125 Jahre Automobil: Vierrad – Antrieb anno 1509

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Der Stich von Albrecht Dürer – anno 1510 – zeigt: Deutscher Genius hatte in der Automobilentwicklung schon viel früher die Nase vorn, als uns Jubelfeiern derzeit Glauben machen. Während Italiener noch anno 1592 auf göttliche Energie als Antriebsquelle  setzen,  legte  Albrecht Dürer über 80 Jahre früher bereits bildlich sein Konzept eines  muskelangetrieben Vierrad – Fahrzeugs in Transaxle – Bauweise vor. Und während man an der allegorischen Deutbarkeit vieler seiner Werke unterschiedlicher Meinung sein kann, besteht hier kaum ein Zweifel.

Hätten die Herrn Erfinder des Automobils und Daimler – Ingenieure Ende der 20er Jahre mal besser in alten Museumskatalogen mit Werken von Albrecht Dürer gestöbert, statt um 1930 herum für das Fortkommen auf unbefestigten Wegen und in unwägsamen Gelände Fahrzeuge mit 3 Achsen zu bauen. So wurde 1930 ein Mercedes G3 A-Lieferwagen  nachträglich mit einem dem späteren G4 sehr ähnlichen Aufbau  versehen. Lange Zeit wurde der Wagen auf verschiedenen Messen, und sogar in den USA, ohne Erfolg angeboten.

Aber so ist’s halt mit dem Fortschritt. Woran ich denke? Natürlich grade an den Polo meiner Tochter. Wechsel der Rücklichtbirne nur durch Totalausbau des kompletten, hinteren Leuchtenträgers möglich. Ich frage mich (frei nach Fritz B. Busch): Würden nicht breiteste Käuferschichten wieder einen “Benz”  begrüßen, der, ohne hässlich zu sein, ein sinnvoller, echter, alltagsgerechter Gebrauchsgegenstand wäre? Ich denke, wir schreiten fort? Aber der Fortschritt hat Senk- und Spreiz- und Plattfüße und haselnußgroße Hühneraugen. Der Fortschritt ist seit 1886 eine ganz lahme (Zeitungs-)Ente geworden.

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6 Gedanken zu “125 Jahre Automobil: Vierrad – Antrieb anno 1509

  1. Ganz klar eine mittelalterliche Frühversion eines Mercedes. Zu erkennen an der Abschleppöse an der Front.

    :-)

  2. Ich dachte der Ur-Quattro käme aus Ingolstadt. Die Automobilgeschichte muss umgeschrieben werden.

  3. Ich finde den Stich hochinteressant. Genau so faszinieren mich auch die Zeichnungen von Leonardo da Vinci.

    Gibt es eine Beschreibung zu dem Stich darüber, was er genau darstellt?

    Klaus

  4. “Würden nicht breiteste Käuferschichten wieder einen ”Benz” begrüßen, der, ohne hässlich zu sein, ein sinnvoller, echter, alltagsgerechter Gebrauchsgegenstand wäre”

    Würden sie, ganz bestimmt. Aber genau so wenig wie heutige Programmierer noch in der Lage sind, Programmiersprachen aus den 1980er Jahren zu schreiben, sind Automanager die alle 4 Monate für die Aktionäre zufriedenstellende Gewinnmitteilungen produzieren müssen, heute noch in der Lage, 4 – 5 Jahre Enticklungszeit – Non Profit Time – in ein neues Modell zu investieren. Der W201 war mal so ein Stück Erfolgsgeschichte.

    Uwe

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