Dirt 300 SL Contest

“…This 1959 Mercedes Benz 300SL which is an unique original example is purchases on 14 May 1961 by the last owner for the amount of $ 6.350 + taxes…”   “…sold the car to us after 51 years ownership, unbelievable but the engine is running…”

Es gibt kein Recht auf Wegschleifen, Weglackieren und Wegverchromen und ich mag deshalb Fotos von Autos mit Historien wie diese.

Das Problem an den heute zumeist überrestaurierten alten Autos, die in ein paar Wochen wieder auf den Oldtimer-Messen angeboten werden, ist nicht, dass sie vor ihrer Restaurierung  alle  hässlich, vergammelt oder kaputt waren.  All das intendiert einen Zustand, ein Schicksal, einen unabänderlichen Niedergang. Damit könnte man leben, und die teilweise bigotte Oldtimer-Szene hat sich in dieser Realitätskonstruktion mit Zustandsnoten und Beggriffen von Kulturgütern gute Ausrden geschaffen. Das eigentliche Problem ist, dass es nicht stimmt.

Die Hässlichkeit dieser überrestaurierten Autos ist selbstgemacht, gezielt durchgeführt und verübt an alten Autos,  so wie in etwa diesem, an denen schöne Details, Spuren  und verbliebene Relikte ihres früheren Autolebens und ihrer Besitzer, von den kleinen Steinschlägen von der Fahrt entlang der Amalfi – Küste bis hin zum  herrlichen Koffersatz, alle Zeugnisse früheren Lebens, ausgemerzt wurden wie bei Teenagern die Pickel.

 

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 .

16 Gedanken zu “Dirt 300 SL Contest

  1. Das Du hier wie Gottschalk im ZDF Schleichwerbung für Restaurierer machst, kann Dir niemand vorhalten. Absolut niemand.

  2. Jetzt aber grade. Habe mich nach dem Lesen Deines Beitrags deshalb entschlossen, die kleinen, kaum sichtbaren Kratzerchen auf dem 3 Jahre alten Lack meines Oldie jetzt doch nicht wegzuschleifen und ihn hinterher mit Swizoil Brillant aufzuglänzen, sondern ihn lackieren zu lassen.

  3. Ich würde ihn behutsam saubermachen und “entmüffeln”, ihm ein “altes” Verdeck und “alte” Ledersitze spendieren, die Technik in Schuss bringen – und ansonsten alles so lassen wie es ist.

  4. Das Ding ist eine totale Ami-Möhre. Wenn da einer sagt, dass der Motor läuft, sagt das doch so gut wie nichts!!! Auch mit kaputen Lagern, ausgelutschten Kolben, defekten Dichtungen läuft ein Motor immer noch. Und dann steht man vor der Totalrestaurierung. Die Kiste optisch einfach so zu lassen bedeutet noch lange keine kurze und preiswerte Restaurierung. Im Gegenteil. Dem Käufer viel Spaß bei seinem Groschengrab…

  5. Wer Alfons Geevers kennt, weiß, dass dieser Satz von ihm in seiner Beschreibung (vorläufig) durchaus ernst gemeint ist:
    “I do not know yet if I keep it the way it is or restore it, for now this car is not for sale.”
    Geevers ist erstmal stolz auf diesen extrem seltenen “Scheunenfund” und wird den Teufel tun, das Auto in der nächsten Zeit zu verkaufen. Wenn er wie hier “private collection” schreibt, ist das Auto zumindest mittelfristig tatsächlich unverkäuflich. Ich schätze mal, dass sich hier selbst der Edelrestaurierer “Hans” Johannes Kleissl, der durchaus gerne bei Geevers einkaufen geht, vorläufig mal die Zähne ausbeißen wird.
    Dass auch dieser 300 SL dennoch auf längere Sicht hin restauriert werden wird und damit den “normalen” Weg geht, ist selbstredend jedem klar. Geevers kann sich lächelnd zurücklehnen und in aller Ruhe abwarten, bis die reichste Schicht der Chinesen den Oldtimermarkt entdeckt und bereit ist, 7-stellige Euro-Summen für eine Note 1 Restaurierung bei “HK” hinzublättern – bis dahin wird der SL die Internetseiten von Geevers zieren.

  6. Alfons Gevvers ist ein ganz ausgeschlafener Hund. Bei ihm kauft inzwischen das Who ist Who der Mercedes Oldtimerhändler, die früher als es hier noch genügend Autos gab, US Autos als Prestoschlitten und Direktkäufer und auch die, die bei Geevers gekauft hatten, als Volldeppen runtergemacht haben, heute selbst ihre Autos.

    Der SL sieht innen drin schon übel aus. Guter Negativ-Vekauf hat noch nie geschadet. Wenn einer jetzt kommt und gleich die Bündel in der richtigen Dicke rausholt, steht der Schlitten 10 Minuten später auf dem Hänger.

  7. Ich habe nicht nur wegen dem Gag mit dem durchstrichenen Text den Eindruck, dass Du der Sache mit dem Totrstaurieren alter Autos in Wirklichkeit nicht mit dem gebotenen Ernst begegnest. Soll ich Dir noch etwas Ungeheuerliches schreiben? Ich tue es einfach: ich wette, die meisten Besitzer toter Autos wissen garnicht, dass sie tote Autos fahren. Weil sie selbst emotional ziemlich tot sind und nur mit ihrem Geld künstlich am Leben gehalten werden. So wie sie ihre Autos krampfhaft am Leben halten. Völlig paradox: Keiner von ihnen würde ein denkmalgeschütztes Haus, bei dem die Decken durchgebrochen sind und der Stuck komplett heruntergefallen ist, komplett restaurieren. Grade denjenigen, die sich immer auf den Erhalt von Kulturgütern berufen, gehen Kulturgüter die nicht ihrer Eitelkeit dienen, am A…. vorbei.
    Bitte teile das auch dem Besitzer des 300SL mit, den Joseph Fischer retauriert hat, falls Du dich traust. Es wird ihm vielleicht die Augen öffnen.

    http://motorbloeckchen.com/?page_id=4166

    Ich habe es mir anders überlegt, bitte teile das dem Betreffenden doch nicht mit, sonst bringt das nur wieder einem Psychiater einen neuen Patienten und mit der Einladung zur Saisoneröffnung in der Central Garage wirds dann auch nix.

  8. Ich weiß nicht, wie viele von den 1858 gebautn Roadstern heute noch existieren. Selbst wenn sie fast noch alle existieren würden, lohnt es sich immer, diese raren Autos zu restaurieren, soweit es der Zustand zulässt. Auf Grund der Hype tauchen aber inzwischen fast nur noch sehr desolate Stücke so wie dieser auf und es wird heute nur noch selten restauriert, sondern vom Umfang her komplett rekonstruiert. Auch, weil die einschlägigen Fachbetriebe aus verständlichem Interesse an schonender Restaurierung eigentlich gar kein Interesse haben. Solche ‘Kunstwerke’ haben für mich, wenn man sich hineinsetzt, kaum mehr Flair als der Kunststoff – Billignachbau – Flügeltürer von Gullwing.

    Es wäre interessant zu sehen, wie lange Herr Geevers seine hehren Versprechungen, den Roadster nicht verkaufen zu wollen, aufrecht hält?

    Danke für den Link.

  9. @Peter,

    einem alten Auto die Spuren seines Lebens zu lassen bedeutet doch nicht, dass es deswegen eine Möhre sei. Es gibt diesseits und jenseits des Atlantiks genügend auf “besser als neu” restaurierte Autos. Allein ihre Menge macht sie seelenlos. Für mich dasselbe wie “restaurierte” Fachwerkhäuser mit Vollwärmeschutz. Oder alte Möbel mit zugespachtelten Wurmlöchern…

    Wie man alten Autos ihre Würde lässt, ohne wieder einen Neuwagen daraus machen zu wollen, sieht man beispielsweise hier:
    http://motorbloeckchen.com/?p=31209

  10. “Völlig paradox: Keiner von ihnen würde ein denkmalgeschütztes Haus, bei dem die Decken durchgebrochen sind und der Stuck komplett heruntergefallen ist, komplett restaurieren”

    Tom57,

    d’accord. Wobei hinzukommt. Jedes denkmalgeschützte Haus ist ein Unikat, wogegen alte Autos wie so ein 300SL, na ja, gehe mal demnächst wieder über die einschlägigen Oldtimermessen.

    Und wie valide Zahlen belegen, schlägt der Hauspreisindex guter Wohnimmobilien in Toplagen von Ballungsgebieten, den von einigen Bauernfängern, Neppern und Schleppern als Kaufargument für gängiges, altes Blech bei jeder sich bietenden Gelegenheit hervorgezogenn DOX, um Längen.

    .

  11. @ActionTravant
    Es gibt schon einen Unterschied. Ein Auto mit in Jahren gewachsener Patina ist erhaltenswert und schön. Eine vergammeltes Auto wie oben gezeigt ist ein Fall für den Restaurator.

  12. Patina hat eine Menge Charm, zeigt sie doch die Spuren der Geschichte. Ich empfinde das jedoch etwas zu romantisch und viel zu einseitig.

    Ein Auto im Originalzustand, das noch nach 60 Jahren fährt, kann keine spannende Geschichte durchlebt haben. Dafür war die Technik nie gemacht. Es stand die meiste Zeit seines Lebens vergessen und womöglich ungeliebt herum. Trotzdem flippen die Sammler aus bei einem so raren Stück, denn sie können es besitzen, zeigen und fahren. Es mag Ausnahmen geben wie eingemauerte Bugattis, aber davon ist hier nicht die Rede. Die Begeisterung kann ich daher nicht nachvollziehen. Bei jüngeren Autos mag das noch angehen, aber bei 30+ fängts schon an.

    Oder es hat eine Million Kilometer, ist völlig verwohnt und wurde zeitlebens mit wenig Aufwand am Fahren gehalten. Das gilt dann noch nicht mal mehr als Restaurierbar, ist aber dennoch das authentischere Fahrzeug. Das gefällt mir dennoch besser und gehört in ein Museum.

    Die Alternative ist ein voll restauriertes Fahrzeug. Wenn alles sauber dokumentiert ist, dann sind die Spuren der Geschichte noch immer für den intensiven Betrachter nachvollziehbar. Und jetzt kommts: Das Auto fährt dann eben so, wie es damals die Werkshallen verlassen hat. Auch das ist eine Erfahrung, die geschichtlich wertvoll ist. Dann erst kann man begreifen, wie es zum Beispiel damals war, als die DS 1955 auf den Markt kam. Am besten im Vergleich zu anderen Autos der Epoche, die in ähnlichen Zustand gebracht wurden. Oder dem Vorgänger 11CV. Mit einem “originalen”, aber quietschenden, klappernden, müffelnden und nicht rund laufenden Exemplar kann man diese Erfahrung nicht machen.

    So hat eben (fast) alles seine Liebhaber, und man selbst hat ja die Wahl und muss nicht den teuersten Auktions-Autos hinterherlaufen. Jedenfalls ich mach das so und bin ganz happy damit.

  13. Meinen 1963 er Healey3000 habe ich jetzt 17 Jahre und bin fast 90000 Kilometer gefahren. H-Kennzeichen no, normale Zulassung. Er hat heute noch den ersten Lack drauf. Lackzustand in etwa wie bei dem 300 SL oben, Innenraum wie Großvaters alte Ledersitze (Sattelfett wirkt wahre Wunder), Blech untenehrum und Technik 1 – 2. Markenfreunde tuscheln schon mal verächtlich, weil ich mich heute nicht mehr auf Treffen sehen lasse. Aber das sind meistens genau die Lackaffen, die sich nicht einmal die Finger schmutzig machen mussten, weil Mammi und (Schwieger-) Pappi die Totalresto bezahlt haben, die dann aber Andere, die für ihren Traumoldie geschuftet und drei Jahre lang mit jedem gesparten Cent die ganze Technik auf Vordermann gebracht haben, mit Worthülsen wie “Spaltmaßen” beharken, ohne auch nur einen blassen Dunst von echter OLdtimerei zu haben.
    Ein Oldtimer den man ständig wäscht und zigmal jedes Jahr mit teueren Mitteln poliert ist mir schon immer zuwieder. Da fehlt jeder Charakter.
    Ein totalrenaturalisiertes Autoleben von über 40 Jahren wie bei vielen Typenfreunden, stößt mich genau so ab, wie Brüste einer 60+ -jährigen Frau ohne Anzeichen von Schwerkraft.

  14. “Aber das sind meistens genau die Lackaffen, die sich nicht einmal die Finger schmutzig machen mussten, weil Mammi und (Schwieger-) Pappi die Totalresto bezahlt haben, ”

    HealyPit,
    nicts gegen die Philosophie alter Autos im Originalzustand. Bei Dir habe ich jedoch Zweifel. Dich muss der Neid doch schon zerfressen haben.

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