Primark als braunes Frankfurter Armutsrisiko

 

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Es gibt bei mir zwischendrin auch immer Banales, wie Eindrücke von der Frankfurter Zeil, wobei, wie man auch diversen Artikeln und Blogbeiträgen anderswo entnehmen kann, belästigt uns Frankfurter ein gewisses Textilhaus aus Irland seit kurzem mit seinem umfassenden Angebot an Wegwerf Billigstklamotten aus asiatischen Lohnsklavenarbeiterbetrieben.

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Nach KiK, H&M und anderen ist das nichts Neues, das ist in gewisser Weise eine Tradition auf Deutschlands umsatzstärkster Einkaufsmeile, wenngleich angesichts der Ramschangebote auch keine gute Tradition, und dazu eine, die sich mit schwäbischen Spargenen Belastete und eben auf beste Qualität angewiesene Menschen wie ich, die sich bspw. 400 – 500 Kochwaschgänge problemlos überstehende Doppelzwirn-Herrenunterwäsche von Zwingli aus der Schweiz oder Jockey leisten müssen, auch schon wegen des viel, viel besseren Tragegefühls, nicht leisten können.

Aber auch alle anderen, insbesondere ganze Schulklassen, die man braune Tüten schlenkernd über die Zeil flanieren sieht, finde ich, sollten mal überlegen, ob es nicht kostengünstiger und nachhaltiger geht – schliesslich finden sich völkische Einkaufsgüter auch noch in dem einen oder anderen inhabergeführten Wäscheladen abseits der Flaniermeile. Und unterm Strich erheblich günstiger.

“Frankfurt wurde vom irischen Unternehmen Primark mit einem Flagshipstore gesegnet. Mitten auf der Zeil steht nun einer der größeren Ableger des irischen Billigklamottenimperiums und die Frauen und Mädchen huldigen auch dieser Anbetungsstätte und sie tragen die Tüten der Hässlichkeit hinaus in die Welt”… “Früher habe ich gerne mal gescherzt, dass die Höschen von H&M sich perfekt für Schauspieler aus dem Erotiksegment eignen würden, weil es nichts ausmacht, wenn der Slip zerissen wird, denn er kostet ja nur wenige Euro. Heute würden Pornosternchen wohl eher mit der Primark-Tüte zum Set kommen.

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Nachtrag I: Wer weiß, vielleicht komment ja diedas 20 Pornosternchen - Freiwild des erbärmlichen Bumsfallera-Kuppelformat ‘Millionäre auf der Jagd’ bei Pro7, mit Primark-Tüten vollgestopft mit Euro 2,50 – Stringtangas schon zum Casting?

13.07.04 Made in China - Uni-Campus - Q Archi-Forum

Nachtrag II: Wo sind bloß die 20 Kubikmeter Müllcontainer, wenn man sie mal braucht?

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Foto: Q

7 Gedanken zu “Primark als braunes Frankfurter Armutsrisiko

  1. Wenistens kommen die Jugendlichen, die sich keine eigene Bude mehr leisten zu können glauben, dann mit frischer Leibwäsche zur Demo gegen Mitwucher und für Mietpreisdeckelungen.

  2. Eine Senioren – Pampers ist fast schon teuerer als ein P. Baumwollslip. Die dieser falsche “Geiz” verursachenden Sozialkosten werden uns schon in ein paar Jahren schwer auf die Füße fallen. :-)

  3. Früher haben wir Samstags an der Oper geparkt und sind gemütlich zum Wochenmarkt an der Konstabler Wache geschlendert. Ich glaube das einzigste übriggebliebene Traditionsgeschäft auf der ganzen Zeil dürfte Uhren Pletzsch Ecke Hasengasse sein. Der Rest ist nur noch der Fililaeinheitsbei wie ich ihn in ganz Deutschland in den Innenstädten finde. Heute parke ich deshalb an der Konstabler und wir sehen zu, daß wir nach unserem Einkauf so schnell wie möglich die Kurve kriegen.

  4. Die unglaublich vielen im Bereich Hasengasse weggetragenen braunen Tüten sind schon beklemmend. Dafür im letzten Marken – Kaufhaus auf der Zeil in der Herrenabteilung von P&C, wo einem vor 10 Jahrn die Verkäufer auf Shritt und Tritt folgten und nervten, gestern nur noch 1 Verkäufer.

  5. Günther,

    in ein paar Jahren wird dort, wo heute noch P & C drin ist, bestenfalls eine Markenwarenonlineretourenverramschungsklitsche a la Zalando zu finden sein, der jetzt grade den Fuß in die Tür gesetzt hat und seine 70 % und mehr an Retouren, für’s erste in 2 A – Lage in Frankfurt verklitscht. Noch.

    http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Zalando-als-neues-Zugpferd;art675,855772

    Und dort, wo heute ein ums Überleben kämpfender Huggendubel seine Bücher verkauft, steht irgnd wann einmal Amazon über der Eingangstür. Wetten?

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