Mercedes – Benchi nicht mehr Frankfurt-Kaiserplatz.de

“Wir als Daimler-Konzern sehen in China nicht nur einen Markt mit riesigen Wachstumschancen, sondern wollen auch einen Beitrag zur Entwicklung des Landes leisten…”        “Ein Benchi – so nennen die Chinesen einen Mercedes – hat den höchsten Stellenwert…”      “Deshalb wird der kompakte GLK bald auch in China produziert werden. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Modelle der Nachfolgegeneration der A- und B-Klasse in China gebaut werden…”

Früher gab es einen Laden in meiner Stadt, da ging man hin, wenn man sich einen Mercedes kaufen wollte, weil Anfang der 50er Jahre waren die meisten Autobetriebe zerstört und Mercedes – Händler hatten noch keine Ausstellungsräume.

Nasenplattdrücken an Schaufenstern, dort, im Junior – Haus am Kaiserplatz, wo früher nächtens die Königinnen der Nacht wie Rosemarie, die gut situierten männlichen Gäste des gegenüberliegenden Frankfurter Hof’s ansprachen, ist nicht mehr. Nach fast 60 Jahren ist Mercedes – Benchi ausgezogen.

Frankfurt hat sich in den letzten beiden Jahren nur dort kaum verändert, wo es schon früher unerträglich war, in den Häuserschluchten des Bankenviertels.

.

15 Gedanken zu “Mercedes – Benchi nicht mehr Frankfurt-Kaiserplatz.de

  1. So lange man für die Autoinstrumente in deutscher Beschriftung bei ‘Benchi’ noch keinen Aufpreis zahlen muss, gehts ja noch.

  2. jetzt erzähl bloß, Du seist da regelmäßig hinmarschiert, um Dir Benze anzuschauen. Ein Armutszeugnis ist es schon. Da lassen sie für einen 2-stelligen Millionenbetrag einen Methusalem-Schumacher F1 Rennen fahren und für eine Präsentation ihrer Autos in einer City ist keine Kohle mehr übrig.

  3. Das MB den Laden schließt wäre zu verstehen, wenn MB an anderer Stelle eine adäquate, repräsentative Niederlassung hätte. Dem ist aber nicht so. Die einzigste Innenstandt-Niederlassung, die Hanauer Landstrasse ist alt, heruntergekommen und macht neben den neuen Niederlassungen von BMW und anderen Autoherstellern einen gradezu ärmlichen Eindruck.

    Der Artikel aus der Automobilwoche ist der Hammer. Da kann man sich schon ausrechnen, wann die ersten Benchis in Bremerhaven anlanden.

  4. Ohne einen Making-Of-Trailer vorher, kriegt man so was grässliches heutzutage wohl nicht mehr an den/die Mann/Frau.

    Zum Thema: Auch wenn’s heut noch keiner zugeben will, die Salamitaktik der Automobilhersteller kann nur lauten, mittelfristig dort die Autos zu bauen, wo der Haupt-Markt ist. Ein zunehmend überalterndes Völkchen wie wir, wo immer mehr Menschen ihr Geld für die Sicherung und Erhalt ihres Lebensstandards brauchen und Neuwagen auf der Wunschliste zwangsläufig nach hinten rücken, ist als Standort für Automobilbau nur noch 3. Wahl.

  5. Wenn in der Stadt mit einem der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland – 16.350 Euro – ein Premiumhersteller aus Kostengründen seinen Show-Room schließt, lässt das tief auf seine Einschätzung des zukünftigen Marktes blicken.

    Wie Henry Ford sagte “Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.”

  6. In China produzieren zu wollen, ist die größte strategische Fehlentscheidung von allen – und toppt Schrempps ‚Hochzeit im Himmel’ bei weitem.

    Wer in China einen Fabrikationsstandort aufbauen möchte, muss eine neue Firma Gründen und einen chinesischen Partner zu 50% mit ins Boot holen (wobei dieser nichts, aber auch gar nichts, auch kein Geld mit einbringt). Diese Gute – meist der Partei eng verbunden hat Zugriff auf alle Unterlagen, Blaupausen, etc.. Da wird das Know-how regelrecht verschenkt.

    Warum macht Zetsche das? Um Zeit zu gewinnen. Bis die Chinesen den/die besseren und billigeren GLK, A- und/oder B-Klasse(n) herstellen, vergehen noch ein paar Jahre und danach geht er mit hohen Meriten in den Ruhestand – nach mir die Sintflut. Er hat ja sein Ziel, 1,5 Mio. Fahrzeuge im Jahr herzustellen/abzusetzen erreicht.

    Dabei liegen die Fakten auf dem Tisch. Es gibt gewaltige Überkapazitäten im Automobilsektor und damit nur zwei mögliche Strategien.

    1. Wachstum um jeden Preis. Aufkauf von Wettbewerbern, Verdrängungswettbewerb, Preiskampf, Steigerung der Produktivität, etc. Das sind die Mechanismen des letzten Jahrtausends. Zu glauben, den globalen Wettbewerb in China gewinnen zu können – und das mit Massenprodukten, sie sich in nichts außer dem Preis (vor dem Rabatt) von anderen unterscheiden – ist mehr als naiv.

    2. Nicht 1,5 Mio. Fahrzeuge herstellen zu wollen, sondern nur 700 T – und diesen Fahrzeugen Eigenschaften mitgeben, dass die Interessenten darum betteln, einen unrabattiert kaufen zu dürfen. Hier sind je Fahrzeug wesentlich höhere Gewinne erlösbar, sodass trotz Reduzierung der stückzahlen höhere Unternehmenserträge anfallen. Der Abbau der zu großen Produktionskapazitäten kann nur dann erfolgen, wenn es dem Unternehmen gut geht. Wenn das bisherige Konzept in 10 Jahren an die Wand gfährt, ist es zu spät – dann hilft nur noch die Zerschlagung und dabei wird auch viel Porzellan kaputt gehen.

  7. Uli,

    lies, und besonders den letzten Absatz. Ich halte so etwas für einen Witz. Nur fürchte ich, der Staat wird, um die immer raschere Deindustrialisierung in Deutschland zu bremsen, den Elektro-Boys erstmal wieder ein paar Milliarden in den Rachen schmeissen.

    http://sunilo.wordpress.com/2011/04/19/daimler-motorenfertigung-in-hildesheim/

    Mercedes Benz “Awareness” immer noch 105%… Stringenz dafür zunehmend in den Prozentbereich einer gelben Volkspartei abtriftdend.

    P.S. war Daimler nicht mal an Tesla beteiligt..?.

  8. Seht Ihr, das haben wir jetzt davon. Zetsche und seine Premium – Automobilherstellerkollegen sind richtig böse auf uns, weil wir Geizkragen uns Autos für den täglichen Bedarf immer öfters bei viel preiswerteren Anbietern kaufen. Zwar finden wir die Autochen mit Stern gang ganz toll, aber trotzdem wollen wir für einen Schlitten nicht mehr ausgeben als unbedingt nötig.

    Herr Zetsche und seine Freunde wollen partout nicht einsehen, dass wir keine Deppen sind, wenn immer mehr von uns zum Einkauf unseres 5-Kilo-Paket Tandil mit dem 10.000 Euro Renault Kangoo zu Aldi einkaufen fahren, statt mit einer 20.000 Euro A – Klasse oder am besten gleich mit dem 400 PS SUV.

    Die Daimler – Mänätscher reagieren seit dem Auslaufen der Abwrackprämien wie in einer Art Schockzustand und nicht wie Repräsentanten einer 125 Jahre alten Marke. Markenkommunikation setzt voraus, dass man als “Boss” das Wesen einer Marke kapiert hat und sozusagen eins ist mit ihr. Nur dann spricht man nicht über eine Marke, wie es die Herrschaften von Doimler ständig tun, sondern die Marke spricht und genau das ist eine Grundvoraussetzung für (Schtringenz) Glaubwürdigkeit und Markenvertrauen. Letzteres wird durch Kosteneionsparungswahnsinn und Aktionen wie die Schliessung eines 60 Jahre am gleichen Standort gewesenen Show-Rooms irreparabel beschädigt.

  9. Ich verfolge das Gezerre um den Verkauf angeblich unrentabler Niederlassungen jetzt seit Monaten und ich fürchte, andere Niederlassungen werden folgen. Ich versteh nur wirklich nicht, warum in Deutschland offenbar kein Käufer vorhanden ist für eine Marke, um die man sich vor 30 Jahren noch geschlagen hätte und warum heute nur noch Chinesen ?

  10. Pingback: Benchi und die Welt der Blasenschwächlinge | MotorBlöckchen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>