Der Tag geht, La Magica kommt

Heute Abend nicht “Jonny” wie auf dem Bild von Peter Helck, sondern die Nr. 3 des 1989er Brunello La Magica.

Irland ist definitiv pleite. Was soll’s.  Freund Gerd wird jetzt wieder Zuckungen kriegen. Aber was kann ich dafür? Jo Ackermann rief schließlich heute die EU auf, „alles zu tun, um jedes Land in Schwierigkeiten aufzufangen“. Europa sei „jeden Preis wert“. L´Europe, c´est moi, oder wie? Egal, mich würden nur mal die heutigen Handelspositionen der Deutschen Bank in Iren-Bonds interessieren. Die Hütchenspieler werden in den nächsten Tagen jeden Irland – Shit kaufen, bevor Mutti Angelas  Rettungsschirm kommt und die Spreads wieder zusammenlaufen. Da wird sich mancher Bankster in den nächsten paar Tagen ne Extra-Boni-Million dazubetrügen. Simple as that.

Zu der ganzen Thematik Verschuldung  und warum wir immer noch besser dastehen als die ganzen Griechen, Engländer-, Spanier-, Portugiesen- und Iren – Betrüger, ist hier ein gut verständlicher Beitrag von Thomas Strobl.

14 Gedanken zu “Der Tag geht, La Magica kommt

  1. Nur jetzt keine Panik wegen der 130 Milliarden Schulden der Iren bei deutschen Banken (hauptsächlich mal wieder die Hauptverdächtigen HRE und Depfa). Die Chinesen holen uns schon wieder raus. Denen ist es wurscht, ob sie wertlose US-Bonds als Währungsreserve halten oder in die Euroschlacht schicken.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,729632,00.html

    Schlauer als die Amis sind die Chinesen sowieso. Die Amis unterhalten eine teure Armee, dafür sparen sie am Essen (40Millionen Food-Stamps-Bezieher) und die Chinesen machen Ihre Auslandseinsätze per “Onlinebanking” aus. Kostet viel viel weniger, ist effektiver und auf diese Weise gibt es auch noch eine politische Rendite. In diesen zinsertragsschwachen Zeiten eine optimale Anlage.

    Amerika hängt heut schon wie eine Kolonie finanziellen Gängelband der Chinesen, Europa folgt 3-4 Jahre später. Denn die Chinesen haben vor allem eins, was wir nicht haben: Zeit. Die denken und handeln nicht getrieben von politischen Meinungsumfragen und Erreichung von 25 % Eigenkapitalrenditen wie wir.

    Hartmut :-)

  2. Jedenfalls hatte Bundesbank-Präsident Axel Weber vor einem halben Jahr recht als er sich der Entscheidung der Europäischen Zentralbank widersetzte, damit zu beginnen, Staatsanleihen von Mitgliedsländern der Eurozone zu kaufen.Die Risiken, vor denen er damals warnte, tun sich jetzt tatsächlich materialisieren. Zweifel daran, ob die EZB überhaupt noch unabhängig ist oder nicht längst zu einem Dominostein der an den Fäden der Großbanken hängenden Politik und deren forcierten europäischen Bailout-Spektakels degradiert wurde, erübrigen sich. Nach Irland kommt Portugal, Zypern, Spanien und irgend wann sind wir auch mal dran.

  3. “…Nach Irland kommt Portugal, Zypern, Spanien und irgend wann sind wir auch mal dran…”

    Wenn es dann soweit ist, werden Irland und Griechenland
    ganz sicher ihren Rettungsschirm für uns aufspannen.

    BMB

  4. “Vor ein paar Tagen gab es die Meldund, dass es einen Anschlag auf das neue Gebäude der deutschen Bank gegeben hat. Ich habe dazu in Kreisen, die alles andere als linksradikal sind, ganz erstaunliche Bemerkungen gehört. Ich hoffe auf die Iren, dass sie den Regierungs- und Bankstermob in ihrem Land sauber einheizen und ahnen lassen, was sich wie eine Welle ausbreiten könnte, wenn man den Nutzniessern der Krise zu tief hinten drin steckt. Ich wünsche mir, dass sie anfangen, die Banken zu zerschlagen und auf das zu reduzieren, was wirtschaftlich sinnvoll ist.”

    DonAlphonso – FAZ Blogschreiber – hat hiezu auch was interessantes geschrieben. Lest mal:

    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1730450/#comments

    Tapfer bleiben.

  5. Mich kotzt diese ganze Diskussion um Irland an. Mal hüh mal hopp. Das ganze wird doch inzwischen vor einer Nebelwand aufgeführt. Es ist nun mal Fakt, alle 14 deutschen Großbanken verfügen zusammen über ein Eigenkapital von rd. 170 Milliarden €. Einige der üblichen Verdächtigen,allen voran mal wieder die HRE, stecken mit 140 Milliarden Forderungen mal wieder bis an das Kinn mit drin. In Spanien, wo die Experten innerhalb der nächsten Monate mit dem gleichen Szenario rechnen wie jetzt in Irland, sollen deutsche Banken mit weit über 300 Milliarden drinhängen. Wenn von den ganzen Forderungen am Ende nur 50% als Totalverlust abzuschreiben wären, brennen die Hütten in Krankfurt lichterloh.

  6. Vor allem wenn man bei den Spaniern bedenkt, dass sie ihre Immobilien jetzt schon mancherorts mit 40% downpricen (es gibt Einzefälle von 70%…!). Was ich schon im Februar schrieb

    http://motorbloeckchen.com/?p=9617

    bestätigt sich mehr und mehr:

    http://leben-in-spanien.over-blog.com/article-caja-madrid-gibt-auf-immobilien-in-murcia-outlet-rabatte-von-bis-zu-40-prozent-61052851.html

    Wer das am Ende bezahlt? Die Gläubigerbanken,die den spanischen Banken für ihre Luftfinanzierungen die Kohle geliehen haben. Ich kann nur empfehlen,wer sich etwas tiefer mit der Materie beschäftigen will, sollte häufiger bei “egghead” reinlesen.

    http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2010/11/zahl-des-tages-191110-20000000000.html

    .

  7. Also jetzt doch. Aber was sind schon 100Milliarden? Ende nächster Woche sind es wahrscheinlich schon 150 und in vier Wochen… kennen wir ja allesschon von den Griechen.

    Mann, es gab mal Zeiten, als Politiker, Unternehmer und selbst Bankster noch so etwas wie Ehre im Leib hatten. Nach so einer Nummer wie sie jetzt Premier Cowen abgeogen hat, hätten die sich unbemerkt in ihr Büro zurückgezogen, den Revolver aus der Schublade genommen und sich und der Nachwelt die Schande erspart.

  8. SPIEGEL heute: “In letzter Konsequenz bedeutet das: Die deutschen Steuerzahler retten irische Zockerbanken, die sich mit windigen Kreditgeschäften verspekuliert haben – und es besteht die Gefahr, dass sie dabei Geld verlieren”. “Die Rettung irischer Banken bedeutet auch die Rettung deutscher Institute”, sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger…”

    Warum?

  9. “Die Rettung irischer Banken bedeutet auch die Rettung deutscher Institute”, sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger…”

    Warum?

    Ganz einfach, weil die Freiheit der Bundesrepublik am Hindukusch verteidigt wird. Das nennt man Vorwärtsstrategie :-)

  10. Das muss man im großen Kontext sehen. Die Iren zahlen das ja alles wie ehrbare Kaufleute wieder einmal zurück. Zum Beispiel mit EU Mitteln. Deutschland hat ja schließlich auch seine Anleihen bezahlt. Die letzte erst in diesem Jahr … aus dem Jahre 1914. Da braucht sich niemand Sorgen zu machen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>