GeDOX’ter Oldtimer-Fond I: Classic Cars Fond Nr. 1 KG

Wäre ich Nichtraucher, bräuchte ich jetzt eine Zigarette. Ich habe dieser Tage einen Prospekt für einen Oldtimer “Classic Cars GmbH & Co. Fonds Nr. 1 KG”  bekommen, “Private Placement”, von einer Münchener Firma die ich von früher her kenne, also gut, ein  Kapitalanlage – Angebot, bei dem ich vor einem Jahr aus der Pistole geschossen  gesagt hätte: Finger weg, die Leute haben nur begrenzt bis gar keine Ahnung von dem, was sie da anbieten wollen. Ihre früheren Erfolge bei Film-, Medien- und Video-Game-Fonds sind keine Garantie, dass sie in diesem speziellen Marktsegment etwas erreichen.

Das geplante Plazierungsvolumen ist nicht grade von Pappe, stramme 23 Millionen Eigenkapital, Mindestbeteiligung 250.000 Euro. Und… als hätte ich es nicht geahnt, der Initiator, selbst begeisterter Oldtimer-Liebhaber,  baut seine ganzen sehr optimistischen Prognosen doch tatsächlich auf dem DOX – Oldtimer – Index auf, an dessen Systematik und Ergebnissen ich bekanntermaßen  größte Zweifel habe. *

Dass der Initiator bei seinem ersten Fond nicht als Gesellschafter mit einer Mindesteinlage im Boot sitzt, na ja, darüber könnte man grübeln, das die späteren Anleger / Kommanditisten ein begrenztes Nutzungsrecht erhalten, mit den alten Boliden mal ihre Runden drehen zu dürfen, halte ich unter Gesichtspunkten des Werterhaltes und zwangsläufig höherer Aufwendungen dafür, für nicht zu Ende gedacht. Man spricht von “ca. 30″ Oldtimern, auf die man sich quasi festgelegt hat und die gekauft werden sollen, und gleichzeitig räumt man ein, dass der “Kauf” bestimmter Autos im einen oder anderen Falle am Ende doch nicht klappen und man auf Alternativangebote ausweichen könne… oder auch nicht,  erinnert mich ein wenig an ein “Blind – Pool” – Konzept.

Was ich nun aber gar nicht kapiere, warum alle Oldtimer bei zwei Händlern erworben werden sollen, wobei einem davon der Ruf für Hochpreisigkeit  vorauseilt? Auf grund der etwas älteren Fotos der zum Kauf ausgewählten und im Prospekt abgebildeten Oldtimer, erkennbar wohl größtenteils Oldtimer, die bis Anfang Mai noch auf der Webseite eines derzeit  auf Staatskosten frühstückenden Chiemgauer Oldtimer-Händler’s zu bestaunen waren (?), an dessen früheren Expertisen, wenn ich mal an die Geschichte mit dem angeblichen angeblichen Lotus – BMW denke, hier schon mehr als Zweifel geäußert wurden. 

Im Einkauf liegt bekanntlich der spätere (Vorab-) Gewinn und wohl branchen-übliche 15 – 30% Händlermarge bzw. Vermittlungsprovisionen, müssen erst mal wertzuwachsmäßig wieder reinverdient werden. Deshalb sehe  ich auch nicht, wie sie die prognostizierten Renditen – 12,2% p.a. vor Steuern – halbwegs erwirtschaften wollen?  

“Georg Fritz und Jürgen Meister haben eigenen Angaben zufolge den ersten geschlossenen Oldtimer Fonds Deutschlands unter dem Namen “Classic Cars” als Private Placement aufgelegt, der in 30 alte Fahrzeuge investieren will. Der Anleger müsse mindestens 250 000 Euro zeichnen. Insgesamt sollen so über 20 Millionen Euro eingesammelt werden´…”

steht hier in der FAZ. Stimmt nicht ganz, 2006 hatte es der Horrorfilmer Boll schon mal mit seinem “Life Stile Oldtimer-Fonds” probiert zu verticken… Anleger seiner unzähligen Film – Fonds rennen bis heute ihrem Geld hinterher. Und dann gab’s ja auch noch den Autosalon Singen, der Ende der 90er mit seiner Autosalon Singen ASS Investoren KG märchenhafte 8 % p. a. Verzinsung  garantierte (!), zuzüglich durchschnittliche 5 % p.a. Sonderbonus.     

Dem Angebot fehlen aus meiner Sicht ganz oder teilweise, wichtige Angaben zwecks Erfüllung gesetzlicher Prospektangaben, „das läge daran, dass es sich um ein Private Placement handele“, da sage ich mal vorerst nichts dazu. Einiges in den Beschreibungen und Prognosen ist widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und einiges nicht zu Ende gedacht, kurzum, das Angebot ist nicht direkt erkennbar unseriös, aber nicht ausgereift und nicht gut genug durchdacht. Es eignet sich bestenfalls als Beigabe in bestimmten hochspekulativ strukturierten Portfolios, die auf eine zukünftige sehr hohe Nachfrage nach hochpreisigen Pre-War-Oltimern, bei knappem Angebot und deutlichen zweistelligen Preissteigerungen setzen und mit einem bestimmten Schwerpunkt eine Art Klumpenrisiko haben.

 Jetzt bitte nicht wundern, wen ich hier grade fürchterlich schmunzele, ohne das vielleicht angemessene Bedauern, wenn es grade für andere  Kapitalanleger mal wieder schlimm wird, nur weil anderswo alte Hunde ewig leben wollen und  Jo-Ackermann’s blind vertrauenden Geldanlegern nicht nur die Rendite versauen.

 

*  vor allem seit heute, wo mir als Antwort auf meine schriftliche Anfrage, ein Schreiben des VDA auf den Tisch flatterte, mit einigen Erklärungsversuchen zum Thema Oldtimer-Index, etc., aber dazu demnächst mal mehr.

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39 Gedanken zu “GeDOX’ter Oldtimer-Fond I: Classic Cars Fond Nr. 1 KG

  1. Aha, geschlossener Fond. Wenns nix mit der Rendite wird, ist schon mal durch die Nachschusspflicht die Hallenmiete gesichert :-)

  2. In der blumigen Beschreibung der Fond Initiatoren steht: “Sachverständigengutachten für jedes Fahrzeug”

    Erst vor ein paar Tagen wurde unter “Oldtimer-Wertgutachten Makulatur” der Wortlaut eines Gerichtsurteils veröffentlicht: “Auch vom beklagten Gutachter stehe dem Kläger kein Schadensersatz zu: Zum einen wurde das Gutachten aufgrund einer Wertbestimmung erstellt, und nicht zum Zweck einer verbindlichen Zustandsbeschreibung”.

    Ín so einen Fond gehört ein ausgewiesener Experte ins Management, der A eine belastbare Expertise über die zum Kauf ausgewählten Autos erstellen kann und B über den Überblick verfügt, welche betreffenden Autos wo und von wem angeboten werden.

    Wenn es sich tatsächlich teilweise um Autos besagten geschlossenen Oldtimerhändlers handelt wundert mich nur, warum die Verkäufer der Autos in der Zwischenzeit keine anderen Verkaufsmöglichkeiten genutzt haben? Weil ihnen zu Mirbachs Zeiten schon “abgehobene” Verkaufspreise versprochen wurden, Werthaltigkeit gutachterlich bestätigt (siehe oben), die auf dem freien Markt niemals erzielbar wären?

    Klasse Beitrag.

  3. Es werde sich schon genug Dumme finden, die sich beteiligen.

    Wie sagt man so schön?

    “Die Mutter der Dummen ist immer schwanger”

    Mal wieder ein Klasse Thema. Danke

    BMB

  4. 5 Jahre Laufzeit. Da spiel ich lieber Online-Poker, da dauerts a, nicht so lange bis die ganze Kohle verzockt ist und b, weil alles virtuell abläuft, ärgere ich mich nicht über bestimmte Leute die sich mein Geld in die Taschen gesteckt haben.

    Nach der ganzen Dox-PR war das doch nur noch eine Frage, wer als erster mit einem Oldtimer-Fond auf den Markt kommt?

  5. War nicht der letzte Geschäftsführer von Mirbach Herr Dietrich Groß vorher lange Jahre beim Autosalon Singen? Würde mich nicht wundern, wenn das Konzept mit der ASS Investoren KG hier Pate stand. Gar nicht so dumm, damit einige frühere eventuelle Ladenhüter, weil vielleicht zu teuer oder kaum nachgefragt, an 92 Kommanditisten zu ‘verkaufen’.

    Wobei der Index-Fonds – Wetten auf das Ableben – der Deutschen Bank wohl das wiederlichste ist, was ich in den letzten Jahren über diese charakterlosen, gierigen Pigs gelesen habe. Die Anleger, die dort ihre 200 Mios investiert haben, sollen ruhig ihre Kohle verlieren, bis auf den letzten Cent.

  6. Wenn ich das hier lese

    “Man spricht von “ca. 30″ Oldtimern, auf die man sich quasi festgelegt hat und die gekauft werden sollen, und gleichzeitig räumt man ein, dass der “Kauf” bestimmter Autos im einen oder anderen Falle am Ende doch nicht klappen und man auf Alternativangebote ausweichen könne… oder auch nicht,”

    zeigt das, hier wird äusserst unprofessionell vorgegangen. Möglichst noch mit Bildchen der Autos im Prospekt, die man dann wenn das Kommanditkapital eingezahlt ist, kaufen will. Oldtimer zu Preisen am untersten Level realistischer Marktpreise einzukaufen dürfte kaum mehr möglich sein, wenn die Verkäufer und Vermittler / Händler schon vorher in die Karten der Äufer / Investoren blicken konnten.

    Trotzdem bin ich mal gespannt, denn wenn der Fond schnell plaziert wird, werden die Nachahmer schnell kommen.

  7. Endlich mal was anderes als immer nur Immobilienfonds, die man dann nicht mehr kapitalisieren kann, Lehmann-Zertifikate, Gold und Griechische Staatsanleihen.

  8. Solche besonderen Formen von Kapitalanlagen werden doch sowieso nur von Leuten gezeichnet, die bei so was den gewissen Kick brauchen. Den Schuss Prickelndes in ihr Portfolio. Den meisten ist schon beim Unterschreiben des Zeichnungsscheins klar, dass es nie so kommt, wie im Prospekt versprochen. Unvorhergesehenes im Markt und und später Adrenalinstöße produzioerendes Anwaltsgetöse bei Gesellschafterversammlungen gehören mit zu dem ultimativen Kick.

    250.000 … den Kick können sich Kleinsparer und Rentner ohnehin nicht leisten.

  9. Man vergisst die Selbstdartellung. Die Fahrzeuge sollen ja gefahren werden dürfen. Damit gibts ein Protfolio an Fahrzeugen, die die Trefferwahrscheinlichkeit zur Zulassung bei der Mille erheblich steigern dürfte. Was ist aber, wenn alle Zeichner ins gemeldete Auto wollen ?
    Hi, hi, – da wär ich gern Mäuschen

  10. Sollte sich das Bundesfinanzministerium mit seiner Idee durchsetzen, den Vertrieb geschlossener Fonds dem KWG zu unterwerfen, wird deren Vermittlung künftig ohnehin nur noch durch Banken oder ‘gebundene Agenten’ sogenannter Haftungsdächer mit Zulassung nach dem KWG möglich sein. Eine solche KWG-Zulassung wirft hohe bürokratischen Hürden und Kosten auf. Experten schätzen, daß bei einem Jahresbruttoprovisionserlös von 100.000 € Kosten in Höhe von ca. 30.000 € für die Beantragung der Zulassung und die damit verbundenen Pflichten, sowie in der Folge durch die hohe Bürokratie weitere Kosten in Höhe von mindestens 31.000 € jährlich entstehen.

    Ohne das Oldtimer-Fonds-Angebot qualifizieren zu wollen, aber dann wäre mal ziemlich Schluss mit manchen dubiosen und mit der heißen Nadel gestrickten Kapitalanlageangeboten.

  11. Was ich noch immer nicht verstehe: Wo genau soll für die Anleger denn die “fette Rendite” liegen (ohne die so ein Angebot ja keinen Sinn macht)? Offenbar sollen für das eingesammelte Kapital Fahrzeuge gekauft werden, deren Preise bereits am oberen Ende der “price-range” liegen und faktisch nicht verkäuflich waren. Kann man da wirklich auf weitere Preissteigerungen spekulieren, die ja irgendwann einmal realisiert werden müssten?

    Wenn für dieses Geld die automobilen Archivbestände des ehemaligen Schlumpf-Museums im elsässischen Muhouse angekauft und hinterher einzeln und lukrativ verwertet werden sollten, könnte ich das ja verstehen. Aber in der beschriebenen Version mit überteuerten und real bereits unverkäuflichen Fahrzeugen taugt das Investment vermutlich nur für Leute von der Sorte “Gier frisst Hirn”…

  12. Mit 30 Autos im Schnitt für rd. 750000 € pro Stück bewegt sich der Fond im oberen Preissegment. Autos dieser Kategorie werden, wenn sie halten, was sie versprechen, heute größtenteils über internationale Auktionen angeboten und stehen sich nicht bei Händlern die Reifen platt. Es sei denn, sie sind überteuert und halten bei Auktionen den kritischen Blicken fachkundigen Publikums nicht stand.

    Aber auf der Oldtimerindexwelle scheinen auch noch andere mitschwimmen zu wollen:

    http://www.suedwestbank.de/SUEDWESTBANK_intern/Pressemitteilungen/SUEDWESTBANK_Oldtimerindex_OTX.pdf

    Zumindest Totalverluste sind wahrscheinlich auszuschließen. Wenn wie bei Ferrari die Hype mal zusammenklappt und sich die Preise halbieren, ist wenigstens noch ein bißchen was da.

  13. Das ist doch super, Jungs. Jetzt können wir unsere Garagen füllen und dies der Familie als vernünftig angelegtes Geld für die sichere Zukunft unserer Liebsten verklickern. I´m a woman: let´s go shopping!

  14. Bin ganz erstaunt, dass es Oldtimerfonds schonmal gegeben hat – was weiß man denn über die Wertentwicklung dieser Papiere? Ansonsten: Jeder, der sich drauf verlässt, dass nach Abzug von Händlerprovisionen, Transaktionskosten, Lagerkosten, Vergütung fürs Fonds-Management inklusive Reisen zu allen wichtigen Autoauktionen von Pebble Beach bis Fragmichnicht, Wartung für die Autos (kostet ja wohl auch mehr als die Inspektion vom Golf II) etc noch etwas für die Rendite übrig bleibt, ist selbst schuld.

  15. Habe den Plan jetzt auch vor mir.
    Kapitalbeschaffungskosten (5%), 1.365.000 Euros. Und nochmal 273 t€ für die Idee (“Konzeption”).

    Großartig.

    Detlef,
    ich hoffe du partizipierst mit deiner Schleichwerbung hier auch in angemessenem Umfang daran.

    Ich wünsche den Initiatoren dass genügend aufstehen und die Chance erkennen, mit schönen alten Autos innerhalb von 5 Jahren aus 25 mio € 50 mio € zu machen.

  16. Sehr guter Artikel. Hut ab davor, dass hier nicht aus der Anonymität heraus geschossen wird, dass Ross und Reiter benannt und zumindest teilweise die Bedenken auch sachlich begründet werden.

    Ich verfolge das Thema seit dem verschiedene Pressemeldungen von geplanten Oldtimerfonds schrieben. Hier ein Beispiel von 2006

    http://www.handelsblatt.com/technologie/technik/alte-autos-machen-liebhaber-und-spekulanten-reich;1061010

    Ich habe mir über Umwege jetzt auch mal den Prospekt obiger Anbieterin beschafft. Würden hier nicht Fond-Profis dahinter stehen, würde ich das Angebot als etwas naiv und schnellgestrickt bezeichnen. So aber sehe ich hier ein Verkaufsvehikel für auf dem normalen Markt sich nicht abverkaufende Oldtimer zweier bevorzugter Händler. Abgesehen davon, halte ich, wie bereits Herr W aus M feststellte, nach Abzug der prospektierten laufenden Kosten, 100% erforderlichen Wertzuwachs in 5 Jahren zwecks Erreichung des Renditeziels, für absolut unrealistisch.

  17. Detlef,
    wie man sieht, gibts da draussen eine Menge Jungs die glauben, sie hätten in der Oldtimerei mehr auf dem Kasten als 98% des ganzen Rests. Ein super Beitrag!!!
    Ich finde, die werden hier zu recht von Dir filetiert. Deshalb habe ich auch hier rein kommentiert. Ich schätze mal, seit gestern Abend werden eine Menge Leute auf Deinen angekündigten Beitrag luren.

  18. Gestern Abend bin ich den Fondsprospekt mal überflogen. Es ist schon merkwürdig, wenn man das ursprüngliche Ziel von 23 Millionen Eigenkapital fast halbiert und die ursprüngliche Mindestbeteiligung von 250000 € auf 10000 € runtergeschraubt. Die Jungs aus Grünwald scheinen ihren eigenen Aussagen und Prognosen über den Markt von letztem Jahr, selbst nicht mehr ganz zu trauen.
    Die wirklich läppische Mindestbeteiligung lässt erahnen, dass jetzt eine Kloppertruppe losgejagt wird, die rund 1400 potentiellen Hausmütterchen- und Väterchen, die wenigstens mal ideell Oldtimerbesitzer werden wollen, zu “aquirieren.”
    Auch ich verharre in Erwartung Deiner Beurteilung.

  19. Clevere Jungs. So eine Zockeroma die von ihren 10.000 € halt 5.000 verloren hat, rennt halt auch nicht so schnell zum Anwalt wie ein 250.000 Euro Anleger. Und Letzterer prüft wahrscheinlich auch genauer, bevor er auf den grünen Knopf drückt und die Kohle auf Reise schickt. Ich hab auf die Schnelle auch schon was in dem neuen Prospekt entdeckt, will aber Detlef nicht vorgreifen.

  20. Bankraub ist nur was für Dilettanten, die Schlauen gründen eine Bank, der Rest findet auch immer noch eine krumme Tour ans Geld der Leute dranzukommen.

    Wie der alte Bertolt Brecht schon sagte: “Angesichts von Hindernissen mag die kürzeste Linie zwischen zwei Punkten die Krumme sein (Bertolt Brecht)

  21. Es kommt heute nicht mehr drauf an, wie seriös oder gut eine solche Anlage gestrickt ist, sondern ob sie im richtigen Moment auf Chance trifft. Und da stehen die Zeichen für die Macher eines Oldtimerfond momentan gut.

    http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/fotostrecke-71067-4.html

    Manager Magazin: “Dass nur gut jeder zehnte Anleger sich nach eigener Einschätzung mit Schmuck oder Münzen auskennt, aber mehr als jeder Fünfte durchaus in diese Sachwerte investieren würde, zeigt, wie irrational die Flucht in Sachwerte häufig verläuft”…

    Heut las ich, dass Hundertausende aus Angst vor Inflation und Altersarmut momentan ihre Lebensversicherungen kündigen und sich auszahlen lassen. Na also, beste Chancen für die Rattenfänger.

  22. Ich habe erst durch den Kommentar bei Phonsi das Motorblöckchen das erste Mal entdeckt. Wie ich lese, ist zu dem ganzen Unsinn von Oldtimerfonds ja fast alles schon gesagt worden. Scheinen ja ein paar echte Brancheninsider hier drunter zu sein.

    Ich investiere lieber in meine Copilotin und zwei gemeinsame, weibliche Nachkommen, damit die es mal leichter haben als die in Zukunft wohl recht geplagte Masse und von dem was übrig bleibt, in den eigenen Oldtimer, eine S-Klasse Baujahr 1971, mit inzwischen 450000 Kilometer Laufleistung.

    Frohe Weihnachten und weiter so.

  23. Kein Wunder. Ein paar Neugierige und/oder Wagemutige gibt’s immer. Ansonsten sind diese Oltimer-Fonds-Modelle soweit sie Kapitalanleger unterhalb von 500.000 Euro ansprechen, ziemlich alle zum Scheitern verurteilt.
    Wenn ich sehe, dass der hier besprochene Fonds anfangs noch eine Mindestbeteiligung von 250.000 Euro vorsah und jetzt schon runter ist auf 10.000 Euro Mindestbeteiligung, kann ich nur lachen.
    Ich habe 15 Jahre lang als Scout für namhafte Händler und Auktionshäuser Autos in Europa und USA aquiriert und kenne den Markt. Kurz und bündig: Geld verdient und gemacht wird von Privatinvestoren nur mit Oldtimern mind. ab 500.000 Euro. Nach oben keine Grenze. Eine der Schweizer S-Banken die auch als Sponsor großer Oldtimerveranstaltungen bekannt ist und eine Genfer Privatbank, bieten seit Jahren Privatkunden Geldanlagen ab 500.000 Sfr an. Hier werden Gelder teilw. gebündelt um damit schnell reagieren sprich kaufen zu können, wenn auf dem weltweiten Markt ein seltener und dazu preisgünstiger Oldie zum Verkauf auftaucht. Viele Autos die bei namhaften Händlern und auf Auktionen auftauchen, sind solche Oldtimer. Und wird so ein Auto dann zu einem spektakulär hohen Preis versteigert, können sich die Privatanleger schon mal über Renditen von 15 – 25% p.a. erfreuen.
    Alles andere, so wie das Fondsangebot hier, ist Glückspielerei.

  24. Wenn ich morgens was interessantes und gut geschriebenes mit ebenso interessanten Kommentaren lesen möchte, ist das Motorblöckchen meine Webadresse. Den Beitrag kannte ich noch nicht. Erstklassig!!!

  25. Flossenkapitän… hihi…

    den Artikel habe ich längst gelesen. Danke für den Hinweis auf den Kommentar von RealSatiriker.

    Mein alter Sinnspruch lautet: “Der Mensch ist das einzigste Säugetier auf Erdn, dem man mehr als einmal das Fell über die Ohren ziehen kann” und ich vermute mal, zugegeben, nicht ohne eine gewisse Schadenfreude zu verspüren, am Sonntag Abend, wenn die Pforten in Essen geschlossen haben, wird die gehäutete Schafherde um einige hundert angewachsen sein.

    Im Gegensatz zu RealSatiriker und von wegen “Haircut” u.s.w., glaube ich nur nicht dran, dass der Mesch durch Schaden klug wird

    Ich schreibe da nächste Woche mal was dazu.

  26. Michael,

    da ich seit Montag die Wahl hatte, mir für round about 150 Euro Gesamtkosten in Essen Autos anzuklotzen, die ich mir ohnehin nicht leisten kann und will und anderrseits ab Frankfurt ab 39,00 Euro mit dem TGF mit 360 kmh in knapp 8 Stunden bis nach Marseille zu düsen, haben die Copilotin und ich uns für letzteres entschlossen. Wir werden es uns im Mai in der Provence und dort dann per Fahrrad unterwegs, mal ein paar Tage richtig gut gehen lassen.

    .

  27. Hi Detlef,

    nur interessehalber…..

    Um welche Zahl haben sich seit gestern die Zugriffe auf Deine Website gesteigert?

  28. Uli,

    bis heute Morgen etwa 2000 mehr als sonst. Zum Glück hängen in den Beiträgen keine Bildergalerien, ansonsten könnte es wie bei dem Vockerode-Beitrag “Achtung Lebensgefahr…” über das Wochenende zu Problemen mit meinem Server kommen, wenn alle die Bildchen herunterladen. Da waren es Montags Morgen ca. 27.000 zusätzliche Besucher.

    .

  29. Moentan versinken ganze Flotten von Frachtschiff Fonds ohne das für die Anleger ein Cent an Strandgut übrigbleibt. Öfters mal was neues.

  30. “Einst war Oldtimer-Liebhaberei ein öliges Hobby, heute ist sie ein riesiges Geschäft. Bei den großen Altauto-Messen Techno Classica und Retro Classics mischen deshalb auch die Autokonzerne mit: Für sie wirkt das Altmetall wie ein Jungbrunnen.”
    http://forum.spiegel.de/f22/boom-der-oldtimer-branche-je-oller-desto-doller-57059-4.html

    Eins muss man Dir lassen. Du hast beizeiten immer den Finger gehoben, gewarnt und viel Kritik eingesteckt. Du siehst, selbst ein Spiegel kommt so langsam drauf, dass die Oldtimerei nicht nur ein Wirtschaftsfaktor geworden ist sondern leider auch ein Tummelplatz für Geschäftemacherei im negativen Sinn.

  31. Es ist doch nur gerecht, denjenigen, die teilweise anderen das letzte Hemd rauben, das Recht einzuräumen, ein paar hunderttausend überflüssiger Euros dort zu investieren, wo sie fast todsicher am Ende weg sind. Ich würde das Vehikel nicht einfach Classic Car Fond nennen, sondern Elpidia Change Asset Securities (altgriech. Hoffnung, Erwartung)

  32. Man merkt diesem Beitrag an, dass der Autor über ein erhebliches Fachwissen von Fonds im Allgemeinen und darin versteckten Fußangeln verfügt.

    Bekanntlich soll die Stiftung Warentest einen TÜV für sogenannte Finanzprodukte entwickeln. Dann haben wir in Zukunft also keine Sorgen mehr. (Witz Ende) Bloß, wie kann das aussehen? Grüne Punkte für “super Finanzprodukt”, gelbe Punkte für “grade noch so” und rote Punkte für “scheiß Finanzprodukt”?

    Die hier vorgestellten Oldtimer Fonds sind auch ohne die SW sie geprüft hat, mindestens gelb-orange.

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