Sprit satt bei Kilometer 2,3

einfach toll, bei mir um die Ecke, dort, wo ich gestern Abend noch mein in dieser Woche witterungsbedingt etwas vernachlässigtes, abendliches  Bewegungspensum gegen beschleunigten, kegelförmigen Körperwuchs (auf unmissverständlichen Rat der Copilotin) absolvierte. 

Ich habe mich schon früher aus den Diskussionen rausgehalten. Aber da stand bei Kilometer 2,3 dieses Schild am Wegrand. Eigentlich war das Thema durch und ich dachte, es hätte jeder verstanden: Biodiesel aus nachwachsenden Rohstoffen entlastet die CO2 – Bilanz so gut wie gar nicht (und u.U. belastet diese sogar) und ist am Ende nur eine versteckte Subvention für die Bauern, wie bei mir um die Ecke, die bei Kilometer 2,3 dieses Schild aufgestellt haben, und damit diese, jeder davon grade so wie er es braucht bzw. was sie in ihrer Region bevorzugt anbauen, wieder Geld verdienen können, das sie sonst nicht verdienen könnten. 

Mir war schon seit einiger Zeit klar, dass die ganze Biodiesel- und Bioethanolförderei nur ein Schwindel und versteckte Agrarsubvention ist. Das ist aber nichts Neues. Aber dass die Bürokraten in der EU wohl deshalb hingehen und  Studien zur angeblichen CO2-Einsparung sogar fälschen und ungewünschte Passagen streichen, finde ich dann schon Hardcore pur.

 

Bio-Ethanol Bio-Diesel Bad Homburg Gonzenheim Korwisi..

5 Gedanken zu “Sprit satt bei Kilometer 2,3

  1. 65 Tonnen pro Hektar ist ungefähr der doppelte Ertrag an Zuckerrüben dessen, was ein Bauer noch vor 20 Jahren schaffte. Stichwort: Pestizide. Gut gemeinter (nachbarschaftlicher) Rat: Insbesondere bei heißem Wetter und ausgetrockneten, staubigen Böden, solltest Du bei Kilometer 2,3 nur noch mit Atemschutzmaske vorbeilaufen.

  2. Detlef,
    kennst Du “Global 2000 – die Grenzen des Wachstums”, schlappe 1300 Seiten, kam 1983 raus, der Bericht der Nachfolgeorganisation des “Club of Rome”? Wenn nicht, ein echter Lesetip (gebraucht bei Amazon zum Preis eines Stück Torte zu kriegen).
    Mit wissenschaftlicher Genauigkeit wurde hochgerechnet, wann auf der Erde die Lichter für die Menschheit ausgehen würden. Oh weiha, das sah schon damals nicht nach Nachwuchs aus. Ein Glück, daß es genetisch veränderte Pflanzen und effektivere Pestizide gibt und ein Glück, daß man noch mehr Öl verbrennen kann, bevor einem die Luft ausgeht.
    M.F.

  3. Bei uns im Breisgau ist es der Mais, der die Welt vor Benzinknappheit und die Bauern vor Altersarmut rettet.

  4. Wie sang Markus zur Blütezeit der Neuen Deutschen Welle? Kost’ der Sprit auch zweimarkzehn. Scheißegal, es wird schon gehn’

    Mittelrweile sind wir, in DM umgerechnet, bei fast 2,80 DM. Und oh Wunder, es geht noch. Obwohl sich der Kraftstoffpreis in den letzten 20 Jahren sich mehr als verdoppelt hat, hat sich beim Verbrauch nicht wirklich etwas getan. Eigentlicher Minderverbrauch der Motoren wird durch 2- und 3-fache Mehrleistung und unnützen Elektroballast eskomptiert, 8 – 10 Liter/100km sind immer noch “normal”.

    Meine Prognose für die nächsten 20 Jahre: Kost der Sprit auch zweieurozehn. Scheißegal, es wird schon gehn’.

    Friedrich H.

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