Sonntagabendtheorie: Der Zehnte ist zurück.

130322 HGZehnthof 005

Während sein brötchengebender Herausgeber Frank Schirrmacher mit seiner Kapitalismuskritik in Buchform auf den Bestsellerlisten ganz oben steht, barmte Werner Mussler in der FAZ und er zetert über diesen “Bruch” ungeschriebener Regeln, weil niemand den Hauch einer Chance hatte, seine Penunze vorher per ‘Bankrun’ noch rasch abzuheben. “Jetzt werden zyprische Sparer genauso enteignet wie ausländische Geldwäscher”.

In den Debatten über “Zypern” geht es zu, wie unter Hempels berühmten Sofa. Nur zur Erinnerung: Am letzten Montag hieß es noch, dass es allein auf dem Mist der Zyprioten gewachsen sei, alle Kleinsparer am Bail-Out der Bläh-Banken dort zu beteiligen. Am Dienstag Morgen las ich im  ‘Handelsblatt’, dass maßgeblich unser Wolfgang Schäuble auf diese ‘Lösung’ gedrängt haben soll. Klar ist, dass nur eine Version dieser Geschichte logischerweise stimmen kann, von zwei konträren Varianten der Realität muss eine den Tatsachen widersprechen, auf deutsch, erstunken und erlogen sein – ich persönlich habe da auch einen Tipp, den verrate ich aber nicht. Inzwischen überraschte der zypriotische Regierungsprecher mit der Aussage, dass die deutsche Regierung – und in persona Schäuble – ursprünglich sogar einen Abschlag von 40 Prozent verlangt hätte. Tja, wem soll man da glauben – Angelas Mann für’s grobe oder dem gerissenen Levantiner?

130322 HGZehnthof 003

Je mehr Zeit ich finde, darüber nachzudenken, desto kälter läuft es mit den Rücken herunter. Was die mit gezücktem Revolver vor zyprischen Bankschaltern stehende EU da ultimativ verlangt, deutet auf eine Entwicklung hin, die weit abseits dessen ist, was ich im Gegensatz zu einigen schnell hervorgezauberten Expertisen noch als legal ansehen würde. Und ich fürchte, das Ganze betrifft keineswegs nur Zypern.

Die Fakten sind scheinbar klar, sie prangen mittlerweile auf jeder Titelseite: Jeder Euro der auf Bankkonten in Zypern liegt, sitzt spätestens seit heute Abend in der Falle.

130322 HGZehnthof 004

Zunächst dachte ich, wie unendlich peinlich es doch ist, ja wie tief es hinsichtlich der Bodenhaftung derer, die uns regieren, blicken lässt, dass man am letzten Montag sofort anfing zurückzurudern, als die Börsen auf diesen Beschluss massiv negativ reagierten. Erstens, weil die nun wahrscheinliche, “sozialverträgliche” Variante, die kleinere Guthaben unter 100.000 Euro aus der Enteignung ausnimmt, von vornherein der bessere Weg gewesen wäre und man sich fragen muss, warum man das nicht vorher realisiert hat.

Mittlerweile habe ich aber den Eindruck, dass das alles eiskalt einkalkuliert war. Langsam habe ich das Gefühl, dass hier von den Handlangern der Financial-Society etwas “ausprobiert” wird, was an Dreistigkeit nicht zu überbieten wäre. Zypern wurde, um die Ängste und die Wut der Menschen respektive die Reaktionen der Börsen zu dämpfen, hurtig als “Sonderfall” bezeichnet. Immerhin wurden die Einlagen der Sparer allerorten in Europa als “sicher” und “garantiert” propagiert. In Zypern sei das aber anders, weil … ja, weil?

Ich frage mich, welchen Sinn diese Maßnahme haben könnte. Außer: Hey, ihr seid alle selber Schuld, ihr Zyprer, dass ihr euch für eure Geburt ein Land ausgesucht habt, in dem die Banken marode sind! Da stimmt doch was nicht. Kann es sein, dass man sich bei der Eurogruppe nach dem Frühstück Joints reinzieht? Oder steckt dahinter eiskalte Berechnung? Ich fürchte ja.

Zum einen demonstriert die EU, der man ja noch vor nicht allzu langer Zeit nur die Fähigkeit zubilligte, den Krümmungswinkel von Bananen amtlich vorzuschreiben, damit ihre Macht. Es geht hier ja um 15-16 Milliarden Euro. Okay, da bleibt einem schon der Mund offen stehen, wie ein solches Mini-Land solche Summen brauchen kann. Vor allem, wenn man an die Größe des ESM und dann an Spanien und Italien denkt. Aber diese Größenordnung war ja seit langem bekannt. Und der ESM hätte locker auch die kompletten 16 Milliarden übrig gehabt. Auf die Weise aber zeigen die EU-Technokraten, dass sie all diejenigen, die in Not geraten, völlig in der Hand hat:

Entweder, ihr bringt knapp sechs Milliarden selber auf – und zwar auf dem Weg, den wir euch diktieren – oder ihr bekommt die anderen zehn Milliarden aus unserem Topf nicht. Und wie erwähnte Herr Schäuble diese Woche noch nebenbei: Bei einer Staatspleite ist nationaler Einlagenschutz nicht möglich, dann verlieren Anleger Geld. Anders formuliert: Entweder, ihr rückt nicht den Zehnten, wie einst im Mittelalter, sondern sogar den Fünften oder ihr verliert alles. Ihr habt ja die Wahl

Aber der entscheidende Aspekt ist, so vermute ich, ein ganz anderer, und der ist zwar eigentlich illegal und schlichtweg unglaublich. Mich beschleicht angesichts dessen, was die EU da momentan treibt, das Gefühl, dort ist man auch auf den Trichter gekommen, wie man die Krise binnen kürzester Zeit so lösen kann, dass Regierungen und Banken wieder für viele Jahre aufs neue zocken, misswirtschaften und versagen können. Das wäre nämlich möglich, wenn man einfach wie im Mittelalter bei den Bürgern vorbeikommt und ihnen das wegnimmt, was die Herrschaften Europas benötigen. Die Einnahmen sozusagen den Augaben anpasst.

Die Privatvermögen alleine der Deutschen sollen um die 4.700 Miliarden Euro betragen, wovon fast 60% nur etwa 3% der Bevölkerung gehören, den richtig Reichen, während der ESM-Rettungsschirm “nur” mit 700 Milliarden ausgestattet ist. Wenn man sich jetzt überlegt, dass die deutsche Staatsverschuldung momentan ca. 2.000 Milliarden beträgt … ein verlockender Gedanke, nicht wahr? Ist „Zypern“ ein Testlauf, um an das Geld rankommen, das nicht unmittelbar in den Konsumkreislauf kommt, um zu verhindern, dass die jeweiligen Länder in eine wirtschaftliche noch tiefere Depression geraten? Man könnte sich ganz easy sanieren und einen Haufen anderer Probleme mit einem Schlag lösen.

Genauso lief es ja in früheren Jahrhunderten auch. Wenn des Tyrannen Säckel leer war, schickte er seine schwerterrasselnden Schergen aus, um sie beim einfachen Volk wieder füllen zu lassen und konnte danach weitermachen wie zuvor. Und weil unsere Politiker bei weitem nicht so dumm sind, wie es ihnen die Stammtisch – Volkssele nachsagt, darf man es nur nicht so machen, dass das alles endet wie 1789 in Frankreich …

aber wenn man die weniger reiche, große Masse, die mit von ganz wenig bis nur ein paar schlappen Hunderttausenden auf dem Konto, verschont, dann könnte es vielleicht klappen? Wir sollen ja in einer “Neid-Gesellschaft” leben. Dann würden es von den meisten versteckt oder ganz offen mit Schadenfreude quittiert werden, wenn den Supereichen ein Gutteil ihrer Kohle abgeknöpft wird! Selbst dann, wenn es nicht in ihre Taschen fließt – Hauptsache, die anderen haben weniger als vorher. Damit könnte man den Zorn zudem dämpfen, indem man propagiert, dass ein Ende mit Schrecken doch weit besser sei als ein Schrecken ohne Ende, dass die zighundert Milliarden, die bislang als virtuelles Geld erschaffen wurden, um letztlich doch nichts zu bewirken, letzten Endes doch die Last unserer Kinder und Kindeskinder sein würden, was doch natürlich keiner der sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, wollen könne? Eine total abgebrühte Nummer!?

Und so keimt in mir der Gedanke auf: Ist Zypern womöglich ein Versuchsballon? Will man herausbekommen, wie weit man mit dem “Zehnten” der innert einer Woche bis heute, zum “Fünften” geworden ist, gehen kann, um eine Guideline für viel schwerere und bis über den Dachfirst verschuldete Brocken wie Italien und Spanien, insgesamt zu erhalten? Hat man etwa schon im Hinterkopf, sich so aus der Affäre zu ziehen und zudem zu prüfen, wie weit sich die einzelnen Staaten und Bürger erpressen und beklauen lassen, ohne das sie die Stricke über die Strassenlaternen werfen?

Wer das für undenkbar hält, sollte überlegen, erstens, was die Regierungen seit dem Platzen der Subprime-Blase in den USA und Europa bereits getrieben haben, wie oft schon bis jetzt Versprechen und geltendes Recht frech gebrochen wurden, alles angeblich aufgrund zwingender Notwendigkeiten und Systemrelevanz. Und zweitens, was schon 1991 der alte Helmut Kohl ausbaldowert hatte, wozu es nur nicht kam, weil man im letzten Moment die Hosen gestrichen voll hatte.

Ich darf dazu ein Zitat vom gerade abgetretenen Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker anführen, das schon aus dem Jahr 1999 stammt, aber wo die meisten erst jetzt begreifen dürften, was er damit 1999 gemeint hatte:

“Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt” (Spiegel-Interview Dezember 1999).

Bleibt tapfer.

.

28 Gedanken zu “Sonntagabendtheorie: Der Zehnte ist zurück.

  1. Immerhin wird jetzt endlic mal eine Zockerbank komplett geschlossen. Zypern könnte ein Wendepunkt in der Euro-Rettung werden und einigen anderen Großen als Warnung dienen, bis hier hin und nicht weiter, sonst …

  2. Der FAZ-Schmierer und seine rechten Brüdern im Geiste von “Alternative für Deutschland” werden’s mit Freude gelesen haben.

  3. Detlef,
    Deine Seite ist aber immer noch ganz schön zerfleddert.

    Ansonsten, klasse Vergleich. Mittelalterliche Enteignung vom Feinsten. Wenn das nur gut geht. Ich bin gespannt auf die Reaktion der ‘Geldverlierer’ und vor allem der anderen gut situierten Bankkunden in der EU, die unter dem Trauma, “das kann ab heute überall passieren” und dem Motto “rette was zu retten ist” schnell handeln werden. Kapitalverkehrskontrollen in ganz Europa? Denkbar.

  4. Ein starkes Stück, wenn ein Pleitestaat über Nacht mit der Rasenmäher-Methode die Konten plündert. Zypern zeigt nur im Kleinen, was ab jetzt auch im Großen passieren kann – Anschläge auf jedermanns Eigentum. Grundgesetz Art. 14 eine Lachnummer, wenn es um die INteressen der Finanzindstrie geht.
    Omas Sparstrumpf unterm Kopfkissen war gar nicht so verkehrt. Im Ernstfall ist es besser, sein Geld zu Hause zu haben als unverzinst auf der Bank – auch wenn es nur schnödes Papier ist.
    Detlef, ein klasse Beitrag.

  5. Ich wundere mich nur, dass Frau Hosenanzug nicht gleich heute Morgen im Frühstücksfernsehen wieder die Spareinlagen garantiert hat!?

  6. Aussage Clemens und anderer Schlauköpfe hier:

    „Ein starkes Stück, wenn ein Pleitestaat über Nacht mit der Rasenmäher-Methode die Konten plündert.“

    Wie wäre es denn mal mit einer anderen Sichtweise:

    Nicht der Staat Zypern ist pleite, sondern die Banken dieses Staates sind pleite!!!

    Logische Konsequenz wäre:

    Die Banken melden Konkurs an und die Gläubiger zahlen die Schulden der Zockerbanken, bei denen sie ihr Geld angelegt haben. Und zwar alle, auch die Kleinsparer!

    Verlust wahrscheinlich bis zu 100% des Kapitals.

    Alternative Lösung der EU und des Staates Zypern:

    Die Gläubiger zahlen jetzt nur 10 bis 20 % und behalten den Rest, obwohl ihre Zockerbank pleite war. Kleinsparer behalten alles. Den Rest zahlt der EU Steuerzahler.

    Wer glaubt hier von Kontenplünderung durch den Staat reden zu müssen und auch noch versucht, dass für den Rest der Welt als zukünftiges Modell an die Wand zu malen, der betreibt nichts anderes als Panikmache und Dummschwätzerei.

    Die korrekte Aussage zur Vorgehensweise des Staates Zypern hätte somit lauten müssen:

    „Ein starkes Stück, wenn ein Staat seine Zockerbanken und deren Kunden schützt, in dem er die Gemeinschaft aller dafür bluten lässt.“

    BMB

  7. Wenn ich mein Geld bei einer Bank liegen habe, die pleite ist, dann ist mein Geld schon weg, egal, was die mir auf dem Kontoauszug ausdrucken. Insofern geht es nicht darum, den Leuten etwas wegzunehmen (was ohnehin schon weg ist) sondern darum, wie viel ihnen jemand anders gibt, damit sie nicht komplett im kurzen Hemd da stehen. Wenn man sich das mal eine Nummer kleiner anschaut, dann haben auch Einlagensicherungsfonds u.ä. Instrumente eine Deckelung. Frag mal die früheren Kauphting-Kunden.

  8. Hört mir mal gut zu: ich beschäftige mich mit diesem Scheiss Ökonomie-Quatsch nur, weil ich wissen will, was so persönlich noch alles auf mich und vor allem mein Kind zukommt. Ich habe dem Gesabbel der Politiker, Ökonomen und Drecksbanker, dass dieser oder jener Rettungsschirm oder das diese oder jene harte Bandage der Troika das heilsame Ende bringe, niemals geglaubt.

    „Ein starkes Stück, wenn ein Staat seine Zockerbanken und deren Kunden schützt, in dem er die Gemeinschaft aller dafür bluten lässt.“

    BMB, ich kann selbst denken! Was ist nach Schäuble’s Rasiermesser wahrscheinlicher? Dass sich alle Krisenländer, Griechenland, Zyper, Portugal, Irland, Italien, Spanien, Frankreich zu einer geheimen Verschwörung zusammen geschlossen haben und uns ausrauben wollen, oder dass es einen gravierenden “gewollten” Konstruktionsfehler in der Währungsunion gibt? Sie überfordert diese Frage offensichtlich, mich nicht.

  9. Momo,
    nicht damit beschäftigen, sondern handeln. Ich hab meiner Tochter letztes Jahr eine Wohnung gekauft. Meine paar restlichen Euros hab ich eh schon zu einer deutschen “too big to fail-Bank” gebracht. Dort bekomme ich viel weniger Zinsen als bei den Schotten und Autobanken, die viel Werbung mit höheren Zinsen machen. Aber ich kann etwas beruhigter schlafen. Hoffe ich wenigstens.

  10. Es muss in der Finanzkrise schon ziemlich schlecht aussehen, wenn jetzt ausgerechnet derklitzekleine Inselstaat Zypern zum Prüfstein für das Überleben der Einheitswährung gemacht wird, wegen der Teilung der Insel in griechisches und türkisches Gebiet nicht einmal die ganze Nation.

  11. “Hat man etwa schon im Hinterkopf, sich so aus der Affäre zu ziehen und zudem zu prüfen, wie weit sich die einzelnen Staaten und Bürger erpressen und beklauen lassen, ohne das sie die Stricke über die Strassenlaternen werfen?”

    Ich habe jedenfalls während meiner Tätigkeit bei einer deutschen Bank in Russland noch keinen vermögenden Russen getroffen, der es sich gefallen gelassen hätte, dass man 30% seines Vermögens klaut. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit wurde noch nicht gesprochen.

  12. Danke für den Link.

    “Börsenhändler machten Dijsselbloems Aussagen für die Talfahrt verantwortlich und vermuteten, die Euro-Gruppe teste offenbar, wie weit sie gehen könne.”

    Das war nur die Generalprobe in einem kleinen Lummerländle. Sagte ich doch.

    .

  13. “Was die mit gezücktem Revolver vor zyprischen Bankschaltern stehende EU da ultimativ verlangt, deutet auf eine Entwicklung hin, die weit abseits dessen ist, was ich im Gegensatz zu einigen schnell hervorgezauberten Expertisen noch als legal ansehen würde. Und ich fürchte, das Ganze betrifft keineswegs nur Zypern.”

    Und ich fürchte auch, dass Du leider recht hast. Ich frag mich, ob Dijsselbloem auch sein eigenes Land mit einbezieht? In Holland ist die ganze Immobilienblase bereits geplatzt und die Immobilienpreise um bis zu 40% gefallen. Dort wird wie vor ein paar Jahren in den USA bald schon die große Zwangsräumungswelle anlaufen.

  14. Man braucht nur rundherum immer und immer wieder zu lesen, wer im besonderen sich alles erleichtert und froh über die “Rettung” Zyperns und Verkleinerung des Bankensektors zeigt und man sieht, in wessen Interesse sie erfolgte. Ich könnte kot… wenn ich daran denke, dass ich 25 Jahre die falsche Partei gewählt habe.

  15. Die russischen Oligarchen sind noch ziemlich glimpflich davongekommen. Während der kleine Mann von der Straße nur 300 Euro am Bankautomaten abheben durfte, wurden wie es scheint, die richtig grossen Milliardenvermögen schon im Vorfeld der Kontenabzapfung größtenteils abgezogen.

    “Ich habe jedenfalls während meiner Tätigkeit bei einer deutschen Bank in Russland noch keinen vermögenden Russen getroffen, der es sich gefallen gelassen hätte, dass man 30% seines Vermögens klaut. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit wurde noch nicht gesprochen.”

    @ Holger G.,
    genau. Für den Rest wird sich Russland sehr effektiv schadlos halten. Der Russe erhöht einfach über Nacht die Gaspreise. Im kalten Winter ein Angebot von Freunden, was man nicht ausschlagen kann.

  16. Aktien von Tresorbau-Firmen die kleine Möbeltresore und Kleintresore für Jedermann bauen, dürften eine klare Kaufempfehlung sein

  17. Da nennt Dijsselbloem das Kind beim Namen und wird heute rundherum niedergemacht, aber kein Finanzminister und vor allem kein Schäuble widerspricht ihm direkt? Zypern also doch eine Blaupause.

  18. “Dijsselbloem gebühre das Verdienst, „als Whistleblower der Troika die Wahrheit ausgesprochen zu haben“ “Überall wo künftig die Troika-Heuschrecken auftauchen, werden die Menschen die Banken stürmen“ “Merkels Sparergarantie von 2008 sei faktisch Makulatur” (Sarah Wagenknecht im Handelsblatt)

    Die ganzen Dementis des aufgescheuchten Hühnerhaufens in der Presse sind selbstredend, oder nicht?, zumal inzwischen auch andere konservative Politiker in das selbe Horn stoßen.

    http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE92P03P20130326

    Klar, dass den Baragotzkis der Banken die Knie bei dem Gedanken vor einem Bank-Run verunsicherter Anleger zittern.

    http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2013060014&titel=Der-Run-in-den-Koepfen

    .

  19. BMB,

    http://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/wirtschaft/detailansicht-wirtschaft/artikel/nur-noch-100000-euro-sollen-sicher-sein.html?tx_felogin_pi1%5Bforgot%5D=1&tx_ttnews%5BbackPid%5D=115

    Unter dem Aspekt, dass auch hierzulande viele Sparer deutlich mehr als “100.000” bei Banken auf der Kante liegen haben (ausgezahlte Lebensversicherungen, Hausverkauf, ganz einfach Angespartes, etc. p.p.) ist es eben doch die Blaupause dafür, die Bankenkrise durch legaisierten Bankraub i den Griff zu bekommen.

    Der “Schlaukopf”

  20. Clemens,

    amüsant ist zu beobachten, wie das Spiel “Wie verdumme ich ein ganzes Volk” hier abläuft. Einerseits fabuliert unsere schwazzgelbe Blase immer noch über einen Sonderfall Zypern und tut einen total auf empört, andererseits sind sie sich durchaus bewusst, dass die wohl längstens beschlossene EU-Richtlinie des Einlagenschutzes bis 100.000 Euro längstens Fakt ist und ganz bewusst geschaffen wurde, um erwartete Notfälle a la Zypern so wie jetzt in Zypern abzuwickeln. Unser Qualitätsjournalismus hat bis dato schlichtweg nur vergessen, dem Deutschen Michel unverklausuliert reinen Wein einzuschenken.

    http://de.nachrichten.yahoo.com/rheinische-post-koalitionspolitiker-kritisieren-eu-pl%C3%A4ne-f%C3%BCr-bankenrettung-234800996.html

    Wenn ein in Relation zur Landesgröße zu großer Bankensektor mitursächlich für die Krise in Zypern war, wobei das BIP von Zypern kleiner ist als das der Stadt Köln, müsste man Luxemburg morgen früh aus der EU rausschmeissen.

    .

  21. Egal ob Präzedenzfall oder Blaupause, diese Nummer wird sich in den Köpfen der Anleger unlöschbar festsetzen und jeder wird sich sorgen, ob er nicht auch zur Kasse gebeten wird, falls Banken in Spanien, Italien, Slowenien, Portugal oder erneut Griechenland Hilfe brauchen. Und sie werden, so sicher wie das Amen in der Kirche. Damit sind Anstürme auf die Banken vorprogrammiert, sowie ein Land einen Hilfsantrag stellt.

  22. Und schon kriegen die Malteser den Drohfinger gezeigt, wenn ihr nicht spurtet… It´s showtime. Und liegt ganz im Interesse der Großbanken. Honi soit qui mal y pense

  23. Hätte es eine solche Haftungsregelung für Aktionäre und Anteilseigner 5 Jahre eher gegeben, wäre es hier nicht zur HRE-, IKB-, Commerzbank-, HSH- und andere Pleiten gekommen. Ich glaube nicht, daß die Banker, die über ihre Aktienoptionen in erheblichem Maß an ihren Banken beteiligt sind, mit ihrer eigenen Kohle so rumgezockt hätten.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>