4. Advent – Humor a la Maik Hirschfeld vom Deuvet

Ich habe nichts gegen den Deuvet. Ich war bis letztes Jahr selbst noch dort Mitglied und habe auch „gespendet“. Ich mache mich auch über keinen lustig und habe keine Klischeés über die Deutschen, wie: Sie essen Sauerkraut und Haspel, trinken viel Bier, fallen im Sommer am Gardasee als Autofahrer im Feinrippunterhemd auf, und sie sind wichtigtuerische Vereinsmeier, die was immer es zu beklagen, bekritteln, befeiern, bestaunen und zu bewundern gilt – sie haben einen Verein dafür.

Ich kann mit den Dünkeln verschiedenster Menschen und Charaktere bestens umgehen, solange ich nicht vor lebensgrossen Pappmachétigern den Hut ziehen muss, und was ich ab einem Punkt nicht mehr ertrage, verblogge ich. Hier. Manchmal. Denn die meisten sind höchst angenehme Menschen. Aber jetzt ist es mal wieder soweit:

Mal zum Deuvet, denn was ich da amüsiert lese, darüber kann ich nur den Kopf schütteln.

“Uns Oldtimerfahrern geht es gut: Wir haben H-Kennzeichen und günstige Versicherungen, dürfen in Umweltzonen fahren, die Teileversorgung ist gut dank der Unterstützung vieler Hersteller, unsere Fahrzeuge sind ausgesprochene Sympathieträger. Dies ist eine goldene Zeit für Oldtimer. Leider ist es ein sehr zerbrechliches Glück. Seit Jahren warne ich vor den Gefahren und habe diverse Szenarien zusammengestellt…”

Artikel wie dieser, erinnern mich spontan an die viele, viele Werbung mit den süßen Glückschweinchen mit Kleeblätern in süßen Mäulchen. Ist es nicht immer wieder schön zu erleben, wie die bedrohte Kreatur, die der Mensch frisst isst, von ihm zuvor noch mal richtiggehend verarscht wird?

Spass beiseite, Profis machen es anders, schmücken sich nicht mit fremden Federn und klappern nicht wie früher Versicherungsdrücker Herr Kaiser mit dem Sargdeckel, um sich – womöglich für die nächsten 20 Jahre – als unentbehrliche Verteidiger deutscher Oldtimer-WichtigmachereiKultur darzustellen und Spenden für den Deuvet zu generieren.

Ich habe eine Goldidee für den Deuvet: Wie wäre es, wenn die großen Player, die, die am 5 Milliarden – Kuchen der Oldtimerbranche richtig mitverdienen und mindestens ebenso als virulent gefährdet gelten müssten – vorrangig die Classic – Center mit ihren Junkiepreisen für Ersatzteile, Oldtimer-Magazinen, die Millionenumätze mit Anzeigen generieren, Gutachter-Vereinigungen, die alljährlich zehntausende Oldtimer begutachten und bewerten, Versicherungen die an Minimal-Schadensfallrisiken blendend verdienen u.v.a.m. – sich zusammentäten, um eine große Spenden-Aktion für die virulent bedrohte Spezies Oldtimer ins Leben zu rufen?

In ihren Classic – Print – Medien die Spendenaufrufe mit Kontonummer, dazu gelegentlich den Auftritt eines Maik Hirschfeld, dem Deuvet – Boss – schlichtund einfach, aber sauber gekleidet – der dem Oldtimerbesitzer erklärt: “Wir haben schon so viel für Euch gemacht und nur wir halten Euch in der Welt der Neider die Straßen frei. Leider können wir davon gerade mal so leben, haben aber kein Geld übrig, um wenigstens einmal im Jahr ein bisschen Party zu machen mit italienischem Büffet, französischem Champagner und geistigem Dünnpfiff  Smalltalk. Bitte, bitte helft uns mit einer kleinen Spende!”

Was meint Ihr, liebe Leser: Wäre das nicht was? Ich würde sogar den 1. Euro spenden.

Ich habe nur mal drüber geschrieben. Das macht Appetit, auf den aus der Küche bis in mein Home-Office duftenden und jeden Moment essbereiten Spanferkelbraten mit rohen Klößen und Rotkraut.

Und humorvolle Grüße zum 4. Advent.

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18 Gedanken zu “4. Advent – Humor a la Maik Hirschfeld vom Deuvet

  1. ” Wie wäre es, wenn die großen Player, die, die am 5 Milliarden – Kuchen der Oldtimerbranche richtig mitverdienen und mindestens ebenso als virulent gefährdet gelten müssten – vorrangig die Classic – Center mit ihren Junkiepreisen für Ersatzteile, Oldtimer-Magazinen, die Millionenumätze mit Anzeigen generieren, Gutachter-Vereinigungen, die alljährlich zehntausende Oldtimer begutachten und bewerten, Versicherungen die an Minimal-Schadensfallrisiken blendend verdienen u.v.a.m. – sich zusammentäten, um eine große Spenden-Aktion für die virulent bedrohte Spezies Oldtimer ins Leben zu rufen? ”

    Du hast das Handwerk auf goldenem Boden, die Edelrestaurier und die vielen Oldtimer-Fähnchenhändler vergessen. Und Martin Halder, Meilenwerke.

    Klasse Dein Beitrag. Lass es Dir schmecken.

  2. Der gute Herr Hirschfeld macht sich offenbar nicht mal die Mühe einen solchen Spendenaufruf neu zu schreiben. Statt dessen holt er einen Entwurf raus, den er schon 2009 verfasst hatte und jetzt erst unters Völckchen der Lohnschreiber streut.

    Im Classicindex steht mit Datum vom 22.11.2011 !:

    “Leider ist es ein sehr zerbrechliches Glück. Seit Jahren warne ich vor den Gefahren und habe diverse Szenarien zusammengestellt, die in loser Abfolge 2011 und 2012 als DEUVET Newsletter erscheinen werden.”

    http://www.classicindex.eu/Szene-Allgemein/oldtimer-an-der-klippe.html

    Die Antwort von Classicindex zeigt, das das ganze eine PR-Nummer für 123-Ignition Zündungen ist. Das hat der MVC – Schreiber schon begriffen, denn sonst hätte er 4 Wochen später als Classicindex das obige Zitat übernommen. Peinlich.

  3. Interessanter Link zur Initiative Pro Oldtimer. Ich hatte auch geglaubt das der Deuvet die Mutter des H-Kennzeichens sei. Was ist aus der Initiative geworden?

  4. Wenn man glaubt, dass sich Dinge in absehbarer Zeit so ändern, dass man diese nicht wie bisher verwenden kann, dann muss man bereits sein nach Alternativen zu suchen. Hat man diese gefunden, dann muss man auch zulassen, dass zumindest einige fortschrittliche Denker diese Möglichkeiten auch realisieren. Nicht nur der DEUVET, alle “unsere” Vertreter in Oldtimerfragen beharren auf absolut originalem und beklagen sich früher oder später darüber, das nicht mehr geht. Alternativen findet man z.B. in dem Bericht ” http://www.classicindex.eu/Szene-Allgemein/oldtimer-an-der-klippe.html “. Muss man nicht machen, kann man aber. Darf man auch?!!

  5. Die beste Vertretung für die Interessen von Oldtimerbesitzern sind die Classicabteilungen der großen Automobilhersteller und Zulieferer wie Bosch. Sie erwirtschaften inzwischen dreistellige Millionenumsätze in dieser Branche und sind über ihren VDA politisch ein paar Klassen besser vernetzt als der Deuvet. Die ganze Panikmache und Hickhack vom Deuvet um die H-Kennzeichenverodnung ist mir noch in zu guter Erinnerung.

  6. Erst in 10 Jahren? Ich denke, bei all den Autobesitzern mit gelber Plakette dürfte an 01.01.2012 nach und nach ab die Stimmung kippen.

    Dann nämlich, wenn ihnen mit ihrem erst 10 Jahre alten Cdi ohne Partikelfilter ab dann verboten ist, in Umweltzonen hineinzufahren und eine 1981er Jahre Massenscherbe, die der Abwrackprämie entronnen ist, aber dafür mit H-Kennzeichen, an ihnen vorbei in die Innenstadt fährt.

  7. Die jetzt vom Bundesrat durchgewunkene Regelung für Wechselkennzeichen hat eindeutig das Ziel, weniger Mutters Zweitwagen zu mobilisieren, sondern das Papi eben als dritten das E-Mobil kauft. Ich könnte mir schon vorstellen, dass zwecks Ankurbelung des lahmenden Binnenmarktes in Zukunft auch an H-Kennzeichen und den Bedingungen dafür gekratzt wird. Wenn’s mal halt kein H-Kennzeichen mehr gibt, schlag ich mir ein paar Eier drüber und fahre halt mit normalen Kennzeichen und zahl auch gerne die normalen Steuern dafür.

  8. Wenn man um jedes Haus in Frankfurt wo man in den letzten 30 Jahren den Denkmalschutz aufgehoben und es abgerissen hat, so einen sakrosanten Palaver gemacht hätte wie so enige Herrschaften in der Oldtimerszene um den Fortbestand ihrer Privilegien, sähe es in Frankfurt schöner aus. Einfach nur peinlich.

  9. Alle Mercedes Benz Oldtimer – Clubs sind an den ADAC als Kooperativclubs angedockt. Mind. die Hälfte aller Oldtimerbesitzer haben noch ein Alltagsauto und sind Mitglied im ADAC. Falls es eines Tages wirklich zu Restriktionen gegen Oldtimer kommen sollte, ist man durch einen Verein mit über 17 Millionen Mitgliedern und damit einem politischen Schwergewicht, bestimmt besser verteten als bei der Pusemuckelbude Deuvet.

    http://www.adac.de/_mmm/pdf/Oldtimerwelt_2012-01_104808.pdf

  10. Da glaube ich aber nicht dran!!!

    Alse es um Fahrverbote in Feinstaubzonen ging, war Schweigen im Wald. Im Gegenteil. der ADAC hatte noch gegen Stinker gehetzt, obwohl mehrere Millionen Mitglieder von der nachgewiesenermaßen wirkungslosen Verordnung betroffen waren.

    Der ADAC ist eine Versicherungsagentur mit angeschlossenem Reisebüro und einem Anzeigenmagazin für Treppenlifte und Präparate gegen Blasenschwäche.

    ABER AUF KEINEN FALL EINE INTERESSENVERTRETUNG DER AUTOFAHRER BZW. MITGLIEDER

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