Rallye Monte-Carlo Historique 2011… Roulette de Karambolage

01.02.2011

Liebe Monte – Fans, hier sind die neusten Eindrücke von der 14. RMCH zum 100. Jubiläum der Rallye Monte Carlo.

Mit ruhiger Kugel…

Um beim Roulette-Vergleich von gestern zu bleiben: es geht am Montag plötzlich mit ruhiger Kugel. Es erstaunt immer wieder, wie unterschiedlich das Wetter zur Rallye Monte-Carlo Historique ist.

Nach dem Schnee- und Eischaos am Sonntag fahren wir am Montag von Valence über die Rhone, die Obst-Plantagen links und rechts sind im Winterschlaf und Rauhreif auf allen Bäumen. Aber die Straßen sind trocken. Das Erklettern des Steilhangs westlich der Rhone und seine Serpentinen machen richtig Spaß, vorbei an Privas, wo uns die Polizei mit der AvD-Histo-Monte mal einen halben Tag aufgehalten hat, weil ein Bauer mit seiner Schaufel einem Teilnehmer die Frontscheibe eingeschlagen hatte.

Es ist der Tag der Co-Piloten, wir haben so eine GPS-Satelliten-Ortungs-Pastille auf dem Dach und die Veranstalter können später jeden falsch gefahrenen Meter nachvollziehen. Das Gebiet nördlich Aubenas ist ein Gebirgs-Nationalpark, fahr’ da mal 47 Schnitt ohne aufzufallen…

Die Etappe Le Moulinon – Antraigues (6) macht trotzdem tierisch Spaß und das Geschlän­gel über die D 254 durch Freyssenet rüber nach Burzet zur (7) sagt immer wieder “jetzt mal halten, einen Pastis trinken und mittags einen Lammbraten mit Böhnchen…” Halluzinationen??!! Wir fahren auf die Zehntel genau, hinter uns zwei Belgier, die uns keine Sekunde lassen. Es ist wieder wie 2010: entweder tanken ODER pinkeln, für beides zusammen ist keine Zeit. Und wenn Du dann erst nach dem zwölften Liter merkst, dass Du aus Versehen Diesel (!) gegriffen hast und mit der zweiten Pistole auf Sprit umsteigen musst, lernst Du, dass “Gazole” eher was für die Heizung ist. Wir wissen jetzt, dass 10% Diesel im Sprit den Motorlauf weicher macht… Innenschmierung (:-))

Ernst JÜNTGEN fährt mit seinem Benz als hätte er Gehirnjogging gemacht – er pfeilt sich auf dem Rang 3 sogar noch vorwärts und attackiert den Zweitplazierten zwanzig Sekunden vor ihm, der mit einem Innocenti Mini Cooper großes Rallye-Kino produziert – Mini forever! An der Spitze ist der Porsche 911 von Mario SALA, der an den Seealpen wohnt und von dem man sagt, es gäbe für ihn nichts anderes als Trainingsfahrten – der kennt jeden Meter auswendig und kann sich voll auf’s Timing konzentrieren – 8 Minuten vor allen anderen. Aber wir können stolz auf uns sein: Thomas PLÜSCHKE mit Mike GIESCHE als drittbeste Germanen auf Rang 22 super dabei, Karl PIEHL mit dem 190 SL sogar auf dem 4. Platz, auch die anderen deutschen Teilnehmer, darunter das LCI-Team, alle noch in der ersten Hälfte. LCI steht übrigens für Loos Chaudage International, den neuen Namen für das hessische Loos-Team.

Apropos Lammbraten: in Saint-Bonnet-le-Froid westlich der Rhone (8) gibt’s wieder die von der Köchin mit Bergwasser gestreckte Fleischbrühe, dazu Baguettes, aber wir haben ja sowieso keine Zeit und müssen auf’s Leistungsgewicht achten…

Als wir abends durch den dünnen Rhone-Nebel mit dem leckeren Geruch nach brennendem Obstgehölz in Valence einlaufen ist der Benz von Gerd PFUNDT und Friedrich NORDMEIER auf Rang 28, Bruno Thiry ist mit seinem Sekretärinnen-Fiesta (52) sogar auf der 6. Position, SCHÖFFLER / LANGLOTZ mit ihrem Kadettillac haben unseren 35. von gestern erkämpft und die Citroen Ente von Jose FAMILIAR mit der 312 ist 42.!

Heinrich MEYER und Michael KRONENBERG sind mit ihrem 911er auf 53, die Kadett-Fahrer HENKEL / MEIERER auf dem 56. Rang, die “Österreicher” aus Bad Hombourg mit der 155 sind auf Platz 62, dahinter “unser” Monty Karlan auf der 66 und die WESTENBURGERS mit dem FIAT 128 Coupé fast auf ihrem Baujahres-Platz: 73.

SCHOOFS und BROCKER fliegen mit dem silbern-roten Porsche 924 Turbo (253) auf dem 78. Rang, der beste Citroen SM (112) schwebt auf Wolke 87 über die Piste und der originale Monte-Mustang, der in Bad Homburg als erster über die Rampe ging, ist mit LIONS / KLINGER auf der 104. Position, 3 Ränge hinter dem kleinen Mazda RX 2 (177), den wir auch in Bad Homburg erleben durften.

Rolf KIENEN und sein Co Horst MÜLLER brauchen für sich und ihren BMW 1800 (267) noch unser Daumendrücken, um von der 112 unter die ersten 100 zu kommen, aber Rauno AALTONEN ist mit seinem Mini inzwischen ja auch auf 128 zurückgefallen. MINNERUP / BRINKMEYER sind mit ihrem Ascona auf 132 und die Champagnerluft-Botschafter Günter KRAUSE und Jörg HÖLZER halten mit ihrem BMW 2002 Manfred SCHÜRMANN mit seinem Volvo 121 auf Platz 140 in sicherer Distanz.

Unsere Letten sind mit ihren roten Jerry-Cotton-Jaguar E-Types fast noch im Formationsflug, METMANIS (244) auf dem 156. Platz und Teamkollege Jury LYSENKO (248) drei Plätze dahinter. Die Ladies Steffi EDELHOFF und Birgit BINDER mit dem Escort RS 2000 (87) können das von ihrem 166. Rang gut verfolgen und ich sehe Steffis blitzende Augen vor mir, als Sie mir bei der AvD-Histo-Monte sagte “wenn ich das hier gut kann will ich mal die Monte-Historique fahren.” Jetzt ist sie schon zum zweiten Mal dabei, aber sie hat auch gelernt, wie dünn die Luft da ganz weit vorne ist.

Wir müssen noch mal kurz über die Renault 4 sprechen: was bei uns als Studenten-Quatrelle als Aufstieg von Roller und Ente gilt, hat in Frankreich Kult. Würde sonst Rallye-Star Jean RAGNOTTI im Dreierpack mit S.REISSER und F. DAVENPORT, der auch ein Rallye-Profi, ich glaube aus Escorts Zeiten ist, in dieser seitenneignungsstarken Familienkutsche auf dem 171 Rang mitschaukeln? Ich stelle mir vor, wie die im Auto reden: “Youn know, Jean, this was the place, where we in 1982 were chasing Andruet”, sagt Davenport vom Rücksitz und Jean drückt die Krückstock-Schaltung in den Dritten, um mit jaulendem Motor am Berg die 70 zu halten.

Ob Alfred HORCHLER in seiner Borgward Isabella (277) Zeit hat, mit Zeituhren-Papst Willi POTJANS solche Gedanken  auszutauschen? Sie kämpfen darum, die flotte Bremerin noch besser als auf dem 185. Rang ohne Lagerschaden ins Ziel zu bringen. Immerhin sind die Renault 4 ihnen immer um die Ohren, den der zweite “flotte Dreier” im Renault 4 (15) liegt drei Plätze hinter ihnen.

Let’s see was unsere beiden EMS-BMW-Fahrer treiben: Alfred TUCHEL und Andreas VIELGUT sind mit ihrer Nr. 249 immerhin auf der 206. Gesamtposition – nur wer die Monte mal gefahren ist, weiss, was das bedeutet! Kompliment! Dort kämpfen auch Joachim MÜLLER-WEICHBRODT und Wolfgang ZIFREUND mit ihrem SAAB 96 (194) und halte die Schwedenfahne mit dem Flieger hoch, nachdem der Kugelsaab von Oldtimer-Markt-Chefredakteur Peter Steinfurth ja schon am ersten Tag ausgefallen ist.

ROSENKRANZ / BAUER sind mit dem Porsche 914 (241) auf der 234. Position der 265 Autos in Wertung. Man merkt, die Rallye Monte-Carlo Historique ist kein Zuckerschlecken – halten Sie uns die Daumen und bleiben Sie dran! Denn heute fahren wir full speed die Etappe 10 -Rémuzat – Eygalayes , dann Saint-Auban – Les Quatre-Chemins (11) und Moulinet – La Bollène-Vésubie als Krönung des Tages, bevor wir heute Nacht, während ihr hoffentlich mit großen Augen am PC sitzt, rund um Col de la Madone und Col de Turini die legendäre “Nacht der langen Messer” fahren. Wehe Ihr schlaft da, wir brauchen Eure Daumen!!

Euer Hübi Hubraum

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31.01.2011

“Lieber Detlef,

liebe Freundinnen und Freunde,
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haltet mich ruhig für verrückt, aber wenn die Rallye Monte-Carlo Historique läuft kann man doch nachts nicht einfach schlafen! Deshalb hier, zu nachtschlafender Zeit um 3:13 h, die ersten Eindrücke der total verschneiten Königin aller Rallies:
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Roulette de Karambolage…

“Das wird leider eine total trockene Rallye Monte-Carlo Historique” orakelten die Alleswisser nach dem Ende der aktuellen Rallye Monte-Carlo, doch es kam ganz anders: als wolle man den Marrakech-Startern mal zeigen, was Schnee und Eis sind, ist die Historique inzwischen ein Roulette auf Eis und Schnee, bei dem die Kugel im rasenden Rund häufig genug auch noch im Nebel verschwindet.

Es begann noch in der Nacht der “Etape de Concentration” und traf alle nahezu unvorbereitet: heftiger Schneefall, klirrende Minusgrade, gefrierende Passagen. Das Licht unseres Benz bohrt sich durch die Nacht, als aus wenigen weißen Punkten im Scheinwerferkegel im Nu dieser saugende Wirbel wird, der alle Konturen erlöschen läßt und Dich als Copilot unsäglich foltert. “Pass auf, da liegt einer” wird schnell zum Stadard-Schrei und viele davon liegen sogar auf dem Dach! Ganz schlimm ist’s auf den 630 km Monaco – Valence am Sonntag, kaum einer kommt ohne Blechschäden durch.

Wir balancieren den Heckflosser mit allen Tricks durch die Eisröhren, das Heck will permanent quer und der Sechszylinder jubelt immer wieder ans Drehzahllimit – ich habe noch nie so viele Kurven aus dem Seitenfenster anvisiert. Gut dass die Scheinwerfer so abgerundet sind und der Benz stabil ist, das snow-polish gibt’s auf fast jeder Prüfung gratis. Wenn nur diese Schnitte nicht wären: 47,4, sowas denkt sich nur einer aus, der Mathe-Leistungskurs 1 hatte, denn Du sollst diese Zeiten ja full speed bei Dunkelheit nachrechnen – ohne Trip, Retro oder Halda wärst Du eh verloren. Vorn, in der nächsten Links steht dan ein Mini, Hinterräder hoch, es wird geschraubt. “Sch…”, hätten die nicht mal vorher ein Warndreieck aufstellen können”, schießt es uns durch den Kopf, als wir auf den kleinen Monte-Siegabonnenten zurutschen. Gerd versucht zu zaubern wie ein Weltmeister, aber das wird eng: ich sehe die zwei Schrauber wie in Zeitlupe in die Schneewehe hechten und dann folgt auch für uns das “Jeu de Karambolage”: als hätten wir eine Billardkugel angetickt, hebt sich der Mini von den Wagenhebern und fast ohne Beschädigung kommen wir vorbei. “Seid Ihr okay”, rufen wir aus dem Seitenfenster und von draußen kommt nur ein “Allez, allez, de rien” und wir sehen zu, dass wir uns mit diesem “fahrt weiter, ist nichts” auf die nächste Rechts konzentrieren.

Den andern scheints nicht besser zu gehen, allein das, was wir abseits der Strecke sehen, treibt Originalitätsfetischisten Tränen in die Augen – Werkstattauslastung für die heimischen Reparaturbetriebe en masse. Bester Deutscher ist ein Team, dessen Auto man nur als Schlitten für Bordsteinschwalben kennt – Karl Piehl beherrscht seinen schwarzen 190 SL wie Rosemaries Baby und liegt Sonntag auf Montag nach auf einem sensationellen Platz 5! Er hat dabei zwar in einer WP so viele Strafpunkte kassiert, wie der Gesamtsieger im letzten Jahr auf der ganzen Tour, aber auf ein paar Tausender kommts bei dieser Rallye Monte-Carlo Historique keinem an, wir sind ja inzwischen auch auf Rang 34.

Vorher verteidigen wir lange den siebten Rang, doch die Milchsuppe mit Eisbrocken nötigt uns so wie den meisten so viel Respekt ab, dass allein über die Minuszeiten massig Strafpunkte zusammenkommen. Unter den Fahrern des LCI-Teams, wie sich die engagierte Loos-Mannschaft in diesem Jahr nach einer extern bewirkten Fremdzündung nennt, bleiben wir zwar gut bei der Meute, aber nüchtern betrachtet ist das der 42. Gesamtrang…

“Sei doch froh Mensch”, begrüßt uns Sonntagnacht am Zeitenaushang der immer (!) gut gelaunte Bernd Langewiesche, der auch in 2011 wieder Pech hat: sein Porsche 356  “Schweineschnäutzchen” mit der 305 ist mit Kipphebelwellenbruch raus, Bernd widmet sich als guter Verlierer ab sofort mit bester Laune dem Daumenhalten für den Rest der Belegschaft. “Wenigstens ging diesmal die Heizung”, witzelt er über seinen Ausfall im Vorjahr. Rallye ist eben doch wohl nicht sein Ding: gerade noch hatte sich Bernd Langewiesche für seine Saison-Leistungen 2010 mit dem rosafarbenen Porsche Carrera “Schweinchen” bei der FHR-Siegerehrung im Hause Artega noch den Vizetitel der Jahreswertung der Fahrergemeinschaft Historische Rundstrecke FHR geholt, genau eine Woche später zeigen ihm die Seealpen, dass befestigte Pisten doch bessere Chancen bieten.

Apropos rosa: die beiden rassigen Ladies im rosafarbenen Citroen DS 19, die in Bad Homburg eine Charme-Offensive aller männlichen Wesen auslösten, bleiben leider schon auf dem Weg nach Monaco liegen, alle Versuche, sie mit dem rosafarbenen Teamauto von Bernd anzulocken sind also leider vergebens… Aber das Roulette der “Monte-Historique” trifft diesmal ja alle: der sieggewohnte Ernst Jüntgen hat sich nach einem superben 3. Gesamtrang bis zum Ende der WP 5 für die sechste Etappe ein wetterbedingtes “mach ma langsam Jong” verschrieben, er will seine wertvolle Gesundheit samt Wagen nicht den für Schneeverhältnisse aberwitzigen Schnittzeiten opfern – trotzdem bleibt er mit seinem erfahrenen Co-Piloten Marcus Müller auf dem dritten Gesamtrang! “Ohne Spikes brauchste garnicht losfahren” sagt Ake Andersson, der seinen Porsche 911 als Quetreiber geniesst und am Col de Gaudissart in der WP 5 sogar gewinnt!

Die beiden ersten Tage mit ihren Klassikern Col de Braus (1), Tourette-du-Château – Saint-Antonin (2), Le Mas – St Auban (3), Plan-de-Vitrolles (4) und Vassieux-en-Vercors – Col de Gaudissart (5) haben die Favoriten ordentlich durcheinandergewirbelt – umso begeisternder der 3. von Ernst Jüntgen und der 5. Rang der 190-SL-Piloten aus Deutschland und der 26. von Thomas Plüschke und Mike Giesche aus Wiesbaden, die in ihrem BMW 2002 in gewohnter Union der Clubs HMSC und IAC antreten. 

Bad Hombourg-Etappenstarter mit Pech und Glück…

Mancher Bad Hombourg-Starter wird leider die im Hafen dümpelnden Jachten von Monte-Carlo nicht sehen: der rote Jaguar E-Type von Jury LYSENKO und Raimond STROKSS mit der 248 im lettischen Trio unterwegs, streikt auf dem Hinweg schon vor Valence, kann aber wieder repariert werden und ist Sonntag nacht auf Rang 182. Auch der weiße FSO Polonez von Jerzy MAZUR, der mit der 187 beim schwungvollen Abfahren in der Kurstadt für  Begeisterungsstürme sorgte, ist raus.

Unserem Japaner Takehisa YOSHIDA hat sein französischer Copilot im Honda Civic mit der 320 leider auch nichts genützt und in den WPs schlägt der Defektteufel erst richtig zu. Alt-Montefahrer Vidar CHRISTENSEN muss einen Golf GTi zwischen der WP 4 und 5 mit Problemen aufgeben, der in Bad Hombourg so blitzeblank geputzte Renault R 8 der Norweger Torgjer KLEPPE und Jörn Arve ARDAL mit der 68 fliegt auf Schnee in der WP 2 leider irreparabel ab. Lukas, Ritter der Dunkelheit, killt auch den so schön schnurrenden Triumph GT 6 mit der 123 von Karlheinz SCHOTT und Peter RIEGEL – sie schaffen es nicht, von Monaco in Richtung der ersten Bergetappen loszufahren.

Auch OLDTIMER-MARKT Chefredakteur Peter Steinfurth kann den frisch restaurierten Saab 96 mit Lesergewinner Thorsten LÖBER nicht mehr durch den Winterzauber treiben, er gibt nach der ersten WP in Monaco mit technischen Problemen auf. Dort steht auch der Mini von Preben KRISTOFFERSEN, (323) der in Bad Hombourg als einer der letzten gestartet war – es hat nicht sollen sein. Dafür ist Rauno Aaltonen, Monte-Altmeister, mit seinem Mini (Nr. 5) bis zum Ende der 4. WP auf dem 11. Rang und hält die nordische Fahnen hoch. Er kann’s eben immer noch, wie “unser” Walter. Wenigsten können die Skandinavier gemeinsam ordentlich “Öl” (skand. Bier) ins Eis giessen: in Monaco stranden auch Trond MARTINSEN mit seinem Volvo 142 (Nr. 167), und Pekka STEINHAGEN und sein Saab 96 mit der 185, aber der hat ja vielleicht genug Steinhäger dabei…

Nicht mehr so nett ist die Monte-Historique für den Saab Sonett von Ludovic PERRIN (235) und auch Michal SUM (BMW 2002, Nr. 233) kann die Summe seiner absolvierten Sonderprüfungen mit 1 abhaken. Genau 50 Starter sind bis Wertungsprüfung 6 in Monaco verblieben oder nie dort angekommen – für die anderen heißt es ab Montag morgen wieder “Voila Messieurs, faites votres jeux”. Valence – Valence verspricht eine heiße Schlacht um die Spitze zu werden.

Vom 35. Platz starten Hartmut SCHÖFFLER und Harald LANGLOTZ mit ihrem Opel Rallye Kadett mit der 285, Gert PIERER und Hanns-Werner WIRTH sind mit ihrem Volvo Amazon (270) auf dem 44. Rang,  die “Österreicher” Bernhard JENSCH und Alpen-Rallye-Veranstalter Kurt SCHIMITZEK auf 61 und “unser” Bad Hombourger Dauerstarter Monty KARLAN mit Rolf LIE auf der 79. Position. Die Damen Steffi EDELHOFF und Birgit BINDER reihen sich am Montag als 132. unter den Eis-Eiligen ein und das Botschaftsauto der Bad Homburger mit Günter KRAUSE und Jörg HÖLZER nimmt unter den 281 verbliebenen Konkurrenten einen höchst ehrbaren Rang 150 ein. Das ist immerhin noch vor Altmeister Rauno AALTONEN, der mit seinem Mini direkt hinter ihm zum Angriff blasen wird.

Mit Champagnerluft im Auto wird’s schon werden – wir halten allen weiter gaaanz fest die Daumen! Auch für die Erststarter Alfred TUCHEL und Andreas VIELGUT, die sich mit ihrem selbst vorbereiteten orangen BMW 320 einen langgehegten Traum erfüllen – sie sind auf Rang 211 weitaus besser dabei, als sie selbst gehofft haben und bis jetzt auch ohne Blessuren durch alle Widrigkeiten geschliddert.

Bravo!

Und wenn wir dann morgen, irgendwo auf den Wertungsprüfungen Le Moulinon – Antraigues (6), Burzet (7), Saint-Bonnet-le-Froid westlich der Rhone (8) und Lalouvesc – Saint-Félicien (9) plötzlich wieder den Renault 4 der drei (!) wackeren Franzosen Michel LECLERE, B. CANONNE und P. BERTHONNET mit der Startnummer 15 sehen, dann wissen wir: die spinnen, die Gallier, und die Welt ist wieder in Ordnung.

Euer Johannes Hübner 

P.S. Hier sind die offiziellen Ergebnisse und erste Fotos gibts hier.

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17 Gedanken zu “Rallye Monte-Carlo Historique 2011… Roulette de Karambolage

  1. You made my Day. Du weißt schon warum … all die blauen und gelben Renaults. Saaahne.

    Michael

  2. @ Michael,

    und ich dachte schon einen Moment lang, ich hätte Dich als Fan an der Strecke auf nem Foto entdeckt…

    :-)

  3. Wahrscheinlich haben die leicht bekleideten Franzosen auf das Rosa-Damen-Team im Citroen gewartet. Heute dürften sie mit grippalen Infekten im Bett liegen. :-)

    Wie letztes Jahr wieder ein guter Tourbericht von Johannes. Als Couch-Potato-Mitfahrer hoffe ich, es kommt noch mehr.

    Heiko

  4. Pingback: Rallye Monte Carlo Historique 2011 | Oldtimer Veranstaltungen

  5. Pingback: Rallye Monte Carlo Historique 2011: “Hübi Hubraum” berichtet…

  6. Großartig von J. Hübner geschrieben. Es wäre schön, wenn man mal noch ein paar aktuelle Fotos von “unterwegs” sehen könnte.

    Frank B.

  7. Dürfen die Teilnehmer GPS verwenden? Früher wurde man bei Rallyes gefilzt und wehe die Jungs entdeckten bloß einen Antennendraht. Bitte mehr Fooootos.

  8. Wo bleibt der Bericht von Hübi Hubraum? Oder waren die Kurven zu eng für das blaue Flossen-Dickschiff? :-) :-) :-)

  9. Pingback: Rallye Monte Carlo Historique 2011

  10. @ Klüngeskerl,

    das ist einer der besten Links, die hier jemals jemand eingestellt hat. Ich bin beeindruckt. Besonders von dem Archiv der Automobil-Revue seit 1906 und vor allem dem Zugriff darauf.

    http://zwischengas.com/de/archiv/ar/index.xml

    Ich habe “Zwischengas” gleich mal in meiner Blog-Liste unter “Benzingeruch” verlinkt.

    Danke.

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  11. Komisch, ich kann Johannes Hübner gar nicht unter den Teilnehmern finden… Anyway, allemal gut geschrieben…

  12. Pingback: 14. Rallye Monte Carlo Historique | MMBB Motorsport

  13. Pingback: Monte – Carlo Historique 2014 | MotorBlöckchen

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