AVD… “Wir wollen unseren alten Kaiser Willy wieder haam…”

“Auf einer Weide an der Landstraße grunzte eine Sau. Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. fuhr vorüber, zog den Hut und grüßte: “Guten Tag, liebes Schweinchen, guten Tag, liebes Schweinchen, guten Tag, liebes Schweinchen!”

Wenn man älter und erfahrener wird, hält man nicht mehr die Schnauze und flüchtet sich in Höflichkeiten. Besonders dann wenn man liest, dass erlauchte Nachkommen deutschen Blut- und Geldadels an der Spitze eines AVD, mit   preemptiver Geschichtsschreibung und dynastischer Verklärtheit einen ideologisch braunen Automobil Club aufleben lassen, weshalb ich zuerst eine Weile nachgedacht habe, nachdem dieses Thema schon besetzt war, ob ich darüber irgendwas schreibe:

“Durch das am 24. Dezember 1905 übernommene Protektorat durch Kaisers Wilhelm II. genoss der DAC dann das einzigartige Privileg, sich fortan Kaiserlicher Automobil-Club, KAC, nennen zu dürfen. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges war der KAC eine gesellschaftliche Institution von erstem Rang mit Sitz in Berlin. Er diente in der Frühzeit des Automobils als Plattform zur Unterstützung der deutschen Autoindustrie, aber auch die soziale Absicherung rund um den damaligen Autofahrer – Chauffeur – lag dem Club am Herzen. Außerdem forcierte der KAC die internationale Verbands- und Sportarbeit. Die Umbenennung in Automobilclub von Deutschland, AvD, erfolgte im Jahr 1918…”

Blogschreiber Leonard Reuter hat da bar jeder Geschichtskenntnis leider nicht das Format, sich bei diesem komplexen Thema etwas zurückzunehmen. Er schreibt wohl aus den geliefeten Textbausteinen der Presseinfos des AVD einen ziemlich geistlosen Blogbeitrag, und wie man das bei bezahlten Blogschreibern ohne Geschichtswissen nicht anders erwartet, kommt da geschichtlicher Hintergrund unter die Räder. Für einen wie mich, der Bücher wie dieses u.a.m. schon zweimal gelesen hat: Saupeinlich.

Fakt: Der 1899 zunächst von sportbegeisterten Automobilisten gegründete DAC Deutscher Automobil Club durfte sich seit 1905 „Kaiserlicher Automobil Club nennen. Unter seinen Mitgliedern fanden sich Fürsten, Grafen und andere Adlige, Minister, Industrielle und Bankiers. Er war damals der wichtigste Treffpunkt des Blut- und Geldadels in Deutschland und Fakt ist: er stellte den Kern des 1905 gegründeten Deutschen Freiwilligen Automobil Corp, einer Reservistentruppe, die sich dem Heer in treuester Ergebenheit mit ihren Automobilen und Chauffeuren zur Verfügung stellte, und die 1918 nach der Kapitulation auch prompt die Quittung bekam.

Nach der Kapitulation und Flucht des Kaiser’s ins Exil, nannte sich der Kaiserliche Automobil Club fortan AvD Automobilclub von Deutschland. Das Deutschland eine Repubklik geworden war, ignorierten die Herrschaften schlichtweg. Noch im Mitgliederverzeichnis von 1927 stand “Seine Majestät Kaiser Wihelm II” als Protektor an oberster Stelle, danach Kronprinz Frioedrich Wilhelm und 19 weitere Mitglieder des deutschen Hochadels.

Die strammen, alten Militaristen des Kaiserlichen Automobil Corps dagegen, fanden sich größtenteils 1922 im Vorläufer des späteren  „National-sozialistischen Kraftfahrerkorps” (NSKK) der späteren paramilitärischen Unterabteilung der NSDAP, wieder zusammen. Diese war zuerst eine gegründete Transportabteilung der SA, die dann 1930 zum „Nationalsozialistischen Automobil-Korps“ wurde. Hochrangige Mitglieder des NSKK waren wie beim früheren Kaiserlichen Automobil Corps, Mitglieder des deutschen Blut-Adels wie ihr „Ehrenvorsitzender“ Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha und Richard Prinz von Hessen, einer der vier späteren NSKK-Obergruppenführer, der nach dem Krieg und natürlich total geläutert, Karriere als Präsident der Deutschen Verkehrswacht machte.

Ja ja, unsere tapferen Adligen. Die Bereitschaft zur Fahne zu eilen, wäre den Mitgliedern des Kaiserlichen Automobil Club 1905 auch in einer normalen militärischen Einheit möglich gewesen. Aber nix da, denn im Kaiserlichen Automobil Corps gab es noch bis zu Beginn der Kriegszeit das bemerkenswerte Privileg, vom ersten Tag an, ohne jedwede militärische Ausbildung, einzig und allein aufgrund der Tatsache des Automobilbesitzes, in Offiziersstellung (!) Dienst leisten zu können. Diese Möglichkeit wollte sich wohl kaum einer der erlauchten HasenfüßeHerren entgehen lassen, denn man stellte sich wohl vor, dass höhere Stäbe sich wohl kaum in das Stahlgewitter an vorderster Front fahren lassen und das persönliche Risiko der “Chauffeure”, in Schussweite des Feindes zu geraten, deutlich  geringer sei.

Es mag sein, dass Wilhelm II ebenso wie sein Bruder Prinz Heinrich ein automobilbegeisterter Mensch war (ob Prinz Heinrich wirklich als “Erfinder des Scheibenwischer” tituliert werden kann, ist fraglich, er hatte tatsächlich 1908, 1913 und 1914 einige Patente auf sich eintragen lassen). Für die Historiker aber trug Wilhelm II sich in die Geschichtsbücher als brutaler, von Gottesgnadentum, Militarismus und dynastischem Dünkel, und einen der schlimsten Kriege zu verantwortender  Herrscher, ein, der in seiner Debilität noch bis zu seinem Tod 1941 daran glaubte, dass ihn ein an die Macht gekommener noch größerer Kriegsverbrecher und Massenmörder, als Kaiser zurück ins Deutsche Reich holen würde.

“Ich bin der einzige, der die Fähigkeit hat, Deutschland wieder aus dem Dreck herauszuführen.”

Mal ganz abgesehen devon, ob die Intentionen des AVD von dieser wohl durch mangelnde Geschichtskenntnis von dessen Eliten, deren Verdrängung oder fehlender Sensibilität der Think-Tanks des AVD und für Mitgliedsbeiträge-ist-uns-nichts-peinlich-genug-Einstellung geprägt ist:

Bei  diesem “Rebranding”  (auf Deutsch: Alter Wein in neuen Schläuchen) geht es garnicht um Traditionspflege, um blumig versprochenen, zukünftigen Mehrwert. Das PR- und Kommuinikationsurgestein Jürg Leiziger hätte es besser wissen sollen: Das Hervorholen eines Kaisrlichen Automobil Club aus der Mottenkiste,  ist nichts weiter als das  Eingeständnis in jahrelange, katastrophale Clubführung und Mitgliederpflege, im Umgang mit Mitglieds-beiträgen  dynastischer Selbstbedienungsmentalität und in dessen Folge, Mitgliederschwund. Da fängt man halt noch mal von vorne an, im Jahr 1905.

Das wäre auch schon fast alles, was mir dazu einfällt. Über die mir zu Ohren gekommenen Motive der AVD Baragotzkis und deren Ex-Vize-Präsi, dem ehemaligen PR-Agenturboss Jürg Leipziger, mit einem KAC wie zu Kaiser’s Zeiten, u.a. traditionsbewusste, gut betuchte, türkische Unternehmer als Mitglieder und letzlich Kunden für ALLIANZ Versicherungsprodukte… ach nee, über das  will ich – noch – nicht schreiben. Das klingt zu abgefahren und ginge mir persönlich zu weit, viel zu weit.

Wenn ich Psychiater wäre, müsste ich dann nämlich schreiben, der AVD und der dem KAV als Präsi vorstehende Albrecht Prinz von Hohenzollern (dessen Vorfahr als Offizier des Kaiserlichen Automobil Corps, Wilhelm II 1918 ins holländische Exil fuhr) leiden womöglich an Morbus Debilus Wilhelminus Felixkrullitis.

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Update: Für die Idee zu begeisternde “stramme” Automobilisten sind wohl vorhanden, so wie vermutlich dieser Mercedes-Benz SSK 2007 in Ladenburg (dem, wie man hörte, wegen seiner Weigerung nationalistische Kennzeichen auf seinen Nummernschildern zu entfernen, das in Geschichtsbewusstsein besser beschlagene Präsidium des Kompressor-Clubs die Mitfahrt zu den Classic-Days ins benachbate Österreich, verweigert haben soll).

 

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81 Gedanken zu “AVD… “Wir wollen unseren alten Kaiser Willy wieder haam…”

  1. Wehe dem, der (k)einen Blogschreier mit profunden Geschichtskenntnissen hat. Auch sehr gut gechrieben.

  2. Die gründen einen kaiserlichen Automobilclub neu? Wer sich offensiv in eine solche rassistische und undemokratische Tradtion stellt, ist ein Fall für den Verfassungsschutz. Danke für Deinen sehr informativen Beitrag.

  3. Dem Kommentar von Volker schließe ich mich an. Ist nicht der auch unter Mitgliederschwund leidende Deuvet auch eine Kooperation mit den Jungs eingegangen?

  4. Das ist mal endlich wieder einer dieser Beiträge, die ich zu etwas späterer Stunde ein zweites Mal lesen muss, bis ich wieder auf der richtigen Spur bin. Danke dafür.

    Man kann das braune Monster in den Köpfen niemals zähmen und man kann es nicht umbringen, aber man sollte ihm so oft wie möglich einen festen Tritt verpassen, auf das seine Freunde wissen, was für ein elendes Pack sie sind.

  5. Ich war vor 25 Jahren ín Verdun und habe in den Knochenhallen vor den Überbleipseln von über 300000 gefallenen Soldaten gestanden. Wie krank müssen diese Leute sein?

    Wenn ich Mitglied in diesem Verein wäre, würde ich heute noch kündigen.

  6. Albrecht Prinz von Hohenzollern hätte sich besser ein paar Pickelhauben aus Plastik bestellt und einen Karnevalsclub gegründet. Ich habs erst garnicht geglaubt.

  7. Dafür kämpfen die Herrn Hasenfüße :-) heute wenigstens in vorderster Linie. Bei den Rennschlachten am Nürburgring. Mit Sektglas links und Lachshäppchen rechts in der Hand im VIP-Zelt. Und draussen davor, im Regen, stehen die freiwilligen jungeen Helfer und verkloppen Mitgliedschaften an die Nüburgringbesucher.

  8. Ich verstehe die Aufegung nicht. Der Adel lebt schon seit dem Mittelalter immer auf Kosten der Bürger. Die meisten Blaublütler können wohl genetisch bedingt garnicht anders. Zu mehr als einem als Vorstandspöstchen bei einer Deutschen Bank oder einem Pharamafritzen getarnten Job als elitäres Aushängeschild auf 2 beinen, reichts nicht. Dieses ganze peinliche KAC Gedönse wird ein Flop über den man in ein paar Jahren lachen wird, wenn die heutigen Jungs so wie Oberabsahner Adalbert Lhota mit einer dicken Abfindung verabschiedet wurden und andere Blaublütler an der AVD Spitze nachrücken.

  9. Dann ist wenigstens die Entscheidung richtig, nach Berlin in das alte KAC Gebäude zu ziehen. Dort fällt dieses Repräsentations – Faulenzertum auf Kosten anderer garnicht mehr auf.

    Ansonsten schließe auch ich mich dem Kommentar von Volker voll und ganz an.

  10. Als ehemaliger Angestellter würde ich über diese Posse meines ehemaligen langjährigen Arbeitgebers lieber schweigen, weil es ja stets wie Nachtreten wirkt. Doch weil man zum einen nun mal nicht nicht kommunizieren kann und das Schweigen daher Zustimmung oder Unentschiedenheit bedeuten könnte und ich auch von einigen meiner neuen Kunden seit Tagen darauf angesprochen werde, was ich davon halte, von diesem Knirschen im Gebälk, darum ist meine öffentliche Position hier auf dem Motorblöckchen zum “neuen KAC” eindeutig:

    Wer als internationaler Servicedienstleister mit internationalen Verbindungen sich auf den größten aller nationalen Fatzken und dessen Willkür beruft, eine solche Denkströmung und Haltung gegenüber Menschen, eine solche “Inzuchtskrüppel” Verherrlichung als Flaggschiff für seine Organisation herausstellt, und mit dieser Vereinigung das Ziel verfolgt als Vorbild für Automobilmanager, Ingenieure, und die Leistungen der Automobilindustrie zu wirken, und damit die Leistungsträger der automobilen Gesellschaft von heute mit einer solchen Mitgliedschaft ehren will, der hat schlicht und ergreifend – ein Rad ab!

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  11. Zu was gehört jetzt dieser Beitrag, zur Automobilgeschichte oder eher zum Show-Biz heiße Luft um nichts?

  12. AVD Pressemeldung: “… Bestandteil des KAC Projektes ist auch die Wiedererrichtung des historischen AvD Palais am berühmten Leipziger Platz in Berlin …”

    Felixkrullitis ist treffend ausgedrückt. Mieter sind die Herrschaften, sonst nichts.

    http://neubau-berlin.de/2012/05/08/berlin-im-wandel-der-leipziger-platz/

    Kompliment Herr Kupfer. Gut geschriebener Beitrag. Kompliment Herr Fuhr(werk). Mut haben Sie und schreiben können Sie auch.

  13. Alle Zeitungsberichte von 2008 über Missmanagement, Millionenverluste, Mitgliederrücgang und staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen Untreue etc., sind erstaunlicherweise aus dem Web weggekärchert worden. Ob Süddeutsche Zeitung, Münchener Merkur und Focus. Übriggeblieben sind nur ein paar Randmeldungen

    http://www.autokiste.de/psg/archiv/a.htm?id=7170

    Gut “vernetzt” scheinen die “Herren von und zu Niederrad” jedenfalls zu sein.

  14. Mir war ja zwar nicht recht wohl dabei, aber nach eingehender Betrachtung des großen Stapels fast ungelesener Satire – Magazine in meinem Billy – Regal, habe ich schweren Herzens das Motorblöckchen von meiner Favoritenleiste gestrichen. Zu viel ist zu viel. Könnte mich bitte jemand von hier informieren, wenn das Gagniveau wieder signifikant erhöht wird und überfällige Änderungen wie z.B. der Rausschmiss des grottengähnigen Blogschreibers Detlef Kupfer vorgenommen wurde. Dann bin ich wieder mit dabei.

  15. Und ich dachte jahrelang, die etwas bräunliche Verfärbung des Badewassers im Kaiser Wilhelm Bad hätte ihre Ursache im Eisengehalt der Quelle. Ich Dummerle.

    Köstlich amüsiert.

  16. Schofföör,

    danke für den herrlichen Link.

    Ich wäre doch sofort dafür, dass die Preussen nicht nur einen KAC Automobilclub kriegen, sondern gleich wieder einen richtigen Kaiser.
    Prinz Philip Kiril von Preußen wäre genau der richtige. Abgebrochenes Jurastudium, evangelischer Pfarrer ohne festen Job, eine absolut als unbescholten geltende Ehefrau, 6 Kinder und hat ein Häuschen in Oranienburg vor den Toren Berlins.

    Der sollte mit ein paar strammen Pickelhauben vom Kaiserlichen Automobil Club die Unabhängigkeit eines Protektorats Deutsches Reich Berlin-Brandenburg ausrufen und alle 1990 wiedervereinten Bundesländer unter sein Protektorat stellen… die freiwilligen Mitglieder seines Kaiserlichen Corps dürften wieder Offiziersuniformen tragen (wie früher mit Dolch) und… ach nee, ich sehe schon, das Fläschchen Erbacher Riesling entfaltet seine Wirkung und ich fang auch schon an zu …

    Na, war der gut?

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  17. @ Fuhrwerk, sehr gute, treffende Analyse.

    Fürst Ludwig zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg und Albrecht Prinz von Hohenzollern tragen keine Stahlhelme. Trotzdem frage ich mich, ob beide und ihr Beraterstab mit ihren Intentionen, dem “besseren deutschen Herrenfahrer” wieder ein standesgemäßes Zuhause zu geben, noch alle Tassen im (Stahl-?)schrank haben?

    Nach Mitgliederschwund, Millionenverlusten und dem Abgang von Adalbert Lhota und Wolfgang-Ernst Fürst zu Ysenburg und Büdingen, hat sich dort unter neuer Führung nichts geändert. Doch. Die Haussektmarke.

  18. Schon Adolf wußte: Je größer die Lüge, desto mehr Menschen laufen ihr hinterher. Der Nährboden für all dies Unerträgliche unserer Geschichte aber auch der Gegenwart, liegt genau darin begründet. Und weil in Zeiten versagender Politik sich Menschen traditionelle Werte wie D-Mark und starke Führer zurückwünschen und der insgeheime Wunsch Vieler nach Monarchie nun mal unerfüllt bleibt, könnte die Mitgliedschaft in einem Kaiserlichen Automobilclub, zwar mit B-Adligen besetz, aber immerhin Prinz von Hohenzollern an der Spitze, für viele Enntäuschte zumindest emotionaler Ausgleich sein.
    Aber will ich Mitglied in einem Automobilclub sein, der den Namen eines preussischen Kaisers trägt, der uns in furchtbare Kriege geführt hat? Die tragische Gestalt Wilhelm II vor Augen, lieber nicht!

  19. Interessant ist die AVD-Nummer schon, wie sich Konservativismus mit einem Kaiser Wihelm als Vehikel, einen kondebilen Ablenker schafft und sich mit Massenverblödung einen zusätzlichen Wertschöpfer zulegt.

  20. Wir wollen unseren alten “Kaiser Wilhelm” wieder haben?

    Ich nicht. Weder als Label für einen Kräuterlikör (ein Fürst Bismarck reicht), Haushaltsreiniger, Slipeinlagen oder Wilhelm Kugeln (als Pendant zu Mozart – Kugeln). Und als Wiederauferstehung eines belasteten Automobil Club? Auch nicht.

    An dem Konzept soll Jürg Leipziger mitgestrickt haben? Kaum zu glauben.

  21. Wenn ich die Pressemitteilungen des AVD hierzu lese, sehe ich Leute, die leider wie Andere auch, aus völliger Erfolglosigkeit und Unsicherheit heraus, nicht auf das dümmliche Markengequatsche über Historie und Geschichte verzichten, dass grade unter Autoherstellern zum Zeitgeistvokabular gehört. “125 Jahre…” Und dann auch noch mit Wilhelm II. Wie peinlich.

  22. Richtig, Lurchi!

    Manche glauben eben wenn sie in den Rückspiegel sehen und nur rückwärts fahren, dass sie da keinen Sprit verbrauchen.

    Ein externer Berater und die Interimsführung 2009 unter dem kurze Zeit später wieder abdankenden GF hat wohl in einem Brainstorming die Idee geboren, mittels des Verweises auf die kaiserliche Tradition, die Migranten der ersten Stunde, die nun zu Geld und Ansehen gekommen sind, mit dieser Ehrenmitgliedschaft an den traditionsreichsten aller deutschen Automobilclubs zu binden. Die Idee alleine ist fortschrittliches Ethnomarketing, nur verstanden hats halt keiner. Darum kommen jetzt REICH(E) RENTNER auf solche kranken Ideen, die auch kaum einem Mitarbeiter oder Kopperationspartner, wegen der fehlenden “Compliance” zu vermitteln sind.. Nachdem ich heute nacht mal den KAC II mit dem letzten lebenden deutschen Kaiser Franz I verglichen habe, stellte ich fest, dass dem KAC II zur Nobel Marke “Kaiser Franz” I etwas Entscheidentes fehlt. Witz , Fabulierfreude + Eigenleistung – vor allem aber HUMOR. Letzterer machte seinen von Journalisten ihm dem Versicherungsfachmann, Fußballprofi, Franz Beckenbauer verliehenen Spitznamen DER KAISER noch heute schlagzeilenfähig, während die KAC -Adepten eben keinen solchen Humor hinter sich haben, der solche liebevollen Spitznamen eben mit hervorbringt., die meinen das wirklich ernst, mit der Ernennung ihrer Mitglieder, doch zum Glück sind die von vornherien, wie man der PM entnehmen “beschränkt”.

  23. AVDmänner,
    Ihr, die Ihr alle am Montag vor dem Schirm hängen werdet und hier reinlest: alle mal herhören! Gaaaanz langsam und zum mitschreiben: AVD ist keine “Marke”. AVD ist auch keine „Brand”. AVD ist ein eingetragener Verein. So wie der Deutsche Ringelblumen – Züchter Verein e.V. Die rote AVD – Ellipse mit dem AVD – Schriftzug ist auch kein Markenzeichen, sondern ein Vereinslogo. Eure Gehälter werden Monat für Monat von einem Konto des AVD e.V. überwiesen, auf das Mitglieder in erster Linie Beiträge einzahlen und nicht von einer Markenfirma und aus Verkaufsgewinnen eines Markenprodukts in euer Bewusstsein gehaucht, was Ihr zwar weiterhin glauben könntet, dass es so ist, ihr real aber dann längst pleite wärt.
    Das vorausgeschickt, kann Euer Gehirngespinst KAC auch niemals „A Brand since 1905” sein. Bestenfalls könntet Ihr mit einer Aussage wie “………………” (sorry, aber andernorts bekomme ich dafür ne Menge Geld, zum Ausdruck bringen, dass Ihr seit 1905 Anbieter von Dienstleistungen seid, die stolz darauf sind, mit (eigentlich selbstverständlichen) überzeugendem Nutzen und Qualitäten, die letzten 100 Jahre zu Mitgliedern ein Vertrauensverhältnis aufgebaut zu haben. Oh, hatte ich fast übersehen: Mitgliederschwund? Schade, da scheints bei Euch grade an Stringenz zu hapern.

    Es hat für mich schon etwas Mitleid erregend Peinliches, wenn in die Jahre gekommene oder längst tote Berühmtheiten skrupellosen Geschäftemachern auf den Leim gehen, so wie mit “Daimler” und “Benz”, die ihnen irgendwelche windigen Superlative anhängen und Leimruten für allesgläubige Käufer bestreichen. Noch kurz vor seinem Tod zum Beispiel, ließ sich mein Lieblingsopa Johannes Heesters mit über 100 Lenzen auf eine geradezu entwürdigende Weise zum mietwagenfahrenden Sixt – Affen machen.

    Und Ihr wollt also jetzt den toten Willy aus der Schublade holen und ihn als Marke für Dienstleistungen an die Wand hängen. Wowwww. Wie sprecht Ihr denn die zukünftigen Mitglieder an, liebe Untertanen?

    Ich werde dazu nochmal was schreiben, sobald ich mich von meinen Lachkrämpfen erholt habe.

    P.S. Detlef, danke. Selten so gelacht.

  24. Vielleicht sollte man zwecks Mitgliedereinwerbung und -bindung “unter zu Geld gekommenen Migranten” (Fuhrwerk), und mangels lebendem, adelsbefugtem Monarchen, gegen Zahlung eines standesgemäßen Jahresbeitrags, die Verleihung des während der Dauer der Mitgliedschaft fortbestehenden, erwerbbaren Adelstitels durch Schnelladoption, anbieten.

    Ein im kalifornischen Exil lebender Adelskollege macht das schon erfolgreich vor: http://princegermany.com/

    Die Erhebung in den Adelstand wird dann live von RTL aus Schloss Sanssoucii übertragen.

  25. Dede,
    ich empfehle Dir wenn Du zum AVD Oldtimer Grand Prix aufläufst, schwarzen Schnurrbart, dunkle Sonnebrille, FC-Bayern Cappi und bayerischen Dialekt. Dein an jedem Kassenhäuschen aushängendes Fotos hier aus Deinem Impressum, braucht Dich dann nicht weiter zu beunuhigen.

  26. Detlef
    für meinen Geschmack deutlich zu zahm geschrieben, aber sonst ganz gut. Man hätte saft- und kraftvoller über dieses durchaus interessante Thema geschrieben. Streng Dich mehr an.

  27. Was für ein Sommerloch – Skandälchen. Darf ich aus der allgemeinen Erregung schließen, dass sich inzwischen Probleme aus der Finanzkrise von selbst gelöst haben?

  28. Was wäre, wenn diese ganze feuilletonistische Entrüstung hier über den AVD denn nicht mehr wäre, als ein Aufbäumen eines alt werdenden Mannes, teils dem Geltungsdrang, teil den eigenen unerfüllt gebliebenen und nachhängenden Träumen in der Oldtimerszene Beachtung zu finden, geschuldet?

    Ich frage ja nur mal, wenn?

    Ansonsten ist die Gründung eines Kaiserlichen Automobil Club für die Berliner Republik so wichtig wie das Fahrrad, das etwa zur gleichen Zeit auf dem Kudamm vor dem Kaffee Kranzler umgefallen sein soll.

  29. Morgenstern,

    das sehen viele, wie am Anfang “Volker”, “Dasfuhwerk” und überhaupt einiger guter Kommentatoren, wohl anders.

    Ich machs mal einfach: Das ganze AVD – Präsidium nebst Geschäftsführung ist bescheuert.

  30. Sehr gute Hinweise, danke für das Lob und das Anstacheln zu Höchstleistungen, meine Herren, also bitte schön, einer geht noch:

    NKAC – Von wegen Herrschaftszeiten!
    Der Bericht in der Autobild Klassik von Frank B.Meyer beginnt mit : “Herrschaftszeiten, wir haben wieder einen kaiserlichen Automobil Club..

    .http://www.autobild.de/klassik/artikel/kaiserlicher-automobil-club-3511669.html

    Lieber Herr Frank B. Meyer. Leider stimmt auch das nicht. Die Stützen der automobilen Gesellschaft, die Autoindustrie, sie flüchtet nämlich heute bei Akzeptanz und Absatz Problemen auch wie damals die Gründer der automobilen Bewegung unter ein Protektorat! Genau wie die im DAC 1905 organisierten Autler, (die von der Bevölkerung damals mit Steinen beworfen, mittels über Straßen gespannten Drahtseilen auch mal geköpft wurden), sich damals gerne unter ein kaiserliches Protektorat haben stellen lassen. Für diesen kaiserlichen “Schutzschirm”, der ihr Leib und Leben unter den Schutz von WILLY II stellte, hafteten sie , wie in der von Detlef im Artikle zitierten Literatur über das FREIWILLIGE Kaiserliche Automobil Corps belegt ist, sowohl mit dem Leben ihrer Fahrer und dem eigenen Automobil im V-FALL!

    So wie heute Abwrackprämien, Subventionen für die E- Mobilität oder andere Staatsknete das Geschäftsmodell der Herren in den Vorstandsetagen und die Beschäftigung der durch das Shareholder Value schwindenden Restbelegschaft retten soll…Und liebe Freunde, erst jetzt stimmt dann auch plötzlich der Tenor des Artikels über KAC II wieder!!!

    Wie in den vielen Kommentaren von euch lieben, geistreich formulierenden Motorblöckchen Kommentaristinnen und Kommentatoren unterstrichen wurde, schlüpfen darum die exclusiven neuen kaiserlichen Automobil Clubgründer (NKACG) unter diese Käseglocke, des Miefes die imperiale Geschichte und der Wilhelminischen Großmannsucht ( alleine seine Uniformen kopierte nach ihm z.B. nur GHADAFFI). Diese Traditionspflege des KAC wird Ihnen in progressiven Medien darum zu Recht und nicht nur wegen des Sommerloches hier anhand wissenschaftlicher Quellen und gerechtfertigter EMPÖRUNG um die Ohren gehauen! Das Protektorat das damals aus dem DAC den KAC machte bedeutet heute: Sie die NKACG brauchen G E L D und die Währung der Aufmerksamkeitsökonomie Reputation und PR um gesellschaftliche Anerkennung und politischen Einfluss in der Berliner SZENE zu bekommen! Sie hoffen vielleicht sogar auf die Gemeinnützigkeit und auf das Geld dass aus dem deutlich erhöhten Mitgliedsbeitrag der dämlichen Neureichen sich ergeben möge. Es ist zu hoffen, dass das nicht funktionieren wird.

    Was wird den Damen und Herren Neu Mitgliedern des Free Willy Gedächtnis Clubs vom Büro in der Mietwohnungsrepräsentanz des Investors Huth am Leipziger Platz dafür für die KAC Mitgliedschaft geboten?
    Sie bekommen wie der Hesse sagt, vielleicht etwas Zucker in den Arsch geblasen, das gehört eben zum eleitären Clubleben!

    Aber: Wie nachzulesen ist, bekommen sie eine fast identische Pannendiensthilfsleistungen wie bei den AvD- Mitgliedern, Sie zahlen einfach nur mehr dafür, dass auch Sie im Falle einer Panne auf der Autobahn, beim Weg zum Golf Club oder vor der Abfahrt aus dem Vier Sterne Hotel leider wie alle anderen Mitglieder auch zunächst mal ” warten” müssen. Das wiederum heißt für den neukaiserlichen Member, dass er sich bei einer Panne auf der Autobahn zum Schutz für Leib und Leben bitte hinter die Leitplanke stellen wird, mit einer Warnweste bekleidet, also im Gras und Dreck stehen wird, bis der inzwischen, wie man lesen konnte arg reduzierte angestellte Hilfsdienst, meist ein wenig über die Kaiserlichkeit seines Kunden sich Gedanken machender Kooperationsabschleppdienst, dann endlich anrückt. Oft umsonst, denn der herbeigerufene Techniker wird v i e l l e i c h t feststellen, dass der Elektronikfehler in der Motorsteuerung des OBERKLASSEN Fahrzeuges des im KAISERLICHEN AUTOMOBILCLUB organisierten Besitzer des Fahrzeuges leider nun nicht so einfach behoben werden kann und das Fahrzeug abgeschleppt werden muss.

    Es wird – im Gegensatz zu den KAC I Verhältnissen und bei WILLY II im Pannenfall für die Mitglieder des NKAC weder Verkehrssonderrechte, noch ein von den Hohenzollern verliehenes Blaulicht bei Stau noch einen besonderen Polizei- Schutz oder bei Verstoß gegen die Verkehrsordnung Satisfaktionsrechte gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern geben. Vielleicht aber – das hat zumindest ein in den Kommentaren noch immer präsentes ehemaliges AvD – Mitglied schon mal erreicht- eine Audienz beim PAPST. Dessen Diktion und Aussprache des ADAC als ADACK, – bitte mal ausprobieren – beschreibt den NKAC und auch den KAC vielleicht besser als die Autobild Klassik Schlagzeile….

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  31. Wie, nicht wenigstens eine klitzekleine Distinguierung gegenüber diesem ganzen Unterhemdenprekariat? Eine eigene KAC Fahrspur Unter den Linden bis vors ehemalige Stadtschloss, hätts ja wenigstens sein können.

  32. Wenn ich nicht schon 2007 aus dem AVD ausgetreten wäre, hätte ich spätestens jetzt nach Lesen dieses Beitrags meine Kündigung hingeschickt. In dem alle Autofahrer zunehmend belastenden Problembereich Krafttoffpreise, tun sie trotz ihrer riesigen Mitgliederzahlen seit jeher nichts. Ihr viel größerer Konkurrent aus München ganz genauso. Von ein paar lauen und für mich inszenierten Stürmchen abgesehen, die nur Alibifunktionen gegenüber Zahlmitgliedern haben und über die die Gescholtenen Bosse der Mineralölkonzerne bestimmt heute noch lachen.
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    http://www.spiegel.de/wirtschaft/benzinkosten-autoclub-fordert-preissenkung-um-fuenf-cent-a-340829.html

    AVD oweh. Nie mehr.

  33. Das steht so nicht in der offiziellen Geschichtsdarstellung des AVD:

    Manfred von Brauchitsch. Werksfahrer von Mercedes-Benz, daneben Sturmführers bei dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps. 1944 bis 1945 Referent im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion unter Albert Speer. 1948 bis 1950 erste Präsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD) nach Kriegsende.

    Huschke von Hanstein. Während der Zeit des Nationalsozialismus Rennfahrer, daneben “glühendes” Mitglied der SS, was er auch deutlich mit entsprechenden Nummernschildern (SS-333) und Aufklebern demonstrierte. Nach dem Krieg war von Hanstein dann Sportpräsident des Automobilclub von Deutschland (AvD).

    Historiker gehen davon aus, dass über die Hälfte der nach 1948 aufgenommenen AVD – Mitglieder während des Nationalsozialismus Mitglied beim NSKK Nationalsozialistischen Kraftfahrer Korps waren.

    Zu dem Thema sonst, sage ich mal besser nichts.
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  34. Ich habe beim Lesen des Beitrags und einiger Kommentare über die KAC Willys fast so gelacht, wie bei dem Film die “Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten” über den teutschen Kavallerist Oberst von Holstein (Gert Fröbe).

  35. Traurig, traurig. Nicht einmal mehr ihre eigene Geschichte kennen sie, unsere “Durchlauchten”. Wir müssen dringend mehr in Bildung unserer Eliten investieren.

  36. “Der Automobilclub von Deutschland (AVD) stellt mit sofortiger Wirkung seine Pressekonditionen ein. Alle laufenden Verträge, so erfuhren wir auf Nachfrage, laufen zu Sonderkonditionen weiter. Bisher bezahlten Journalisten 44 statt 59 Euro pro Jahr. Konkurrent ADAC hat nach unserem Kenntnisstand noch nie Rabatte angeboten.”

    http://www.pressekonditionen.de/blog/beitrag/323/AVD-stellt-Rabatt-ein

    Da hat sich Frank B. Meyer von B*LD aber mächtig ins Zeug gelegt, um bei den Durchlauchten wieder auf die Günstlingsliste zu kommen.

    Untertänigst.

  37. Der neue AVD Präsi Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg ist wenigstens ein echter Vollblutunternehmer, der den Abwärtstrend vielleicht stoppt. Die Tradition, seine blaublütigen Freunde ins leckgeschlagene AVD Boot zu setzen, setzt er allerdings wie seine Vorgänger erstmal fort.

    http://www.fnweb.de/region/main-tauber/wertheim-freudenberg-kulsheim-kreuzwertheim/vollblutunternehmer-mit-zahlreichen-ehrenamtern-1.295793

    Mich würde interessieren, ob die heutigen Verträge mit Geschäftsführern ähnliche Abfindungsvereinbarungen enthalten, die wie 2008 einem Adalbert Lhota – legal – über 3 Millionen Abfindung zuschanzten?

  38. Ich würde gerne Antrag auf KAC – Mitgliedschaft stellen. Aufgrund latenten Geldmangels würde mich interessieren, ob etwaige Prämien für die Einwerbung von Neumitgliedern auch in bar oder Lebensmittelgutscheinen für Aldi gezahlt werden. Ein alter Freund gräflichen Titels, hätte durchaus auch Interesse und wäre gegen entsprechende Bonifikation umständehalber bereit, zu Diensten zu sein und ein Pöstchen im KAC anzunehmen.

    http://www.ruediger-weyer.de/startseite.html?/zeitschriften/consul_03.html

  39. Hallo Mitglied aus H. , danke für den Kommentar, ich glaube aber dass bei Fürst zu L-W-F weniger seine Vollblutunternehmerseele am Werk ist, als schlicht eine Verpflichtung gegenüber dem Stamm, oder ein Ruf der Stimme seines Blutes: Der Uropa oder ein Mitglied des weitverzweigten Clans derer von Löwenstein war nämlich, wie im Werk über die Autodolche nachzulesen ist selbst im KAC I Ableger Freiwilliges Automobil Corps :
    “Kurz nach der Jahrhundertwende ließ sich die zukünftige Bedeutung des Automobils nicht nur als ziviles Fortbewegungsmittel, sondern auch im militärischen Bereich bereits erahnen.

    Die wenigen Automobilbesitzer waren in der Regel vermögend, gehörten der Oberschicht an und waren staatstreu und monarchistisch eingestellt. Dem Zeitgeist entsprechend wollten einige von ihnen ihr fahrerisches Talent und ihr Fahrzeug nicht nur bei sportlichen Großereignissen dem staunenden Publikum vorführen, sondern auch ihrem Land militärisch nutzbar machen.
    Was lag näher, als das Automobil und sich selbst als Fahrer dem Kaiser zur Verfügung zu stellen. Ein Wunsch, der an allerhöchster Stelle von dem technikbegeisterten Bruder des Kaisers, dem Prinzen Heinrich, gern erhört wurde. So ergab sich eine Situation, die allen Beteiligten verlockende Aussichten versprach: dem Militär die benötigten, vom Preise her jedoch der preußischen Sparsamkeit widersprechenden Automobile und den Fahrern die Mitgliedschaft in einer elitären Organisation.

    Folgerichtig wurde am 28. Oktober 1904 in einer Sitzung des DAC vom Freiherren Rudolf von Brandenstein die Gründung eines militärisch organisierten Automobil-Corps beantragt. Diesem Antrag stimmten die Mitglieder des Repräsentantenausschusses zu. Prinz Heinrich hatte mit von Brandenstein bereits organisatorische Vorarbeit geleistet. So war es möglich, dass bereits am 6. Januar des folgenden Jahres der Freiherr von Brandenstein in seiner neuen Funktion als Stabschef des DFAC bei Kaiser Wilhelm II. zur Meldung erscheinen konnte. Zu diesem Anlass trug er erstmals die neue Uniform des Corps aus grauem Stoff mit dunkel- krapprotem Kragen, braunen Stiefeln, die ein wenig gelb aussahen, solange sie neu waren, und als Seitenwaffe einen Hirschfänger.

    Dies waren die Geburtsmomente des Deutschen Freiwilligen Automobil-Corps (German Volunteer Automobile-Corps).
    Auch in einer Kabinettsorder des Kaisers wurde das Corps so benannt. Die offizielle Abkürzung lautet D.F.A.C.

    Der Kaiser ernannte seinen Bruder, Prinz Heinrich Albert Wilhelm von Preußen, zum Chef des DFAC.
    (…)”Es ist bemerkenswert, dass viele jüdische Mitbürger Mitglieder des Corps wurden und auch während der Kriegszeit blieben. Die dem Verfasser vorliegenden Mitgliederlisten aus den Jahren 1910 und 1917 zeigten dies recht deutlich. Diese Tatsache ist wohl dadurch erklärbar, dass jüdischen Deutschen die Laufbahn als Offizier in der Regel erschwert war.
    Als unrühmliches Beispiel, wie hinter vorgehaltener Hand über diese Mitglieder auch gesprochen wurde, soll uns hier der Bericht des Corpsmitglieds Alois Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg dienen, ein Mitglied des Hochadels aus Franken, der sich zu Beginn des Krieges beim Königlich Bayerischen Freiwilligen Automobil-Korps in München freiwillig meldete.
    Der durch seine „Kriegsbriefe“ auch zu literarischer Bekanntheit gelangte Fürst hat uns in seinen Aufzeichnungen eine deutlich antijüdische Bemerkung zum Corps des bayerischen Königs Ludwig III. überliefert, die dieser über Fürst Löwenstein machte, als der Fürst bereits das Automobil-Corps wieder verlassen hatte.

    Als der König im Jahre 1916 Lille in Nordfrankreich besuchte, schrieb Fürst Löwenstein nach Hause: „Mir sagte der König vor dem Weggehen, ,Es ist doch besser, dass Sie hier sind wie bei der Judengesellschaft (das Corps. d.Verf.). Sie kennen doch den Witz? (`) Und da ich verneinte, rief er Papus heran, der ihn erzählen musste: (,) Ein Herr erzählt: ich (bin) heute zwei Männer(n) begegnet, der eine war vom Automobilkorps, der andere war auch ein Jude“ [8]

    Mitglied dieses Corps konnte nur werden, wer auch Mitglied im Kaiserlichen Automobil-Club war. So brach die Verbindung zur zivileren Gründungsorganisation auch über die Jahre nie ab und Corpsnachwuchs konnte weiterhin über den Club angeworben werden.
    Die Satzung schrieb vor, dass sich jedes Mitglied für wenigstens vier Jahre zu verpflichten hatte. Dabei waren mindestens drei zehntägige Manöver zu absolvieren. Im Kriegsfalle hatte das Corpsmitglied mit seinem Fahrzeug sowie einem Mechaniker in Unteroffiziersstellung unbeschränkt zur Verfügung zu stehen. Auch die Fahrzeuge mussten der militärischen Nutzung angepasst werden und entsprechende Ausrüstung mitführen.
    Dafür erhielt das Mitglied den Status des Reserveoffiziers zuerkannt. Dieser Status war bei Nichtmilitärs, insbesondere in bürgerlichen Kreisen und beim niederen Adel, hoch begehrt.”
    http://www.germanautoandaerocorps.com/automobilclub/german/das_corps.html

  40. @ das fuhwerk

    Sie schreiben:

    “Das wiederum heißt für den neukaiserlichen Member, dass er sich bei einer Panne auf der Autobahn zum Schutz für Leib und Leben bitte hinter die Leitplanke stellen wird, mit einer Warnweste bekleidet, also im Gras und Dreck stehen wird, bis der inzwischen, wie man lesen konnte arg reduzierte angestellte Hilfsdienst,”

    Ich finde garnichts drüber geschrieben, dass der AVD weniger Pannehelfer haben soll. Ich bitte um Link oder Benennung eines Artikels. Voraus besten Dank.

  41. Hallo Mitglied seit 1982, in meinem Kommentar habe ich zusammen gefasst, was sich aus der Entlassungswelle, die ich ja persönlich noch miterleben durfte für die Qualität der Dienstleistung ergibt. Sie braucehn nur einmal die 100 Jahre Festschrift des traditionsreichsten aller deutschen Automobilclubs aufzuschlagen und sich die Personalstärke damals und heute anzusehen. Geschlossen wurden Stützpunkte für die Mitglieder. die nach der Wende dank engpasskonzentrierter Arbeit an der Grenze gewonnen wurden, und die Zahl der nicht von den Kooperationspartnern ( Abschleppdiesnten/ Werkstätten) bezahlten eigenen Hilfskräften wurden zeitgleich mit meinem Abgang z.T. früh verrentet oder schlicht entlassen. Diese Mitarbeiter vor Ort zu haben um bei Engpässen schnell reagieren zu können oder besondere Pflegefälle, die nicht warten wollen oder bevorzugt zu bedienen sind, als Personalreserve für die Planung der Einsätze die über die Notrufzentrale koordiniert werden. Eine solche Reserve ist m.W. nicht mehr vorhanden, was bei der Eventplanung und und anderen Sonderaktionen ebenfalls nicht wirklich hilft, weil nun externe Leute punktuel eingekauft werden müssen. Daher glaube ich, dass hier für einen ” kaiserlichen” Service nicht gesorgt werden kann, lasse mich aber gerne vom Gegenteil und unter Klarnamen veröffentlichten Erfolgsberichten der Kunden eines Besseren belehren. Vielleicht verfügen die Member des neuen kaiserlichen Serviceangebot ja auch über die direkten Verbindung zum örtlichen Pannendienstunternehmen dass im Auftrag des KAC arbeitet. Solchen “Superservice” finde ich aber weder in den PR- Artikeln noch in der Werbung.

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