“Vermögende Menschen in Unwettern, Kälte, Gestank und Dreck”

Unbenannt - 3

“…Auspuffrohre und Ölwannen werden heiss, Dichtungen reissen, Leitungen brechen und manche rutschen auf dem Nass in die Strassengräben: Das gehört dazu.” “Man drängt sich eben zusammen, denn kalt ist es draussen und sicher auch nicht warm in den Fahrzeugen, die in einer Epoche gebaut wurde, die als Klimaanlage eher undichte Auspuffrohre verstand. Damals, so zeigen es Schwarzweissbilder jener Epoche, die wir legendär nennen, schwappte man die Giftstoffe mit Wein runter und versiegelte das Lungenelend mit filterlosen Zigaretten, die man neben dem Einfüllen der Treibstoffe rauchte, denn zu der Zeit gab es auch noch keine Rentendebatten in TV – Talkshows…”

Zwei Beiträge von Don Alphonso über die Mille Miglia 2013 dürften der Grund dafür sein, dass bei der FAZ die Blogger nicht nur von mir viel, viel mehr gelesen werden, als die ach so sprachunmächtigen Motor-Blogger, die sich momentan  reihenweise über die 120 – seitige Pressemitteilung zur neuen S – Klasse hermachen.

“Intelligent Drive”, “Efficient Technology” und “Essence of Luxury” sind die Schlagbegriffe, mit der die Daimler Benz AG die neue S – Klasse anpreist. Sie passen zum neuen Werbeslogan wie die Faust aufs Auge: „Das Beste oder nichts.″

Die für diese Kommunikationsunfälle verantwortlichen Daimler-Manager müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie derlei plattgewalzte Superlative überhaupt für nötig halten. Denn die „besseren Kreise″, die einst die Stammklientel des Unternehmens mit dem Stern bildeten, sind jahrzehntelang gut gefahren und das ohne derlei Unterschichtsprosa.

Dazu passt auch der zweite Beitrag von Don Alphonso mit ebensolcher, toller Bilderstrecke über die schönen, alten Autos in besserer Gesellschaft:

“Sicherheit und Vorsicht gehen vor. Was? Hubraum und PS aber auch. Nichts. Leben Sie wohl, Herr Doktor, und viel Spass mit Ihrem Digital Driving Assistent.”

Und morgen hoffentlich einen sonnigen Pfingstmontag für Euch alle.

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6 Gedanken zu ““Vermögende Menschen in Unwettern, Kälte, Gestank und Dreck”

  1. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 19.05.2013 › "Auto .. geil"

  2. Bei Don Alphonso spricht doch nur der Neid des Besitzlosen aus den Zeilen. Sicherlich kostet die MM einiges, aber ob das Geld auf Schweizer Konten verschimmelt oder vom gierigen Dt. Fiskus ergeiert wird, kann man es doch bei Champangner, teuren Autos verjubeln. Kommt dann immerhin wieder in den Finanzkreislauf.

  3. Wie Du schon ganz richtig erkannt hast gehen von jedem Kauf einer S-Klasse für 100.000 Euro rund 40.000 Euro in Form von Steuern (MwSt, Lohnsteuer, Gewerbesteuer etc.) direkt an den Staat.

    Allerdings nur, wenn das Auto hier im Inland verkauft wird, geht es nach China verbleiben bei uns nur ca. 20.000 Euro an Steuern.

    Jeder der in Deutschland rum nöhlenden Rostlaubenfahrer und Autoverweigerer darf sich diese Zahlen gerne einmal hinter den Spiegel stecken.

    Eine mit allen Instrumenten für das betreute Fahren ausgestattete S-Klasse ist insofern immer noch ein besseres Geschäft für unser aller Wohlergehen, als die Hoffnung darauf, dass einer der selbsternannten Autokritiker jemals in seinem Leben auch nur annähernd diese Beträge als Lohnsteuer beim Staat abliefert.

    BMB

  4. BMB,

    stimmt nicht. Im Schnitt sind nur noch 30 % Privatkäufer und der Rest, Firmenkunden, bekommen die gezahlte Mwst. über den Vorsteuerabzug direkt zurück. Erst später wenn das Auto mal als Gebrauchter in Privathände kommen sollte und mit Rechnung und ausgewiesener Mwst. verkauft wird, kann sich der Staat freuen.

  5. Oh, ein ganz Schlauer aus der Generation der Markusse!

    Meine Aussage stimmt zu 100%.

    Wenn das Auto im Inland verkauft wird – egal ob an Privat oder Firmen – dann werden 19% MwSt fällig!

    Ob und wann sich jemand davon irgendwann wieder alles oder teilweise als anrechenbare Vorsteuer zurückholt ist dabei genau so uninteressant wie ob und wann und wieviel Vorsteuer sich der Hersteller zurückholen kann.

    Es ist Sache des Staates zu entscheiden, wieviel von den fälligen Steuern er danach oder davor wieder aus dem Fenster hinauswirft.
    Denn das sind politische Entscheidungen, die herzlich wenig mit der Fälligkeit der 19%igen Mehrwertsteuer für den Verkauf des Fahrzeugs zu tun hat und jederzeit geändert werden könnten, wenn man nur wollte.

    Insofern bleibt es auch dabei, dass der Kauf einer S-Klasse für das finanzielle Gemeinwohl besser ist, als der Kauf eines Kleinwagens oder das Fahren einer Rostlaube

    BMB

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