Unaufgeregter Sonntagabend

Es ist eigentlich schade, dass unte den vielen Leuten die ich kenne, kein einziger drunter ist, der einen 50er Jahre Käfer fährt.  Sicher habe ich mich die ersten Jahre zu sehr in Kreisen bewegt und deren Sichtweise auf alte Autos mit Stern auf der Haube geteilt, die mich heute, wenn ich gelegentlich in deren Foren reinschaue, teilweise an Leute eines Dorfes erinnert, die zu viel untereinander geheiratet haben.

Ich reagiere weder auf E-Mails von Verlagen, die das Motorblöckchen als Nassauischen Freitisch  für das Promoten ihrer überteuerten Fotobücher mit dem zweiten Aufguss über Oldtimersammlungen in Garagen betrachten und die einem statt eines Rezensionsexemplars hingerotzte C+P-gerechte Word-Dokumente schicken, damit man ihnen den Guttenberg macht, noch mag ich von selbstgefälligen Eliten geschmierte FAZ Wirtschaftsjournalisten. Ich zahle selbst und lese lieber Bücher die ihr Geld wert sind, und schreibe auch mal etwas darüber, wie vielleicht mal etwas über “1913” von Florian Illies.

Ich möchte E-Mails von echten Freunden lesen, wie von einem Zahnarzt aus München, dem statt Hummerschwänzchen fressenden Angeber lieber Leberwurst essenden und auf 2 Füßen im Leben stehenden Malocher, E-Mails, die mich angesichts ihrer Aufrichtigkeit und Tiefe bewegen, ja beinahe sprachlos und unfähig machen, dem Freund zu antworten, und ich möchte dazu gelegentlich von blogschreibenden Menschen gute Geschichten lesen, wie gestern Abend die von dem entschleunigten, erhaben fahrenden Träume – Wagen

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9 Gedanken zu “Unaufgeregter Sonntagabend

  1. Hi Detlef,

    na so ein Lob lese ich doch gern. Ich hoffe, dass du bei uns noch mehr gute Geschichten über alte Autos und ihre Fahrer findest und wünsche dir einen sauberen Start in die neue Woche!

    Jens Tanz vom TRÄUME WAGEN Team

  2. Das mit dem China Trip war halt ein Gedankenaustausch. So was hat man öfters als Wirtschaftsjournalist der führenden Tageszeitung. Geschmiert? Unverschämtheit! Mit nem Privatjet von Düsseldorf nach München fliegen, ich habe halt gelaubt, das kostet fast nichts.

    Der Artikel reicht als Lacher für die ganze Woche.

  3. Eine nette Story mit schönen Fotos. Wie die meisten Geschichten über den Mythos Käfer, für meinen Geschmack aber zu inszeniert und aufgesetzt.

  4. Ach ja, Thema “Käfer”. Ein netter Werbespot aus China. Botschaft: “Wartet nicht bis es zu spät ist.”

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  5. Nach jahrzehntelanger Käferabstinenz (damals freilich nur auf der Rückbank eines 67er Sparers in Chinchilla) sind wir seit knapp einem Jahr glückliche Besitzer eines 59er Export mit Sonnendach in der schönen Farbe Diamantgrau Metallic. Das Auto ist 6. Hand mit typischer Käfergeschichte: Nur 2 Besitzer bis Ende der 80er, dann einige schnelle Wechsel und schliesslich ein Besitzer für die letzten 10 Jahre.

    Der Käfer hat in den paar Monaten schon knappe 4,000km mit uns zurückgelegt. Darunter eine Strecke von 300km von Stuttgart an die Mosel in nur 3 1/2 Stunden. Wann immer ich mit dem Käfer unterwegs bin, die leichte Steuerung geniesse sowie – bei langsamer Fahrt – das offene Dach, denke ich mir, dass man eigentlich nicht mehr Auto braucht. OK, Luft kocht nicht, Luft friert nicht und Luft heizt nicht… dem linken Fuß des Fahrers kann es aber doch ganz schön warm werden und für den Rest des Körpers gibt es warme Kleidung. Den Picknick-Korb würde ich aber nicht wie im Artikel beschrieben in den vorderen Kofferraum stellen, es sei denn, man möchte einen leichten Benzingeschmack mit dem Essen genießen.

    Habe letztens wieder die alten Fotos im Album meiner Eltern angeschaut. Mit Kind und Kegel, Reisenähmaschine, Kinderwagen und dem Koffer auf dem Heckgepäckträger waren wir hunderte Kilometer unterwegs an die Nordsee. Heutzutage muss beim ersten Kind schon ein viereckiges Auto (SUV) oder ein Kleinbus her und man wird bei den Käfergeschichten angeschaut, als käme man aus einer anderen Welt…

  6. Pingback: Volks – Käfer – Marketing | MotorBlöckchen

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