Die Freuden leichtfüßiger Bad Homburger Optimisten vom Polytechnikum

Sorge Dich nicht, lebe.

..Die Saison 1975 mit Keke Rosberg und Poldi von Bayern in der Formel Super VW. Im Team des Sylter Boutiquen – Königs Uwe Jürdens (Uwe’s Mode Racing) genossen die drei Kumpels in jenem Jahr nicht nur die Profi-Unterstützung des Kaimann-Chefs Kurt Bergmann, sondern liesen es auf und neben der Piste richtig krachen…”   “Dass es nicht mehr so locker und lustig wie vor 30 Jahren zugeht, hat auch Kekes alter Gefährte erkannt. «Gerade deshalb sind wir froh, diese wunderbare Zeit erlebt zu haben“.

Mit Thomas Teves, dem Leichtfuß ganz links auf dem Foto, verbinden mich zwei Lebensabschnitte.

Die Stechuhr, in die ich 1966 im nagelneuen Blaumann gekleidet, am ersten Arbeitstag meiner Lehre pünktlichst um 7.00 Uhr und von da an 3 1/2 Jahre lang,  und zugegeben, oft ziemlich unausgeschlafen, meine Stechkarte schob, stand in der Lehrwerkstatt der Firma Alfred Teves, deren bis dahin alleiniger Inhaber sein Vater bis 1967 war.

Ab 1969 haben wir zusammen auf dem Polytechnikum studiert und keiner von uns beiden stand nach Erhalt der Urkunde als Ingenieur grad. eine Sekunde klang hinter einem Zeichenbrett und jeder hat die flehende Ermahnung den Ratschlag unseres Statik – Dozenten beherzigt, bloß niemals im Leben eine Brücke zu bauen.

Wir waren unbeschwert und liebten schöne, schnelle Autos, wobei er die Rennleidenschaft von seinem Großvater geerbt hatte, der schon zu Kaisers Zeiten seine schnellen Runden im Adler drehte, und seine Möglichkeiten als der damals aus dem Firmenverkauf bereits mit seinem Erbteil ausbezahlte Bad Homburger Jungmillionär, die meinen und die seiner Freunde um das vieltausendfache überstiegen.

Während er seine Leidenschaft auf Rennstrecken und bei mehreren vergeblichen Ralley – Versuchen austobte, machten die seiner Duftspur geerbter Millionen hinterherfliegenden Haifische, die Verkäufer von Pleite – Jugendmagazinen und gelben Möllemann – Klosettfliegen, und wie man später hörte, auch abgewichsten Verkäufern von Bad Homburger Immobilienruinen, Alfa Romeo- und südhessischen Opel-Pleiteautohaus-Ketten, der aus dem vollen lebenden Unbeschwertheit seines Lebens recht schnell ein Ende.

Unsere Wege kreuzten sich nicht mehr oft. Irgend wann hörte ich dann, dass auch die alte Friesevilla des Vaters in Kampen “verlustig” gegangen war, und auch seine Frau Mutter hatte später kein allzu glückliches Händchen beim Hüten des restlichen Familiensilbers.

Einen 300SL Roadster gab s damals 1975 übrigens gebraucht für 10 – 12.000 DM.

Ähnliches Thema “Es begann auf der Rallye Monte Carlo”

 

8 Gedanken zu “Die Freuden leichtfüßiger Bad Homburger Optimisten vom Polytechnikum

  1. Wie gewonnen, so zerronnen. Hoffentlich muss der Arme heute nicht wie Wulff in einer 3-Zimmerwohnung hausen.

  2. Bei diesem „cui bono?“ – Gesülze über früher komme ich nur nicht drauf, wem das heute nützen soll?

  3. Ich habe mal gegurgelt. Mein heutiger Friedichsdorfer Nachbar hat ja damals beachtliche Rennen und Rallyes mit gefahren. Seinen Namen hab ich heute das erste Mal gelesen. Schinbar wohnen doch nicht nur Langeweiler hier. :-)

  4. Wölfi,

    Thomas hätte bestimmt eine Start- und Landebahn mit engem Kurvenradius und 15% Neigungswinkel geplant… wobei, da fällt mir grade wieder eine Geschichte ein, als er seinen Pilotenschein gemacht hatte… aber die nimmt mir hier keiner ab, keiner.

    .

  5. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 11.01.2013 › "Auto .. geil"

  6. Das letzte Foto. Ich kann mich nicht erinnern, daß Thomas jemals einen 300SL gefahren ist. Ansonsten ein interessanter Beitrag.

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