Tarantella und Goethe kam doch nur bis Sorrent

Es ist gar keine so schlechte Idee, sich in Zeiten wie diesen etwas zu entkoppeln vom Feindlichen da draussen, von Schweinebankstern, (muss man sich angeschaut haben) und verlogenem, feigem, kredithebelnden Politiker-pack, und einem beim Lesen ausspionierenden Assbook – Zeitdieben, und sonstigem Unrat und Gesocks.

Dann denke ich oft an  Pläne Mitte der Neunziger, eigentlich in dem Alter in dem ich jetzt bin, im südlichen Kampanien ein kleines Bauernhaus oberhalb der in dieser Region steilen Felsküste zu besitzen, und dort statt Wlan und 10.000er TDSL, meine schwäbisch – ländlichen Gene sich in Olivenhainen und riesigen Schnittlauchfeldern austoben zu lassen, während in der Garage ein puristisches, kleines, rotes italienisches Coupé, z.B. so wie dieses, wartet, ein Pininfarina Cisitalia Grand Sport 202 – 1950, 4 Zylinders, 1100 ccm, Fahrwerk von einem modifizierten Fiat 500… aber so ist es mit Zielen, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Aber ich liebe die Tarantella,  die in dieser Region Neapel und Apulien zu Hause ist. Ein wilder Tanz, dessen Name von seiner Verursacherin stammt, der giftigen Tarantel, die früher in dieser Gegend in grossen Mengen vorkam. Ihr Gift hatte eine betäubende, schwächende Wirkung, und wer von ihr gebissen wurde, musste tanzen, schnell und immer schneller, und singen, um dem Gift entgegen zu wirken. Musik als Gegengift, ungebändigt, laut, direkt, mitreissend, heiss und immer schneller werdend, sollte die einschläfernde Wirkung des Gifts verhindern.

Die Tarantella hatte später Eingang in die klassische Musik gefunden, wie hier in einen Walzer. Und unvergessen auch die herrlichen Sequenzen “Der Pate”, und wie in einigen der herrlichen Lieder und Arien, die ich mir heute an diesem wunderbaren Spätsommerabend zusammen mit dem ersten Fläschen Winternachschub an Regaleali Tasca d’ Almerita gönne.

So ist es das einfache Landleben, der Wein aus Sizilien, wunderbare entspannende Musik von Marshall & Alexander.

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6 Gedanken zu “Tarantella und Goethe kam doch nur bis Sorrent

  1. Gabi,

    weil man mit Schnittlauch Kohle macht, ohne Ende, was wohl nur noch von Trüffeln aus Alba übertroffen wird. Leg mal so ein Bündelchen aus 6-8 Halmen auf die Waage und frag Dich dann, wofür Du grade im Supermarkt 80-90 Cent gezahlt hast? Grünes Gold…

    Hartmut,

    ich schrieb oben “entkoppeln”. Aber trotzdem danke, ein klasse Link.

    :-)

  2. “Vorstandschef Josef Ackermann hat jetzt eingeräumt, den angepeilten Rekordgewinn nicht zu erreichen, sogar Stellen sollen gestrichen werden.”

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,789778,00.html

    Eine Occupy – Bewegung könnte so wie Stuttgart21 hier bestimmt Bewegung in die schnellere Umsetzung bringen, den Banken die Federn zu stutzen, die die Regierung 2008 während der Bankkrise großmäulig angekündigt hatte.

  3. Na, haben es jetzt alle gerafft, warum es Madame IWF-Chefin Christine Lagarde garnicht schnell genug gehen kann, “Frisches” zu bekommen?

    http://www.focus.de/finanzen/news/iwf-g20-notfalls-neues-geld-fuer-banken_aid_668076.html

    Deshalb:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/wieder_kaempft_eine_grossbank_um_ihre_existenz_1.12811747.html

    Wenn die Dexia kippt, kommt das annähernd an die Pleite der HRE heran und dann gehen bei dem Hauptanteilseignern, den Franzosen, einige Lampen aus.

  4. Tja, wenn eine Dexia und andere große Lasvegasbanken umkippen und das Inkassobüro beim Franzosen nebenan klingelt, und bei ist – unerwartet – die Kassen leer, ja, dann muß halt der gute deutsche Nachbar schneller ran als er gedacht hat.

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