlef sehr gut verstanden. Mir geht die ganze Diskussion um Google inzwischen mächtig auf die Balls. Warum regt sich niemand über die Handyortung auf ? Nenne mir deine Handynummer, und ich sage dir, wo du bist. Oder warum gibt es keine Protestaktionen des ADAC wegen der Kameras auf Autobahnen, auf öffentlichen Plätzen und an Gebäuden ? Die dienen der “Sicherheit ? Wessen “Sicherheit” ?
    Achim

  10. “Oder warum gibt es keine Protestaktionen des ADAC wegen der Kameras auf Autobahnen…”

    @ Semmler,

    weil es durchaus zum Weltbild und dem normalen Verständnis überwiegend konservativ geprägter Menschen gehört, dass diese Schäuble’schen Mittel zur Erhaltung der Staatsresaison halt angemessen sind, der Gedanke aber, Google könnte das eigene Heim fotographieren und es würde im virtuellen Weltall herumfliegen, bereitet ihnen Kopfschmerzen.

    .

  11. @Ralph

    um konstruktiv zu sein: Erst einmal ein Lob für Deinen schmeichelhaften Nick “Historix”, wirklich originell, aber mein Nick hat schon viele Nachahmer gefunden… Ich lebe nicht im Verborgenen, mein Klarname, meine Anschrift, meine Mail-Adresse und meine Website oldtimer-weiss.de nebst Impressum sind bekannt. Einige meiner Kritiker haben sogar den Mut gefunden, mich in Groß Kreutz zu besuchen. Wir gelten als gastfreundlich. Du kannst mir also jederzeit Deine Meinung schreiben oder mündlich überbringen . Meine Website hat übrigens viele Seiten, alle sind leider noch nicht fertiggestellt, obwohl ich Pensionär bin, habe ich für solche Dinge wenig Zeit.

    @corneli

    Eine Hausfassade darf man als häßlich beschreiben. Aber daraus herabsetzende Bemerkungen über den Hauseigentümer abzuleiten (Steuerhinterzieher, schlechte Charaktereigenschaften o.a.) ist ungehörig und zeugt von schlechter Kinderstube. Daß dem Westen alle Sekundärtugenden abhanden gekommen sind, wissen wir spätestens seit der niedlich trällernden Abiturientin aus “besserer Gesellschaft”.

    Gruß Histomat

  12. Histomat,

    ich weiss an hand der Unzahl Ihrer Postings in den letzten Jahren in verschiedenen Foren nur ungefähr, wer und was Sie sind, und ich könnte auf die Schnelle einige Beispiele nicht nur aus Ihrer Anfangszeit als Blogger nennen, wo Sie selbst einige Neuankömmlinge in einer oberlehrerhaften Art runtergeputzt und lächerlich gemacht haben, und wenn es nur um vernachlässigbare Rechtschreibefehler ging, die – auch bei Ihnen – jede Kinderstube oder sonstige (Sekundär-) Tugenden vermissen ließen.

    Histomat, in meinen Augen sind Sie deshalb einfach jemand, der sich mit dem Thema nach vorne spielen will, und ich denke: Vor allem aus Gründen der eigenen Bekanntheit.

    Udo D.

  13. @ Udo

    Mag ja sein, daß ich vor zehn Jahren mal Unsinn geschrieben habe. Aber was wollten Sie jetzt zur Sache sagen?

    Ich darf noch einmal darauf hinweisen, daß ich hier eben nicht anonym auftrete, meine Beleidiger und Kritiker dagegen arbeiten lieber feige im Verborgenen. Auch mein Nick Histomat ist uralt und eine Institution. Meine Beiträge lassen sich deshalb leicht über Jahrzehnte zurückverfolgen, was man von den Eintagsfliegen des Internets nicht gerade behaupten kann.

    Also Meyerhans, corneli, Historix und Udo stellt Euch hier mal vor, beweist, daß Ihr eine gute Kinderstube hattet und die Ansprüche eines Blogs der “besten Gesellschaft” mühelos erfüllen könnt.

    Wenn Ihr schüchtern seid, schreibt mir an meine Mail-Adresse weiss.hel@t-online.de. Ich behandle Eure Mails vertraulich und veröffentliche sie hier nicht, wie es mit meinen ja öfter gemacht wird.

    Gruß Histomat

  14. Helmut,

    Du hast Dich entschlossen, Deinen eigenen Blog für Kommentare zu sperren. Deshalb bist Du hier in meinem Motorblöckchen jederzeit eingeladen den Diskurs durch Kommentare zu begleiten. Ich sehe aber keinen Grund dafür, dass Mitglieder, deren Meinungen Dir nicht passen, sich Dir “offenbaren” sollten, es sei denn, Du verfügtest über der “Weissheit letztem Schluss”, die zu erfahren dann aber wiederum alle ein Interesse hätten, ich auch.

    Lass doch bitte solche Spielchen. Wenn Du Feedbacks hast, schreib sie hier rein. Du bist nicht der Reich-Ranicki der Bloggerszene, ansonsten lass mich bitte wissen, ob ich als Endfünfziger tatsächlich schon einen leicht dementen Eindruck mache, der mit der befürchteten “Zahnlosigkeit” einhergeht? Ich diskutiere gern darüber. Wirklich.

    Helmut, ich hoffe, Du weisst es zu würdigen, dass ich mich jetzt fast 20 Minuten hingesetzt habe, um Dir für diesen pseudo-nihilistischen, intellektuell aufgehübschten Kommentar ein paar hinter die Löffel zu geben.

    Detlef

  15. Lieber Histomat,

    bitte verzeihen Sie, ich hatte bei meinem Kommentar wohl das Fläschen verwechselt. Das Fläschchen Gallseife hat Ihnen doch arg zugesetzt, aber es war eigentlich für den äußerlichen Gebrauch bestimmt, für die Flecken auf den Ledersitzen Ihres Austin, aber das merkte ich erst, als ich ihren Folgekommentar las.

    Ihr Wunsch nach einer direkten Kommunikation ist unüblich und wie Detlef schrieb, was können zwei Histos sich schon sagen, was nicht alle interessieren würde. Also, nur zu.

    P.S. Das macht aber jetzt mal richtig Spaß: Ich bitte Sie, das alles nicht als Beleidigung zu verstehen, obschon einiges ja geradeheraus gewollt frech ist.

  16. Dieser Beitrag ging irgend wie an mir vorbei. Grade vor dem aktuellen Hintergrund der schlagartig entflammten Rufe nach Gesetzen und Diskussionen darüber, entlarvt er vor allem durch die zitierte Rüge eines Herrn Histomat das ganze als das was es ist: Sommerlochtheater.

  17. Sommerlochtheater? Wohl kaum. Detlef hat nur mit den “zwei älteren Herren” sehr gut karrikiert, wie die Diskussin in der von den Medien zwei Jahre lang verdummten Bevölkerung geführt wird. Man regt sich über das Astloch in der Umkleidekabine wer weiss wie was auf und merkt gar nicht, dass oben schon die Minichipkamera läuft.

  18. Mal von allem abgesehen, es dürfte in Deutschland nur wenige Fleckchen Erde geben, wo Grundstücke und Häuser so dicht an dicht mit Hightec-Cameras – gegenseitig und rundum – überwacht werden, wie in unserem gemeinsamen Städtchen, oben im Hardtwald.

    Ein Fotochen von meinem Häuschen wie hier, würde mir ein müdes Lächeln abringen, wenn mir aber mein Nachbar Tag und Nacht in meinen Garten und in den ehelichen Kobel glotzen würde, dann würde mich dies echt wütend machen.

    Ihr Motorblöckchen steht seit heute in meiner Favoritenliste.

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