21.03.2011: Fröhlich’s Göring für Dummies

Es gibt Geschichten über Oldtimer, die tun einfach weh, besonders die des  PRoll – Magazins Fröhliche Autowelten aus Düsseldorf. Nach dem  medialen Rummel um Hitler’s aufgetauchtem Mercedes 770 K  folgte lange Zeit nichts, hat Michael Fröhlich erneut von sich Reden machen wollen… und keiner hat’s gemerkt.

Wer weiß, vielleicht hat Fröhlich darauf gehofft,  keiner kommt darauf, warum er auf seinem Foto des 1940 er Mercedes – Benz 230 Kabriolet die Umgebung wegretuschiert hatte und dass das Hamburger Stern – Magazin wieder einmal zugreift, die hatten 1983 ja schon mal 9,3 Millionen Mark für 62 von Konrad Kujau  gefälschte Hitler-Tagebücher hingeblättert, die angeblich die reine Wahrheit enthielten…

„Bei dem hier angebotenen sehr seltenen Fahrzeug handelt es sich um den Dienstwagen von Adfolf Hitlers Generalfeldmarshall Hermann Göring, bestellt von seinem Stabsamt in Berlin am 01. 04.1940 mit der Fahrgestellnuimmer:446740…”  “Das Cabriolet von Hermann Göring steht nun aus besonderem Grund ausnahmsweise zum Verkauf. Nach langwierigen und professionellen Restaurierungsarbeiten wurde diese Fahrzeug wieder in den ursprünglichen Originalzustand versetzt und sieht wieder genau so aus, wie es damals im “Dritten Reich” genutzt worden ist….“

Lässt man an der Geschichte des Autos jetzt nur die genannte unrühmlichen Fahrerpersönlichkeit Hermann Göring’s weg, so wird daraus ein ganz einfacher alter Benz Baujahr 1940, einer von vielen Benzen die das Stabsamt damals bestellt hatte, mit einem  Unterschied, der vor allem den Käufer richtig “fröhlich” gemacht haben dürfte: Ohne diese Göring – Dienstwagen – Schauermär, war das Auto, wie ich von dem Händler aus Frankfurt erfuhr,   der wohl tatsächlich des Auftrag des Verkäufers hatte und keine Fotos retuschierte, deutlich über 100.000 Euro billiger.

 

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12 Gedanken zu “21.03.2011: Fröhlich’s Göring für Dummies

  1. Daran sieht man wieder, dass ist das Interessante an deutscher Geschichte, jeder Rückgriff auf braune Farbe und sei er auch noch so wage, weckt Interesse bei Neureichen, von denen viele Altreiche mit brauner Tradition oder sogar Nazi-Chargen in der Verwandschaft, haben. Es gibt halt eine Menge Wohlstandskinder, die statt den neusten Porsche fahren, fasziniert, lieber so einen alten Benz mit den schmierigen Fingerabdrücken brauner Mörder in die Garage stellen.

  2. Die Fa. Pyritz schreibt: “Dieses Fahrzeug hat bereits einen neuen Käufer gefunden, bevor es bei uns angeliefert wurde”

    Da hats aber jemand richtig eilig gehabt, dass das Stück Vergangenheit wieder in die richtigen Hände kommt.

    :-)

  3. Kingstone,

    danke für den Link. Pfff…. bei der Autotechnikauktion heißt es:

    “MERCEDES BENZ Typ 230 Cabriolet D ,W153, 4-türig, Karosserienr. 850907, Erstzulassung Staatsamt GEN. Feldmarschall Hermann Göring Berlin Leipziger Str. 3, 26. Jan. 1940, für die damalige Zeit sehr moderne Bauform, es wurden insgesamt nur 34 Fahrzeuge hergestellt, der Wagen galt als verschollen, wurde in den 90-iger Jahren in Polen aufgefunden, aufwendig restauriert, Holzsattler und Blecharbeiten wurden fachgerecht durchgeführt, Wiederzulassung 17. Nov. 1995, abgemeldet 10. Dez. 2003, das Fahrzeug wurde von seinem Besitzer auf vielen Oldtimerausfahrten gefahren, es befindet sich in einem guten prinzipiell fahrbereiten Gesamtzustand, durch die 3-jährige Stillegung, techn. Auffrischungen, sowie kleinere Verschönerungsarbeiten, nach der Überlieferung fuhr Hermann Göring dieses Fahrzeug bei Ausflügen mit seiner Freundin (später 2. Frau) um nicht als Führungspersönlichkeit erkannt zu werden”.

    http://www.autotechnikauktion.de/mg/archiv.php?katalog=9&auktion=9&kategorie=3&SESSIONID=&L=1&qstyle=right&Mx=

    Das “Limit” 2006, auch mal interessant zu sehen, lag bei 70.000 Euro

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  4. “Da hats aber jemand richtig eilig gehabt, dass das Stück Vergangenheit wieder in die richtigen Hände kommt.”

    Eisenherz
    in Sachsen-Anhalt mehr Stimmen für die NPD als für die FDP. Deutschland erwacht.
    :-)

  5. Das war für den verrückten Düsseldorfer Autohändler wohl ein Satz mit X … es war wohl nix.
    Fröhlich hat bis heute noch nicht gesteckt, dass die Fa. Pyritzbei Dir in Frankfurt den alten Benz längst verkauft hat.
    Aber was hat er da wegretuschiert was man nicht sehen soll?

  6. Als Ende der achtziger Jahre der eiserne Vorhang langsam aufging, schlüpften mit als Erste geschäftstüchtige Händler in Richtung Deutschland hindurch. Unter anderem boten sie bevorzugt Vorkriegs-Mercedes und Horch an. Jeder Mercedes war grundsätzlich der von Adolf Hitler und jeder Horch der von Eva Braun…

  7. Pingback: Sonntag, 15.07.2012; Adolf im Sommerloch

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