Morbus Autoverkäufer

Autoverkäufer 500x_car_dealer

Die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger sollen Anfang 2014 angehoben werden. Für Alleinstehende von 382 auf 391 Euro,  leben zwei Erwachsene in einer Bedarfsgemeinschaft, so erhalten sie künftig jeweils 353 Euro und damit acht Euro mehr als bisher.

Ich schrub früher über die Pein und über Saalwetten von Autoverkäufern. Wäre ich Wohnungsvermieter, würde ich spätestens jetzt sagen, auf gar keinen Fall eine Wohnung an einen Autoverkäufer vermieten, denn von was will der bspw. im längeren Krankheitsfall die 800 Euro oder mehr Miete zahlen, von dem grade mal knapp über Hartz IV liegenden 600 Euro Hungerlohn – Fixum etwa, wie von Premium – Autoverkäufergrundarmbleiber Frank?

.

33 Gedanken zu “Morbus Autoverkäufer

  1. Verflixt, von wem stammte nur das Zitat “Arbeit muss sich wieder lohnen”?

  2. 600 Euro fix bei normalen 160 Stunden im Monat = 4,28 € pro Stunde. Was hat da grade unsere Kanzlerin zum Thema eines Verdienstminimums für ein menschenwürdiges leben gesagt gehabt?

    Anderereits haben wir ja die freie Berufswahl.

  3. Nun ja, es muss ja niemand als Autoverkäufer arbeiten. Seriöserweise sollte man allerdings schon dazuschreiben, wieviel Provision im Durchschnitt auf dieses Fixum obendrauf kommt; das sind in der Regel einige tausend Euro. Und auch nicht verschweigen, dass ein Golf vor 20 Jahren auch nur die Hälfte dessen gekostet hat was er heute kostet; also gibt’s bei gleichem Provisionssatz heute doppelt soviel Kohle.

    Davon abgesehen hat das Fixum nach meiner Kenntnis vor allem die Aufgabe, den Verdacht der Scheinselbständigkeit abzuwenden. Die mir bekannten Autoverkäufer können von ihrem Einkommen jedenfalls auskömmlich leben; da geht keiner “mit 4,X EUR pro Stunde” nach hause, sondern mit einem Mehrfachen davon. Und keiner regt sich darüber auf, dass sein Einkommen grossenteils aus variablen Gehaltsbestandteilen besteht. Das ist bei Handelsvertretern schliesslich auch nicht anders.

  4. Martin,

    ‘Frank’ hat das mit den Provisionen in einem anderen Beitrag gut verständlich erläutert. 350 – 400 Euro pro Wagen im Premiumsegment. Ich weiß sozusagen aus erster Hand, dass es heute im Schnitt deutlich unter 1 % Provision sind.

    http://www.automobilverkaeufer-blog.de/mythos-einkommen-gehalt-was-verdient-ein-automobilverkaeufer-wirklich/

    Das unternehmerisch mit Sack und Flöte eigenverantwortlich tätige Handelsvertreter für 1 % … nee, das nehme ich Dir nicht ab.

    Selbst im Vertrieb ist es heute schon häufig Usus, dass ein Grundfixum gezahlt wird, was in etwa dem Gehalt eines unteren bis mittleren kaufm. Angestellten entspricht und je nach individueller Vereinbarung und Erfolgsprovisionen, ganz, teilweise oder überhaupt nicht, mit Provisionen verrechnet wird.

    .

  5. “WIR Verkäufer haben keine Lobby, wir gehören zu über 90% keinerlei (!) Gewerkschaften an, und sind historisch bedingt “gebrandmarkt” da wir zwischen in den Jahren 70-90 sicherlich teilweise das 3-4 fache eines “normalen” Betriebsratsangestellten verdient haben.”

    http://www.autohaus.de/hb-ohne-filter-vom-27-april-2012-1125817.html#kommentar-verfassen

    Nicht nur das. Ich habe 1983 meine Lehre als Automechaniker in einem Mercedes-Benz Autohaus in Bensheim gemacht. Ich erinnere mich noch gut dran, wie Autoverkäufer sich gegenüber uns wie Graf Koks aufführten und uns Blaumänner herablassend schikanierten. Ist eben dumm gelaufen für die “Herrschaften”. Mit meiner eigenen Werkstatt habe ich heute genau das Geld in der Tasche was sich der Verkäufer erst noch hart verdienen muss. Auch wenn es ungerecht ist, lass ich das als Kunde heute jeden Autoverkäufer spüren, wenn ich was selten vorkommt, mal einen Verkaufsraum betrete.

  6. Die Zeiten, wo man uns Autokäufer mit ein paar Gratis – Fußmatten und einem Tinnef Schlüsselanhänger für blöd verkaufen konnte, sind Dank Internet und der Möglichkeit von objektiven Preisvergleichen, aus Sicht von Autoverkäufern leider endgültig vorbei.

  7. Alpine,

    brauchst Du bald nicht mehr. Wenn Du “Autohaus” liest, müsstest Du den Artikel eigentlich auch gelesen haben. Grade Daimler Benz will wieder mal Vorreiter darin sein, wie man die eigenen Vertriebschannels kannibalisiert. Mercedes-Benz-Verkauf von Polen aus. Ich hatte zuerst gedacht, ich hätte mich verlesen.

    http://www.autohaus.de/viertes-quartal-mercedes-startet-online-verkauf-1264934.html

    Das dahinter keine zu Ende gedachte Strategie steckt, sondern eine reine vom Share-Holder-Value getriebene Angst, von Audi und BMW noch weiter als ohnehin schon abgehängt zu werden, zeigt alleine deren Absicht, daneben jetzt wieder auf innerstädtische “Connection – Center” zu setzen.

    http://motorbloeckchen.com/?p=22219

    Audi, BMW und andere Premium – Player wird’s freuen, auch in Zukunft – gut – ausgebildete Überläufer – Autoverkäufer in ihrer Sales-Force aufnehmen zu können.

  8. Dem “Autoverkäufer” ist vielleicht heute Morgen das Herz in die Hose gefallen als er seine Besucherzahlen gesehen hat und er hat aus Angst vor neugierigen Scheefs, die sich dafür interessieren, wer da Internas über Einkommen etc. im Web ausplabbert, auf den Notausschalter gedrückt.. Mer waases ned. Abwadde und Tee drinke.

  9. Hallo @ll,
    mir ist gar nichts irgendwohin gerutscht, vielmehr hat die Domain einen extrem hohen Traffic der ab-und-zu den Server in die Knie zwingt… – das Team die sich um die Seite kümmert arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung, aber ein größerer Server wird wahrscheinlich die einzige Lösung sein…

    Also, alles gut! Aber danke dass ihr Euch im mich solche Gedanken macht!

    lg, Frank

  10. Mich nerven zur Zeit die penetranten Kaltanrufe der Autofirmen, die sich um meine Kundenzufriedenheit Sorge machen und fast beiläufig hinterfragen, ob ich auch schon ihre neuesten Modelle kenne oder vielleicht mal kennenlernn möchte? Bei dieser Drücker-Kolonnen-Qualität ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann Autoverkäufer wie Staubsaugervertreter von Tür zu Tür laufen.

  11. Mein Mathelehrer hat früher immer gesagt, ich solle statt Kneipenwirt besser Autoverkäufer werden.

  12. Hallo – der “Frank” hat sich schon Anfang der Woche zu diesem Beitrag hier im Blog geäußert – bitte um Überprüfung des Spam-Ordners – und ggf. Freischaltung der Beiträge. Danke

  13. @ “Autoverkäufer” Frank,

    tut mir leid, dass es Deinen Kommentar in die Spam – Box gehauen hatte. Dass Du ne Menge “Traffic” hast, kann ich mir bei der Unzahl gelangweilt hinter ihren Monitoren hockenden und ob des vielen Sitzens langsam Rückenprobleme bekommenen Autoverkäufern, gut vorstellen.

  14. Hallo Detlef, ja vielleicht liegts auch daran dass ich den Traffic habe – aber ich denke die Autoverkäufer würden sich nicht mehr so stark “langweilen” wenn die Autohäuser seit 2009 schon ihre Hausaufgaben gemacht hätten und viele Kunden nun bereits eine Datenschutz-Einwilligungserklärung unterzeichnet hätten, aber nachdem dies bei fast keinem Autohaus der Fall ist, kann und DARF der Automobilverkäufer nicht aktiv auf die Kunden losgehen, sondern muss warten bis der Kunde aktiv auf den Autoverkäufer trifft… Traurig aber wahr…

  15. “kann und DARF der Automobilverkäufer nicht aktiv auf die Kunden losgehen,”

    Frank,
    die Kaltaquise über die von den Autoherstellern mit den Kundendaten ausgestatteten und meistens im Ausland sitzenden CallCenter, läuft doch trotz gesetzl. Verboten und Androhung horrenter Geldstrafen, nach wie vor auf Hochtouren. Ich habe mir Deine Seite mal angeschaut und sags mal ganz offen. Das lässt mich daran zweifeln, wieviel Du wirklich über das weißt, worüber Du sonst so alles schreibst.

  16. Lieber Automarketer,
    also bevor Du mir Glaubwürdigkeit und mangelndes (Fach-)wissen unterstellst: Ich spreche nicht, und habe auch in meinem Blog noch nie (!) von ausländischen Callcentern berichtet, sondern:

    – ich kann Dir von mindestens ZWEI deutschen Premiumherstellern berichten wo die werkseigenen Vertriebscenter (Niederlassungen) OHNE ausländische Callcenter arbeiten, wo der Gebietsverkäufer seine Gebietsarbeit verrichten darf / kann / muss indem er tagtäglich das Kundenkontaktprogramm abarbeitet indem dann die Kunden “schlummern”.
    Dieses Abarbeiten IST TELEFONIEREN – genauer gesagt werden alle (!) Kunden angerufen, auch die Kunden die KEINE Datenschutzvereinbarung unterzeichnet haben… – und genau hier liegt der Hase im Pfeffer – die Verkäuferinnen und Verkäufer tun etwas, was sie aufgrund der europ. Gesetzeslage nicht mehr dürfen, sie riskieren Abmahnungen und Geldstrafen um Job und Einkommen zu sichern… Witzigerweise werden diese Kundenkontakte in den wöchentlichen Rücksprachen mit deren Verkaufsleitern gegengezeichnet – es ist also GEWOLLT und wird wissentlich Akzeptiert vom Vorgesetzen…

  17. Von Oben organisierte Verstöße gegen das UWG.
    Ich kriege regelmäßig 1 – 2mal pro Monat Kaltanrufe von der Premium – Automarke, deren letztes Produkt ich vor 9 Jahren kaufte und die über meinen Kilometerstand – 245.000 km – durch mind. einen Werkstattbesuch p.a. bestens infomiert sind. Bis zu 50000 Euro Strafe bei Verstößen. Wenn die Anrufer keine Rufnummernunterdrückung geschaltet hätten, würde ich mal einen über die Klinge springen lassen.

  18. Thilo,

    dass das nicht korrekt ist, keine Frage. Aber da gibt’s wesentlich unangenehmere Telefon-Drücker, wie bspw. diese UnitedMedia – Abzocker. Nicht genug, dass die uns seit Jahren Monat für Monat den Briefkasten mit ihrer Dreckswerbung zumüllen, da wollte mir doch tatsächlich einer neulich am Telefon “verkaufen”, wir seien Kunden und er wolle uns ein besonders vorteilhaftes Tarif – Umstellungsangebot unterbreiten. Und klar, “nur noch bis morgen gültig…”

    Was ich dem antwortete, möchte ich hier nicht hinschreiben, dass willst Du nicht lesen, ganz bestimmt nicht.

    .

  19. @ Thilo

    deren letztes Produkt ich vor 9 Jahren kaufte und die über meinen Kilometerstand – 245.000 km – durch mind. einen Werkstattbesuch p.a. bestens infomiert sind.”

    Nur 245.000? Mein Mutterschiff – Cherokee – 1995 – hat inzwischen 387000 km auf der Nadel, steht da wie aus dem Ei gepellt – rollt und rollt ohne größere Reparaturen – Zeitwert realistisch ca. 1200 euro – und wenn ich mir die Neuwagenpreise von 35.000 + ansehe, verdient er trotz Verbrauchs von 18 – 20 Liter / 100 km bares Geld … ohne Ende.

    Der Autoverkäufer vom Sternenhaus hat wohl aus alten Chrysler-zeiten die Kundendaten und wollte mir eine Zeitlang einen Jahreswagen aufdrücken. Irgendwann hat er wohl in den Telefonhörer gebissen und aufgegeben.

  20. Pingback: Die Autokäuferin vor 85 Jahren | MotorBlöckchen

  21. Pingback: 15.11.2013; Premium – Käse mit Löchern | MotorBlöckchen

  22. Pingback: ADAuweh | MotorBlöckchen

  23. Selten so gelacht wie über diesen Beitrag. Es ist – l e i d e r – die bittere Realität Bei den nur noch rund 30 Prozent Anteil von Privatkäufern von PKW und dabei größtenteils PKWs mit Tageszulassungen etc. und erheblichen Rabattnachlässen, kommt kaum mehr einer von uns Autoverkäufern auf einen grünen Zweig. Hauskauf mit Hypothekenfinanzierung Fehlanzeigen, es sei denn, man hat 50 % EK oder kann auf das abbezahlte Häuschen der Eltern eine Grundschuld eintragen lassen.

  24. Ein cooles Foto :) Die Kaufkraft schwindet und das zieht sich seit Jahren hin. Der Frank ist nur realistisch in seinen Artikel.

  25. Jonas, daß hat nur sehr bedingt etwas mit schwindender Kaufkraft auf Grund steigender Preise zu tun, aber sehr viel mit der zur Zeit immer öfters diskutierten größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich. Bei aller Polemik in den letzten Sätzen von Detlef, aber bei einem auf rund 25 % gesunkenen Anteil von privaten Autokäufern steckt für viele in diesem Job sehr viel bittere Realität dahinter.
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autohaendler-hilferufe-aus-dem-industriegebiet/13689420.html

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>