Der Berg ruft mich

2013.08.24 Bergrennen Oberhallau CH 073-500

Ich glaube, ich habe immer noch nicht alle Fotos so richtig nachgeschaut. Immerhin habe ich ausgeschlafen. Hin und Zurück 800 Kilometer und einen Tag durch ein goldiges Schweizer Bergdorf schlendern, auf feuchten Wiesen neben der Rennstrecke stehen, bergauf zwischen Weinbergen die steilen, matschigen Feldwege zur Tarzankurve hinauf laufen, an der neben der Rennstrecke im Gras dösenden Rennkatze vorbei und bar jeder Schalldämmung das Brüllen der hochgetunten Motoren zu hören, ist verdammt schön, bleibt aber nicht in den Socken hängen.

2013.08.24 Bergrennen Oberhallau CH 011-500

2013.08.24 Bergrennen Oberhallau CH 221-500

Das war gestern kein Oldtimer Grand Prix an einem Nürburgring, Dort in Oberhallau darf man hören und riechen und vor allem, aus wenigen Metern Entfernung sehen. Keine alten Porsche und Ferraris, die der Hauch der Verzweiflung alternder, gelfrisierter Männer mit maßgeschneiderten Rennoverals und häßlichen Sonnenbrillen umweht, und keine alternden Rennfahrer, die heute vor Meilenwerk VIP – Zelten, für ein paar Hunderter als Modell für Tinnef – Armbanduhren in Autos sitzen, die sie während ihrer aktiven Zeit bestenfalls nur im Rückspiegel sahen.  

2013.08.24 Bergrennen Oberhallau CH 142-500

2013.08.24 Bergrennen Oberhallau CH 014-500

Man fährt nicht aus Jux und Dollerei nach Oberhallau, man entscheidet sich bewusst für so einen infernalischen Spass pur, weil der Freund schon füher zum Berg gerufen wurde und man war nie mit dabei. Wo sonst umweht einem auf der Dorfstrasse der Duft dampfender, haufenweiser Hinterlassenschaften von Rennschafen, Rennkühen und Rennschweinen in den Ställen, nebenan selbstgebackenen Apfel – Küchli der Renn – Bäuerinnen und hört man aus Renn – Bauernscheunen und jedem Winkel des Renn – Dorfes das rohe Röhren von Rennmotoren?

2013.08.24 Bergrennen Oberhallau CH 207

Ein Tag zusammen mit netten Menschen in Oberhallau an der Tarzankurve, hautnah im Abgasnebel, machen schon verdammt gute Laune und entschädigen für die Strapazen. Dafür steht jetzt auch die dritte Tasse duftenden Kaffe’s vor mir und die Bildergalerie von gestern ist auch fertig.

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3 Gedanken zu “Der Berg ruft mich

  1. Das 2. Foto. So ein Auge für die grade interessanten Nebensächlichkeiten muss man haben. Klasse. Hat Dir bestimmt Spaß gemacht. Und ein bißchen Müdigkeit schadet nicht. Der Büroschlaf von Freiberuflern ist der gesündeste.

  2. Ein paar Meter neben der Rennstrecke mit Kind und Kegel stehen und abgesichert durch einen Hasenzaun, wäre in Deutschland aus Sicherheitsgründen undenkbar. Wenn ich das Foto mit dem Vater und den zwei Kids in der Galerie sehe, bestimmt nicht ganz unberechtigt. Das Quentchen zu wenig ist in Deutschland zu viel. Als Zuschauer an der NR Nordschleife steht man nicht nur weit abseits der Rennstrecke sondern hat durch meterhohe Absperrzäune auch das Gefühl, in einem Gefängnis zu sein.
    Sehr eindrucksvolle Fotos.

  3. Pingback: Unaufschiebbares am Bodensee. | MotorBlöckchen

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