Essmüll aus Kreuzmichbrüsselhausen

Ein Spiegel – Beitrag gestern, der prima aufzeigt, wie runtergekommen dieses Land ist, wie wenig es dem vorgetäuschten Bild entspricht, das die CDU uns vormacht, und wie gnadenlos das Gute weggeräumt wird. Wohl dem, der Biobauern und Streuobstwiesen in der Nähe hat oder sein eigen nennt.

Es kann urtypisch sein und mit der Erde verwurzelt, es kann das Beste für die Menschen sein: Trotzdem wird das Reine und Feine ruiniert, und das Billige und Schlechte erhält freie Bahn. Ich habe heute Morgen ganz kurz mit diesem Land und seinen ausführenden Organen gehadert, das es wieder mal wagt, mir vorzuschreiben, mich mit Essmüll zu vergiften, und ich habe mir kurz überlegt, mit welcher Methode ich mich wehre.

Deshalb ist es auch allein Sache dieses Marktes und von mir, was ich kaufe (und gelegentlich mal von Bäumen kl…) und was nicht. Dess iss wasses iss, dess waa immer schoon soo, weil, da kennd ja jedder komme.

Das nächste Mal verbieten sie freilaufende Kühe, weil die Weidegrashalme nicht der Brüsseler Grashalmlängenfutterverordnung entsprechen. Oder sie verbieten Freilandanbau-Kopfsalat, weil die Köpfe gegenüber holländischem Treibhausköppen 1,5 cm zu klein sind. Oder den Verzehr der Jahrhunderte alten Zwetschgensorte am Baum in unserem Garten, weil die in Brüssel unbekannt und nicht gelistet wurde. Das könnte den Arschkrampen in Brüssel alles einfallen, wenn sie erst mal in dieser Sache mit den Gen-Produkten endgültig ihren Willen reingedrückt haben, die danach für einen angeblichen Verbraucherschutz irrwitzige Markteintrittshürden aufbauen oder damit Menschen, die wie bei mir drumherum in der Wetterau seit Generationen für Qualität und Erfahrung stehen, rausdrängen, und wo sich Arbeit für Gutes zu produzieren, nicht mehr lohnt, wie hier, bei mir geschehen, im jahrhundertealten Oberhof  um die Ecke…

Leggt misch, denkt da Jeder, und zwar kreuzweise, bis hinauf zu dem, der hier darüber schreiben darf.  Der nächste EU-Abgeordnete, der in Arschlochbrüsselhausen auf die Rechnung der Monsanto-Lobby frisst, den soll beim Scheissen der Blitz treffen. Kreuzweise.

 

Update: Und in Spitzbergen werden Pflanzensamen unter anderem eingelagert, falls irgendein idiotischer Konzern haufenweise unkontrollierbare Terminator-Gene in seine patentrechtlich geschützten DNA-Sequenzen einbaut und diese sich nicht ganz so verhalten, wie von Gen-Technikern vorhergesagt. Sozusagen ein Backup für den Fall, dass eines Tages mehr als nur harmlose Gen-Informationen ihren Weg aus angeblich so sicheren Anbauflächen in die freie Natur finden.

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13 Gedanken zu “Essmüll aus Kreuzmichbrüsselhausen

  1. Gestern haben wir eine schöne Ausfahrt durch Rheinhessen gemacht.

    Dabei ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass die Halme, an denen das Getreide reift, nicht höher als 10 bis 15 cm sind.

    Es wird immer schwieriger ein Getreidefeld von einer verdorrten Wiese zu unterscheiden.
    Und demnächst wird wohl auch geschmacklich kein Unterschied mehr bestehen.

    Wie sagte ich schon mal in einem anderen Beitrag:
    “Wer nicht weiss wie gute, echte Brötchen schmecken, kann auch keine solchen herstellen”.

    Und wie sich zeigt, gilt dies mittlerweile für alle Lebensbereiche.

    BMB

  2. Wo kämen wir den da hin, wenn jeder Verbraucher wüsste, was er zu sich nimmt und wer es angebaut hat? Und feststellt, dass Lebensmittel sogar nach etwas schmecken können?

    Transparenz ist Teufelszeug für die Industrie. Für die Lebensmittelindustrie allemal. Verbraucherinteressen sind in dem ach so tollen Europa völlig ohne Belang, Stichwort Ampel-Kennzeichnung von kalorienverseuchtem übersüßtem Dreckszeug. Wer heute zu gesund isst, fällt morgen als Dauerkunde der Medzinversorgungs- und Pharamaindustrie weg.

    Eines Tages in nicht allzu weiter Ferne werden sie Soylent Green zulassen ohne besondere Kennzeichnungspflicht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_2022%E2%80%A6_die_%C3%BCberleben_wollen

    Guten Appetit.

  3. Die EU-Aliens sind bereits alle genmanipuliert – und vielleicht ist das deshalb so, weil sie alle beim Scheißen vom Blitz getroffen wurden.

    Privattheorie

  4. Du sprichst mir aus der Seele. Nur, ich habs aufgegeben, nach dem ich seit Jahren Bioprodukte gekauft habe und inzwischen mehrfach aufgedeckt wurde, dass da auch nicht alles “Bio” ist. Wir sind halt Beutiere, in einem hunderte Milliarden schweren Markt, die aus Selbsterhaltungstrieb jeden Tag gezwungen sind, in die Fallen zu tappen, die uns Konzerne wie Monsanto und korrupte Politiker aufbauen. Friss oder stirb.

    Kaum zu glauben, dass bei Euch in Bad Homburg so ein wunderschönes Gehöft vor sich hingammelt. So was müsste doch die von Dir so genannten Haifische in Scharen anziehen, um dort idyllische Wohnungen und Ateliers für betuchte Frankfurter zu bauen.

    Gekl…. Pfirsiche und ein hübsches Silberschälchen… Alessi, stimmts? Bist Du jetzt von Torte auf Obst umgestiegen?

    Bärbel

  5. Es macht doch keinen Sinn, auf die Politiker in Brüssel zu schimpfen und dann hier bei Lidl, Penny & Co. nach der billigsten Butter zu suchen und dann die Semmeln für 30 Cent /10 Stück auch noch in den Korb zu legen. Der einzige Weg etwas zu ändern ist der, regional zu kaufen, auf die Herkunft zu achten und die Großkonzerne mit Verachtung zu strafen. Kostet Geld, Energie und Zeit!
    Geschmack kann geschult werden. Wer nur künstliches isst, wird natürliches als ungeniessbar empfinden. “Geschmack” – “Zubereitung von Essen” gehört auf den Stundenplan. Oder mindestens ein gesundes und vernünftiges Frühstück für JEDEN. Fragt doch einmal eure Kinder, welcher Schulfreund gefrüstückt hat oder ein selbstgemachtes Pausenbrot dabei hat!
    Hier im Kindergarten gab es einen Riesenaufstand als den Kindern “verboten” wurde Kindermilchschnitte, Schokolade, Cola und Fanta oder andere Süssigkeiten mitzubringen.

    Ändert euer Einkaufsverhalten und es ändert sich was (vielleicht?).

  6. “Hier im Kindergarten gab es einen Riesenaufstand als den Kindern “verboten” wurde Kindermilchschnitte, Schokolade, Cola und Fanta oder andere Süssigkeiten mitzubringen.”

    Thomas,
    genau dafür war ja die Ampelkennzeichnung vorgesehen, der von der Werbung eingenölten blind vertrauenden und es sich einfach machenden Mutter vor Augen zu führen, dass sie mit dem ganzen Mist im Schulranzen nur kleine später an Stoffwechselkrankheiten leidende Fettleiber züchtet.

    “Der einzige Weg etwas zu ändern ist der, regional zu kaufen, auf die Herkunft zu achten und die Großkonzerne mit Verachtung zu strafen. Kostet Geld, Energie und Zeit!”

    …und ist für Großstädter, die auf Nahversorgungsgeschäfte nun mal angewiesen sind, realistisch betrachtet unmöglich.

    Meine Meinung: So wie für Zigaretten, gehört die TV-Werbung für die ganzen Foodporn-Produkte verboten und die Produkte müssten die gleichen Risikohinweise auf der Packung tragen, wie die Glimmstengel.

    Schon gelesen?
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,707283,00.html

  7. Und Michelangelos David, nach dem er 1 Jahr lang den Ernährungstips von Heidi Klump gefolgt war…

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    :-)

  8. “Hier im Kindergarten gab es einen Riesenaufstand als den Kindern “verboten” wurde Kindermilchschnitte, Schokolade, Cola und Fanta oder andere Süssigkeiten mitzubringen.”

    Ist nicht in Artikel 2 des Grundgesetzes das Recht auf körperliche Unversehrtheit garantiert?

    Vielleicht sollte man mal gegen eine solche Mutter ein Exempel statuieren und Strafanzeige wegen versuchter Körperverletzung stellen.

    Ich bin als betroffener Vater eines lebensmittelerkrankten Sprößlings (dem es nach 8-monatiger Behandlung inzwischen wieder gut geht) wegen diesem Thema auch ziemlich auf der Palme

    Matthias

  9. “Vielleicht muss mein Vater für seine selbstgezüchteten Tomaten demnächst noch Patentgebühren an eine israelische Firma bezahlen?”

    Genau da liegt der Hund begraben.

    Es nützt mir gar nichts, wenn ich auf einen Bauernhof meines Vertrauens fahre und dort mein Getreide, Kartoffeln und Gemüse einkaufe.

    Der Bauer meines Vertrauensdarf selbst kein Saatgut erzeugen. Er ist verpflichtet sein Saatgut bei einem der drei bis vier Monopolsaatguthändler einzukaufen.
    Und diese widerum erhalten das Saatgut von ein bis zwei Monopolsaatgutherstellern.
    Letztere bestimmen, welche Sorte in Deutschland ausgebracht werden darf und welche nicht.

    Noch irgendwelche Fragen?

    Übrigens, auch Selbstanbauen schützt nicht vor diesen Saatgutmonopolisten. Alles, was man heute beim Gärtner kauft, stammt irgendwie aus dieser Saatgutecke.

    BMB

  10. Richtig, Großstädter haben Probleme sich regional zu versorgen. Auch die Geschichte mit den den Lebensmittelpatenten und den genveränderten ist eine Schweinerei.

    Was mir zu denken gibt:

    ein Milchbauer kauft bei ALDI Obst, Gemüse und Getreideprodukte. Auf die Frage, warum er nicht andere Bauern direkt unterstützt antwortet der nur: “warum, Milch, Butter und Käse kaufe ich doch nicht hier”.
    Jeder ist sich selbst der Nächste, fällt mir da nur ein.

    Was aber vollkommen richtig, ist absolut identische Produkte beim Discounter zu kaufen.

    Genauso wie wir eine Interssensvertretung der essenden Menschen und eine Verbraucherministerin für diese und nicht für die Lebensmittelindustrie benötigen. Wir sind Nettoszahler der EU und dürfen oftmals nicht einmal national Entscheidungen durchsetzen.

    Wir kämpfen nicht mehr gegen Windmühlen sonder gegen Befürworter des Essmülls.

    Grüße
    Thomas

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