Die üblichen Anscheiner

Sandro Binelli - Twitter

Octane schrub vor kurzem:

“Leider wahr und zwischenzeitlich von Sponsoren bestätigt, die dort Großes vorhatten: die TARGA FLORIO, die eigentlich nächste Woche starten sollte, ist wegen Insolvenz des Veranstalters abgesagt. Die Startgelder von fast 5.000€ pro Fahrzeug sind vermutlich auf nimmerwiedersehen futsch. Veranstalter war die MAC Group, die bis vor Kurzem auch die Mille Miglia veranstaltet hatte. Der Ruf ist nun wohl ruiniert und hoffentlich ist das kein böses Omen für andere Veranstaltungen. Auf der anderen Seite ist es aber schon ein wenig ungesund, für eine 3-Tagesveranstaltung fast 5.000€ Teilnahmegebühr zu verlangen. Da liegt der Verdacht nahe, dass da jemand vor allem absahnen wollte – und der scheint sich nun verzockt zu haben.”

Besonders in der gehobenen Oldtimerszene haben viele schlechte Manieren. Einige auch schmutzige Finger und manche beides.

Mir fallen da einige Personen ein, wie dem heute noblen Oldtimerhändler, der erst vor ein paar Jahren verurteilt wurde, weil er in seinem Autohaus Kunden um deren gutgläubig gekaufte Nobelkarossen geprellt und sich mit deren Kfz-Briefen betrügerisch Kredite erschlichen hatte, Menschen, bei denen ich wirklich den Eindruck habe: diese halstüchleingedresste Szene sieht so aus wie Sandro Binelli, President der MAC – Group.

Einmal werde ich mir Sizilien im Oktober und die Targa Florio noch anschauen, wenn sie weiterhin stattfinden sollte. Die Targa Florio – Starter können die 5.000 Euro sicher leicht verschmerzen und werden auch dann wieder dabei sein.

 

12 Gedanken zu “Die üblichen Anscheiner

  1. Schöner Shit wenn Du mit deinem Oldie bis nach Sizilien fährst um dort dann festzustellen, die Targa Florio findet garnicht statt.

  2. Wenn die Gier schon bei den Reichen Kapriolen schlägt, weil alle ängstlich meinen, die schon zusammengerafften Millionen reichen nicht aus, wenn die große Krise kommt, siehe wahnwitzige Auktionsergebnisse für Ferraris u.a. Vehikel, wollen auch diese Jungs im Schlagschatten der Society und des Geldes noch mitnehmen, was geht. Die Gier ist halt größer als die Angst vor dem Knast. Gier frisst Hirn. Auch bei ganz anderen Leuten:

    http://www.manager-magazin.de/immobilien/artikel/razzia-bei-woelbern-invest-firmenchef-heinrich-maria-schulte-in-haft-a-923986.html

  3. Diese Leute sind nicht gierig.

    Diese Leute sind einfach nur dumm.

    Diese Leute sind genauso dumm, wie Bankräuber, Mörder und ähnliches, welche meinen, dass man sie nie erwischt, weil sie ja so schlau vorgehen.

    Diesen Leuten fehlt einfach nur eine Schublade im Gehirn.

    Wobei es bei Bankräubern und Mördern wohl eine andere Schublade ist.

    BMB

  4. “Schöner Shit wenn Du mit deinem Oldie bis nach Sizilien fährst um dort dann festzustellen, die Targa Florio findet garnicht statt.”

    Mario,

    och, dort ist es auch ohne röhrende Motoren schön, herumzufahren, jetzt wo die Touris weg sind, einfach die Küste entlang cruisen, anhalten wo man will, in Häfen in den Trattorias Frutti di Mare genießen, danach an fast einsamen Stränden in der Sonne sitzen, den Winzern bei der Weinlese zuschauen und die sizilianischen Knaller wie den Regaleali verkosten.

    .

  5. Wenn Herr Binelli die Teilnehmer tatsächlich um ihre Startgelderbetrogen hat kann ich nur sagen, was ein Armleuchter. Lieber verzichten sie auf die Wirkung des Lohns der Anerkennung als auf den Selbstzweck des schnellen ganz großen Profits. Kein Mittel dranzukommen kann schmutzig genug, keine in den vielen Jahren entstandene Freundschaft wertvoll genug sein, um nicht ständig nach noch mehr Kohle zu streben.

  6. Zu dem Blogbeitrag möchte ich anmerken, daß die Veranstaltung stattfand.

    Zutreffend ist freilich, daß sie nicht von “MAC-Events” durchgeführt wurde. In einer “heroischen” Aktion wenige Tage vor dem vorgesehenen Start wurde nach dem “Durchsickern” der Insolvenz von MAC vom Rechteinhaber (Automobilclub von Palermo) ein anderer Veranstalter (der die “Terre di Canossa” organisiert) beauftragt, zu retten, was zu retten ist. Die beteiligten Hotels konnten milde gestimmt werden und so gab es für immerhin 14 Teams das “sizilianische Abenteuer” live zu erleben. Wieviele Teams ihr Nenngeld bereits bezahlt hatten und sich nach dem Bekanntwerden der Problematik erst gar nicht auf den Weg machten, ist mir freilich nicht bekannt.

    Es stellt sich wohl so dar, daß MAC bis kurz vor Beginn der Veranstaltung glaubte, die vorhandenen Probleme lösen zu können. Wie man hört, waren von der Vorjahresveranstaltung (die übrigens hervorragend aufgenommen wurde!) noch einige Rechnungen nicht bezahlt…
    Überhaupt ist anzumerken, daß die Veranstaltungen von MAC-Events im Allgemeinen hervorragend organisiert waren, wobei die (relativ) hohen Nenngelder auch dem Umstand geschuldet sein dürften, daß auch Details kompromisslos aufwendig gelöst wurden. Das “große Geld” haben die Binelli-Brüder (von der Mille-Miglia vielleicht abgesehen) damit nicht verdient. Aufgrund weiterer Indizien schließe ich, daß die Probleme bei MAC schon Anfang 2012 zu wachsen begannen und durch den Fortfall der “Cash-Cow” MM nicht mehr kompensiert werden konnten. Noch wenige Wochen vor der “Sizilien-Pleite” wurde von MAC der ebenfalls nicht gewinnträchtige Concours d’Élégance “Uniques and Special Ones” in St- Petersburg durchgezogen.

    M. E. hat die gegenwärtige wirtschaftliche und fiskalische Entwicklung in Italien den Niedergang von MAC besiegelt, weil in deren eh’ schon schwierigen Umfeld der Wegfall italienischer Kunden nicht kompensiert werden konnte.

    Auch hier gilt der alte Grundsatz: “Trau, schau’, wem”. Wem der Verlust des Nenngeldes schmerzt, sollte beim nächsten Mal auf das Bestehen einer entsprechenden Versicherung beim Veranstalter achten.

    Aus meiner Sicht ist daher der Einsatz der Moralkeule Modell “Claudia” entbehrlich…

  7. Aurelista,
    Lehman & Brother und die den den pathologischen Steuerhinterziehern im Nacken sitzende Guardia di Financia sind schuld. Ich lache mich schlapp. Wobei, wenn das Geld weg ist, muss es ja jemand eingesteckt haben. Oder?

  8. Hallo Michael aus HH,

    ob Geld von Teilnehmern weg ist, weiß ich nicht.
    Nur hat sich das allgemeine Umfeld in Italien verändert, was den MAC-Leuten sicherlich nicht geholfen hat. Zusammen mit ihren “Altlasten” (Altverbindlichkeiten) hat sie es jetzt erwischt.
    Übrigens bin ich kein Freund der Binellis, aber ich habe den Eindruck, daß hier keine “Abzocke” geplant war. Und es macht einen Unterschied, ob eine Handlung von vornherein in betrügerischer Absicht begonnen wurde oder die (im Grundsatz redlichen) Geschäftspläne “einfach” nicht aufgingen. Die wollten ja mit ihrer Firma weiterhin aktiv sein, da will man sich keinerlei Blöße in Form einer Absage geben. Das geschah so “konsequent”, daß sie “die Kiste richtig an die Wand gefahren” haben.

  9. Man hört und liest nichts mehr. Kaum zu glauben, daß die um ihre Startgelder Geprellten das so ohne Strafanzeigen etc. geschluckt haben sollen. Hat jemand neuere Informationen?

  10. Pingback: Unniveauvoller Abgang und Graf Faber Castell. | MotorBlöckchen

  11. Hat man noch irgend etwas über den Ausgang erfahren oder ist Binelli mit der Nummer und der Kohle davongekommen?

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