Die charakterlose Sau in mir

Ja ich weiß. Ich bin manchmal ein unverbesserlicher Auf-beiden-Seiten-Steher. Ein Meinungsschuft. Nicht ganz. Auch unverbesserlicher Träumer. Männer und Kinder sind diejenigen, die am meisten schauen, staunen und sich nicht losreissen dürfen.

Ich schätze mal, Tom Witzel, über den schon manches geschrieben stand, fährt sehr, sehr grosse Runden rund um Balduinstein, so wie gestern mit uns, wenn er an einem seiner Autos was geschraubt hat und etwas ausprobiert. An Leuten vorbei, die der CO-Wert eines 6,8 Liter – über 300 PS Motors ausnahmsweise nicht weiter stört, wenn er da mal vor einem  Eiscafes stehenbleibt und der Motor brubbelt weiter.

Ich gebs zu, gestern war ich nicht so gut drauf. Irgend wie hätte ich mehr machen können aus diesen abgedeckten Strassenkreuzern, die mich an den morbiden Charme alter italienischer Villen am Lago Maggiore und die verlassenen Wohnungen darin erinnerten, wo deren Besitzer die feinen Möbel in den Salons während ihrer Abwesenheit, ebenfalls abgedeckt hatten. Die Fotos sind deshalb nicht so optimal. Lag vielleicht auch daran, dass die 1.500-Kilometer-Marke mit jeder Fahrt wie gestern, so langsam näher und näher rückt. Was für ein Glück, dass Ihr Tom’s Strassenkreuzer hier noch mal viel besser sehen könnt. 

Und hier findet Ihr noch ein paar interessante Cadillac – Links.

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Update 27.08.2010…

Und hier hat ein Amerikaner all die schönen Prospekte der Strassenkreuzer zusammengestellt.

 

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2006 war ich schon mal bei Tom. Hier sind einige der Fotos von damals

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12 Gedanken zu “Die charakterlose Sau in mir

  1. Diese riesigen Amischlitten gehören für mich zu den bitteren Pillen jeder Oldtimer-Tour oder Treffen. Irgend wie Fremdkörper. Nur meine Meinung.

    Hans

  2. Bei uns fuhren halt in den 80ern bevorzugt Hartgeld-Loddels und ambulante Teppichhändler aus Südosteuropa diese Rieseneimer aus den 70ern, meistens mit Wohnagen hinten dran. Ich muß immer sofort dran denken, wenn ich heute einen sehe. Irgend wie hat “Meyerhans” nicht unrecht.

  3. Der Moent der Abrechnung kommt für Ami – Oldtimerbesitzer an der Tankstelle. Wie viel diese Monster auch heute noch saufen, weiss ich aus gelegentlichen Ausfahrten mit einem Freund, der eine 59er Corvette hatte und mit anderem Gefährt: Ein alter Audi Quattro genehmigte sich schnell mal 25 Liter auf 100 Kilometer, etwa 20 Liter braucht auch der neue SLK 350 im Stadtverkehr (egal was die den Interessenten blau vom Himmel lügen). Noch etwas mehr braucht eine Bekannte, die schon mal satte 35 Liter durch den Auspuff des väterlichen De Tomaso Mangusta gejagt hat. Ganz übel in dieser Hinsicht soll übrigens auch der neue Alpha Spider sein, wo durch zu viel Elektroschnickschnack zu viel Gewicht mit zu durstigem Motor zusammen kommen.

    Schön anzusehen, mehr auch nicht.

    Michael (bei mir schüttet es moentan gigantisch ab)

  4. Was für ein Genuss. Da motzen die Jungs ihre ollen Benze für tausende Euro auf und wenns dann mal an die Tanke geht, haben sie einen Igel in der Tasche. Tja, als “Auf-beiden-Seiten-Steher” muss man auch die Kohle für zwei Seiten haben.

  5. Ich mag diese monströsen Teile nicht, einfach zu albern amerikanisch schwülstig, ohne klares Design und Formensprache dafür mit vorgegaukeltem Edelinterieur aus billigem Plastik und primitiver Technik gepaart mit gruseliger Verarbeitungsqualität. Mehr Schein als Sein ist wohl das treffende Motto. Hab auch schon Treffen besucht, ein großer Teil der Fahrer und Bezitzer passt allerbestens zu den -teilweis krarrikaturhaft übersteigerten- Autos. Bei den Vorkriegmodellen ist das etwas anders, Nachkrieg fällt mir allenfalls die Split Window Corvette ein. Der Verbrauch ist mir wurscht, mein Jag schluckt auch ordentlich.

    Gerd

  6. Dank eines Lesers habe ich oben in den Beitrag einen Link eingefügt, wo man zu fast allen Fabrikaten und Modellen der letzten Jahrzehnte die alten Prospekte ansehen kann.

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  7. Um ein paar echt geile Fotos zu machen, hats ja gereicht. Leider sind die meisten aus der Szene die diese alten Amis fahren, nicht so ganz nach meinem Geschmäckle. Aber wenn es mich mal wieder an Limburg gen Norden vorbeitreibt werde ich mal versuchen, einen Abstecher zu Tom zu machen.

  8. ja ja, diese Amis. Mehr Schein als sein, wieso gerade diese Subkultur und alle ihre Ergüsse jemals zur ‘bewunderten’ Weltmacht geworden ist, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.
    Trotzdem muss ich wenigstens mal ein Auto von ihnen loben, den Ford Bronco, mit 5.8 Liter V8. Braucht immer 20 Liter auf 100 km/h (Einspritzer), klappert und quietscht überall, ist aber im schweren Gelände, bei Null Pflegeaufwand, unkaputtbar. Hab ich auf ca. 400000 Km, im schwersten Einsatz nicht geschafft, trotz häufigen Hochgebirgseinsatz, Bachdurchquerungen und ständiger Waldarbeit. Da gibt es nichts Vergleichbares und ich habe beschlossen, mit ihm alt zu werden.

  9. Trotz der üblen Nachreden hier: Von den primitiven Amerikanern haben die deutschen Autobauer gelernt, was ein hydraulischer Ventilspielausgleich ist, wie automatische Klimaanlagen funktionieren müssen, was ein Tempomat ist und auch ein Kurvenfahrlicht…
    Das sind nämlich alles Erfindungen der 50iger und 60iger Jahre, zuerst verbaut in Cadillac’s und Lincolns. Und zum Thema Design: Nahezu alle europäischen Designer haben sich immer wieder von amerikanischem Automobildesign inspirieren lassen…selbst Mercedes-Benz, die bei ihrer S-Klasse 1959 Heckflossen einführten und sie verleugnen wollten, in dem sie sie “Peilstege” nannten.
    Leider gibt es in Europa eine Vielzahl von “Liebhabern”, die das Image der Marke Cadillac eher beschädigen, in dem sie aus eleganten Fahrzeugen Lowrider machen, Auspufftöpfe weglassen, Cowboyhüte tragen und laute Elvis-Musik aus offenen Fenstern dröhnen lassen…was für Proleten und Vollidioten…

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