Bookmarks 11.02.2011; “Betrug beim Porschekauf”

Hehe…

“…Der perfekte Wagen. Das 1972 er 911er Coupé zum Schnäppchenpreis ist MEIN”…  ” Schließlich ist der Mann Professor”…   “Ich möchte schließlich die deutsch-griechische Freundschaft nicht durch solche Lappalien wie finanzielle Diskussionen belasten”… “Der arme Kerl verkauft das schöne Auto also aufgrund einer angespannten emotionalen Stresssituation mit seiner wahrscheinlich anstrengenden griechischen Ex”…   “Ein Porsche 911 S 2.4 Coupé im Spitzenzustand für den Gegenwert eines größeren Gyrostellers”…

Ich hatte nicht gedacht, dass, nachdem einem uralten Bekannten um ein Haar fast ziemlich das gleiche mit einem in Südamerika offerierten und um einiges teueren Benz passiert ist, so was öfters abgezogen wird. Ich habe mich wohl getäuscht. Aber bevor’s jetzt wieder losgeht, “so was könnte mir nie passieren”, lest mal Teil II hier und die allgemeine Ernüchterung Teil III hier.

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11 Gedanken zu “Bookmarks 11.02.2011; “Betrug beim Porschekauf”

  1. Uraltes Sprichwort: Der Gewinn des einen, ist der Verlust des anderen.

    Klasse Link.

  2. Ich kenne den Gimmick mit Autoverkäufern, die aus beruflichen Gründen von Deutschland nach Grossbritannien umziehen mussten und dort – oh Wunder – plötzlich feststellten, dass sich ihr Lenkrad auf der falschen Seite befand, weshalb sie sich jetzt ganz schnell und ganz billig davon trennen müssen.
    Der Rest mit Spedition, Treuhänder, Anzahlung etc. ist identisch. Und die Leute, die drauf reinfallen und wildfremden Menschen ohne Gegenleistungen und Sicherheiten 4-stellige Beträge überweisen, passen sämtlich unter den Hut namens “Gier frisst Hirn”. Das dürfte auch der Hauptgrund sein, warum sie nicht zur Polizei gehen: Wer den Schaden hat, spottet bekanntlich jeder Beschreibung…

  3. Tractionavant,

    “Gier frisst Hirn” ist zu einfach. Schau ruhig mal rein:

    http://www.wensauer.de/bauch-schlaegt-kopf.html

    Es müsste heißen: “Bauch schlägt Kopf” und zwar in 99% der Fälle. Genau das ist seit zehntausenden Jahren die einzige Grundformel guten Marketings. Grob gesagt: Wenn das nicht so in unseren Genen drinsitzen würde (Maslowsche Pyramide), gäbe es bspw. heute kein eBay Auktionshaus, würden nicht immer und immer wieder Leute auf Kapitalanlageangebote von Banken und Betrügern, auf in Sklavenfabriken billigst hergestellte und uns “Deppen” überteuert angedrehte Apfel-Kult-Handys, auf Ramschangebote von Elektroblödmärkten, schwedischen Preßspanscheissmöbelhändlern, 200-Euro-Flat-Rate-Reiseanbietern etc. etc., kurzum, auf das Blaue vom Himmel, hereinfallen, würden wir uns beim Italiener vom plötzlich neben dem Tisch stehenden Patrone, nicht für 20,00 Euronen Aufpreis Alba-Trüffel über die auch ansonsten “ohne” sättigende Pasta schaben lassen, dann könntest Du morgen sämtliche Aktienbörsen, Lotto- und Wettanbieter, Luxuswarenhersteller und viele, viele andere mehr, dichtmachen, die alle nichts anderes ausnutzen, als den Trieb des “steinzeitlichen Sammlers im Spätkapitalismus” in uns ausnutzen, mehr haben zu wollen, als wir für das tägliche Leben brauchen, anders sein zu wollen als andere (Distinktion), einfach besser zu sein als andere!!!

    Aus eigener Erfahrung: So sind wir bspw. auf eine Niete im Blaumann, einen Motoreninstandsetzer, reingefallen…

    Nee, kriminelle Auto-Trickser gabs früher schon und wirds immer geben und sie unterscheiden sich von den ganzen anderen heutigen Tricksern nur in einem: Sie liefern gar nicht. Es wird immer Leute geben, die denken, “mir nie” und trotzdem auf sie reinfallen, weil “Bauch schlägt Kopf”, im entscheidenden Moment immer. “Drei-zwei-eins-meins”. Wir sind nun mal alle Steinzeitjäger, neudeutsch: Junkies.

    P.S. Wobei ich manche Bauchentscheidung wirklich nie bereut habe… Stichwort “Copilotin”…

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  4. Bingo, Detlef.
    Du verblüffst mich immer wieder. Marketing mit ein paar Sätzen erklärt. Genau so isses. Gegen geschickt geweckte, starke Emotionen sind wir machtlos. Das Apfel-Handy ist ein gutes Beispiel. Und wem das Wasser bei so einem angebotenen Auto aus dem Maul läuft, fällt zu 99% auch auf so ein Betrugsangebot herein. Ist menschlich.

  5. P.S. Wobei ich manche Bauchentscheidung wirklich nie bereut habe… Stichwort “Copilotin”…

    Ist das aber süüüß

  6. Manche Online-Käufer scheinen schon dermaßen gebrannte Kinder zu sein, dass sie immer sofort von der Schlechtigkeit der Welt ausgehen.
    Das habe ich grade als Verkäufer bei ebay festgestellt: Mein Sohn spielt seit langem keine Holzeisenbahn mehr und Brio – Sets sind, weil neu auch teuer, sehr gefragt. Also hat er sie im Originalkarton einsortiert, ich habe alles fotographiert und sie versteigert und Herr Sohnemann konnte das Geld in seinen ersten PC investieren.

    Beim Einsortieren hatte der junge Mann offenbar zwei konstruktiv unwichtige 08-15-Figürchen vergessen. Der Käufer fragte aber nicht einfach nach, ob es sein könnte, dass da noch ein bisschen was fehlt. Nein, er verlangte schriftlich sofort eine “angemessene Kaufpreisrückerstattung von 40%” und drohte andernfalls mit negativer Bewertung. Er hätte doch auch freudlich nachfragen können, und wir hätten ihm die Teile, die wir nach kurzer Suche fanden, auch so nachgeschickt. Nachdem ich ihm was von strafbarer Nötigung antwortete, war Ruhe.
    Ich will nach meinen Erfahrungen als Verkäufer nur sagen, auch manche Käufer versuchen hier ihre Schmutznummern abzuziehen.

  7. Der hier geschilderte Fall hat zwar so einige Besonderheiten, aber trotzdem ähnelt er vielen Schilderungen von Käufern die Online Autos entdeckten und kauften. Detlef, Du weißt wovon ich rede. Mich erstaunt es immer wieder, wenn in meinem Oldtimerforum plötzlich neue Mitglieder auftauchen und in einem Erstbeitrag ihren vermeintlichen bei eBay erbeuteten Schnapp vorstellen, mit Fotos von heruntergerittenen, verranzten und fahruntüchtigen Eimern und verbunden mit vielen Fragen die vor Naivität strunzen. “Wo kriege ich am besten das passende Autoradio und Fußmatten her?”

    Als ich die Geschichte von dem Porsche las dachte ich einen Moment lang, der Porsche-Käufer hat gegen diese Jungs und was auf die an zehntausenden von Euro nicht einkalkulierten Kosten zukommt, um so einen Eimer halbwegs herzurichten, sogar noch Glück gehabt.

  8. Das Glück für Herrn Fulland war wohl der lange sich hinziehende Schriftwechsel, in dem der Schädel langsam wieder seine Denkpflichten übernahm. Er hat ja sogar in Teil III das Ausweisfoto des Betrügers veröffentlicht. Bei den heutigen Möglichkeiten dürfte es doch kein Problem sein, die Type aus dem Verkehr zu ziehn.

    P.S. Das mit dem “Bauch” kann ich bestätigen. Immer wenn ich vor der Wursttheke stehe :-)

  9. Pingback: Déjà vu mit Porsche 911SC in Schottland

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