Das ist mir Benz wie Stenz

130404Wiesbaden 025-500

 

 “Champagner bis zum Abwinken für Journalisten”… “Mein Job war es, dafür zu sorgen, dass möglichst positive Berichte über die Autos geschrieben und gesendet werden”… “Um die Autojournalisten „angenehm einzustimmen“, gebe es laut Danner eine relativ einfache Formel: „Super Destination, super Hotel, super Service, super Geschenke…“

Herr Danner, als ausgebuffter, 21mal chemisch duchgereinigter PR – Knochen mag uns nur von Natur aus gern die Automobilwelt in Erdbeerpastell ausgemalt haben – jedenfalls ist es überfällig,  dass sich eine deutsche Staatsanwaltschaft und ein Landgericht auch einmal dem medialen Rotlichtbezirk im Motorjournalismus – Business widmet. Jede Kurpfuscherei braucht schließlich Trompeter – oder zumindest jede Menge mit Erdnüssen bezahlte “Branded Content Publisher”, die mit den schwarzen Centstücken aufs Tamburin hauen…

Trotzdem, Leute: trotz Ischias – Bescherden nach den ersten 15 Kilometern in diesem Jahr auf dem Fahrrad, um ihre Existenz bibbernde Qualitätmedien und Volker Bouffier – diese Welt ist und bleibt, so lange, wie es Konditoren wie den des Cafe Blum in Wiesbaden gibt, ein lebenswerter Ort.

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10 Gedanken zu “Das ist mir Benz wie Stenz

  1. 40 Millionen? Schluck. Und das bei einer Autofirma die grad mal um die 2 % Marktanteil hat. Wie wird da erst bei den richtig großen Automobilfirmen geschmiert?

  2. Was kann man eigentlich überhaupt noch für bare Münze nehmen, wenn man Autozeitschriften oder -Intetseiten liest. Ach so … Entschuldigung bitte, daß ich so blöd gefragt habe.

  3. Und der Arbeitgeber schleicht sich davon und tut so, als hätte er von nichts gewusst. Boah, ist das unwürdig. Sollen doch mal die Vertriebsleute auspacken, wer mit wem wo und wie oft. Aber auch davon weiß die Geschäftsleitung natürlich nichts.

  4. Naja, das ist nicht wirklich neu. Der Ex-Pressemann eines grossen deutschen Herstellers für Motorhomes erklärte mir vor Jahren, wie er seine PR-Arbeit machte: Er bot den Journalisten an, die Produkte seines Brötchengebers wirklich ausführlich zu testen; diese bekamen ein brandneues Wohnmobil für einen Urlaub ihrer Wahl und beliebiger Dauer. Selbst das Spritgeld lag im Handschuhfach.

    Wem das Motorhome gefiel, bekam das ausdrückliche Angebot, es anschliessend kaufen zu können – zu einem Preis, den “ein Gutachter nach Wahl des Journalisten” festlegen sollte. Einen zusätzlichen Tipp für diese Wertermittlung gab’s gratis obendrauf: Am besten direkt nach dem Urlaub zum Gutachter zu fahren, ohne das Ding vorher auszuräumen oder zu putzen…

  5. Apropos PR. Könnte e sein, dass Du für Deine Lobhudelei eines Wiesbadener Kaffeehauses vergessen durftest, die Rechnung zu blechen?

    Satireschalter aus.

  6. (Ex-Chefredakteur Auto Bild; 1997):

    “Da waren wir bei Fiat, im feinsten Hotel am Platze. Da kommt man aufs Zimmer, ein schöner Blumenstrauß, die Pressemappe liegt auf dem Nachttisch. Auf dem Tisch stand eine silberne Bonboniere, “Für Madame”, stand da dran. Die kostet im Laden 800 Mark, von feinsten Juwelier aus Turin, ich hab’ die mitgenommen. So, also das, würde ich mal sagen, das ist das Extremstück.”

    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1997/erste6854.html

    Wie mir scheint, gehen solche Sachen an den Journalisten immer noch absolut vorbei:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ard-sportjournalist-wilfried-mohren-zu-bewaehrungsstrafe-verurteilt-a-652011.html

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