Das mit dem Mercedes-Benz Negotiating

Genau gesagt, ist das so:

Mercedes könnte längst das 1 Millionste Auto mit Hybrid – Antrieb gebaut haben. Dafür hätte man nur mit dem gleichen Entwicklungspotential und Eifer, mit dem man heute aus kleinvolumigen Motoren PS-Stärken herauskitzelt, die früher Tourenrennwagen vorbehalten waren, für das vor 15 Jahren entwickelte, revolutionäre Automobilkonzept der A – Klasse mit den erhöhten Fahrzeugböden, auch die darunter passenden Hybrid – Antriebe,  konsequent weiterentwickeln müssen.

Inzwischen haben andere Hersteller den “Erfinder des Automobils” über 3,5 Millionen Mal abgehängt, und das Mercedes-Benz das technische A-Klasse-Konzept jetzt stigum beerdigt, ist ein Eingeständnis von Unfähigkeit, Autos zu entwickeln und zu bauen, die der Markt braucht. Reine E – Antriebskoncepte werden es ganz bestimmt nicht sein.

Immerhin, dass in der um 50 Zentimeter verlängerten, neuen A – Klasse u. a. ein Ermüdungs – Assistenten angeboten wird, zeigt, dass man sich in der Vorstandsetage bei Daimler die Sicherheitsrisiken für zukünftige Fahrer der neuen A – Klasse (für Angeber), bewusst ist. Wahrscheinlich ist Dr. Zetsche schon vor Wochen, genau so wie ich gestern Abend, beim ersten Anblick des vom Ford Focus und Peugeot geklauteabgeleiteten Tigerfressen-Karosseriedesign, stehend eingeschlafen.

Mir ist es sowas von egal, wenn jetzt wieder ein paar Spacken etwas von latenter Abneigung von mir gegen Daimler faseln, nur Fakt ist halt, ich bin kein arschkriechender und auf jede Neuigkeit mit Stern drauf hosianasingender  Schmierenschreiber, wie es grade bei der SZ einer schaffte, im mit Sonderausstattung (!) für 34.337,45 Euro (10.000 Euro mehr als der Basispreis der neuen A – Klasse) ausgestatten Testwagen durch’s verschneite Italien zu steuern, um dann festzustellen

“Am Ende kommt dann, trotz Harnstoffsäure, ein Verbrauch von neun bis zehn Litern auf hundert Kilometer heraus.”

Ein Blick ins Prospekt hätte genügt: erstens, AdBlue dient nicht der Senkung des Spritverbrauchs, sondern der Schadstoffreduktion und zweitens, dem Prospekt ist unter “Technische Daten und Verbrauchswerte” zu entnehmen, dass die SUV Angeberlimousine nicht 9 – 10, sondern sogar 10,9 Liter wegsäuft.

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10 Gedanken zu “Das mit dem Mercedes-Benz Negotiating

  1. “Noch verrückter aber ist der Antrieb: Ähnlich wie beim Jaguar CX-75 fungiert im Cambiano eine Jet-Turbine als Range Extender für den Elektroantrieb. Befeuert von ganz gewöhnlichem Diesel springt sie immer dann an, wenn die Akkus für die vier E-Motoren von zusammen mehr als 800 PS leer sind. So kommt der 275 km/h schnelle Wagen auf eine rein elektrische Reichweite von 200 Kilometern und muss im Ernstfall erst nach 800 Kilometern an die Box.”

    Es ist tatsächlich unverständlich, dass sogar reine Autodesigner wie Pininfarina offenbar über mehr Kompetenz verfügen innovative Antriebskonzepte weiter zu entwickeln, als ein selbsternannter Automobilerfinder.

    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,819799,00.html

    Zum neuen A-Klassedesign. Wo ist der Kotzsmilie???

  2. Die A-Klasse hatte sich zweifellos als kleinstes Einstiegsmodell von Mercedes positioniert. Beim Start konnte man damals für knapp über 20.000 Mark (!) einen recht ansehlichen kompakten Wagen kaufen. Mit dem, was Daimler da jetzt fabriziert, werden andere Typen oberhalb der A-Klasse hauseigen kannibalisiert. So was ist ganz, aber ganz schlechte Markenführung. Man stelle sich vor, BMW ginge her und würde die 1er Serie auf Format der 5er Baureihe aufmotzen.

    Audi mit ihrem A1 und BMW mit dem 1er wird ein Konkurrent weniger freuen.

  3. Ich habe nach zwei Bandscheiben-OPs den optisch hausbackenen A-Benz meiner Frau und seinen gut 20cm höheren Einstieg schätzen und lieben gelernt. Was das jetzt soll verstehe ich nicht.

  4. Diese hochauflösenden Kamers decken alles auf. Ganz schön pickelig Dein Chrom oberhalb des Tankdeckels. :-)

    P.S. Die neue A-Klasse sieht echt scheyze aus.

  5. Als ich den neuen Golf VI das erste Mal sah habe ich noch die Nase gerümpft. Heute Abend hab ich mir die Fotos von Genf angeschaut. Die Schlichtheit und von mir aus Spießerhaftigkeit seines Designs find ich jetzt auf einmal ansprechend. Mit dem A-Mercedes wirds wahrscheinlich vielen so gehen wie mir.

  6. „Sie hätten wenigstens die alte A-Klasse als eigene Variante weiterbauen können.“ Nein, sagen die Stuttgarter, das machen wir nicht. Wir wollen an eine andere Zielgruppe heran. Wer ein Auto mit hoher Sitzposition braucht, kann vom Jahresende 2011 an die B-Klasse kaufen. Die ist freilich teurer und größer.

    http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/auto-verkehr/mercedes-benz-die-neue-a-klasse-1626001.html

    Das Beste oder garnichts. Genau. Deshalb letzteres.

  7. Es ist in der Tat verrückt. Denn wenn Mercedes will, kann Mercedes durchaus. Nur steht man sich mit der eigenen Premium – Philosophie selbst im Wege. Hybrid ja, aber nur in der Oberklasse und für gutbetuchte Kundschaft.

    http://www.merkur-online.de/auto-verkehr/modelle/auto-oeko/weltpremiere-mercedes-zeigthybird-e-klasse-1539325.html

    Dass Mercedes die A-Klasse als Einstiegsmodell und kompakten Cityflitzer auf diese Weise einstampft wird sich bitter rächen. Käufer die zukünftig deshalb die Marke wechseln, werden in ein paar Jahren nur schwer wieder zurückzuholen sein.

  8. Schade das Daimler das Hybrid Konzept bei Klein- und Mittelklassewagen damit offenbar aufgegeben hat. Im Preisbereich bis 60.000 Euro gibt es momentan nur ein deutsches Auto, den Audi Q5. In Bild stand, BMW wird dieses Jahr ein Sport Coupé i8 mit 300 PS bringen. Die holt er aus einem aufgeladenen Dreizylinder-Diesel und zwei E-Motoren mit insgesamt 164 PS. Was technische Innovationen betrifft, scheint es, hat BMW und Audi die Hochnasen aus Stuttgart abgehängt.

  9. Man wählt grün, drückt daheim den Wasserstopp-Knopf, schaltet elektrische Geräte nicht mehr in StandBy sondern ganz aus und steigt zum Bio-Lebensmittelkauf im Supermarkt auf der grünen Wiese dann aber halt am liebsten in den 200PS SUV. Grün, nicht aus ökologischem Selbstverständnis und Sorge um die knapper werdenden Ressourcen, nein, grün ist einfach schick. Wenn Hybrid-Technik hier nie richtig Fuß fassen konnte, lag das daran, dass Anfang der 90er Jahre viel damit getrommelt wurde, die Technologie aber von keinem Autohersteller ernsthaft weiterentwickelt wurde und es eine ganze Weile dauerte, ehe weitere Versuche seitens der Autoindustrie unternommen wurden, um Hybridautos zu etablieren. Aber eben nur in der Oberklasse. Ich habe einen Opel-Broschüre von 1999 über Hybridtechnik, wo von max. 2 – 4 Jahren bis zur Serienreife in Mitteklassewagen gesprochen wird.
    Schönes Wochenende.

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