Frage an all die Leser: Unbekanntes Taxi – Kabriolet

Irgend wann in der Zeit um Ende 1948 herum, als meine Stadt in Trümmern lag und neues Leben erwachte, so erzählten es mir meine Eltern früher, sprachen drei fröhliche, junge Damen im Frankfurter Nordend einen grade in ein Taxi einsteigen wollenden, gepflegt aussehenden, adretten jungen Mann an, ob er sie nicht bis in die Stadt mitfahren lassen könnte, wo sie sich in einem der ganz wenigen Kinos der 1942 ausgebombten Innenstadt, dem die alten Kinobesitzer zwischen all den Ruinen ein wenig neues Leben eingehaucht hatten, einen Film von ein paar alten Filmrollen anschauen wollten, die der Feuersturm verschont hatte. Vielleicht die Liebeskomödie  “Die Liebe und die erste Eisenbahn” mit Karin Hardt und Hans Schlenck, von 1934…

oder “die Drei von der Tankstelle” von 1930, mit Oskar Karlweis und Lilian Harvey?

Irgend wie muss es jedenfalls zwischen dem jungen Taxifahrgast und eine der jungen Damen damals auch ohne flotten Roadster recht heftig “gefunkt” haben und so verabredete man sich. Ach ja, der adrette AufreiserFahrgast war übrigens mein Papa und die junge Dame meine Mutter. Mein Papa fuhr kurze Zeit später selbst ein ET – Taxi,  meine Eltern heirataten, teilten sich damals mit einer ausgebombten Famile mit 2 Kindern, auf der Eschersheimer Landstrasse eine 4-Zimmer Wohnung und waren glücklich darüber, dass sie es geschafft hatten. Sorge dich nicht, lebe, war der Motor der einen antrieb und das Resultat war am 26.07.1950 ein 3.450 g schwerer Junge, der heute, fast 62 Jahre später, diese Frage an Euch liebe Leser, stellt. 

Gross

Jubiläen sind eigentlich nicht so mein Ding und Geburtstage, so wie in 3 Tagen meinen eigenen, halte ich für verzichtbar, denn was heisst das schon? Altern ist kein Verdienst, das kommt von selbst. Etwas völlig anderes ist es, wenn die Frankfurter Taxivereinigung 100 – jähriges Jubiläum feiert und wenn mich von denen ein netter Herr Linke bittet, für die Erstellung der Jubiläums-Broschüre, in der auch die kleine Geschichte von meinem Papa und ET – Taxi Nr. 212 vorkommt, vielleicht herauszukriegen, um welches Fabrikat und Typ es sich bei dem hübschen damals zum Taxi umfunktionierten Cabriolet auf dem letzten Foto handelt?

Kann mir einer von Euch helfen? 

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11 Gedanken zu “Frage an all die Leser: Unbekanntes Taxi – Kabriolet

  1. Wie hier grade jemand kommentierte, koennte ich auch kotzen. Besonders, wenn ich heute Morgen die Nachrichten über die Libor Affaere lese.
    So wie Du alter Juli – Loewe und unheilbarer Nostalgiker wuenscht man sich zusehends ein wenig der Zeiten zurück, als noch gesellschaftlicher Zusammenhalt vorhanden war und man nicht von einer Parallelgesellschaft ganz Weniger ausgepluendert wurde. Zeiten wie z.B. diese, deren Auferstehung ich garnicht mehr so schlecht finden wuerde:

    http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424052702304217904577534400075645904.html

  2. :-) Was ich sonst nie mache: Ich werde am Donnerstag in der Kantine ein großes Stück Kuchen essen und Dir im Geiste alles, alles Gute wünschen.

    Zu Deiner Frage kann ich Dir leider nicht weiterhelfen. Einee nette Geschichte isses.

  3. Du wirst es kaum glauben, aber wenn Dein Papa auch das Taxi aufgehoben hätte, könnte er sich davon ein Haus in repräsentativer Lage im Frankfurter “Speckgürtel” kaufen. Ein Horch Cabriolet, das damals wegen seines durstigen Achtzylinders niemand haben wollte, ist nämlich heute richtig was wert! Du erkennst es an den typischen Horch-Speichenfelgen, dem unten abgerundeten und oben glatten Scheibenrahmen und wenn ich mich nicht täusche ist’s sogar ein Gläser-Cabriolet, denn der vordere Kotflügel läuft unterhalb der Tür in einem Bogen elegant nach innen aus, ohne in ein damals schon fast nicht mehr modernes Trittbrett überzugehen. Auch die Art des Kofferdecks hinten und die ovalen Zweikammer-Rückleuchetn sprechen dafür. Und im Hintergrund ist das Carlton-Hotel am Bahnhof, als noch nicht wieder alles zugebaut war. Ein schönes Bild – danke, ein Hübi Hubraum

  4. Damals hat man wohl alles mit 4 noch intakten Rädern, laufendem Motor und Sitzen drin, zum Taxi gemacht. Sehr schöne Geschichte Herr Kupfer. Wir sind übrigens ein Baujahr.

  5. Bei Ihrer Typensuche kann ich leider nicht behilflich sein. Mein Horizont geht nur sehr wenig über die Opelmodelle der 60er und 70er hinaus.

    Dafür gefällt mir Ihre Kurzgeschichte über Ihre Eltern sehr, sehr gut. Und an dieser Stelle auch Dank für den Beitrag über die alte Opel Rennstrecke und die Fotos.

  6. Happy Birthday… lieber Detlef

    P.S. Und morgen bitte ein foto vom Toten – Runddiagramm.

  7. Pingback: Familien – Taxi – Geschichte auf Seite 27

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