Au volant – la vie!

oder

NSU – greif zu !

Schlafende Schönheiten oder nur Schrott? Ansichtssache! Als bekennender Frankophiler und Oldtimerfan auf einer kurzen Oldtimersuchreise mit einem Freund in die Auvergne und die Gegend um Montpellier verschlägt es einem fast die Sprache, jeder zweite Bauernhof, nahezu jeder Schrottplatz lässt einen bei einem kurzen Blick sofort in die Eisen treten und anhalten. Traurig und schön zugleich was da vor sich hin rottet…

Hätte ich ein riesiges Grundstück, würde ich selbst die heftigsten Drohungen meiner Liebsten in den Wind schlagen und in irgendeine verträumte Ecke so einen Hotchkiss, einen Vorkriegs Renault oder eine ähnliche verblühte Schönheit (Abfall, wie die Liebste meint) hinstellen und der weiteren Auflösung ihren Lauf lassen. Restaurieren lässt (meistens) sich sowas wirtschaftlich nicht mehr.

So wurds dann wenigstens für mich eine Vorkriegs NSU Quick mit voluminösen 98 ccm und satten 3 PS die mich bald nach einigen Arbeiten wie neuen Reifen und einer Grundinspektion auf atemberaubende 50-60 km/h je nach Gelände treiben werden. Die Liebste schüttelte zwar den Kopf, gönnte mir aber meine kindliche Freude. Ob sich das ändert wenn mal ein unrettbares Pendant der Quick zwischen Rosen und Tulpen im Garten steht?

Viel Spaß mit den Bildern!

Gerd

 

Anciennes.

34 Gedanken zu “Au volant – la vie!

  1. Gerd,
    wann organisierst Du eine Tour in die Auvergne? Ich kauf schon mal eine neue 10MB Speicherkarte für die Kamera.
    Klasse Fotos. Danke.
    Hardy

  2. Superg…er Beitrag. Garnicht so verkehrt der Gedanke, mal mit ein paar Jungs eine Tour durch diese Kanten zu machen, anstatt sich immer nur Edelkisten auf Messen anzuglotzen. Was für eine tolle Atmosphäre.

    In der linken Reihe, der 4. von oben, was ist das für ein Fabrikat? Sieht fast aus wie ein Bugatti.

    Michael B.

  3. Das ist ein Hotchkiss Michael, daneben und rechts davon die “Innenausstattung” Nichts spricht gegen so eine Tour, da bin ich zu allen Schandtaten bereit :-) Die totrestaurierten Hochglanzoldtimer schau ich mir schon lange nicht mehr an, kennste einen kennst alle! So schrottelig solls natürlich nicht sein, aber ein Auto, dem man seine Jahre ansieht, ohne verrostet und verballert zu sein, das ist mehr mein Ding. Leider wird der Begriff “Patina” des öfteren als freundliche Umschreibung für Schrott benutzt.

  4. Doch Gerd, mich hats auch umgehauen, als ich die Ausbeute gesichtet hatte.

    So eine Tour wäre wirklich mal eine klasse Idee. Zudem solls in der Auvergne noch richtig gute, abseits japanischer Touristenrouten gelegene Gasthöfe geben… träum. Ich fange sofort an, vom wöchentlichen Taschengeld etwas zur Seite zu legen. Mer waas ja nie.

    :)

  5. So ein bemooster Citroen 11 CV ( ? ) würde bei uns keine einzige Nacht so am Fahrbahnrand stehen. Super Fotos. Und dabei wäre alles so einfach. Man müsste sich nur mal aufraffen, statt über Idiotenmärkte wie Veterama zu stolzen.

    Tim B.

  6. Der Anblick solcher alten Autos ist in Natura bestimmt noch beeindruckender als auf den Fotos. Super.

    Es wäre schön, wenn man in der Gallerie die Fotos kurz beschreiben könnte, Fahrzeugtyp, Baujahr eventl. noch.

    Detlef, rate mal, was ich jetzt heute Abend bei dem schönen Wetter noch mache. Kleine Hilfe. Nicht ausschneiden und kleben.

    Mario G.

  7. Haben diese Händler dan auch für diese Autojahrgänge noch die einen oder anderen teile?

    So eine Schrotteltour könnte ich mir auch vorstellen, wäre mal was ganz anderes wie Treffen mit Aufstellung der Autos in Kasernenhofformation.

    Zwei oder drei Tage wäre ich wenns zeitlich grade passt, vielleicht sogar mal mit dabei.

    Donald

  8. Wer sich für die Franzosen interessiert, sollte hier mal reinschaun. Grade 40er, 50er Jahre Autos kriegt man oft zu Preisen, wo man hier noch nicht mal eine neues Lentgetriebe für einen Benz bekommt.

    http://www.novaweb.fr/pub/index.htm

    Gute Idee, mal einen Fremden einen Gastbeitrag schreiben zu lassen, vor allem mit solchen geilen Fotos. Chapeu.

  9. @Mario – der Wagen im ersten Bilderblock unten links ist ein Chrysler Airflow, gebaut von 1934-1937
    http://de.wikipedia.org/wiki/Chrysler_Airflow

    im Text das zweite Bild zeigt einen Renault (wahrscheinlich 6CV oder 10CV) aus den 20er Jahren, der irgendwann zum Pickup umgebaut wurde.

    Die letzten drei Bilder aus dem zweiten Bilderblock zeigen einen wunderschönen Salmson S4 61 aus den späten 30er oder frühen Nachkriegsjahren, damals schon mit zwei obenliegenden Nockenwellen und stattlichen 70PS aus 4 Zylindern mit 2,3 ltr. Hubraum. Kein Schrott, sondern ein durchrostungsfreies ungeschweisstes Exemplar im Originalzustand

    Der Rest sollte bekannt sein.

    Gruß
    Gerd

  10. Den DeSoto Airflow hatte ich doch letztens in der Boutique einer Goldi(e)gen Dame aus der Auvergne gesehen ;)

    Aber ob mit oder ohne die freizügige Dame – derartige Sammelstellen raren Altmetalls sind durchaus magisch. Hotchkiss, Salmson, DeSoto… schade, dass die Garage voll ist und die Taschen leer.

  11. “Superg…er Beitrag. Garnicht so verkehrt der Gedanke, mal mit ein paar Jungs eine Tour durch diese Kanten zu machen, anstatt sich immer nur Edelkisten auf Messen anzuglotzen. Was für eine tolle Atmosphäre.”

    Genau darum geht es, ich wäre gerne dabei.
    Schöne Grüße
    Christoph

  12. Frankreich ist in den ländlichen Gebieten eigentlich voll von diesen Plätzen, natürlich sind die grenznahen (auch zu B und NL) Gebiete ziemlich abgegrast. In Frankreich ist es (noch) erlaubt, alte Autos auf eigenem Grund und Boden abzustellen, das ist hier unmöglich. Die Auvergne, der Großraum rund um Lyon bis hoch in den Süden zwischen Montpellier und Toulouse ist auch abseits der Oldtimer sehr interessant und wunderschön. Die goldige Dame, bzw ihren Mann (sie ist nur für’s Marketing zuständig :-) ) haben wir auch besucht, eigentlich alles zu teuer. Der Airflow und der Salmson stehen dort, die anderen Wagen haben wir woanders gefunden, zufällig oder in Inseraten abseits von ebay, autoscout und Co – da schaut eh jeder.
    Reisetips gebe ich gerne, eine Reise könnte ich erst nach der Ferienzeit organisieren, so vier Tage sollten es schon sein, sonst wird es zu stressig. Sehr empfehlenswert ist dann die wildromantische Ardèche (mal ergooglen)

    Gruß
    Gerd

    PS: Detlef – hab Dir gestern abend ne email geschickt, bitte das PS dann löschen

  13. Histomat hat bei seinem letzten Besuch Madame einen Kurs in Rechtschreibung gegeben und seine Zahnbürste dort vergessen.
    :)

  14. Da standen aber auf der IAA Mädels um die Autos herum, da sieht Madame wie eine Nonne dagegen aus. Sie hat einige richtig schöne Autos im Angebot.

    Michael B.

  15. Wir waren so ca 2 Std. dort und haben uns einiges angeschaut, die Zustände sind zu ca 70 % Zustand fünf, 20 % vier, 10 % Totalschrott. Berechnet man die Fahrt- und Transporkosten (immerhin gut 800 km nach Frankfurt) lohnte sich kein Wagen. Letztendlich geht da ein guter Tausender drauf, da bekommt man auch hier einen Schlachter, es sei denn man sucht halt genau den raren Vorkriegsklassiker als Schrottwagen den man auch zuhause hat, bei irgendwelchen Brot und Butter /8er u.ä. ist es wirklich viel zu teuer. Roland weiss schon ganz genau was er nehmen kann, er verkauft hautpsächlich an Privatleute in Deutschland, möchte sich aber mehr auf französische Wagen konzentrieren. Der einzig für mich wirklich interessante Wagen ist der Salmson. Wie gesagt, der Freund mit dem ich dort hin reiste, hat schon ein gutes Dutzend Autos dieses Jahr in der Gegend gekauft, alle von privat, die Händler wissen fast immer was sie nehmen können.

    PS Detlef – lösch den ersten wg. der Tipfehler! Danke

  16. Auch wenn die meisten der Autos wohl ihr Leben endgültig ausgehaucht haben dürften, sind diese Bilder ein Genuss. Obwohl, was man z.B. manchmal auf der Veterama angeboten bekommt, ist kaum besser und kostet richtig Geld.

    Kann ich mir gut vorstellen, dass so eine Tour querbeet über französische Schrottplätze mal echt was interessantes ist. Die alte NSU hätte ich auch sofort ins Herz geschlossen, wenn ich vor ihr gestanden hätte.

  17. Lustig. Heutzutage finde die meisten den Anblick dieser verrotteten Kisten schön und fast schon romantisch und noch vor ein paar Jahren hat man den Düsseldorfer Autohändler Michael Fröhlich, der sich einen privaten Oldtimer Friedhof angelegt hat, als Psychopathen bezeichnet.

    Hier ist mal eine schöne Seite aus Düsseldorf

    http://www.motoraver.de/Autogeschichten/Tales-from-the-Neandertal-Autoskulpturenpark-Pt.I.html

    Ich schau mir solche Autos in dem Zustand auch immer gerne an. In Belgien kann man solche Plätze heute auch noch an manchen Stellen sehen.

    Said

  18. Schöne Tour und Fotos. Ich schau schon monatelang in französische Portale. Der Nachteil ist halt, wenn man glaubt man hat ein günstiges Auto gefunden, muß man runter fahren. Ich habs hinter mir. Und selbst wenn es klappt ist es für einen Privatkäufer schwer am selben Tag und unter Zeitdruck den Transport etc. zu organisieren. Entsprichen die ein oder zwei rausgepickten Autos nicht den Erwartungen, hat man 2000 km mehr auf dem Tacho um zweimal gut gegessen zu haben.
    Ein Urlaubsfund ja, aber gezielt in Frankreich suchen und kaufen ist aus meiner Erfahrung nur was für Händler.
    Wahrscheinlich kennen die Franzosenliebhaber das Portal schon:
    http://www.novaweb.fr/pub/index.htm

    Peter H.

  19. Gib in meinen Blog das Suchwort “Chenard” ein. So kann man auch auf Fahrzeugsuche gehen, nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen, aber ein bißchen Risiko und Menschenkenntnis hilft einem schon. Das Fahrzeug kannst Du auf der Seite “Oldtimerhalle” dann sehen. Das abgehobene Preisniveau in novaweb.fr zeigt vor allem eins: die enorme Preissteigerungsrate in Frankreich, und daß wohl nicht nur die Griechen über ihre Verhältnisse leben.

    H.

  20. Solche Schrottplätze findet man aber auch nur deshalb in Frankreich noch so häufig, weil hier viel laxere Umweltschutzbestimmungen bestehen und selbst die vorhandenen so gut wie nie überprüft werden.

    Schöne Fotos.

  21. Klasse Bilder und Links. Solltet ihr mal so eine Tour machen lasst es mich wissen.

    Rüdiger

  22. Herrliche Fotos und zwei tolle Links heute durch Zufall entdeckt. Als totaler Fronkreisch-Fan stöbere ich mit meinem 504er Cabriolet seit Jahren durch die südlichen Ecken, die Provence kenne ich inzwischen wie meine Westentasche. Leider bin ich noch nie auf die Idee gekommen, mal eines dieser tausenden von Autowracks zu fotographieren, denen man auf einsamen Landstraßen und wilden Schrottplätzen begegnet. Werde ich ab jetzt tun.

    Marcel M.

    Edit: Marcel, ich hatte Ihren Kommentar versehentlich als Spam verschoben und habe ihn jetzt manuell rekonstruiert.

  23. Schöner Beitrag und tolle Bilder. Ich war erst vor 4 Wochen in der Bretagne und habe so manches rostige Vehikel entdeckt, was ich am liebsten hinten drangehängt hätte.

    Wulf

  24. Pingback: La Déesse, Design – Göttinnen ohne Todessehnsüchte

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  26. Wenn ich den 80 er Jahren meine Eltern in der Auvergne besuchte und links und rechts an Landstraßen und in Feldern die rostigen Wracks rumstehen sah, habe ich innerlich oft den Kopf geschüttelt. Heute finde ich die alten Kisten toll und ich bin auch schon manchmal an einer stehengeblieben. Ganz tolle Fotos.

  27. Pingback: Entschleunigte Zeit und schlafende, schöne Nachbarn

  28. Pingback: En Volant – la Vie III | MotorBlöckchen

  29. Ich vermisse im MB solche Beiträge aus der Ära relativer Unbeschwertheit. Habe aber auch Verständnis dafür, weil das was momentan um uns herum passiert, bei KEINEM in den Klamotten hängenbleibt. Eigensicherung geht vor. Trotzdem, tolle Fotos.

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