01.04.2012; Männerträume

Wenn ich wieder nach Frankfurt fahre,  suche ich mir spaßeshalber einen der vor einem bestimmten Edelapfelweinlokal am Mainufer geparkten,  brandneuen  Benz SL raus, wo die Haute Volaute und Vertreter des glatzfrisierten Werbeproletariats ihre neuesten Leasing – Geschosse auffahren.

Neben dem parke ich dann. Und dann mache ich Fotos, von den Leuten, die maulaffenfeilhaltend neben dem letzten, echten Roadster Baujahr 1970 stehenbleiben, um über die guten alten Zeiten zu fachsimpeln,

zum Beispiel darüber, als es in Stuttgart noch erklärtes Ziel war, die schönsten und besten Auto der Welt zu bauen und nicht nur für gierige Share-Holder, auf Biegen oder Brechen die Lohnkosten um 70% drücken zu wollen, damit die 10% und mehr Umsatzrendite einfahren und Manager sich Millionenboni einstreichen können, und dann vergleiche ich diese Nostalgiker mit den Bewunderern des grade neu vorgestellten, hässlichsten Tigerfressen – Mercedes-Benz – SL aller Zeiten.

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11 Gedanken zu “01.04.2012; Männerträume

  1. Selbst von so einem vedammt schönen Auto solche Fotos zu machen gelingt nicht immer. Kompliment.

    Für Offenfahren ist es wohl noch etwas kühl?

  2. Ich gebe zu, dass ich ein Problem habe mit allen Autos von diesem Hersteller, egal ob alt oder brandneu. Diese ständige Dröhnung mit diesem Fabrikat auf jeder Oldtimerveranstaltung oder Messe geht mir auf den Nerv. Ihre Pagode ist davon abgesehen, ein sehr schönes Auto und ganz bestimmt ein echter Designklassiker. Es gibt aber halt dutzende Modelle von italienischen und französischen Herstellern aus dieser Zeit, die mir besser gefallen. Aber des Menschen Geschmack ist bekanntlich sein Himmelreich.

  3. Es freut mich, dass Du mal wieder mit der ‘Hübschen’ auf Achse warst. Rosé und dunkelrot ist ein toller Kontrast. Ich hatte schon befürchtet, einen anderen damit rumfahren zu sehen. Und jetzt nur noch das HT runter.

  4. “Die Produktionskosten von Kecskemét liegen um 30 Prozent unter denen in Rastatt”, hob Produktionsvorstand Wolfgang Bernhard hervor. Die Lohnkosten sind um 70 Prozent niedriger als in Deutschland. Gezahlt werden die lokal üblichen Löhne. Während Rastatt zwischen 250.000 bis 280.000 Einheiten im Jahr fertigen kann, soll die Produktion in Ungarn in diesem Jahr auf 100.000 Fahrzeuge im Zweischicht-Betrieb hochlaufen.”

    und in spätestens 5 – 10 Jahren ist es umgekehrt. Dann schauen ein paar tausend Hartz 4ler mit der Bierflasche in der Hand zu wie die Benze aus Ungarn für den deutschen Markt entladen werden.

  5. Wenn man sieht wie bei Tarifverhandlungen um jeden Zehntelprozentpunkt wochenlang verhandelt und sogar gestreikt wird, kriegt man bei den “70%” echt Gänsehaut. Was das für den Standort Deutschland bedeutet dürfte klar sein.

  6. Dan hast Du aber gestern mit dem Wetterchen noch mal richtig Dusel gehabt. Der Winter rollt von Norden noch mal über uns.

    Wusstest Du, dass Zetsche mit 23 Mio. inzwischen fast doppelt so hohe Pensionsansprüche hat wie Jo Ackermann? Ich habe auch gestaunt. Irgend wo musses ja herkommen. Solche Gewaltaktionen zur Renditesteigerung haben auch immer Qualitätsverluste zur Folge. Die nächste Rückrufaktion kommt bestimmt.

  7. Grade habe ich gelesen, die Frankfurt School of Finance and Management platzt aus allen Nähtn und plant einen Giganeubau in der Adickes-Allee.

    Wir werden wie die Engländer, zunehmend ein Land der Finanzdienstleistler, mit immer weniger Industriearbeitsplätzen, irgend wann auch weniger Steuereinnahmen und einem “englischen” Sozialsystem, Stichwort Gesundheit, was den Namen nicht mehr verdient.

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