Was FAZ Journalisten von Don Alphonso lernen können.

Ich habe mit diesem FAZ-Blog zur Mille Miglia, in dem sich ein gewisser Holger Appel (man merke ich den Namen, wenn er das nächste Mal über Autos mit dem Stern schreibt) aus der Wirtschaftsredaktion Mercedes auf eine Art und Weise andient, die man sonst eher von der Autobild kennt, von Panegyrikern der Antike oder von den Kofferträgern in der italiensichen Politik, nichts zu tun. Ich bin mindestens so überrascht wie alle anderen, und ich verstehe auch nicht, wie ma so etwas machen kann, mit Ausnahme vielleicht der geschlossenen Kommentare – wenn ich so über Firmen schreiben würde, hätte ich auch Angst, dass die Leser der FAZ mich unzart anfassen würden.

Die Kritik des Meisters der spitzen Feder, Don Alphonso, an diesem  Blogbeitrag  über die Mille Miglia 2012 in der ehrwürdigen FAZ, unterschreibe ich, und ich setze noch einen drauf.

“Einfahrt nach Brescia bei 25 Grad und herrlicher Sonne. Tausende Menschen säumen die Straßen, die italienische Polizei – ganz Profi – hält die Kreuzungen frei. Der Tross aus fast 400 Fahrzeugen, eines schöner als das andere, zieht in die Innenstadt ein. Minutenlang müssen wir stehen bleiben, weil es kein Durchkommen gibt. Die Kameras, IPhones und Ipads schießen Bilder ohne Unterlass…” 

Bestimmt ist es in Zeiten, wo ein FAZ – Baragotzky Frank Schirrmacher mit seiner Kapitalismuskritik bevorzugt den Eliten in den Frankfurter Banktürmen einheizt, für einen ehrgeizigen, jungen Wirtschaftsjournalisten wie Holger Appel nicht mehr so leicht wie für seine Vorgänger, an valide Informationen heranzukommen. Zumindest täuschtdeutet das “wir” eigenes Erleben vor Ort in Brescia an, für eine eigene Knipse, mit der er halbwegs passable, eigene Fotos gemacht hätte, reicht es offenbar doch noch nicht. Wenn ich am unteren Foto lese “Foto: Daimler Archiv”, möchte ich das “Wir” am liebsten als gelungenen PR – Coup der Daimler – Boys interprtieren, dem FAZ – Blog ein Kuckucksei gelegt zu haben und keiner hats gemerkt.

Na ja, Don Alphonso wird hoffentlich die nächsten Tage vom Beifahrersitz eines in Frankfurt (wo sonst) zugelassenen Brezel – Käfers (Foto oben) weitere, schöne Fotos schiessen und ich werde mich so wie hier, über Dreck, Müll und Gestank  freuen, und andererseits den PR – Dreck dieser verqueren Dampfblasenjournaille von FAZ bis Bild, gelegentlich als solchen bezeichnen.

 

12 Gedanken zu “Was FAZ Journalisten von Don Alphonso lernen können.

  1. Holger Appel ist Jahrgang 1966, seinen 47. Geburtstag hat er am 8. März gefeiert, von einem “jungen Wirtschaftsjournalisten” kann also keine Rede sein. Und ob ich einen Autojournalisten so unbedingt zu den Wirtschaftsjournalisten zählen würde, weiß ich auch nicht.

  2. Mit zwei MM – Postkarten und einer der unzähligen Pressemeldungen über den 300SL bekäme selbst mein 12 Jahre alter Filius mehr aufs Papier als dieser Holger Appel von der F A Z. Für so eine Zeitung ein echtes Armutszeugnis.

  3. arboretum,

    ich meinte “jung” im Sinne von Unerfahrenheit im Motorjournalismus. Dass, wass Holger Appel da produziert hat, klingt nach fertigem Textmodul, mit dem sich genau so auch den Rosenmontagszug in Köln “beschreiben” ließe.

    Für einen wie mich Verwöhnten, der in den 80er Jahren noch einen Dr. Gerold Lingnau von der FAZ oder einen Helmut Bernecker persönlich gut kannte, ist dessen Geschreibsel einfach abartig und eine Vollverarsche ambitionierter Leser.

    Dass es kine Kommentarfunktion im FAZ-Blog gibt, spricht übrigens selbstredend Bände über das Selbstbewusstsein des Autors.
    .

  4. Da habe ich kein Problem mit, Benzol. Veranstaltungen wie eine MM sind heutzutage ohne dickes Sponsorengeld gar nicht mehr durchführbar. Und wenn dadurch ein paar SLS mehr verkauft werden, die sich ansonsten einen Platten in den Verkaufsräumen stehen, ist es auch ok.

    Hier gibt es übrigens auch ein paar schöne Fotos.

    http://mille-miglia.mercedes-benz-classic.com/mille_miglia.php

    Nur diese Form von Motor-Journalismus, den ich bisher nur von Bezahlschreibern bei klassischen Oldtimer-Magazinen kannte und der jetzt wohl auch bei der FAZ Einzug gehalten hat, finde ich zum Ko….

  5. Dass das ein völlig talentloses Geschreibsel ist, was er da abliefert, steht außer Frage. Aber in seinem Alter und angesichts 17 Jahre bei der FAZ sollte er wenigstens sein Handwerk beherrschen. Aber er hat es anscheinend nie richtig gelernt, sondern nur Bank und BWL.

  6. Herrn Happels Beitrag im FazBlog erinnert mich an die Aufgabe in der Schule, einen Aufsatz über einen Schulausflug, der keinem der Schüler gefallen hat, in dem Fall zur MM, zu schreiben. Der Bitrag ist das Leidenschaftsloseste, was ich seit langem gelesen habe.

    Danke für den Link zu DonAlphonso. Er hat heute schon wieder saustarke Fotos drin.

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  8. “und keiner hats gemerkt.”
    Da hab ich meine Zweifel. Die FAZ-Leser sind je nicht doof. Schon gar nicht die sehr vielen, die den Don regelmäßig lesen.

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