Martin Halder… federweich gefallen

 

Der Sturz aus dem 10. Stock ist relativ problemlos, bis man zum Parterre kommt, soll John Maynard Keynes einmal gesagt haben.

So eine Neueröffnung eines Meilenwerk in Stuttgart am letzten Wochenende ist eine schöne Sache. 1975 hatte mein Vater den werksvertretenden Großhandel für eine kleine mittelständische Firma für Autohebebühnen aus Appenweier / Baden mit aufgebaut. Den damaligen Inhaber hat’s gefreut, die Markteinführung 1975 gelang, von da an gings bei ihm bergauf. Ob er sich über die Eröffnung, pardon, neudeutsch heißt das “Grand Opening” auch gefreut hat?.. ich wage mal, dass zu bezweifeln.

Martin Halder, dem wir Oldtimer-Enthusiasten alles verdanken, der uns mit dem beglückt was uns emotional und gastronomisch immer fehlte, sei es zu gönnen. Martin haften aber doch ein paar Schönheitsfehler an, auch wenn die Insolvenz seiner Insignium GmbH in 2006, bei dem Oldtimer-Belamy offenbar keine zumindest heute noch sichtbaren Bremsspuren auf dem Asphalt hinterlassen haben.

Hinweise auf die Insolvenz sind so gut wie nicht mehr zu finden, was auch nicht verwundert. Wäre aus meiner Sicht auch nicht grade verkaufsfördernd für das Büchlein seiner Copilotin Nicola, die uns für 49,00 Euro in ihrem Büchlein viel über erfolgreiche Denkmalprojekte erzählt und nachweist,  dass man(n) mit Adaption von Altbau- und Denkmalbestand auch richtig Brickets Kohle machen kann.  Nur von wem?

Man sollte nicht glauben, hinter dieser Szenerie schöner alter Oldtimer hat offenbar ein Wirtschaftskrimi stattgefunden, der sogar 2008 noch den Deutschen Bundestag beschäftigte im Zusammenhang mit der Reform des GFB Gesetz zur Sicherung von Bauforderungen… aus einem Schreiben eines der Gläubiger Anwälte – Dr. Stammkötter – an den Rechtsausschuss… Bilder zum Vergrößern anklicken…

08.05.25 Bundestag GSB 02

und hier wirds richtig interessant…

08.05.25 Bundestag GSB 03

Bei der Ende 2006 den Bach hinuntergegangenen früheren Insignium GmbH sollen die Gläubiger mit rd. 3 Millionen in die Röhren geklotzt und zugeschaut haben (Anm vom 30.03.2015.: nach mir vorliegenden Unterlagen eines der Beteiligten, teilte der Insolvenzverwalter am 20.11.2013 mit, dass er Forderungen in Höhe von 4.658.328,23 Euro mit der Einreichung des Schlussberichts festgestellt habe. Da die Insolvenzquote weit unter 10 % lag, dürften die Gläubiger sogar mit weit über 3.0 Mio. Euro hängen geblieben sein), als 2007 wie Phönix aus dem Auspuffrohr eine unbefleckte Brandes Bricks GmbH auferstand .

Das lässt Martin den Kampflächler heute, 3 Jahre danach, wieder auf den Fotos der bekannten Oldtimer-Gazetten, zwar nicht mehr im Duett mit seinem früheren Mitgesellschafter Dirk Petersmann und auch nicht mehr als bauaus-führenden Generalunternehmer, aber ansonsten wie eh und jeh strahlen. Natürlich wird auch bei so einer Eröffnung mit der Oldtimer-Society mal über die Krise gesprochen worden sein und Martin dürfte öfters zu hören bekommen haben, dass einige Handwerker und Lieferanten des Meilenwerk Düsseldorf schon früher eine Krise erlebt hatten.

Auch die seit Jahren um ihre Daseinsberechtigung kämpfende “Initiative Kulturgut Mobilität” war eingeladen, den  Namen von Andreas Scheuer, politischer B-Promi, der wegen seines gekauften Doktortitel längere Zeit Schlagzeilen in der Heimatpresse verursachte, konnte man nicht auf der Gästeliste entdecken.

Manche fallen halt weich, selbst aus dem 10. Stock. Irgendwas macht man(n) immer falsch im Leben. Ich helfe mir mit Lesen. Zur Erbauung lese ich mal wieder ein bißchen im Thomas Mann, den mit Felix Krull und danach ziehe ich mir die Akte meines Auftraggebers rein, der mit Sack und Flöte haftete, sein privates Tafelsilber mit in sein Einfamilienhaus-Projekt stecken musste und dessen Elternhaus grade von seiner Bank versteigert wird.

Bleibt tapfer

Kleiner Nachtrag: Wie mir aus zuverlässiger Quelle berichtet wurde, wird dieser Tage das Insolvenzverfahren der Insignium GmbH vor dem Amtgericht Charlottenburg (Az 36i IN 6029/06) abgeschlossen, mal sehen ob es da was zu berichten gibt…

Auch zum Thema Martin Halder / Meilenwerk:

“Martin Halders Kartenhaus”

“Martin Halder – schweizermesserscharfes Geschäftsmodell”

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152 Gedanken zu “Martin Halder… federweich gefallen

  1. Langsam scheint mir, daß Oldtimer – Besitzer nur eins im Kopf haben. Möglichst kurze Wege fahren um möglichst oft und edel (fr)essen zu gehen. Nachdem wir ja bereits seit einigen Jahren in Oberursel ein “Kraftwerk” haben, wo das mit den integrierten Oldtimerbetrieben + Gastronomie nicht grade den Eindruck großer Nachfrage und Erfolge hinterlässt, will uns jetzt noch ein “Investor” mit einem Mini-Meilenwerk beglücken.
    http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Oldtimer-Garage-am-Bahnhof;art48711,1680998

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