Der “Benzin – Tucholsky” hupt nicht mehr

“Wir kaufen Marken, Logos, Labels, Legenden und Lügen, vom Turnschuh bis zum Auto. Denn wir sind erfolgreicher manipuliert worden als der Elefant, der im Zirkus Handstand macht” {Fritz B. Busch].

“Damals fuhr man einen Goethe”. Ich weiß noch, als ich diesen Artikel von Fritz B. Busch vor ein paar Jahren las, recherchierte ich nächtelang im Internet um mehr herauszufinden, wer, wann, wo jemals einen solches “Vierzylinder” gebaut hatte?

Seine Reportagen von Automobilausstellungen in Frankfurt in den 60er Jahren, wo er damals als noch junger, dunkelhaariger Reporter für den Hessischen Rundfunk die Hallen ablief und die täglichen Fernsehreportagen über an Frankofortitis Erkrankte und die neuen Automodelle  moderierte, ich habe mir vor Jahren einige davon vom HR auf Video kopieren lassen. Ich habe halt auch eine Meise, so wie Fritz B. Busch es vor  langem einmal umschrieb,  so einmalig, wie nur Einer, er, schreiben konnte.

Kaum zu glauben, aber Fritz B. Busch, der Mann, dessen Blut shon bei der Geburt nach Benzin roch”, lebt nicht mehr.


 

Fritz B. Busch. Motor-Klassik Auto Motor Sport

5 Gedanken zu “Der “Benzin – Tucholsky” hupt nicht mehr

  1. Hier ist auch ein bemerkenswerter alter Beitrag von ihm.

    “Handeln, denken, fühlen wie damals, als wir und die Dinge, mit denen wir umgingen, noch nicht durchgeknallt waren. Das könnte ein heilsamer Prozess sein.”

    http://www.kadett-a.de/grusswort.htm

    Wenn ich mir den ganzen Mirbach-Rummel durchlese und wer sich alles heute in der Oldtimerszene für wichtig hält, mitredet, von Oldtimer-Interessenvertretern bis hin zu Automobilclubs, und im Grunde nur eins will, unser Geld, wahre Worte.

    “Der Gute ist weg”. Treffender, wie es Detlef gestern für einen alten Freund schrieb, hätte man es auch für Fritz B. Busch nicht schreiben können. Echte Motorjournalisten wie ihn, gibt es, wenn ich mir heute die ganzen Blättchen durchlese, wohl endgültig nicht mehr.

  2. Zumindest hat dieser Mann ein wirklich rundum erfülltes Leben gehabt. Nicht so, wie vieler seiner heutigen Nachkömmlinge.

    Das eigens erfundene Wörtchen ‘Qualitätsjournalismus’ verdeckt heute genial die Lage für Journalisten. Nur ein Beispiel: “Focus” “Die Auflage sinkt rapide, das Anzeigengeschäft ist als ein solches kaum noch zu bezeichnen. … 280 der 320 Mitarbeiter haben ein Abfindungsangebot erhalten: Bis zu 70 Stellen müssen gestrichen werden”.

    http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,704018-4,00.html

    Wo soll bei anzeigenabhängigen Medien und hintendran Jounalisten, denn noch echter reiner Qualitäts – Motorjounalismus herkommen?

  3. Ich habe mit Sicherheit alle Bücher von ihm im Regal stehen und jedes mind. 1mal gelesen. Wenn einer der “schrieb” Benzin im Blut hatte, war es Fritz B Busch. Leider schaffe ich es seit Jahren nicht, mal in sein Automuseum zu kommen.

    Reiner L.

  4. @ Kuli,

    Focus … an anderer Stelle haben die Burda-Jungs schon den Stecker gezogen. Ein Jahr nach dem Ableben des Deutschen Gesundheitsfernsehens (DGF) stirbt auch der Burda-Sender “Focus Gesundheit”. Focus Gesundheit war fünf Jahre auf Sendung. Da ich selber ein halber Quacksalber bin, war ich regelmäßiger Glotzer. Anfang des Jahres wollte Burda noch die Marke im Internet weiter ausbauen und eine alternative Verbreitungsstrategie anstreben.

    http://meedia.de/nc/details-topstory/article/focus-gesundheit-wird-endgltig-eingestellt_100029533.html

    Der Medienbranche scheint’s echt schlecht zu gehen. Nur, jetzt verstärkt auf Billig-Löhner zu setzen, wird negativen Einfluß auf die Qualität haben und die Branche noch weiter nach unten ziehen.

    P.S: Ja, echt schade das mit F.B.Busch. Vor allem, weil ich nicht einen einzigen Motorjournalisten kenne, der in seine Fußstapfen treten könnte.

  5. Ein sehr schöner Beitrag den er da in der Motor-Revue geschrieben hatte. Besoonders das Foto, wo er wohl in der Werkstatt vor seinem Auto schläft.

    Ich gebs zu. Ich habe auch schon gelegentlich in der Werkstatt gedöst, wenn’s mal extrem spät wurde. Meine bessere Hälfte hat aber noch nie von einer Meise gesprochen, immer nur davon, ich hätte ein Rad ab.

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