Mercedes-Benz Abwärtsspirale

1935 Kaiserstraße - Haus unbekannt

Und komme mir jetzt keiner mit dem tränenreich barmenden Argument, dass ich was gegen Daimler – Baragotzki Dieter Zetsche hätte, aber inzwischen wird das gegen die Wand fahren der Marke Mercedes – Benz und der grundlegende strukturelle Mechanismus – wenn auch arg verknödelt und in einer etwas windschiefen Metapher – selbst von einem abhängigen Sprachrohr der Automobilindustrie korrekt beschrieben:

Tausende Mercedes-A-Klassen müssen wegen hakender Airbags zurückgerufen werden…” “Nun gibt der Autobauer für weitere Modelle zwar Entwarnung. Experten sehen aber ein strukturelles Problem…”    “…Wir haben eine Wertschöpfungsverlagerung zu den Zulieferern. Zulieferer spezialisierten sich häufig auf einzelne Komponenten, die sie in Massen herstellen und dadurch günstiger anbieten könnten. “Natürlich ist das immer auch ein Damoklesschwert, weil diese Komponenten nicht nur in einem, sondern in einer Vielzahl von Modellen eingesetzt werden.”

“Die Probleme in der jüngeren Vergangenheit seien auch eine Folge des zunehmenden Drucks auf die Zulieferer. Preis- und Zeitdruck – der nimmt natürlich zu. Wenn ich den habe, kann auch mal eher etwas passieren…”

Erst die Pleite mit dem Renault – Klon Citan und jetzt nahtlos das Desaster bei der neuen A – Klasse mit den Airbags, Bauteile, die eigentlich schon vor einem Vierteljahrhundert als ausgereift galten. Zetsche hat aus den Rückrufaktionen vergangener Jahre, die dazu beigetragen haben, dass Mercedes von Audi und BMW im lukrativen Premiumsegment abgehängt wurde, absolut nichts gelernt Zetsche zieht keinen Karnickel mehr aus dem Hut, statt dessen folgt er lieber dem Muster der Stubenfliege im Zimmer: Immer wieder Kosten sparen, dem Fetisch der 10 % Umsatzrendite hinterherjagen… und mit Rumms immer und immer wieder an die gleiche Scheibe klatschen.

Wie wäre es mal mit ‘Verzicht auf überzogene Renditeerwartungen’ auf der Ebene der Eigentümer? Plakativ ausgedrückt: 10 Prozent Umsatzrendite sind für euch nicht mehr drin! Immer nur von einer zukunftsfähigen Modellpalette und Führungsansprüchen im Premiumsegment fabulieren, ohne Eier in der Hoseselbst das Experiment zu wagen, das wirkt nicht gerade überzeugend…

Update: Da passt diese Meldung von eben, doch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge: “BMW stößt Mercedes vom Thron”

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3 Gedanken zu “Mercedes-Benz Abwärtsspirale

  1. Wenn man Zetsches ganze Prosa über “das Beste” in Buchform rausbringen würde, käme bestimmt ein 300-seitiges Werk heraus, das gute Chancen hätte für den Deutschen Science Fiction Preis nomniert zu werden. Geiz ist halt nicht geil, sondern in dem Fall dumm.

  2. BMW vor Merdedes. Trotzdem sollen in München die meisten Mercedes – Sterne nachts von den Autos geklaut werden (Quelle: 124er Forum). :-)

  3. Leider ist diese Firma durch Aktienzockerei und Shareholdergedöns zu einem drittklassigen Hersteller verkommen. Das “Management hat den Knall jedoch überhört und hält sich immer noch für einen Premiumhersteller und für unantastbar.

    Diese Firmierung hat mit den Tugenden und der Qualitätsphilosophie der von uns geschätzten Daimler-Benz AG nichts mehr gemein.

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