Alter schützt vor Schönheit nicht

Der Duft nach Leder, Gummi, Schmierfett scheint merkwürdig vertraut, wenn man sich die Fotos dieses Autos anschaut. Im Strickpulli, mit gelöcherten Pekari Lederhandschuhen, in Tod’s Slippern, eine alte Rolex Prince am Handgelenk, neben mir sitzend meine Copilotin mit einem im milden Wind der Amalfi – Küste flatternden Kopftuch, aber bitte ohne Windschott, Helm und Sicherheitsgurt, so habe ich mir gestern Abend die Fahrt in diesem Aston Martin 2.0 Liter Sportster von 1949 vorgestellt, der nur 15mal gebaut wurde.

Wenn doch diese englischen Syndiacationsschreiber genau so wie ihre deutschen Kollegen vom Qualitätsjournalismus nur etwas mehr drauf hätten und statt in Restaurierungskostenarien zu schwelgen, etwas aus der Zeit seines automobilen Lebens herausbekommen hätten, bevor er vor 30 Jahren in der Garage abgestellt wurde. 

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[Tim Wallace]

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4 Gedanken zu “Alter schützt vor Schönheit nicht

  1. Wenn doch nicht pekuinäre Umstände für manche schönen Dinge im Leben all zu oft unüberwindbare Grenzen setzen würden. Gelle? Vorsicht! Alter schützt vor Torheit nicht. Trotzdem ein toller Schlitten.

  2. Was will man mit sonnem alten Gammelkoffer? Nur weils Aston Martin heißt, werden alle ganz irre.

    Netten Youngtimer angeschaft, schon mit ABS und Scheibenbremsen für einen Minimansicherheitsstandart und die Post geht ab.

    Gruß
    Willy

  3. Ich habe bei AM in Newport Pagnell vor einigen Jahren eine Fotoreportage gemacht. Als Guide hatte ich einen pensionierten Mitarbeiter, der dort 30 Jahre lang Zylinderköpfe gegossen hatte – und von “seiner” Firma noch immer begeistert war wie ein kleines Kind.

    Er zeigte mir auch die Restaurierungs-Abteilung und erklärte mir, das man im Prinzip einen Kotflügel, eine Getriebeglocke und ein Hinterrad eines alten Aston anliefern und den Auftrag erteilen könne “baut mir den Rest wieder”.

    Es dürfte nur wenige Autohersteller geben, die ein solch inniges Verhältnis zur eigenen Geschichte haben und pflegen. Insofern ist die Wiederherstellung des jetzt aufgefundenen DB1 höchstens eine Frage von Geld – aber wen interessiert das bei einer solchen Rarität?

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