Paul Bracq Zeitlose

 

“…Es gibt ein Bild, das Bracq 1959 zeigt, wie er stundenlang an den Lichteffekten einer neuen Karosserie herumfeilt: Wann ist eine Form zu spannungslos, wann ist sie überspannt? Wann weist sie zu wenig Linien auf, wann zu viele? Vor allem die letzte Frage stellt man sich in heutigen Designlabors leider nicht häufig genug. Den Designern bei Mercedes würde es jedenfalls nicht schaden, einmal wieder mit Bracq ein paar Fische mit Karosserie zu essen”.

Auf eine so einfache Formel wie Niklas Maak, wie man die aus meiner Sicht total verhunzte neue A-Klasse hätte besser stylen können, bin ich nicht gekommen.  Und Wilhelm Hahne stellte zum gleichen Thema – neue A-Klasse – mal die Frage: “Sind Blechfalten in?”

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8 Gedanken zu “Paul Bracq Zeitlose

  1. Zu Paul Braque / Mercedes-Design

    Wesentlich trauriger als das Mercedes-Design ist die mangelnde interne Haltung.

    Man hatte sich Ende der 90er in den Fluren in Möhringen laut über das BMW-Design lustig gemacht – ein 5er sei nicht von einem 3er und ein 7er nicht von einem 5er zu unterscheiden. Einige Jahre später stellte eine Autozeitung (ich glaube es war die AutoBLÖD) die Vieraugen-Frontansicht von 6 oder 7 Mercedes-Modellen nebeneinander. Was soll ich sagen, ich konnte selbst als Insider die Modelle nicht zweifelsfrei unterscheiden. Dann kam der 7er von Bangle mit dem Rücksack-Kofferraum. Die Häme kannte keine Grenzen – ja bis genau zu dem Tag, als der Maybach auch diesen Kofferdeckel-Wulst bekam und im Nachgang die S-Klasse mit demselben ‘Merkmal’ verhunzt wurde.

    Bei der Hängebauchschwein-Form des Z4 versuchte man sich in Möhringen in Witzen zu übertreffen – und nun sieht die A-Klasse von der Seite genauso aus.

    Es ist symptomatisch für den Konzern, dass keiner die Cochones zu einer eigenen Meinung hat. Sobald sich der Wind/das Design dreht, sind sie alle auf Linie und verteidigen mit verve die ‘Innovation’.

    Es gab schon früher zu viele Jasager, aber durch die Stellenabbau-/Abfindungs-Aktionen der letzten 6-8 Jahre, sind nur noch die Abnicker übriggeblieben – die guten haben ihre Chance erkannt und sind gegangen.

  2. Ich habe heute die erste A-Klasse auf der Straße fahren gesehen. Im Verhältnis zu dem aufgedunsenen Vorbau sieht er aus, als fehle hinten ein Stück. Autos die auf Anhieb gefallen, sehen bei mir anderes aus.

  3. Beim AutoScout werden von der neuen A-Klasse bereits fast 80 Neuwagen angeboten. Momentaner Nachlass bereits über 10 Prozent. Ich habe mal dringesessen. Mit 1,82m und nicht grade Knochengerüst fühle ich mich eingepfercht wie in einen Babysitz.

  4. Michaelis,

    heute Vormittag traf mich fast der Schlag. Das Telefon klingelte, ich sah eine sehr lange Vorwahl, hob ab und rate mal, wer dran war? Ganz richtig. Paul Bracq. Der Grand Seigneur des Mercedes-Benz Auto-Designs.

    Die schlechte Nachricht: Es ist eine reine Verkaufsausstellung für seine Automobil-Grafiken, für die keine Kataloge gemacht wurden.

    Die gute Nachricht: Ich bekomme demnächst eine Fotoserie und vielleicht sogar einen Gastbeitrag, in dem er sich mit dem Thema Auto-Design heute, kritisch befasst. Mir haben die Ohren geklungen, was Paul Bracq, inzwischen 80 Jahre alt, zu heutigem Autodesign und dem von Mercedes-Benz im speziellen, für eine Meinung hat.

    Wadde mers abb.

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  5. Das wäre ja ein echtes Highlight für Dich und das Motorbloeckchen. Paul Bracq ruft an, so muss sich das für den Dorfpfarrer anfühlen, wenn der Papst durchklingelt ;-)

  6. Pingback: Pagoden – Jubiläum am 12. März mit Stil feiern

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