(Nach-) Beitrag: Sich für Radkappensterne schämen

Diesen (Nach-) Beitrag hierzu, widme ich einem bestimmten emsigen Blogschreiber. Ihn als Niete an der Tastatur oder gar Zetsche’s A….kriecher zu nennen, möchte ich nicht nur aus Höflichkeitsgründen einem angeblich für lau blogschreibenden Kollegen gegenüber vermeiden, denn vor vier Jahren hatte ich einen Motoreninstandsetzer  indirekt als “Niete im Blaumann” bezeichnet, worauf mir diese Wortwahl einige Briefe vom Gelben, strunzdumme Abmahnungen, Einstweilige Verfügungen und tausende Euro Kosten einbrachten und der Beginn einer lebenslangen Feindschaft waren. Deshalb nenne ich ihn nur Lohnschreiber der PRoll-Abteilung der Daimler Benz AG, und Stupid auch. Dich, Jörg Enger, Du ahnungsloser Wiederkäuer und Punktundkommaabschreiber von Pressemeldungen von Zetsches PRollabteilung, mein Mitleid zu diesem Bericht da:

“…Die vielseitige Aufstellung von Produkten zahlt sich aus: „Mittlerweile ist Mercedes-Benz Argentinien ein hoch spezialisiertes regionales Kompetenzzentrum für die Produktion von Transportern sowie Fahrzeugen für den Personen- und Güterverkehr für den Export und den Inlandsmarkt“, betonte Roland Zey, Leiter Mercedes-Benz Argentinien. „Das geht aber nur mit äußerst qualifizierten und motivierten Mitarbeitern, wie wir sie seit Jahrzehnten bei uns haben – dank ihnen haben wir seit unserer Gründung fast eine halbe Millionen Fahrzeuge produziert und sind klarer Marktführer in Argentinien.“

Ich finde ja, man sollte Ignoranz, und damit mein ich jetzt die Ignoranz von Zetsche & Konsorten, nicht nur mit Verachtung bestrafen, oder mit Zorn und Ablehnung. Das trifft diese Leute nicht richtig. Wenn man ihnen richtig weh tuen will, muss man sie demütigen, indem man ihnen klarmacht, dass sie selbst, jetzt mal aus Sicht eines Keinblattvordemmundschreibers, und obwohl die von ihnen geklaute sich einverleibte Automarke Geschichte geschrieben hat, ihre alten Autos den Anspruch erheben Kulturgüter zu sein, sie selbst, angesichts eines von ihnen  ausgeschlachteten Weltkindertags und in dem sie andereseits die Aufklärung über ermordete Firmenangehörige und geraubte Babys zu verhindern versuchen, einfach dumm, primitiv und zynisch sind, und damit keinen Deut besser als jeder schmierige Johurnalist,  Blödzeitungsschreiber und dumpfbackige Ost-Nazi-Symphatisant.

Ich verfolge die Geschichte, der verschwundenen Gewerkschafter von Mercedes-Benz Argentinien und der geraubten Babys, wegen der ich mich wahrscheinlich eines Tages einmal schämen muss, von der Marke selbst fasziniert zu sein, schon seit Jahren. Jetzt hat die Journalistin Gabi Weber  darüber Neues berichtet:

“Jetzt muss Daimler sich auf eine Anklage wegen mehrfachen Mordes vorbereiten. Und wenn herauskommt, in welchem Ausmaß sich die Bundesregierungen über die Jahre involviert haben, um Verfahren gegen Daimler zu verhindern, wird das auch noch mal richtig doll peinlich. Insofern: Daumen drücken, dass da mal die Wahrheit ans Licht kommt!

Danke an einen der besten, deutschen Blogschreiber, an Fefe, für diesen Beitrag. Das musste ich einfach noch mal loswerden. Punkt.

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16 Gedanken zu “(Nach-) Beitrag: Sich für Radkappensterne schämen

  1. Alternate,
    stimmt aber so nicht.
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mercedes-benz-argentina-kollaborationsvorwurf-unter-einem-schlechten-stern-1.1099487

    Die bisherige Vorstellung von Daimler, überall auf der Welt koste was es wolle dicke Geschäfte zu machen aber nirgendwo dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können und wenn, nur vor einem deutschen Gericht, dürfte ausgeträumt sein.

    Eine interessante Geschichte, die ich mal weiterverfolgen werde.

  2. Beim deutschen Michel kommen Aufmacher wie “Bundesregierung plant Steuer auf Gartenzwerge” (nur Spass!) und wie heute “hat die Post Kunden um 5 Milliarden Euro Portokosten beschissen” besser an.

  3. “Im Schwabenländle legt man bekanntlich Wert auf die “Kehrwoche”. Unbestätigten Gerüchten zufolge kann man sich in kleinsten Schwäbischen Dörfchen niederlassen und wird sehr bald in die Dorfgemeinschaft integriert, ganz egal woher man kommt und welche Sprache man spricht. Nur eine Bedingung ist daran geknüpft: man muss die Kehrwoche einhalten. Samstag morgens (und nur dann!) wird der Bürgersteig vor dem Haus bis zur Straßenmitte von jedem Anwohner gefegt und dabei wird ein Schwätzchen mit dem Nachbarn gehalten.

    Schade, dass sich dieses Gespür fürs wöchentliche (Ein)Kehren nicht auf die Geschäftskultur bekannter Schwäbischer Autobauer übertragen lässt.”

    Quelle: http://steuergerechtigkeit.blogspot.com/2011/11/wie-daimler-in-russland-schmierte.html

    Also warum hat es wohl Jahrzehnte gedauert, bis es jetzt zu einem Gerichtsverfahren kommt? Noch Fragen?

  4. Das z.B. die FAZ das Thema nicht aufgreift ist verständlich. Momentan erleuchten nämlich strahlende Sterne den Himmel über Stuttgart. Zetsche hinter der aufgeschlagenen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) ist just das aktuelle Motiv der „Kluge Köpfe“ – Kampagne. Natürlich vor dem Sternenbild des Großen Wagen.

    Wenn die F.A.Z. mit ihren klugen Köpfen seit langem gesellschaftliche Themen und Ereignisse aufgreift und herausragende Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen ablichtet – und immer hinter der aufgeschlagenen Zeitung mit dem Claim “Dahinter steckt immer ein kluger Kopf”, könnte das als Werbung für die FAZ gedachte Motiv mit Dieter Zetsche, was ab 19.11.2011 in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften zu sehen ist, für die FAZ der bekannte Griff ins Klo gewesen sein.

    http://www.youtube.com/watch?v=8rES5dd2nHE&feature=player_embedded

  5. Oh, Lord, would you buy me a Mercedes Benz….“ Jetzt, nachdem ich das gelesen habe, in diesem Leben ganz bestimmt nicht mehr.

    Hutab

  6. Was wünschen Sie sich als neuer „Kluger Kopf“ von anderen „Klugen Köpfen“ aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland?

    Dr. Zetsche: “Ich wünsche mir ein Eintreten für Werte und den Mut, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen. Zudem wünsche ich mir eine klare Absage an Populismus.”

    Ich sage nur: Dr. Zetsche, fangen sie mit der Aufarbeitung dieses wahrscheinlich düstersten Nachkriegskapitels an. Wohl an.

    Quelle: http://www.mercedes-fans.de/inside/inside_artikel/kluger_kopf__besondere_sternstunde_fuer_dr__dieter_zetsche/id=3059

  7. Der FAZ geht es wie der Katholischen Kirche: Ihr laufen nach und nach die Kunden weg. Und wenn einem dann das über Jahrzehnte mühsam erarbeitete eigene Profil auch noch verlustig geht, leiht man sich eins. Hat, wie man liest, in all den Jahren 80mal funktioniert.

    Aber Zetsche dafür zum “klugen Kopf” zu machen, ist just zum falschen Zeitpunkt, wo es um die überfällige Aufklärung von Mordtaten geht, die der von ihm geführte Konzern möglicherweise zu verantworten hat, natürlich ein voller Griff in die Scheizze.

  8. Da komm ich nach Monaten wieder mal hier zum lesen und dann das. Ich bin von der Chuzpe dieser Herrschaften entsetzt. Aber in einem Land, wo ein Verfassungsschutz mehr und mehr in den Verdacht gerät, 10 rechtsextreme Morde durch wachsame Passivität indirekt unterstützt zu haben, wundert einem so was nicht.

  9. Detlef,

    die Langversion hast Du ja schon per E-Mail bekommen. Hier die Kurzversion: ich kannte Deinen Blog bis vor ein paar Tagen gar nicht. Von einer Marktlücke sprechen kann man wohl nicht, weil Du ja diese Arbeit total werbefrei und für “lau” machst. Unter kommerziellen Interessen betrieben, könntest Du mit dem Motorblöckchen bestimmt Geld verdienen.
    Ich habe auf die Schnelle erst ein halbes Dutzend Beiträge gelesen. Klare Meinung: gut, nein, viele Beiträge hochinteressant und sogar sehr gut gemacht. Das liese sich ausbauen wenn Du wolltest. Egal wie, unbedingt weitermachen.

  10. Was soll man in einem Land, dass jetzt schon wieder seit drei Tagen von der Frage gebannt ist, was einen Schiedsrichter Babak Rafati dazu getrieben hat, sich das Leben nehmen zu wollen und wo Reporter diesem Mann auf Schritt und Tritt folgen, anders erwarten?

    Die jahrzehntelange Verblödung durch Bildungsträger und Presse trägt volle Früchte.

  11. Pingback: Wikileaks: Die Fingerabdrücke von Daimler Benz am Tatort

  12. Pingback: Schwäbische Maultaschen, Antifaschismus und der Stern | MotorBlöckchen

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