Das Kuckucksnest in der Zukunft und auf dem Kopf

CONVAR3145-500

“Egal wer gewinnt – die Steuern werden steigen, die Sozialabgaben auch. Freigiebigkeit, Gleichheitswahn und Umverteilung dominieren wie nie. Mal sehen, wie lange sich das Mittelschicht und Leistungsträger noch gefallen lassen…”

Diese Woche im After-Work-Bistro meines Städtchens, traf ich Abends einige Mitglieder der Noblesse Oblige aus den besseren Vierteln oberhalb der Orangerie, ob der Meldung…

“CDU stimmt auf Steuerererhöhungen ein”…

in Schockstarre vor, sichtlich bemüht, mit Rotem zu 9,50 das Gläschen aus dem Kopfkino wegzuspülen, was sie vorher lesen mussten, und, ich durfte mir 2 Gläser Luganer a 6,00 Euro lang amüsiert die Granteleien des Schwarzwildes anhören, dass “sie, die Fleisigen”, die Absolventen von Internaten, Privat-Uni’s, ob an Rheingauer Rieslinghängen oder HSG, die Unternehmer(innen), na ja, manch eine(r) mit Karriereknick, blieb aber Dank bester, familiärer Situiertheit dem Wirtschaftsleben auch nach der zweiten Insolvenz der IT-Firma mit über 400 Beschäftigten, meist erhalten, dass sie, doch “die Besserverdienenden”, “Leistungsträger”, jetzt schon den Löwenanteil der Einkommenssteuer in diesem Lande buckeln müssten.

09.08.15 Bad Homburg 026-500

Tscha, auf “wie belogen, so betrogen”, beschränkte sich mein – des Nichtwählers – schadenfroher bescheidener Beitrag zu deren Diskussion,  bei der einen nach seinem dritten Gläschen, schon mal “ich will meine Spende von der Ossi – Tante zurückhaben” entfuhr und einen gar eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit für die Pariser Straßenlaternen im Jahre 1789 ähnlichen Ständer der Makler – Verkaufsschilder, einfiel.

09.10.02 Bad Homburg Diverse 029-500

Jedenfalls liest das Schwarzwild, dem ich zuhörte, wohl eindeutig zuviel BDI – Nachrichten, Welt und Wirtschaftswoche, wobei, dass genannte Faktum entspricht sogar den Tatsachen, aber eben nur wegen einer steuerlichen Namenstrickserei: Der größte Teil der Bevölkerung, rund 90 %, bezahlt nämlich seine Einkommenssteuer unter dem Etikett einer ‘Lohnsteuer’. Die bringt dem Staat 150 Mrd. Euro ein (2012), die Einkommensteuer dagegen nur 37 Mrd. Euro. Wer’s nicht glaubt, hier der Link …

2013.09.27 FFM-Street 003-500

Aber ist ja auch Banane, so sind sie halt, manch liebe Nachbarn, ansonsten ganz nette Leutchen, denen es Spaß macht zuzuhören, nur gelegentlich, nicht zu oft, bspw. wenn meinem Supermarkt mal wieder der Testsieger – Riesling ausgegangen ist, einige zwar kein ‘% – Zeichen’ auf der Tastatur, aber erst den Schwarzen mit bayerischen Verhältnissen, mit 45,1 % ein Traumergebnis schenken und 72 Stunden später gegen den Wind pinkeln.

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5 Gedanken zu “Das Kuckucksnest in der Zukunft und auf dem Kopf

  1. Exakt wie 2009 macht die CDU wieder das Gegenteil von dem, wofür sie gewählt wurde. Nur gut, dass ich mich jetzt kein zweites Mal habe verarschen lassen. Schäuble soll heute als roten Köder eine Reichensteuer von bis zu 49 % ins Gespräch gebracht haben. Detlef, Euer Bistro sollte ausreichende Vorräte vom Roten vorhalten.

  2. So ist das halt mit den Eliten unserer Gesellschaft. Keine Bildung, nix im Kopf, folglich keine begriffliche Klarheit, aber Stammtischparolen ober die Gefahren der Roten schwingen bis der Arzt kommt und “auswandern” wenn die Roten an die Macht kommen geht auch nicht mehr so einfach. Selbst in der Schweiz will sie keiner mehr. Doch, Zimbabwe ginge noch.

  3. Die Merkel – Junta (Begriff von hier) hat das von Anfang an einkalkuliert. Ich nenne so was Wahlbetrug und Frau Merkel eine Betrügerin. Aber da das nicht das erste Mal war und man bekanntlich aus Schaden klug wird, hatte ich mein Kreuz das erstmals seit über 20 Jahren an anderer Stelle gemacht. Und sollte es tatsächlich zu Neuahlen kommen, werde ich es noch eine Stelle weiter links machen.

  4. Wenigstens redet die CDU nach der Wahl Klartext. Sie bietet alles außer Vermögenssteuer, um die roten Stricher ins Bett zu kriegen. In 4 Jahren kann Sie uns dann weismachen, wir sind die Guten, die SPD wollte die Steuererhöhung, wir nicht.

  5. Detlef,
    so wie Deinen hyperventilierenden Tischnachbarn geht es noch ganz anderen. Wenn eine Frau Göbel in der Blödzeitung für “Eliten”, der FAZ, einen solchen Unsinn schreibt wie, dass bei einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes “ein großer Teil der Bürger und Unternehmen (dann) noch mehr zahlen (dürften)“, braucht man sich nicht zu wundern, woher Dine Tischnachbarn ihren geistigen Hirnver…iss herbekommen.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/koalitionsverhandlungen-nichts-spricht-fuer-hoehere-steuern-12592806.html

    Selbst bei den Steuerplänen der Grünen, die von diesen Leuten hyperventilierend beurteilt werden, als handele sich dabei um den Plan, mit einem Linksputsch halb Deutschland kollektiv zu enteignen, würden am Ende nur 2,5 Millionen Steuerpflichtige etwas mehr Steuern zahlen als heute. 3% der Bevölkerung.

    Frau Göbels Hetzte gegen “Links”, daß bei einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes „Unternehmen“ mehr bezahlen müssten, zeigt, dass sie entweder genau so wenig Ahnung hat wie Deine Tischnachbarn. Unternehmen bezahlen keine Einkommensteuern, sondern Körperschaftssteuern und dieser Steuersatz liegt bei sagenhaft niedrigen 15%. Er war weder vor noch nach der Wahl in Frage gestellt. Es ist schon bedenklich, wenn eine Wirtschaftsjournalistin von der FAZ genau so doof argumentiert wie diese Stammtischpopulisten und nicht einmal den Unterschied zwischen der Einkommen- und der Körperschaftssteuer kennt.

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