Einmal reingefallen reicht nicht

Ich habe es schon zu Zeiten der New-Economy nie verstanden, wie man sein Geld “Chicago-Boys”, wie sie damals genannt wurden, geben kann, Typen wie Eric Lefkofsky, die man ausser ihren  Versprechungen auf ihren Webseiten,  nie gesehen hat, weil sie sich im Hintergrund halten, mit nicht den Standards entsprechenden Geschäftszahlen tricksen, man ihnen nicht mal auf den Zahn fühlen und checken kann, was sie wirklich auf der Pfanne haben, bis dann halt wieder alles zu spät ist und die Insolvenzverwalterschreiben kommen.

Inzwischen habe ich jeden Morgen Mehrfach – Post von seiner Firma Groupon in der E-Mail-Box, der Firma, die die 6-Euro-Rumpsteak-mit-Beilagen-Schnäppchenjäger anlockt, damit ihnen beim nächsten Besuch des Lokals dann mit auf edel servierten Großmarktsonderangeboten120-Euro-Kobe-Steaks das hessische  Fell über die Frankfurter Ohren gezogen wird.

Die FAZ schreibt inzwischen auch von Schnäppchenjägern und Heuschrecken.

Das es da jetzt schon zu massiven Deal – Problemen kommt. wundert mich nicht. Jeder kriegt halt auch die Kundschaft, die er verdient.

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Update 23.02.2012: Ich habe noch einen mir nicht bekannten aber sehr interessanten Artikel der FAZ vom 07.02. eingefügt, Danke Hartmut.

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9 Gedanken zu “Einmal reingefallen reicht nicht

  1. Facebook: Rund 3,7 Mrd. Dollar Umsatz, 1 Mrd. Dollar Gewinn
    Groupon: 1,6 Milliarden Dollar Umsatz, 351 Mio. Dollar Verlust

    Und es dürfte rauher für die Rabattmarkenonkels werden. Groupons schärfster Wettbewerber DailyDeal ist vergangenes Jahr von Google übernommen worden und wenn Google richtig Geld für Werbung und Marketing in die Hand nimmt und tief Luft holt, hängt Groupon denen quer unterm Schnurrbart.

  2. Davor soll Google 2010 fast 4,5 Milliarden Euro für Groupon geboten haben. War den Jungs aber nicht genug Kohle für ihr Verlustunternehmen.

  3. Von den 39,– € verbleiben rund 50% als Provision bei Grupon. Für 18,– Euro incl. Mwst. kann PitStop grade so den Lohn für die ganzen aufgeführten Arbeiten blechen. Das den Geizhälsen die drauf reinfallen, dann beim Frühjahrs-Check wahrscheinlich der neue Auspuff, Bremsbeläge und Ölwechsel etc. etc., aufgeschwatzt wird und “ach ja lieber Kunde, ihre Sommerreifen haben leider, leider nicht mehr die vorgeschriebene Profiltiefe, die dürfen wir leider nicht mehr montieren… wir haben da aber grade ein Sonderangebot für Sie…” gönne ich den Coupongeizhälsen.

  4. Ich hatte mich vor über einem Jahr auch dort angemeldet. Grade die 50 und mehr %-Angebote von Restaurants hauen einem manchmal um und sind verlockend. Aber offen gesagt, mir wäre es peinlich mit meiner Frau Essen zu gehen und wenn die Rechnung kommt Gutscheine aufs Tablett zu legen.

  5. Ich habe es schon zu Zeiten der New-Economy nie verstanden, wie man sein Geld “Chicago-Boys”, wie sie damals genannt wurden, geben kann”

    Alles Psychopathen. Die Initiatoren wie die Anleger die denen die Aktien aus den Händen reißen. Wenn denen einer 100 % arbeitsfrei zu schnappende Kohle verspricht, setzt der Verstand aus. Genau so, wie bei den lt. Spiegel 10000 Anlegern der Deutsche Bank “Todeswetten”.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711668,00.html

  6. Martin,

    was die “Todeswetten” betrifft, habe ich heute Abend im Ticker gelesen, die Deutsche Bank soll sich grade heute auf den Rücken gelegt haben, Hals nach oben und will den Anlegern ihre Anteile zurückkaufen.

    Wobei, den 10.000 Anlegern hätte ich einen 100%-Hair-Cut gewünscht.

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  7. “das hessische Fell über die Frankfurter Ohren gezogen wird.”

    Brüll.

    Ansonsten hast Du mal wieder voll recht. Von der Tiefkühlaufbackstation des Filial-Bäcker wo ich manchmal morgens sog. Brötchen kaufe, unserem Rewe Supermarkt, dem Karstadt-Kaufhof-Kaufhaus bis hin zu unserer blau-weissen Tanke könnte ich den ganzen Tag Kundenkarten aus der Jacke ziehen, die mir im Gegenzug dafür, dass ich Tante Emma – und die wenigen übriggebliebenen, kleinen inhabergeführten Läden an der Ecke links liegen und sterben lasse, für erbrachte Kundentreue und Möglichstvielkauf, die schönsten Geschenke vom Himmel herunter versprechen.

    Wenn ich lese, dass Groupon seinen Einzelhändlern oder Dienstleistlern im Schnitt nur 50% des Gutscheinwertes erstattet und sie damit auspresst, könnte ich der armen Sau die mir die Haare oder Fußnägel schneidet, die Zähne weissmacht oder mir ein Menue für ein Viertel des regulären Preises serviert, nicht in die Augen schauen. Ich beobachte das gesamte Geiz-ist-geil System mit kritischen Augen. Für notorische Schnäppchenjäger ist das sicherlich was, wenn alles nur die Hälfte kostet, wenn aber Angebote gemacht werden, wo der Deal z.B. statt 400 Euro nur 89,50 Euro kostet, ist das einfach irre Kunden-Fängerei, Fell über die “Frankfurter Ohren ziehen”. Leistungen und Produkte können für diese Rabatte nicht gleichwertig wie bei Vollzahlern geleistet oder verkauft werden oder die Geschäftsinhaber die so was mitmachen, verschwinden bald von der Platte.

  8. “Wobei, den 10.000 Anlegern hätte ich einen 100%-Hair-Cut gewünscht.”

    Der Hessische Rundfunk schreibt: “Deutsche Bank begräbt Todes-Fond”. … “Je früher die Menschen sterben, desto höher die Rendite: Mit diesem makabren Angebot lockte die Deutsche Bank zahlreiche Anleger an, die rund 200 Millionen Euro in den 2007 aufgelegten Fonds “db Kompass Life 3″ investierten. Die Anleger wollten klagen. Tatsächlich plagt die Anleger aber gar nicht unbedingt das “schlechte Gewissen”. Sie werfen der Bank vor, dass bei der Berechnung der Rendite die Bank von veralteten Sterbetafeln ausging. So sei von vorneherein klar gewesen, dass allein die Bank eine gute Rendite erzielen könne. Der “Todesfonds” warf von 2009 bis 2011 “nur” eine Rendite von rund drei Prozent ab.”

    Am besten begräbt die Deutsche Bank sich selbst und diese zynischen Anleger gleich mit. Diese geldgeilen menschenverachtenden Säcke sind für mich keinen Deut besser als die Kinderficker in Priestergewändern und anderer Abschaum. Wenn ich einen kennen würde, würde ich ihm ins Gesicht ro….

    http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_44076436

  9. Pingback: Doktor h.c. of Vintage Automobiles and Culture für 39,00 Euro

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