Oldtimer – Verkauf; Kausales – anschaulich

Wachsender Unglaube in der Welt. Am 03.10.2012 schrieb einer…

Verkauf 230 SL, Zustand lt. CD: 2,2 VB 50 tsd…  “Ich ringe mit mir, aber wahrscheinlich macht es mangels Nutzung keinen Sinn, meinen 230 SL zu behalten, daher biete ich ihn zunächst (nur) hier zum Verkauf an. EZ 1965, Schalter, Servolenkung, weiss (so ein bisschen Elfenbeinweiß oder papyrus, weiss ich nicht genau), mit rotem Leder, VB 50 tsd. € von privat, also ohne MwST und ohne Gewährleistung…”

3 Tage später, am 06.10.2012…

“…ich weiss, Herbstzeit, daher mache ich ein Preisupdate: 45.000,- Euro (Festpreis)…”

und gestern, am 28.10.2012…

“Schieb… Also, wenn ich die Beiträge hier im Forum lese, für 30 tsd. gäbe es nur Zustand 4 und dies wird beklagt, dann frage ich mich, warum mein Auto mit Zustand 2,2 mir für 45 tsd. nicht aus den Händen gerissen wird (übrigens zu den Arbeiten oben, Kupplung wurde auch in 2008 gemacht) – vielleicht falsche Jahreszeit oder eben alles nicht so ernst nehmen (?). Angeschaut hat es noch niemand. Also an falschen Beschreibungen kann es nicht liegen…” “In ca. 2 Wochen kommt er sonst auf dem Hänger Richtung Bodensee und bleibt dann da erst mal unverkäuflich…….”

Die arme Socke. Hat dem ungeduldigen Verkäufer der Pagode denn niemand gesagt, zuerst hatten wir die Finanzblase, dann hatten wir die amerikanische Immobilenblase, die spanische Immobilienblase folgte ihr auf den Fuß. So ganz nebenbei ist die Schuldenkrise in Autoland angekommen und wir haben  die große Autoblase

Die Welt der Oldtimer – Käufer oder die den Oldtimermarkt seit Jahren hochjubelnde Protagonisten mitsamt Journalismus – einer von beiden leidet an fortschreitender Blasenschwäche. Na ja, mich graust es momentan nur vor dem Platzen der Oldtimerblase, natürlich nur, bevor wir unsere Pagode verkauft haben.

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8 Gedanken zu “Oldtimer – Verkauf; Kausales – anschaulich

  1. EIn Freund von mir hat gerade eine Pagode für 25K verkauft. Zustand gut, Fahrbereit, TÜV. Der Verkauf war recht mühsam. Z.Zt. sind die eben nicht mehr wert.

  2. So schön Pagoden auch sind, es gibt viel zu viele davon, es werden einfach zu viele davon auf dem Markt und für teilw. viel zu hohe Preise, angeboten. Das trifft für viele andere Oltimer genau so zu. Die Auktion in de Klassikstadt warv ein mehr als deutliches Signal.

  3. Bei den “üblichen Verdächtigen” wie mobile.de gibt es aktuell ein Pagoden-Angebot von etwa 80 Stück zu Preisen zwischen 14.000 und 134.000 EUR. Wer also tatsächlich vorhat, sich jetzt, im Herbst, ein solches Vehikel zuzulegen, mit dem er im Moment nicht einmal fahren kann, findet ein reiches Angebot (und kein knappes, das überhöhte Preise überhaupt rechtfertigen würde).

    Ähnliches gilt für viele andere Oldtimer (und auch für grosse Teile des Immobilienmarktes), auch wenn unermüdlich versucht wird, die Preise durch Verweise auf die (angebliche) Sicherheit von Garagen- oder Betongold hochzujazzen. Irgendwie scheint die Masse der Geldbesitzer zu ahnen, dass man sich in einer echten Krise für ein altes Auto nichts kaufen kann. Auf der anderen Seite scheinen aber auch zahlreiche Oldtimerbesitzer zu wissen, dass es nicht sinnvoll ist, ihr Schätzchen zur Kompensation von 3 Prozent Inflation jetzt um jeden Preis zu verschleudern.

    Angebot und Nachfrage funktionieren also scheinbar durchaus. Nur die Legende vom “Oldtimer als Kapitalanlage” scheint ein paar Risse bekommen zu haben… ;-)

  4. Autohäuser die keiner Premiummarke zugehören, gehen momentan reiheneise übr die Wupper. Autohäuser wie Brüggemann mit dem Stern auf dem Dach können heute von ihrem Vertragspartner gar nicht fallengelassen werden, ohne das der einen enormen Imageverlust hinnehmen muß. Auf die Weise haben sich Daimler, BMW und VW/Audi durch Übernahme nicht mehr tilgbarer Schulden viele alt eingesessener Betriebe einverleibt und sich große Autohausketten gebildet, auf denen genau so Niederlassung stehen könnte.

  5. Genau so läuft es. Aber gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. Und bei Oldtimerbesitzern, die an Perfektionswahn leiden, ohnehin nicht. Ich habe 15 Jahre lang deutschen Händlern ältere Mercedes und gelgentlich auch Engländer und Italiener aus den USA rübergeschickt und habe oft den Kopf geschüttelt, wenn aus verschifften 15000 $ Durchschnittsautos nach Ankunft in Rotterdam 25000 Euro Zutand 2 – Autos wurden. Seltenere Spitzenautos werden ihre Preise halten. Der Durchschnitt, die Masse, ganz bestimmt nicht.

  6. Pingback: Oldtimer – Fonds und die Grünwalder Blasenschwäche

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