Bertha Benz und die Märchenonkel

13.08.02 Automobilwoche - Bertha Benz

Der gute, alte Kalauer lebt.

Anders ausgedrückt: das die Nachfolger des nach dem Schnellabgang von Daimler Benz “Brand – Scheef” krampfhaft History – Marketing betreibenden Edelfedern des Konzerns (übrigens genau so wie die angsichts des Presseausverkaufs draußen, laut jammernde Journaille), ohne Google heutzutage noch etwas inhaltlich seriöses aufs Papier bringt, geschweigen denn auskömmlich davon leben kann, sind angesichts des gequirlten Mists wie grade der verbreiteten Geschichte über Bertha Benz, für mich Märchen.

Nur eins, zwei Bücher gelesen haben, oder noch einfacher, nur ein bißchen Recherche bei der von den Edelschreibern so verhassten Suchmaschine hätte genügt … vermutlich aber war man am Dahinrotzenan möglicher Berichterstattung pünktlich 125 Jahre nach der Autofahrt von Bertha Benz mehr interessiert. Was sich als Schuss in den Ofen erwies. Und so kommt’s, wie’s kommt, wenn ein Automobilkonzern Geschichtsklittung mit HilfslohnPRollern betreibt, glatt weg verleugnet, dass es eben ein  automobilbegeisterter, arbeitsloser Kunstmaler und Bierkeller – Agitator aus Linz vornamens Adolf war, der selbst niemals hinter dem Lenkrad eines Autos saß und der schon 1923 während seiner Haft in Landsberg auf materielle Unterstützung von Daimler setzen konnte, und dann ab 1933 dem im Vergleich zu Frankreich, England und den USA automobil hinterherlahmenden Deutschland, mit tatkräftiger Unterstützung alter Daimler – Spezies wie Jakob Werlin, die Automobilisierung Deutschlands und Geschäfte der Autoindustrie – speziell die seines Brötchengebers Daimler Benz AG  – erst so richtig in Fahrt brachte… und, ach ja, dass einem dann schon mal das Braune Blaue vom Himmel im Motorblöckchen in den Ventilator fliegt.

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3 Gedanken zu “Bertha Benz und die Märchenonkel

  1. Es ist schon wichtig, dass den Herrschaften von Daimler, die heute über PR-Agenturen und die dann über die Presse solchen Verbaltalmi verbreiten, ihr verstreuter Mist, so wie hier, auf die eigenen Füße fällt.

  2. Nur unverbesserliche Nostalgiker wie Detlef träumen von einer Welt, in der die Hersteller uns ehrlich ihre Produkte erklären und wie bei Daimler Benz, ihre Geschichte, weil sie eben ziemlich braun ist, offenlegen.

  3. Ferrante,

    genau. Und immer dann, wenn sie wieder Gülle im Verhältnis 1:3 mit Motoröl und Benzin mischen und meinen, die Gemeinde der äppelkaufenden Youngster sei eh zu doof um ihnen draufzukommen, und die geschmierte Journaille und Motorbloggerszene den Kram dann ausstreuen, nehme ich ein paar Schippen unparfümiertes Reinprodukt und werfe sie von hinten in den Ventilator.

    Es geht doch nichts über State of the Art.

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