Bentley Speed Six 1930, nur die Kühlermaske war echt

Falls hier Motor – Journalisten von ClassicDriver, Oldtimer-Markt, Motor-Klassik  und anderen Oldtimer – Hochglanzpostillen mitlesen: Was hier steht, ist das, was  sehr viele Oldtimer – Enthusiasten in England im Oktober lesen konnten.

“Classic car enthusiast wins £84,000 after her £425,000 Bentley was found to be FAKE” 

In Euren Magazinen ist bis heute und so weit mir bekannt, keine einzige Zeile über den bei dem Bentley Spezialisten Stanley Mann Racing Limited 2007 verkauften “original” Bentley Speed Six 1930 geschrieben worden, bei dem der Kühler sozusagen das einzige Originalteil am ganzen Auto war.

Da diese Bentley Speed Six ja auch in Deutschland angeboten werden, müsstet Ihr, wenn Ihr echte Journalisten sein wollt und Euere Postillen ihrem Anspruch gerecht werden wollen, alleine aus Sorge darüber, dass es mehr Fälschungen als nur den einen gibt, darüber berichten. Ein Dirk – Michael Conradt hätte sich vor 20 Jahren so eine Story nicht durch die Lappen gehen lassen:

Eine Mrs. Brewer kaufte das Auto im Juni 2007 bei Stanley Mann Racing Ltd. für 425.000 £  in dem guten Glauben, es sei einer der nur 177 in 1929 – 1930 bei Bentley vom Band gerollten original Bentley Speed Six – Modelle.

Sie kam eher zufällig dahinter, als sie das Auto 2008 wieder verkaufen wollte und es von einem Fachmann, Sholto Gilbertson, einem Mitarbeiter des Auktionshauses Bonham, auf nur 300.000 £ geschätzt wurde.

Der Bentley Speed Six gilt heute weltweit bei Liebhabern als eines der feinsten Modelle, die Bentley zwischen 1929 und 1930 produziert hat. Es war ausgestattet mit einem 6,5 Liter Motor mit 180 PS und war Bentleys erfolgreichster Rennwagen mit zwei Siegen in Le Mans 1929 und 1930. In Mrs. Brewer’s Bentley war jedoch nur das kleinere, schwäche 6,5 Liter Triebwerk von 1927 eingebaut, um dem Auto das Aussehen eines original Speed Six zu geben.

“Wenn man ein Auto von jemandem kauft, der sich selbst als einen der weltweit führenden Bentley – Spezialisten bezeichnet, vermutet man nichts böses” meinte Mrs. Brewer. Sie verklagte Autohändler Stanley Mann Racing Ltd und ein hoher Richter hat nun im Oktober zu ihren Gunsten entschieden… weiterlesen

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7 Gedanken zu “Bentley Speed Six 1930, nur die Kühlermaske war echt

  1. Ich habe die Presseartikel im Oktober auch verfolgt. Stanley Mann hat jetzt im Web seine – hilflosen – Rechtfertigungsversuche veröffentlicht. Ganz egal, er hat volle Kanne für einen echten Speed Six kassiert, der so bei etwa 500 – 550.000 Pfund liegen dürfte und stellt sich jetzt als Unschuldslamm dar.

    http://www.stanleymann.com/stanley_mann_racing_ltd_and_brewer.html

    Jeder Fachmann weiß, dass zwischen einem authentischen, echten Speed Six und zum Beispiel einem Petersen Nachbau aus den 40er Jahren, wie er heute auf dem Markt und bei Auktionen häufiger angeboten wird, preislich Welten liegen.

    http://www.classiccarsforsale.co.uk/classic-auction-car.php/carno/2010-07-24-BONHAMS-121

  2. Wie sollte das arme Auto auch ein orginaler Speed Six sein? Chassisnummer SB-2770 wurde 1930 als normaler 6.5-liter mit Freestone & Webb Saloon Body gebaut. Nix Speed Six.
    Ich glaube auch ein Käufer sollte seine Hausaufgaben machen, wobei es bei Bentley besonders einfach ist. Da gibts die Michael Hay Bücher, sowie eine hervorragende Internet Seite, Vintage Bentley, wo sich auch der Laie informieren kann. Da auch ihr Mann ein Bentley Sammler ist, sollte man sich da auskennen.
    Glaube das in diesem Falle, eher englische Geschichtsverfälschung, auf amerikanische Geldgier trafen.
    Ausserdem ist Herr S.Mann nicht gerade für besonders originale Autos bekannt, eher für Specials.

  3. Früher gabs doch auch die Möchtergerne Bugattis von Scheib.

    Glaube, das es den meisten Oldtimerbesitzern, einer gewissen Preisklasse, weniger drauf ankommt, was unterm Blech ist. Hauptsache sie können an gewissen Veranstaltungen teilnehmen, gehören also dazu und nachher springen ein paar Märker raus. Gab damals am Ring auch gestylte Damen mit Stöckelschuhen und kleinen verstörten Hunden, mit Schleifchen, da störten nur die lauten Knatterkarren.

  4. Angesichts der Beschreibung, dass der Mann von Mrs. Brewes ein Bentleysammler ist, halte ich die Aussage von ihr
    “Wenn man ein Auto von jemandem kauft, der sich selbst als einen der weltweit führenden Bentley – Spezialisten bezeichnet, vermutet man nichts böses”
    genau so wie der Kommentator “jörg” für starken Tobak. Da ist eine überclevere Schnäppchenjägerin dummerweise auf Bentley-Pokerface getroffen.

    Interessant finde ich vor allem in dem engl. Preseartikel, dass dort solche Premium Oldtimer von Banken wie Fortis als Mietkauf finanziert werden. Schön, mal auch so was lesen zu können.

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