31.03.2011: C/O Essen Techno Classica

Das hier sieht nicht nur aus wie ein ordinärer Schrotthaufen für 43.000 Euro, es ist auch einer. Gelb, verrrostet, vergammelt, durch und durch, ein Wrack, dem schon vor 30 Jahren die letzte Fahrt zum Junk-Yard wohl nur deshalb erspart blieb,

weil sein damaliger Besitzer es aus Vernunftsgründen heraus als klüger ansah, das Benzin dorthin zu sparen und dem Super 90 Porsche stattdessen ein feuchtes Plätzchen, vielleicht auf einer Farm im verregneten Mittleren Westen  von Amiland zu spendieren, wo die letzte Phase des Umwandlungsprozesses  von Eisen in seinen ursprünglichen Aggregatzustand, Eisenoxid, und gleichermaßen der Verfall von organischen Materialien wie Leder in ein wie auf dem Friedhof der 4-rädrigen Kuscheltiere stinkendes Totmaterial, gemächlich ablaufen konnte.

Ein Oldtimer, aber nicht wirklich das, was man auf der größten Oldtimer – Messe Europas wirklich sehen möchte, wenn man, sagen wir mal, weiß, wo und bei wem man in den USA für runde 9.000 – 10.000 Dollar ein mindestens ebenso so schlechtes Exemplar kaufen kann.

Trotzdem ein echt schöner Tag, nicht zuletzt auch, weil ich heute den Stau zwischen Essen und Bochum entspannt als Beifahrer erleben durfte, und mir ein guter Brancheninsider und langjähriger Bekannter, bei einem Stück 125-Jahre Cranberry-Jubi-Cake von Merecedes, Geschichten aus der Welt der Nepper, Schlepper und Bauernfänger in der Oldtimerbranche erzählte, unter dem Mantel der Verschwiegenheit natürlich, die eine Menge Stoff für amüsante OldtimerLeaks-Geschichtchen bieten und für orgiastische Umtrünke mit Chateau du Migraine bei einigen Protagonisten sorgen werden.

Ein paar Fotochen von Dingen die mir gefallen haben und auch weniger schönen Unverschämtheiten, findet Ihr hier.

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41 Gedanken zu “31.03.2011: C/O Essen Techno Classica

  1. Detlef,
    stark. Ich hab mich gefreut, Dich heute mal Live kennengelernt zu haben und hodffe, Du weißt es zu schätzen, dass ich heute als Premiere den überhaupt ersten Kommentar im Internet schreibe. Es wird aber garantiert nicht der letzte sein, denn wir haben da offenbar die gleiche Chemie.
    Ein paar Meter weiter stand ein Mercedes Kabriolet, schrottiger geht nicht mehr, für über 40.000 Euro.

  2. Nachdem ich Deinen negierenden Beitrag gelesen habe, mag ich mir Deine Galerie schon garnicht mehr anschauen. Für Dich wärs besser und entspannender, Du würdest der ganzen Oldtimerei adjeu sagen.

  3. Weißt Du Reader,

    wenn ich gestern auf der Techno Classica vor dem Mercedes W116 eines namhaften Händlers aus dem Ruhrgebiet stehe, ausgepreist mit sage und schreibe 42.000 Euro, und wenn ich dank eines Tips dann gestern Abend auf der Webseite des gleichen Händlers, exakt dieses Auto, was dort wahrscheinlich schon seit Monaten angeboten wird, für 29.000,00 Euro angeboten sehe, ist das symphtomatisch für diese ganze Techno Classica.

    Mehr sag ich jetzt mal nicht dazu.

    .

  4. denn wir haben da offenbar die gleiche Chemie
    Da haben sich endlich mal welche gefunden. Toll !!!!!!
    Für Dich wärs besser und entspannender, Du würdest der ganzen Oldtimerei adjeu sagen.
    Warum ? Er deckt so einiges zu unser aller nutzen auf.

    mfg
    kay 2CV

  5. Moin,

    mit Oldtimerei hat diese Messe nichts mehr zu tun. Ich bin froh, das mich mein Freund, mit dem ich dorthin wollte, davon abgehalten hat.

    So habe ich einige Zeit damit verbracht, altes Aluminium an einer meiner Maschinen zu polieren….war billiger und sicher auch erbaulicher im Sinne des Hobbys.

    Danke für den Bericht Detlef!

    Gruß
    Willy

  6. Gute Frage Michael560, soll Detlef (man) der Oldtimerei adieu sagen? Oder geht es darum die Richtung des HOBBYs zu definieren und vom Bussines abzugrenzen.

    Ich persönlich trenne strikt zwischen Hobby und Beruf und wenn ich beruflich mit Oldtimern zu tun hätte, würde ich mir eine andere Freizeitbeschäftigung suchen – so eine kleine Schreinerei im Keller wäre auch was für mich.

    Die Kommerzialisierung schreitet mit reisen Schritten voran. Der Wirtschafsfaktor hat sich in Deutschland nach der FIVA-Studie 2006 von 2 Mrd. € auf heute 5-6 Mrd. € nahezu verdreifacht – und Perversionen wie DOX und Beteiligungs-Anlagen sind daraus die zwingende Folge.

    Ich lege mich jedes Mal mit Oldie-Kollegen an, wenn diese nach der neusten Classic-Date-Fake-Liste stolz verkünden, ihr Auto sei wieder im Wert gestiegen. Was solche ‚virtuellen Werte’ wert sind, erfährt man wenn man mal wirklich verkaufen will. Vor einigen Jahren hat ein entnervter Markenkollege in einem Forum angekündigt, seinen Note 2 Klassiker zu schlachten und in Einzelteilen zu verkaufen, weil er kein vernünftiges Angebot bekam – Erben von Briefmarkensammlungen mache regelmäßig ähnliche Erfahrungen, wenn sie mit erschrecken den Unterschied zwischen der Michel-Notierung und den paar Kröten, die ihnen der Händler bietet zur Kenntnisnehmen müssen.

    Zumal dieser virtuelle Wert ja mit handfesten Zusatzkosten/Nachteilen einhergeht. Die Ersatzteilpreise, Versicherungs- und Unterhaltskostens steigen, das Nutzungsrisiko wird irgendwann zu hoch und der Neidfaktor nimmt zu.

    Sorry, aber ich finde 40 T€ für einen 356 in Note 5, 90 T€ für einen 107er und 240 T€ für ein 111er Cabrio pervers.

    Für Enthusiasten definiert sich der Wert eines Oldtimers genau daran, wie viel Freude sie damit haben – alles andere ist Spekulantentum und dafür gibt’s Stock-Markets.

    Diese Einstellung habe ich übrigens auch gegenüber der Kunst. Kein Kunstwerk sollte mehr Wert sein kosten dürfen, als der Künstler dafür einmal erlöst hat. Warum sollte der Mehrwert nicht dem Künstler sondern nur Geschäftemachern zugute kommen?

    Von mir aus sollen sich die Profis eine andere Sparte suchen und uns ‚Spinner’ einfach unbeachtet vor sich hin knaudeln lassen. Dafür verzichte ich auch gern auf Retro Classic, TechnoClassica und Schloss Dyck.

    Just my 2 Cents.

  7. “wenn ich gestern auf der Techno Classica vor dem Mercedes W116 eines namhaften Händlers aus dem Ruhrgebiet stehe, ausgepreist mit sage und schreibe 42.000 Euro, und wenn ich dank eines Tips dann gestern Abend auf der Webseite des gleichen Händlers, exakt dieses Auto, was dort wahrscheinlich schon seit Monaten angeboten wird, für 29.000,00 Euro angeboten sehe,”

    Für mich nur der Beweis, dass in der Branche Intellekte am Werk sind, die man bei uns umgangssprachlich “dumm wie Schiffersch…..” bezeichnet und dazu mit einer gehörigen Portion krimineller Energie.

  8. Im Freigelände bot ein Franzose ein W111/220SE Cabriolet an. Zustand 6- , den würde kein Schrauber auf einer 2-Säulenhebebühne versuchen hochzuheben, aus Angst, er bricht durch. Preis 42.000 Euro. Der Franze hatte auch noch eine 220e Heckflosse in gleichem Zustand. Preis 27.000 Euro. Ich greife mir da inzwischen auch ans Gehirn und frag mich, wo das alles hinführen soll. Mit einem Hobby hat das nichts mehr zu tun.

    Gut, das Detlef dieses Thema hier mal so offen behandelt.

  9. kay 2CV
    so isses, weiter so tolle Beiträge.
    Denn alte Autos und junge Weiber, sind die besten zeitvertreiber.
    mfg
    kay 2CV

  10. Detlef,
    die sind nur sauer, weil sie von der Veranstalterin der Techno Classica keinen Flügeltürer gratis zur Testfahrt über die Düsseldorfer Kö gekriegt haben. Genau der Artikel während der Techno Classica..?
    Schönes Wochenende.

  11. Ach ja, zum Thema ‚Wertanlage’ fällt mir noch was ein…

    Erinnert Ihr Euch noch an die Zeit, zu der der Handelsvertreter einem den großen Brockhaus als Quasi-Abo für dann in Summe fast 5.000 DM andrehen wollte? Immer mit dem Hinweis, was das für eine gute Wertanlage sei und dass man so etwas wunderbar weiter vererben könnte?

    Davon abgesehen, dass heute keiner mehr das Lexikon aus dem Schrank nimmt, sondern lieber gleich bei Wikipedia reinschaut, sind die Dinger alles nur nicht mehr aktuell. Ich hab zu Hause noch einen Brockhaus von 1901 (kein Schreibfehler). Da passte alles noch in zwei Bände – aber schlagt mal unter “1. Weltkrieg”, “Flugzeug”, “Kernkraftwerk’”oder gar “Computer” nach :-).

  12. 82000 € für eine Kiste die nicht mal die Hälfte wert sein dürfte. Die Panzerknacker-Bande hatte ich anders in Erinnerung.

  13. Detlef, auch ich hab mich über den SPON-Artikel gefreut. Dass die ausgerechnet am 1. April die Wahrheit schreiben, fällt wohl unter selbstironische Brechung.

  14. Ich mach jetzt mal ein bißchen Cross-Posting, weil es dazu passt. Egal wer den 500er zu diesem abgefuckten Freier-Preis kauft. Er wird nie so eine Fahrt machen und so ein Erlebnis mit einem alten Benz haben.

    http://usawildwest2011.wordpress.com/

    Seit dem ich die Story gelesen und die Fotos gesehen habe, spielt sich in meinem Kopfkino eine ganz andere Story ab.

    Kompliment. Auch ein s..starker Beitrag und ein Genuss, wenn man woanders die ganzen TC-Lobhudeleien liest.

  15. Bei AutoScout bekomme ich für um die 30.000 € schon ein 356er Coupé, zugelassen, mit H-Kennzeichen, also mal mind. Zustand 3

    http://www.autoscout24.de/ListGN.aspx?atype=C&mmvmk0=57&mmvmd0=15957&mmvco=1&make=57&model=15957&pricefrom=500&cy=D&zipc=D&ustate=N,U&nm=False

    Eine Messe ist zum Verkaufen da. Ansonsten gibt es genügend Concour de Elegance Veranstaltungen, wo nur Autos zum Anglotzen stehn. Auf einer Messer erwarte ich deshalb neben der Vielzahl zu sehender Autos einen realistischen, sichtbaren Preisspiegel.

    Was ich hier jetzt gesehen und gelesen habe + eigene Erfahrungen dazu gerechnet, O-Ton eines Händlers: “Auf der TC verkaufe ich jede Kiste für jeden Preis”, sind solche Messen wie die TC inzwischen für Besucher zu reinen Selbstvera…ungsveranstaltungen verkommen.

  16. Die Hüter des Rasens war auch wieder da. Einfach völlig gehirnamputiert, wenn man als Messebesucher für die letzten 5 Meter bis zu den Autos, wovon einem ja eines vielleicht sogar gefallen könnte, einen Katalog kaufen muss.

    http://motorbloeckchen.com/?p=11422

    Abgesehen davon finde ich es ein Armutszeugnis, wenn der Veranstalter der “weltgrößten Oldtimermesse” nicht einmal ein PC-gestütztes Infosystem hat und die Hostessen an den Infoständen umständlich in gedruckten Ausstellerverzeichnissen blättern.

  17. Wie ich das aus dem fernen Süden mitkriege, ist die TC eine internationale Messe, mit int. Ausstellern und Besuchern. Brot und Butter interessiert mich bei so einer Ausstellung nicht. Den Saoutchik Delahaye fand ich klasse, mal einen echten GTO zu sehen, auch nicht schlecht.
    Wer glaubt, er müsse dort Gebrauchtwagen sehen und über Preise feilschen, ist dort falsch.

  18. Ich habe letztes Jahr gesagt “nie mehr” und bin halt auf Grund winterlicher depressiver Entzugserscheinungen wieder hingegangen.

    Das äusserst seltene gut restaurierte und besonders Autos im (angeblichen) Originalzustand schon immer ihren speziellen Messepreis hatten, ist ja nichts neues. Das aber inzwischen Allerweltsoldtimer auf der TC zu Preisen angeboten werden, die 40 – 50% über den Preisen für Autos gleichen Fabrikats und Zustands von Angeboten aus den den Auto-Portalen und Oldtimer-Magazinen liegen, ist nicht mehr spaßig.

    Genau so wenig wie einige “Privatanbieter” in den Freigeländen, wo einer gleich 4 Oldies stehen hatte. Wahrscheinlich so ein Luftschitz im Miniformat, der hier in 4 Tagen seinen Malle-Aufenthalt für die restlichen 361 Tage zu finanzieren hoffte. Einen 1959er 220 S / W180 Ponton mit Faltschiebedach, US-Import, bei nicht all zu strenger Begutachtung ein Z 3- und das für 28.000 €, da fühl ich mich als Interessent und zahlender Messebesucher verarscht.

  19. Der Fairness halber möchte ich mal anmerken, dass total “überzogene Preise” offenbar hauptsächlich von Anbietern der beiden Automarken aus Stuttgart gefordert werden. Da aber teilweise heftigst und ohne Hemmungen aus Schrott Gold zu machen.

    Mir ganz angenehm in Erinnerung: Ein wunderschöner Peugeot 404, stand im Freigelände vor der Halle 2, keine 20 Meter von der Porsche – Grotte weg, mintgrün frisch lackiert, machte nach einem kurzen Blick und so weit man das auf die Schnelle erkennen konnte, einen recht passablen Eindruck und sollte um die 4.000 Euro kosten.

    Wenn natürlich hier einige der üblich verdächtigen Fallensteller und Skalpierer ihre Nummern versuchen abzuziehen, haben es grade diese “privaten” Anbieter und die auch moderat kalkulierenden Händler schwer, weil unbedarfte Interessenten deutlich niedrigere Preise nicht selten mit deutlich niedrigerer Qualität verwechseln und gleichsetzen. Ein Händler erzählte mir, dass am ersten Öffnungstag, am Mittwoch, wo hauptsächlich nur Presse und Fachpublikum Einlass hat, Händler umherziehen, die Schnäppchenangebote bei Kollegen direkt wegkaufen wollen, um sie dann tatsächlich auf ihrem eigenen Stand aufgepreist anzubieten. So was war mir bisher nur von Kunst- und Antiquitäten-Messen bekannt.

    So wie Ende der 80er die große Ferrari-Blase platzte, wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis auch einige Sterne verglühen…

    .

  20. Detlef,

    die einzige mich interessierende Frage: Inspirationen für die Zeit nach der Pagode erhalten, ja oder nein, wenn ja, welche?

  21. Gabs da wenigstens auf dem Freigelände eine Möglichkeit ein Auto von unten zu inspizieren. Hebebühne, Grube?

  22. Hin und zurück 500 Km – 70 € Spritkosten, 8 € Parkgebühren, 20 € Eintritt, Messe-Notverpflegung Bratwürstchen + Coke + Kaffe mind. 10 €. Über einen Hunni, nur um mir die Kisten anzuschauen, an die Einstecktuchträger ihre Phantasiepreise drangeschrieben haben, die sowieso kaum einer zahlt. Wenn ich da an vor über 10 Jahren zurückdenke. Das war damals ganz was anderes, da hatte die TC noch etwas rustikaleres und ein bißchen Veterama-Flair. Wenn ich das hier und drumherum auch alles lese, sage ich mir, schlauer Entschluss daheim geblieben zu sein.

    Danke für die Fotos.

  23. Hallo, ich teile Eure Meinung voll u. ganz. Wenn ich nicht am Stand Dienst schieben müßte, würden mich seit mind. 10 Jahren keine zehn Pferde mehr dazu bringen freiwillig diese “surrealistische” Oldtimer-Welt zu besuchen.
    Schöne Grüße
    Christoph

    PS. Schöne Fotos

  24. Gibt es eigentlich irgendeine Veranstaltung der Oldtimerszene, ein Thema darüber oder wie im anderen Beitrag einen Zeitungsbericht darüber, überhaupt irgend etwas, das Detlef Kupfer nicht verwenden kann, um nachzuweisen das die Oldtimerhändler dort alles Halsabschneider und die Leute die dort hingehen, alle saudoof sind?

  25. Weil es sich um einen meiner absoluten Traumwagen handelt, hatte ich kürzlich diesen Beitrag im Pagodentreff entdeckt. Er dürfte repräsentativ für sehr sehr viele Angebote auch auf der Techno Classica sein.

    http://www.pagodentreff.de/diskussionsforum/58159-post38.html

    Mich würde jetzt nur noch interessieren, ob es sich um einen Komissionsverkauf handelt und Mirbach die 200000 auf den 507 BMW draufgeschlagen hat oder der Verkäufer/Auftraggeber?

  26. Nächstes Wochenende ist Veterama, da freue ich mich drauf.
    Gruß

    Klaus

  27. Klaus,

    wir werden voraussichtlich mal am Samstag hinfahren. Vielleicht sehen wir uns ja dort mal.

    .

  28. Reader3,

    ich weiß nicht, ob Martin Küster sich da nicht vielleicht täuscht? Der BMW 507 von Mirbach, damals noch auf Gut Hitzelsberg, war hell-silberblau mit rotem Leder. Und der steht in der neuen (nach meinem Geschmack grottenschlecht gemachten) Webseite von Mirbach als “verkauft” drin.

    http://www.mirbach.de/Finden/DE

    Aber möglich ist alles.

  29. Erbsenzähler,
    mich regt eher auf, das in Deutscland zur Zeit 2 Jaguar C Type, als echt angeboten werden, obwohl sie beides Fälschungen sind. Wenn ich sie zu den vielen anderen echten Falschen dazurechne, die aus Deutschland kommen und angeboten werden, wird mir ganz anders. Ist Betrug langsam ‘in’ und wird gerne übersehen????
    Gibt es schon zuviele MB SSK, Veritas und Alfas, das man jetzt in Jaguar macht?

  30. Jörg,

    ich nehme an, Du meinst u.a. den hier:

    http://www.autosalon-singen.de/de/fahrzeug_ausstattung56900001.html

    “…Ein Oldtimer Restaurateur entdeckte Mitte der 70er Jahre Teile des Fahrzeugs, kaufte sie auf und gab dem Jaguar seine alte Form zurück. Ende 1980 erhielt der Jaguar seine deutsche Zulassung.Er war fortan einer der Stars auf den besonderen Veranstaltungen wie Kitzbühl, Silvretta oder der Bavaria Oldtimer Rallye.”

    “…Wir gehen allerdings eindeutig von einem Conversion und nicht von einem Original aus. Ein Original mit Renngeschichte bewegt sich meist im Bereich einer Million Euro und mehr. Bei den ganz besonderen Fahrzeugen dieser Art kommt es leider immer wieder vor, dass ein Weiteres, mit mehr Originalteilen und besseren Belegen der Historie, zum Original gekürt wird. So gibt es zwei fast gleiche Fahrzeuge, selbst die Nummern sind oft gleich, aber Original ist nur eines davon. Wichtiger ist für den Fahrzeugliebhaber aber sicher der Aufbau, die Qualität und der solide Alubody, die dem Wagen seine besondere Ausstrahlung verleihen und daß er den Wagen zu einem Preis bekommt, der beinahe bei den Kunststoffnachbauten liegt…”

    Na ja, vor 30 Jahren saßen die Münchener “Jungs” mit verkürztem linkem Sakko-Ärmel und den Rolexen aus Neapel, an den Bartresen in Kitzbühl herum, heute fahren einige, die es zu was gebracht haben, einen “Conversion”…

    aber immerhin, ein echter Traumwagen, der wahrscheinlich selbst als Plaste-Nachbau noch meine Gnade hätte.

    :-)

  31. “Wichtiger ist für den Fahrzeugliebhaber aber sicher der Aufbau, die Qualität und der solide Alubody, die dem Wagen seine besondere Ausstrahlung verleihen und daß er den Wagen zu einem Preis bekommt, der beinahe bei den Kunststoffnachbauten liegt…”

    Ich frag mich schon, ob der Autosalon Singen noch alle an der Waffel hat? Mit dem gleichen Argument für Doofe, könnte der Uhrenfälscher aus Neapel seine handwerklich kaum schlechteren als die Oringinale, aber trotzdem gefälschten Rolexe, auch an den Mann bringen.

  32. “Nur mal zum Vergleich. Oben das Super 90 Cabriolet von der Techno Classica und hier ein Coupé im Angebot bei Gross%Schläger.

    http://www.gp-classiccars.de/fahrzeug-details/items/25.html

    Nur genau diesen Vergleich hat das arme Würstchen halt nicht, wenn er auf einer Messe vor dem Objekt plötzlicher Begierde steht. Der Super 90 darf, so wie er auf grund der wenigen Fotos aussieht, vielleicht bestenfalls um die 10-12.000 Euro kosten.

  33. Jetzt bekommt die Diskussion aber einen Hauch des Absurden: bei einem Interessenten für ein nicht restauriertes Fahrzeug in der Preislage eines Porsche 356 wird man regelmäßig davon ausgehen dürfen, daß dieser eine Vorstellung hat, welche Preiskategorien in welchen Zustandsklassen aufgerufen werden. Sollte sich ein Interessent darüber im Vorfeld keine Gedanken machen, so hat er auch keinerlei Mitleid verdient. In Zeiten seuchenhafter Verbreitung von irgendwelchen “Smartphones” ist ein derartiger Martküberblick auch während einer Veranstaltung zu gewinnen.

    Und wo bitte steht andererseits geschrieben, daß auch der mehr oder wenig reichlich angegriffene Super 90 bestenfalls 10-12.000 Euro kosten darf? Wenn wir mal nur just for the sake of argument davon ausgehen, daß das Fahrzeug irgendwo im Mittleren Westen stand, dann sind für den Transport bis zum Hafen schon 500 – 800 USD zu veranschlagen. Ro/Ro-Transport scheint hier bei dem Zustand keine Alternative zu sein, also Containertransport mit Lade- und Entladegebühren weitere rund USD 1.500 – 2.000. Für die Zollabfertigung nochmal rund USD 200,–, auf die ganzen Kosten Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, Transport vom Hafen zum Bestimmungsort Inland – in der Regel auch immer irgendwo 300 Euro-, Nenngeld für Messe, Fahrtkosten und Übernachtungen nochmals 1.000 Euro. Das Auto dürfte ohne weitere Beschaffungskosten in den USA dort dann im Einstand kaum mehr als USD 6.000,– gekostet haben, denn sonst geht die Rechnung noch nicht einmal kostendeckend auf. Zu diesem Tarif sind aber in den USA nun mal keine 356 Cabrio zu bekommen.

    Die Wahrheit liegt wahrscheinlich – wie so oft im Leben – zwischen den beiden Werten.

  34. Nein Detlef,
    es werden in Deutschland der C Type #XKC-003, LM Siegerwagen und nachweisslich verschrottet, angeboten und #XKC-044. Letzteres Fahrzeug gehört seit vielen Jahren, einem Sammler in Australien und wird selten in der Öffentlichkeit gezeigt. Diesen Umstand hat man dazu benutzt, in Deutschland einen zweiten Wagen, mit dieser Fahrgestellnummer zu bauen und bietet ihn jetzt, als den ‘Echten’ an.

  35. Hi Dede,
    ich bin erst gestern Abend zu gekommen, mir Deinen Beitrag anzuschauen. Gefällt mir. Auch Deine Fotos. Es war schon teilweise brutal, wer da alles auf den Freigeländen alte Autos und zu welchem Preis angeboten hat. Die Hälfte schätze ich mal, waren die üblich verdächtigen Fähnchenhändler. Am Sonntag sollen Autos mit Abschlägen von 30 – 40% angeboten worden sein. Da sind wir beide 20.-Jahrhundertler wohl zu altmodisch, um solches Geschäftsgebahren als seriös zu empfinden.
    Wir sehen uns im Juli bei Dir. Daumendrück für Dein Vorhaben,
    Thomas

  36. Als Meister in einem BMW Betrieb dessen Inhaber selbst alte BMW – Oldtimer fährt und in der Szene etwas bekannt ist, kommen immer mal wieder Leute mit Autos zu uns, die sie kaufen wollen und die sie bei uns einer technischen Zustandsbegutachtung unterziehen lassen. Ich brauche wohl niemand zu sagen, daß in vielen Fällen die Interessenten, wenn sie denn die Mängelliste in der Hand halten, etwas ernüchtert sind.
    Ich bin jedes Jahr erstaunt, wenn ich auf der TC sehe, was dort in teilw. welchem Zustand angeboten wird und ich Kaufinteressenten beobachte, die mit feuchtem Blick und offensichtlich narkotisiert in nullkommanix Schlitten kaufen, ohne Möglichkeit wenigstens mal “drunter zu schauen”, Autos, wo ich starke Bedenken hätte, sie auf einer 2-Säulen Bühne hochzuheben ohne dass das Auto durchbricht.

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