Nieten im Porsche mit beschränkter Haftung

 “Als Politikstudent gründete Lindner im Jahr 2000 mit zwei Partnern die Firma Moomax GmbH, sie wollten anderen Firmen sogenannte Avatare verkaufen, kleine Figuren, die Einkäufe im Internet erleichtern sollten. Über eine Wagniskapitalgesellschaft bekam die Firma rund eine Million Euro staatliche Gelder aus dem Topf der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Lindner verdiente offenbar gut damals, zum Campus fuhr er mit seinem Porsche. Dann brach der Neue Markt zusammen, Lindners Firma ging pleite, die Million von der KfW war verbrannt.”

Bis gestern Abend um 21.10 Uhr glaubte ich noch, die Motoreninstandsetzer-branche und ein in der Pagoden – Oldtimer Szene bekannter Akteur darin, wäre einer der dreckigsten Bereiche menschlicher Unzulänglichkeiten, aber da hatte ich noch nicht die Sendung Hart aber Fair angesehen.

Wobei, wenn ich recht überlege, ich meinen Hintern darauf verwetten würde, dass es sich um Fehler eines jungen unerfahrenen Visionärs, Christian Lindner, handelte, der liberal gradlinig geprägt, sorgsam mit dem vom Steuerzahler ihm gepumpten Geld umging, und wie von Eliten oftmals beansprucht, sich eine gewisse Nachlässigkeit leisten konnte, ohne sich hinterher umgangssprachlich als “Niete”, “New Economy Abzocker” oder gar “Pleitier” bezeichnen lassen zu müssen.

Ich glaube einfach nicht, dass man als halbintelligenter Dieb Anleger vor die Hunde gehen lässt und derartig viele Spuren hinterlässt, wie man sie findet, wenn man heute mal in Suchmaschinen nach Christian Lindner und Moomax und KfW-Kredit sucht.

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28 Gedanken zu “Nieten im Porsche mit beschränkter Haftung

  1. Vielleicht passiert ja etwas auf Bundesebene durch das die FDP wieder etwas Profil gewinnt. Wenn Lindner es dann innerhalb der nächsten zwei Monate schaffen sollte, die FDP in NRW wieder auf 5% zu hieven, dann wirsd Du Dir eine Menge Talkrunden mit dem Wonder-Boy und Shootingstar Christian Lindner anklotzen können.

  2. In der biographischen Selbstdarstellung klingt das alles ganz anders.

    “Mein zweites Unternehmen war vor allem lehrreich: Mitte 2000 – die New Economy befand sich auf ihrem Höhepunkt – habe ich gemeinsam mit zwei Freunden ein Unternehmen gegründet, mit dem wir das Online-Shopping kundenfreundlicher machen wollten. Als vierter Partner stieg von Beginn an ein privater Investor mit ein, der „Risikokapital“ für Mitarbeiter und Technik zur Verfügung stellte. Wir kamen zu spät, die Börsenblase platzte, bevor unser Produkt überhaupt vollständig ausgereift war. Im April 2001 schied ich aus der Geschäftsführung aus. Doch auch das neue Management schaffte den Turnaround nicht und meldete Ende 2001 Insolvenz an, die ordnungsgemäß abgeschlossen wurde. Übrigens: Risikokapital-Geber erhalten eine öffentliche Förderung – so auch unser Investor.”

    http://www.christian-lindner.de/Biografie/170b63/index.html

    Lindner ist sicherlich ein gewiefter Taktiker, genau so wie Möllemann es früher war. Mir ist er suspekt und unglaubwürdig hoch drei.

  3. Ohh …

    “Bis gestern Abend um 21.10 Uhr glaubte ich noch, die Motoreninstandsetzer-branche und ein in der Pagoden – Oldtimer Szene bekannter Akteur darin, wäre einer der dreckigsten Bereiche menschlicher Unzulänglichkeiten,”

    Der Stellenwert, den ein Motoreninstandsetzer bei Dir einnimmt, lässt tief in Deinen seelischen Gemütszustand blicken. Sogar noch vor den Bankenzockern.

    Besorgter Gruß

  4. Mir stinkt vor allem, das uns die Neuwahl 45 Mio. Euro kostet und nur weil machtbesessene Politiker ihre Spielchen treiben.

  5. Beleidigteleberwurst,

    da siehst Du mal, wie man sich täuschen kann. Und im übrigen tun das Andere, die dafür bezahlt werden, besser als ich und fast täglich. Ich meine die Kritik an diesen Kriminellen.

    Alleine auf Grund der Fülle von Nachrichten an einem einzigen Tag wie heute, bspw. über staatsanwaltlichen Ermittlungen bei der Deutschen Bank (mehr als ein Hund Flöhe hat), verliert unsereins schnell den Überblick.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/deutsche-bank-ermittlungen-wegen-zinssatz-manipulation/6350330.html

    http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:nachhaltigkeitsbericht-die-unsaegliche-augenwischerei-der-deutschen-bank/70011419.html

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  6. Die FDP hat als Teil der Möwenpickregierung nicht nur längst jeden moralischen Grundsatz verloren. Wie man an der Flitztüte Lindner ganz deutlich sieht, macht der drohende Verlust von Macht und wenn es denn eine Gerechtigkeit gibt, der Absturz unter die 5 Prozentklausel bei den NRW-Wahlen, die Jungs in Gelb irre. Immerhin sagen die Umfragewerte einen deutlichen Rot-Grün-Sieg voraus. Wenigstens etwas.

  7. Lindner und seine Jungs von der FDP haben in ihrer Angst um ihr bißchen Macht und gesellschaftlichen Einfluß jeden Blickwinkel für Realitäten verloren und verstehen sie auch teilweise garnicht.

    Haßprediger wie er, dessen Partei vor 2 Jahren die Regelsätze für H-4ler sogar kürzen wollte und Bürgern unterstellte, sie setzen nur Kinder in die Welt um Hartz IV zu bekommen, und jetzt tatsächlich glaubt, diese Bürger holen ihn aus dem unter 5 Prozent – Dilemma raus, der kann eigentlich nicht von dieser Welt sein. Der Mann sollte mal zum Arzt oder Psychiater gehen und seine spätrömische Dekadenz behandeln lassen.

  8. Nico,
    das stimmt ja Alles.

    Aber bitte nicht vergessen dass das Gedächtnis des durchschnittlichen Wählers (wenn es um Wahlentscheidungen geht) selten weiter zurückreicht als 2 Wochen.
    Also muss man im Wahlkampf die polarisierenden Aussagen (ich wollte nicht sagen die verlogensten und vollmundigsten Versprechungen) innerhalb dieser Frist absondern, natürlich mit Vorbewreitungen, und dann wird es schon klappen.

  9. “Ich glaube einfach nicht, dass man als halbintelligenter Dieb Anleger vor die Hunde gehen lässt und derartig viele Spuren hinterlässt, wie man sie findet, wenn man heute mal in Suchmaschinen nach Christian Lindner und Moomax und KfW-Kredit sucht.

    Und ob, denn nichts ist bekanntlich älter als die Zeitung von gestern. Aber keine Angst. Er schaffts nicht.

  10. Die FDP im Saarland 1,7%. Man sollte sie langsam aber sicher nur noch unter “Sonstige” aufführen.

  11. Von 1997 bis 2004 habe ich gut sieben Jahre in der Werbebranche gearbeitet. Noch als Schüler hatte ich mich selbständig gemacht, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Nicht einen Cent fremden Geldes habe ich hier gebraucht. Zu meinen Kunden zählten beispielsweise namhafte Telekommunikationsunternehmen und Kreditinstitute hier aus dem Rheinland. Nach meiner Wahl zum Generalsekretär der FDP in Nordrhein-Westfalen habe
    ich mich dann für die Politik entschieden. Ich bin auf diese erfolgreiche Zeit in der Wirtschaft stolz.

    Im Sommer 2000 war ich daneben einige Monate auch einer von drei Gründern eines Internet-Unternehmens. Als vierter Partner stieg von Beginn an ein Investor mit ein, der nach marktüblichen Bedingungen „Risikokapital“ für Mitarbeiter und Technik zur Verfügung stellte. Hierfür hat dieser Investor auch die übliche öffentliche Förderung bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt. Im April 2001 schied ich aus der Geschäftsführung aus. Das Ende der New Economy hat allerdings später nach meinem Ausscheiden auch dieses Unternehmen getroffen: Das Ende 2001
    eingeleitete Insolvenzverfahren wurde aber ordnungsgemäß und ohne
    Beanstandung abgeschlossen. Der damalige Investor arbeitet bis noch heute mit der KfW zusammen.

    Ich betrachte es als ein Privileg, dass ich vor meiner Zeit in der Politik Erfahrung in der Wirtschaft sammeln konnte.

    Christian Lindner, MdB

  12. Herr Lindner,
    wenn dieser Kommentar überhaupt authentisch ist:
    So eine Firmenpleite ist nichts gottgewolltes und kommt nicht über Nacht. Sie zeichnet sich eher langsam ab, meistens dann, wenn die Fördermittel verraucht sind und in der Kasse langsam Ebbe ist.
    Und da haben Sie kurz vorher die Fliege gemacht. Klar doch, auf zu neuen Ufern. Wahrscheinlich wurde kurz vor der Insolvenz noch ein Opa für einen Tausender zum Geschäftsführer gemacht.
    Ich konnte Typen wie Sie früher schon nicht leiden. Schnell reich werden durch einen kleinen Börsengang und wenn’s schiefgeht, zahlen wir, die Muppetss, die Verluste.

  13. Geschätzte 80% des Geldes von Deutschen in der Schweiz ist Schwarzgeld. Kein Wunder, dass der Mövenpick-Hotel-Partei Generalsekretär Döring deshalb die schweizer Haftbefehle gegen deutsche Steuerfahnder.verteidigt.
    Danke für den Hinweis auf Moomax. Da kann man sehen, was für ein Unfallfahrer die FDP vor dem endgültigen Totalschaden bewahren soll, der sich gleichzeitig damit ein warmes vom Steuerzahler bezahltes Plätzchen verschaffen will.
    Herr Lindner, Sie sind eine Hohlniete.

  14. Ich glaube, dass er weder das eine noch das andere gemacht hat – wozu gibt es denn sonst Subalterne?

  15. Ich würde gerne mal den Versuch machen und alle Politiker weltweit fristlos feuern. Ob die Welt dann wirklich so viel schlechter funktionieren würde?

    Wahrscheinlich ja. Deswegen müssen wir mit denen leben und noch schlimmer- den Lobbyisten.

  16. Pingback: Die Dark Side Herren m.b.H’s., die nur das Beste wollen | MotorBlöckchen

  17. Ist doch schon bemerkenswert, wie die FDP nach nur 4 Jahren verwegener Regierungskunst mit ein paar zehntel Prozenten an den gewohnten Diäten vorbeigeschrammt ist. Nach Jahrzehnten konsequenter Klientelpolitik und Kimmenschleckerei ist dies ein wahrhaft verdientes und überfälliges Los.

    Lass “Chrissi”, wenn er nicht vorher abgesägt wird, ruhig ein paar Jahre Diäten kassieren. Diese Nullnummer kann nämlich nichts anderes.

    Nur diese Honigkuchenvisage Patrick Döring, dem gönne ich, dass er Hartz-4lern gehen müsste, aber auch der wird wahrscheinlich weich fallen.

  18. Wenn Merkel das mit ihrem Horschti und am Ende mit der Koalition nicht auf die Reihe kriegt, vielleicht auch schon früher. :-)

  19. Pingback: Porsche in Lindnerianischgelb | MotorBlöckchen

  20. Das Bübchen dürfte nach dem Wahldebakel von Geert Wilders, heute Morgen genau so wie Bernd Lucke Kohletabletten gefrühstückt haben.

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