Nürburgring – Substitut Klassikstadt

Unter all den vielleicht 150 Fotos, die ich am Samstag auf dem Nürburgring machen wollte, unter all den alten Porsche, Ferraris, Bizzarinis, Lambos, Healeys, Mustangs und vielen Autos zum Teil längst toter Automarken, an denen Mechaniker wie Winni im alten Fahrerlager letzte Hand anlegen, bevor es auf die Strecke geht, und was dann an brüllenden, alten Boliden an der Strecke an mir vorbeigerauscht wäre, die nach ihren Runden um den Ring, mit  heißgefahrenen, qualmenden Bremsen, von Auspüffen versenktem Lack, vereinzelt mit viel verbeultem Blech, und vor allem den echten Adreanalin-Junkies hinter den Lenkrädern, in das Fahrerlager gefahren wären, sollte oben ein Foto zu sehen sein, von dem ich sagen wollte: Das ist es. Das ist das Bild, für das sich die ganze Tour zum Nürburgring für mich alleine schon gelohnt hätte.

 

Aber meistens kommt es anders, als man denkt. Nichts mit Nürburgring Oldtimer Grand Prix, und auch nichts mit einer Runde mit Gabi im Kobold über die Nordschleife..Freunde hatten Freitags Mittag abgesagt, dazu ein Krankheitsfall, wo man sich 200 Kilometer entfernt auch keinen sorglosen Tag machen will, und so habe ich heute einen kurzen Trip in die Klassikstadt gemacht und dort auch viel schönes, altes Blech auf Rädern gesehen, mit netten Leuten und einigen unerwartet getroffenen guten, alten Bekannten.

Auch das nette Ehepaar mit dem nach meinem Geschmack etwas überrestaurierten, schwarzen SSK, Fahrgestell-Nummer 36041, mit dem Nürburgring-Bapperl drauf und wie sich herausstellte, schlausparsame Nachbarn aus der Wetterau, meinten, “350 Euro für eine Übernachtung im Dorint-Hotel und mehr als doppelt so viel wie im letzten Jahr, plus 500 Euro für’s Fahrzeug, nur um den Zuschauern den SSK zeigen zu dürfen, sei wohl doch etwas unangemessen”. Na dann.

Die beiden Fotos oben gefallen mir auch ganz gut. Und den Rest dürft Ihr Euch hier anschauen. 

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6 Gedanken zu “Nürburgring – Substitut Klassikstadt

  1. Ich hoffe doch sehr, dass Du uns spätestens am Dienstag mit einem ausführlichen Bericht über das grässliche Brunnen – Jubiläumsfest in Bad Homburg, die dort aufgereihten Tand- und Nippes Verkaufsbuden sowie den seit langem miesesten Fraß auf einem Fest, “beköstigst”.

    Rumstehveranstaltungen ertrage ich nie länger als 1 Hour. Trotzdem ganz nette Bildchen. :-)

  2. Daheim ist daheim. Schön geschrieben. Ich habe 3 Jahre in Frankfurt gearbeitet und garnicht geglaubt, das es dort so viele Oldtimer gibt. Aber bald haben wir ja auch ein Meilenwerk in München und bestimmt ähnliche Treffen mit so vielen schönen alten Vierrädern.
    Ich war auch viele Jahre lang auf jedem OGP, nur als Zuschauer und bin aus den selben Gründen wie das Ehepaar mit dem SSK, dieses Jahr auch nicht hingefahren. Da ich aus München komme, muss ich zwangsläufig 1mal übernachten. Was die Übernachtungspreise betrifft, sag ich nur, huiii.
    Ich lade mit dem gesparten Geld lieber meine Partnerin zum verlängerten Wochenendausflug im Jaguar E-Typ I, nur über kleine Passtraßen, nach Meran ein. Da ist das Geld deutlich besser angelegt.

    Roland aus München

  3. Lieber RolandausM, ich weiß ja nicht, wo Ihr immer übernachtet, aber für mich gehört zum OGP auch eine typische kleine Eifelpension, z. B. diesmal Haus Blindert in der Hauptstraße von Nürburg, für 45.- Euro/Nacht samt Frühstück. Es gibt viele kleine Häuser in dieser Art, oft sogar in Laufnäe zum Ring, Haus Marvin oder die kleine Pension in Oberbaar. Man staunt, was da alles für tolle Autos auf dem Parkplatz stehen… bei mir war’s diesmal ein DeTomaso Pantera und ein Porsche 914. Ich denke, mit dem SSK geht’s auch nicht mehr so einfach. seitdem auf der Nordschleife keine offenen Autos mehr fahren dürfen. Aber z.B. der Motor-Klassik Leserlauf, der wäre ebenso wie die Gleichmäßigkeitsprüfung der 20er und 30er Jahre eine tolle Gelegenheit gewesen, mitzufahren. Und nicht teuer. So aber war er in der Klassikstadt und das finde ich mindestens ebenso schön.

  4. …ich übernachte seit sicher 20 Jahren in Nürburg, komme zu Fuß zum Ring, die Nacht kostet mich 40€ inkl. Top-Frühstück und ich habe quasi Familienanschluß da man sich schon lange kennt. Alleine das ist schon die Reise wert.

  5. Pingback: Oldtimer – Auktion inklusive Säuretest: Folge 1

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