Farewell Dr. Wolfgang Porsche

“Ich velasse München, aber nicht Euch”, stand  auf  der Einladung des
Farewell-Cocktails, zu dem  Dr. Wolfgang  Porsche gebeten hatte.

Könnte sein, dass wenn die Staatsanwälte fertig sind, Anwälte ihm und ein paar anderen Zockern noch eine dicke Rechnung hinterherschicken.

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13 Gedanken zu “Farewell Dr. Wolfgang Porsche

  1. Ein trauriges Schauspiel, was da im Moment von Familien gegeben wird, namentlich von diversen Besitzerfamilien deutscher Konzerne. Schickedanz, die verarmte Versandhausmilliardärin, Schäffler mit ihrer katastrophal gescheiterten Conti-Übernahme und der in sich zerstrittene Porsche-Clan, der sich und die ganze Fa. Porsche im Anfall von Größenwahn beim fehlgeschlagenen Kauf von VW an den Rand des Abgrunds manövriert hat.
    Sie alle, man verzeihe mir die harschen Worte angesichts der schönen Autos Letzterer, sie alle bieten ein wahrhaft erbärmliches Bild, das nicht gerade zum Ansehen der Industriellendynastien beiträgt. Eine Erbschaftssteuer von 50% + auf Aktien- und sonstige ererbte -Vermögen, soweit sie nicht als direktes EK im Unternehmen stecken, wäre nicht das schlechteste.
    Nur meine Meinung.
    Hank

  2. Ich würde Michael Graeter gerne die Hand drücken, für diese wunderschönen Formulierungen und seinem klaren Blick für diese Nichtsnutze. Zu blöd, daß es diesen eitlen Porsche-Hahn, der seine goldenen Schwanzfedern durch “arbeitende Massen” vom 3. Reich bis in die Gegenwart aufgesteckt bekommen hat, nicht erreichen wird. Wie der Vorschreiber schon anmerkte, man müßte diesen Zockern und Absahnern von “Windfall Profits” mal kräftig den Steuerknebel ansetzen.
    S.

  3. Ich kenne berufsbedingt inzwischen viele Leute, die im Bereich von bis an den Dachfirst kreditfinanzierten Geschäftsimmobilien oder Unternehmensbeteiligungen fast ihr gesamtes Vermögen zu verlieren drohen. Vermögensverluste von nur einem Drittel gelten noch als normal.

  4. Das genaue Gegenstück zu Porsche stand doch hier beschrieben.

    http://motorbloeckchen.com/?p=14393

    Die durch die Fehlspekulationen entstandenen Milliardenverluste und -Schulden werden über sehr viele Jahre hinweg steuerlich abgeschrieben und die Zeche zahlt wie immer … na wer wohl?

  5. Großteils d’accord. Bloß bitte differenziere zwischen Typen wie Middelhoff und Porsche/Wiedeking. Ersterer hat schon Bertelsmann fast und anschließend Karstadt total ruiniert; letzterere haben Porsche erst mal vor Jahren vor dem Ruin bewahrt und zu weltweit neuem Glanz geführt.

    Das Duell Porsche vs. VW hat aus völlig sinnlosen Spekulationen heraus und persönlicher Gier eines Piech/Porsche – Clans Milliardnverluste beschert. Trotzdem, wird langfristig betrachtet ganz anders, nämlich viel gescheiter ausgehen, als die meisten es sich heute vorstellen können; da war meine ich, auch viel Strategie im Spiel, während den Medien kleine PR-Häppchen serviert werden, die diese für Clan-Divergenzen oder für Taktik hielten — und willfährig publizierten, so wie jetzt die Ermittlungsverfahren, die wahrscheinlich nur als Alibiveranstaltungen dienen um von Sparpaketen frustrierte Steuerürger zu beruhigen.

    Hier und jetzt ist der Nebeltopf nämlich wichtiger als der Auspufftopf.

    :)

  6. Als Verfechter einer freien Marktwirtschaft sage ich: Jeder, der das Brot im Schweisse seines Angesichtes zu sich nimmt soll es auch verdient essen. Es hat sich allerdings in unserer Gesellschaft eingebürgert, daß viele das Ererbte, mit dem sie sich den General zur Reinigung ihrer Bulthaup-Küche leisten können, mit der Forderung belegen “Wer hat, der hat Anspruch darauf, daß ihm gegeben wird !”.
    Zugehfrau, Kindergärtnerin, Altenpflegerin, Sclecker-Kassiererin und Automechaniker unterstellen sie dabei , sie würden minderwertige Tätigkeit ausüben und mit Forderungen nach Mindestlohn, ihre in Steueroasen lagernden Ersparnisse der Erben ungerechtfertigt begehren. Ich kenne da so manchen, der aus 4 Euro Stundenlohn gern 3 Euro und aus 400 Euro Hartz4 200 Euro machen würde, damit Deutschland auf dem Dienstleistungssektor international wettbewerbsfähiger wird.
    Der Kapitalismus muß weg, wir brauchen einen besseren Kapitalismus. Deshalb müssen Leute wie die Herrn Piech/Porsche, falls sich strafrechtlich relevante Manipulationen und Vergehen beweisen lassen sollen, bis auf den letzten Cent Privatvermögen für den angerichteten Schaden haften. Auch als Exempel. Amen.
    Richard K.

  7. Austro,

    man darf da natürlich nicht alle über einen Kamm scheren. Siehe meinen Beitrag über den Liqui-Moly Inhaber Herrn Frost, der ganz bestimmt sein Schlößchen auch mit ein paar Euros aus Kapitaleinkünften finanziert haben dürfte.

    http://motorbloeckchen.com/?p=14393

    Warum nicht?

    Aber ich kenne auch ein paar Exemplare dieser Spezies, die von der Überweisung der Vermögensverwaltung leben, weil sie das Los ereilt hat, zum Kreis der Erben zu gehören. Nichts dagegen, dass es sie gibt, sie ihr Leben geniessen, tolle Autos fahren, von mir aus 3 Villlen besitzen und Farewell-Partys geben, aber wenn der Porscheclan ein paar Milliarden gebraucht hätte, dann hätte er auch mal bei sich selbst unter dem Kopfkissen nachschauen können, statt mit VW Monopoly zu spielen.

    Es könnte ansonsten durchaus sein, dass sich diese Art von Erben, mit diesem Verständnis bald selbst von weiteren Zahlungen abschneidet, wenn hier mal wieder knallharte Erbschaftssteuern eingeführt werden, grade auch um die Konzentration von zu viel Geld und Einfluss Weniger, zu verhindern. Und dann, werden viele leiden, die ohne Family-Office, die echten jungen Unternehmer, die in zweiter, dritter Generation und hart arbeitend die Familienbetriebe fortführen.

    Sich über die vom Fianzamt als Geschäftsunkosten abgesetzten nicht anerkannten 400-Euro Quittungen der zweiten Putzhilfe, Abends im Tennisclub aufregen und hinterher den neuen SLS-Flügeltürer, natürlich Firmenwagen mit Privatnutzungsanteil, präsentieren, nee…

    :-)

  8. Pingback: Graf Berghe von Trips und schwäbische Bigotterie

  9. Detlef,
    Dein Vergleich dieser Art von “Eliten” mit der Memme Francesco Schettino hat was. Bingo.

  10. In der ganzen Nachkriegsgeschichte dürfte es kein Beispiel geben an dem besser zu sehen ist, wenn der Größenwahnsinn von Firmenpatriarchen und die Geldgier von Managern a la Wiedekind gemeinsame Wege gehen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,809569,00.html

    Besonders mal den Blog lesen. Den Gedanken, den dort “Prophet46″ äussert, hatte ich schon vor 2 Jahren.

    http://forum.spiegel.de/f22/volkswagen-kontrolleur-pi%EBch-die%2Aletzte-schlacht-des-patriarchen-52576.html

    Ich hoffe nur am Ende heißt es “Farewell” Piech.

  11. “Könnte sein, dass wenn die Staatsanwälte fertig sind, Anwälte ihm und ein paar anderen Zockern noch eine dicke Rechnung hinterherschicken.”

    Detlef, 2010 schon gut prognostiziert, obwohl ich glaube, dass den Klagen gegen die Kamarilla im obersten Machtzirkel der Deutschen Wirtschaft, am Ende kein Erfolg beschieden sein wird. Bestenfalls kommt da ein Vergleich zustande der Lichtjahre von den Milliardenforderungen entfernt sein wird.

    Den Tratsch-Blog von Michael Graeter zu lesen ist auch ganz amüsant. Danke für den Link.

  12. Pingback: Winterkorn removed by… or not? | MotorBlöckchen

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