Jaques Swaters gestohlener, echter/falscher Ferrari 375 Plus # 0384

“I was just being cynical – we all know a dozen or more stories of cars that were raced, wrecked, rebuilt, and their cast off parts were rebuilt into new cars with the same serial numbers. But back in the day no one ever was questioned, punished, etc. This case is a different issue, but its maddening to see that the ‘copies’ eventually attain a status and value all their own”.

In Deutschand bei ClassicDriver, Oldtimer-Markt, Motor-Klassik und anderen Postillen sicher nicht zu lesen, denn nach Realkrimis aus der Oldtimer-Szene, speziell aus der, wo es um Millionen geht, werdet Ihr vergeblich suchen.

Besonders dann, wenn im Zusammenhang Namen auftauchen, insbesondere  von Firmen und Personen, die ihre “wertvollsten, guten Stücke” regelmäßig in Oldtimer-Gazetten wohlwollend “besprechen lassen” und es gilt, die typische Win-Win-Situation zwischen dem Milllionenumsätze machenden Oldtimer-handel und Auktionshäusern, und den anzeigendemütigen Schleimergazetten andererseits, nicht zu stören, in dem eine kleine, kaufkräftige Society sonst verunsichert  und den Arm bei großen Auktionen untenlassen würde.

Aber zum Glück gibt es amerikanische Zeitungen, Foren und Chats, in denen Beteiligte und Insider erzählen, wie es in der ach so elitären, ehrenwerten  Gesellschaft der Ferrari – Jünger wirklich abgeht, dann, wenn es um den ganz großen Reibach geht.

Zum Beispiel wie Jaques Swaters (am 12.12.2010 verstorben), namhafter Ferrari – Händler in Belgien, einer der bekanntesten Ferrari-Ex-Werksrennfahrer, der viel zum Mythos um Ferrari beigetragen hatte und enger Freund von Enzo Ferrari  – und der über mehrere Hehler Zwischensationen, internationale Unterweltganoven, Mittelsmänner und einem belgischen Winkeladvokaten Rechtsanwalt, 1990 die wenigen Reste eines zuvor 1986 in den USA bei Karl Kleve (Cinncinnati) gestohlenen, alten Ferrari – Rennwagens 375 Plus für 4.500 Dollar kaufte…

 

und unter dubiosen Umständen und wohlwollender Unterstützung von Ferrari, und mit einem nachgebauten Motor, daraus einen der heute wertvollsten, am Ende aber wohl doch illegal erworbenen falschen-echten Ferraris, zusammenbaute.

Eine echt heiße Story darüber könnt Ihr hier im FerrarChat und hier mit vielen Fotos  nachlesen.

14 Gedanken zu “Jaques Swaters gestohlener, echter/falscher Ferrari 375 Plus # 0384

  1. Ich hege gewisse Zweifel, an der Ferrarichat Kampagne. Eher sehe ich, das ein amerikanischer Anwalt, die Gunst der Stunde, sowie Swaters Todesagonie ausnutzte, sich auf die Schnelle mal mit Wechselgeld, zu versehen und dort einen öffentliches verurteilen, in Seifenopernhaften Formen aufzieht. Gewisse ‘amerikanisch’ Gebildete hängen ja an seinen nationalistischen Aussagen.
    Was sind denn nun die Fakten, ausser, das dieses Motorlose Wrack über Jahre hinweg auf dem internationalen Markt angeboten wurde und letztlich von Jack Swaters gekauft und restauriert-neugebaut wurde. Das er dafür angeblich nur 4500 USD gezahlt hat, glaube ich nicht. Dafür gab es zu viele Mittelsmänner. Als Herr Karl Kleve, ein Wirrkopf, später merkte, das die Preise anzogen, machte er eine Diebstahlsanzeige, anscheinend fühlte er sich betrogen und wollte erheblich mehr Geld. Man munkelt von 2500000 USD, für einen fast nackten Rahmen, mit verglühter Karrosserie. Swaters einigte sich mit ihm und zahlte fast 750000 USD drauf, für den Besitztitel und restlicher Teile. Während dieser Transaktion verstarb Herr Kleve und seine Tochter wollte die Teile nochmals verscherbeln.
    Dann trat unser Freund, ‘Ocean Joe’, seines Zeichens Anwalt, auf die Bühne, schloss eine Partnerschaft mit Kleves Tochter und möchte das restaurierte Auto gerne für 4500 USD zurückhaben, um es dann in Kleves Gedenken, höchstmöglich zu versilbern und sich die Hälfte, für treue Dienste, einzuverleiben.
    Nebenbei hatte Herr Swaters noch den orginalen Motor gekauft, der sich nicht in Kleves Besitz befand und das Auto als Dauerleihgabe dem Ferrarimuseum überlassen.
    Bin mal gespannt, wann Swaters Erben und Lancksweert, auf diese Schmierenkomödie reagieren und wie sie ausgeht.

    Lest mal die Komödie vom Ferrari 250 GT Spider #0799 GT. Da war es umgekehrt. Auto wurde unter Mafiaunterstützung in Spanien gestohlen und in die USA verkauft. Dort kaufte ein amerikanischer Millionär dieses Auto und restaurierte es. Den Prozess hat der rechtmässige europäische Besitzer verloren. Internationales Recht gilt leider nicht für Amerikaner, die stehen da drüber.

  2. In diesem Ferrar-Chat geht es ja richtig zur Sache. Selbst Marcel Massini hat hier einige Fakten eingebracht. Er ist einer der weltweit anerkannten Experten für Ferrari.

    So ganz klar wie das dem Vorkommentator erscheint, ist die Sache wohl doch nicht. Oder warum hat JS erst versucht Behörden und Gerichten über die tatsächliche Fahrgestellnumer seines Autos zu täuschen und aus dem 0384 einen 0394 gemacht?

    Grade in der Ferrariszene wird doch offensichtlich gefälscht und gelogen, dass sich die Balken biegen. Mich wundert es auch, dass hier in Deutschland z.B. noch nicht ein Bericht über die Ferrari-Fälschungen der Dubbini-Brüder in Italien in Fachzeitschriften zu lesen war.

    http://www.monstersandcritics.com/lifestyle/autos/features/article_1399050.php/Real_or_fake_Lucrative_trade_in_imitation_Ferraris_Bugattis

    Weil man bis heute nicht einmal ganz genau weiß, wie viele alte Ferraris tatsächlich gefälscht wurden, trägt dieser Fall bis heut – weltweit – zur Verunsicherung der Ferraristi bei. Das ähnliches auch mit anderen Fabrikaten läuft, kann man in dem Artikel lesen.

  3. Bei Autos dieser Highend-Preisklasse scheints kein Problem zu sein, mit nichts als einem kleinen Haufen alten Blechs wieder ein anerkanntes, authentisches Auto wiederauferstehen zu lassen (Thema FIVA Pass, § 21 – Bestimmungen etc.).

    Wenn man sich dann das Gedönse anhört, was heute bei einem normalen Oldtimer nur der 70er Jahre vom TÜV bei der §21 UNtersuchung veranstaltet wird, schüttelt man nur noch den Kopf.

  4. Da bin ich richtig glücklich mit meinen Brot- und Butterautos. Niemand dreht den Kopf danach und keiner käme je auf die Idee, sie nachzubauen bzw. zu fälschen.

    Allein die Tatsache, daß derzeit etwa 100 Mercedes SSK bekannt sind, obwohl nur etwa 30 gebaut wurden, spricht Bände.
    Kürzlich habe ich ein Mercedes Klassik Inserat in irgendeiner Zeitschrift gesehen, abgebildet war ein silberner Flügeltürer mit Pfeilen auf einzelne Bauteile und ET-Nummern. Slogan so ungefähr, “Jetzt können Sie Ihren 300SL selbst bauen”.

    Ein Bösewicht, wer arges dabei denkt.
    Gruß

    Klaus

  5. “diese Familien – Saga der Dubbini’s und ihrer “Sammlung” rückt ein sehr bekanntes Auktionshaus zumindest mit ins Blickfeld, bei dem Ende 2008 die große traditionelle Ferrari Auktion in den Schweizer Schnee fiel. ”

    Unter dem Blickwinkel betrachtet, eine plausible Erklärung. Ich habe grad die Geschichte von dem aktuellen Kölner Kunstskandal gelesen, wo Sammler und Museen Millionen von Euro für gefälschte Gemälde hingelegt haben. Was ist das eigentlich für eine Gesellschaft geworden, wo immer mehr und an allen Ecken getäuscht und betrogen wird?

  6. Die Internet Erfindung und der Datenaustausch, ist schon ein Kreuz, für reiche Autosammler. Nicht nur, das ihre Bankdaten per CD’s feilgeboten werden, sondern die Echtheit, ihrer so mühsam gesammelten Mobile.
    In den Frühzeiten, als Oldtimersammler noch leise belächelt wurden, gab es schon Leute, die sich, um ihr Ego zu heben, mit Autos bekannter Persönlichkeiten austatteten und diese geziehlt haben wiederauferstehen lassen, teilweise mehrfach. Es wussten ja auch nur wenige Insider was.
    Wie schon vorher mal beschrieben, Zatuseks SSK wurde 1972 von einem Ami gekauft und dreigeteilt. Das ist nie aufgefallen, bis sich alle drei, Ende der 90ger in Deutschland, bei nahmhaften Sammlern befanden und diese Zulassungsprobleme bekamen, denn den gabs ja schon. Neue SSK’s können heute bei Pur Sang gekauft werden, 100% tige Orginalnachbauten. Alfa Monzas, 8C 2900 und 8C-35 gibts auch.
    Die Bugattinachbauten fingen vor 16 Jahren, bei 120000 USD an und die neueren liegen bei 750000 USD. Fahren kann man damit auf verschiedenen historischen Veranstaltungen. Da die Kompressor Mercedes Szene sehr zugeknöpft ist und keine Daten herausgibt, wahrscheinlich um ihre schon früher nachgebauten Autos zu schützen, wird es wohl einen Boom geben.
    Das oben genannte Auktionshaus ist auch eher für grenzenlose Verkaufsphantasie bekannt und gehört dem Rosso Bianco Museums Versilberer, auch Autogrosshändler.
    Da der geheiligte Enzo, zu Lebzeiten schon kein besonders angenehmer Zeitgenosse war, kann man es von seinem ‘Bekanntenkreis’, genausowenig erwarten. Die hat er gesucht und gefunden. Viele bekannte Sammler haben rigorous nachgebaut, teils um Ersatzteile, die andere Sammler hatten. Bardinon hat schon in den 50ger Jahren im grossen Stil verunfallte Rennwagen und Ersatzteile gekauft. Cuppellini hat daraus etliche Autos gebaut. D.Piper hat auch nie ein Ersatzteil weggeschmissen und im nachhinein viele wieder als Autos auferstehen lassen. Herr Hofer hat auch nette Nachbauten. Von ca. 500 gebauten Ferrarirennwagen, gibt es heute trotz intensivster Rennerei, 498. Von den fehlenden 2, wird man schon ein paar Schrauben finden, um sie wiederzu finden. Man muss halt aufpassen, die Wahrscheinlichkeit nicht das zu kaufen, ist sehr gross.

  7. Das man von dieser wirklich interessanten Affäre in Deutschland noch nichts gelesen hat, ist in der Tat seltsam.

    “nicht zu stören, in dem eine kleine, kaufkräftige Society sonst verunsichert und den Arm bei großen Auktionen untenlassen würde.”

    Gut analysiert.

  8. Es gibt keinen Ferrari – Schrotthaufen an dem so gut wie nichts mehr das ehemalige Originalauto erkennen lässt, als das Spezialisten ihn nicht wieder “recovern” könnten, wenn das betreffende Auto nur drei Merkmale hat, alt, selten und begehrt bei egozentrischen Sammlern.

    Hier sieht man ein Beispiel, wie man fast aus nichts wieder Autos herstellen kann, die so aussehen wie.

    http://www.hietbrink.com/basis.htm

    Ich habe mir gestern Abend den ganz schön angewachsenen Ferrarichat durchgelesen. Wenn dann die Sucht betuchter Sammler wie hier auf so einen Jahrhundertfund trifft, werden alle kaufmännischen Spielregeln offenbar fallengelassen.

    Nach der Aufdeckung der Dubbini – Fälschereien im großen Stil ist das offenbar wirklich eine Story, die die deutsche Oldtimerpresse ihren ohnehin total verunsicherten potentiellen Käufern nicht auch noch zumuten will.

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