Kausalitätsumkehr in Parkhäusern

13.11.30 HG - BMW 003

“Die Tiefgarage am Frankfurter Goetheplatz ist Deutschlands bestes Parkhaus. Der ADAC testete Sicherheit, Befahrbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Tarife. Er appellierte an die Betreiber, die Parkplätze auf mindestens 2,50 Meter zu verbreitern und bei Neubauten eine Einfahrtshöhe von mindestens zwei Metern einzuhalten…”

Immer öfter verhelfen Zahnwaltsgattinnen mit ihren ausladenden Nobelkarossen meinem Blechgott zu Brot und Arbeit, im Parkhaus beim Einfahren in die zu enge Parklücke und Entlangschrammeln am Mini des Nachbarn. Natürlich, dies die Logik dieser seltsamen Spezies von ADAC – Schreibern, seien daher nicht ihre Fahrkünste zu gering, nicht ihre Fussfaulheit zu groß, sondern bloß die Parklücken zu schmal.

So ungefähr stand’s kürzlich in allen Rubriken der den ADAC – Test abschmierenden Autogazetten zu lesen. Größere Parklücken seien nun mal der notwendige Preis des Fortschritts, kein Buchstabe darüber, dass Panzer ungeeignet für den modernen Straßenverkehr seien, nein. Obwohl ein City-Verbot für die Gelände – Schadstoffmonster genauso wirksam wäre, und auch den 35 Jahre alten Mini des Nachbarn oder wie kürzlich passiert, unseren linken Aussenspiegel schonen würde – Outdoor müsste dann eben ‘outdoor’ bleiben.

2013.11.17 HG 002

Aber ich sehe schon – wenn es für ‘Grün’ wählende Mütter mal schick wird, die Kids wie bei mir um die Ecke mit solchem A…..och – Fahrwerk oder gleich einem Mähdrescher zum Kindergarten zu bringen, weil man damit noch brunzkacheldümmer auffallen kann, dann muss eben für breitere Strassen die U-Bahn nebenan verlegt werden…

Ach ja, zu den 8,50 Euro für das Kilo Petersilienwurzel in der Kleinmarkthalle, muss ich mit unserem C – Klasse – Fastkleinwagen, für die 20 Minuten Einkauf, so quasi als SUV – Tribut für die in Zukunft geringer werdende Anzahl von Parkplätzen, im Parkhaus jetzt statt 2,00 Euro demnächst 3,00 Euro blechen.

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91 Gedanken zu “Kausalitätsumkehr in Parkhäusern

  1. Gude Detlef, Gerd, Klaus, Wolfgang und Willy und auch ein herzliches “Gude” an die mir unbekannten Schreiberlinge! Ich hoffe es geht Euch gut und alles ist so, wie es sein soll!

    Ich fahre derzeit den aktuellen X5 der Baureihe F15 mit dem 382PS Diesel und nehme diesen Blogbeitrag zum Anlass, zukünftig möglichst nur einen Parkplatz zu beanspruchen. Mein schlechtes Gewissen über die Tatsache, dass ich meist alleine diesen Panzer bewege, wird durch das herrliche Bang & Olufsen betäubt!

    So, nun muss ich weiter Arbeiten um meinen kleinen Beitrag zum Bruttosozialprodukt beizusteuern.

    Viele Grüße!

    Gunther

  2. Hi Gunther, hervorragendes Marketing was die Spackos hier betreiben, hast Du nicht so einen X6 für mich rumstehen :-)

  3. Der Begriff “SUV” löst bei manchen Menschen offenbar einen Beissreflex aus. Gerade so, als habe jemand ein ganzes Schwein geschlachtet, obwohl er nur eine Haxe essen wollte. Das muss dann interessanterweise auch immer sofort mit entsprechenden Kraftausdrücken kommentiert werden. Im SPON-Forum kann man sich blind darauf verlassen, sobald irgendwo “SUV” steht.

    Die beste Ehefrau von allen (also meine) fährt so ein Ding. Einen ML 350 mit LPG. Wer dieser zauberhaften Frau “Geltungsdrang”, “Angeberei”, einen “Peniskomplex” oder ein anderes der gängigen Fern-Werturteile entgegenschmettern würde, würde einfach von ihr ausgelacht. Sie fährt das Ding, weil es ihr gefällt und weil sie sich damit wohlfühlt. Aus die Maus. Sie will keine schweren Anhänger ziehen, keine Kinder in die Schule fahren und schon gar nicht ins Gelände. Warum auch – dafür sind SUV’s ja auch nicht konzipiert; dafür gibt es Geländewagen.

    Dieselbe Maschine (und recht ähnlichen Verbrauchswerte) gibt’s bei Daimler durch fast alle Fahrzeugklassen, selbst im kleinen SLK. Darüber regt sich keine Sau auf – warum auch? Aber beim SUV – ein bisschen höher als ein identisch motorisierter Kombi desselben Herstellers – flippen ein paar Teilzeit-Bescheidwisser regelmässig aus, als stünde der Untergang des Abendlandes vor der Tür.

    Jungs: Jeder von uns verfeuert soviel Benzin, wie er mag und sich leisten kann. Wie in allen anderen Bereichen auch: Kein Schwein braucht ein iPhone, eine teure Armbanduhr, Markenklamotten oder Urlaubs-Flugreisen. Und mehr als 20 Quadratmeter Wohnfläche pro Nase, auf 16 Grad beheizt, braucht auch niemand – alles oberhalb ist Luxus. Oldtimer – mit einem Mörderaufwand an Zeit und Geld mühsam am Leben gehalten – sind objektiv betrachtet erst recht vollkommen überflüssig.

    Kriegt Euch mal wieder ein. Und macht den Sinn Eures Lebens nicht daran fest, die Konsum-Entscheidungen Eurer Mitmenschen kommentieren (und die eigenen mit einem grünen Mäntelchen behängen) zu wollen.

  4. Wer sich im Verkehr erhöht aus dem Fenster lehnt, muss halt damit rechnen, dass ihm auch der Wind ins Gesicht bläst.

  5. Detlef,
    ich verstehe nicht, warum Du den ersten Kommentar überhaupt freigeschaltet hast? “Ich kann hier austeilen, aber ich muß nichts einstecken”?

    Zum Thema: Q7 = IQ 7

  6. “Und macht den Sinn Eures Lebens nicht daran fest, die Konsum-Entscheidungen Eurer Mitmenschen kommentieren (und die eigenen mit einem grünen Mäntelchen behängen) zu wollen.

    Tractionavant,

    Detlef hat, finde ich, geschickt von den „grün wählenden Müttern“ mit SUV geschrieben. Bestimmt alles auch Damen, bei denen Gäste z.B. zu Hause im Wohnzimmer „vernünftigerweise“ auch nicht rauchen dürfen. Und nur aus Vernunftsgründen als Schutz für die eigenen Plagen vor vor Autos laufende Kinder, fremde natürlich, mit Rammbügel gesicherte 400 mg – CO2-Schleudern, die halt als Nebeneffekt die Luft in der Innenstadt verpesten. Freie Fahrt und freie Konsumentscheidung für freie Bürger. Und wer mir meinen und den Spaß und Lebensfreude meiner Holden nicht gönnt, ist eh nur ein Neidhammel. Wie fein ist das denn?

  7. Nachbarvomberg,
    jeder sucht sich halt die beste Hölle die er kriegen kann.

    gelle, Detlef?

  8. @Goodmorning

    Sie sind nicht auf dem Laufenden. Ein aktueller X5 3.0d mit 258 PS liegt bei 162g/km, ein 2.5d mit 218 PS gar “nur” bei 149g/km und der ECE-Verbrauch liegt hier bei 5,9 Liter diesel/100km in der Allrad-Version.

    Leider eignet sich das Thema SUV allzugut für neidgesteuerte Pauschalurteile.

    @Gerd

    Ausgerechnet einen X6? Hab ich Dich bekehrt oder weckt er den Ketzer in Dir?

  9. Warum überhaupt diskutieren wer, warum, welches Auto fährt?? Das ist jedermanns Privatsache und geht keinen etwas an. Jedem, aber gantiert jedem SUV Fahrer, geht das mit irgendwelchen Pseudoargumenten unterfütterte Neid und Missgunstgeschwätz, ohnehin am Arsch vorbei, im Gegenteil er/sie fühlt sich höchstens amüsiert

    Dann die Witzbolde wie das anonyme Nachbarlein: “Zum Thema: Q7 = IQ 7″ nun ja, die entlarven nur ihre eigene Dummheit und/oder Engstirnigkeit mit solchen Sprüchen.

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    Editiert

  10. “Gegen Mittag rollen auch die ersten SUV die Waldstraße zur Wallberger Hütte hoch. Am Eingang kramt ein Mittfünfziger mit zurückgegelten Haaren in seiner Hosentasche, zieht ein Bündel Hundert-Euro-Scheine heraus, zahlt fünf Euro. “Stimmt so.” “Eindeutig Münchner”, sagt Tanja. Zur hellbraunen Lederhose trägt er feine schwarze Lederschuhe – ohne Socken.”

    Passt doch zum Beitrag, oder?

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/waldfeste-am-tegernsee-aerger-um-die-cabrio-trachtler-1.1433156-2

  11. Aschauer,

    die ganze SZ – Redaktion bis hoch zu Heribert Prantl, alles nur linke Neidhammel und dumpe Biergesichter, die sich auf Kosten von Leuten, “die mit ihrer Hände Arbeit etwas geschaffen haben”, lustig machen.

    .

  12. Gunther,
    Sie autoverkaufender Spaßvogel, ich gönne ich es Ihnen, mit 385 PS rumzudüsen. Nach einem Vorführ – E53 mit 8 Töppen und damals noch gepflegten über 20 Litern Verbrauch (Angabe 16 Liter?) bin ich aus dem Alter grundsätzlich mal raus. Das Sie aber, Gunther, als Autoverkäufer die Märchen von BMW – „ausgerechnet beim Täuschen sind sie spitze“ – über Verbrauch und CO2-Werte, die Sie Ihren Kunden auf die Bäckchen pinseln, schon selbst glauben, das Verkäuferlatein wollen Sie gebildeten Menschen nicht allen Ernstes aufbinden.

    http://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/tid-31473/ohrfeige-fuer-bmw-audi-und-volkswagen-luegen-deutsche-autohersteller-beim-spritverbrauch_aid_999961.html

  13. “Ach ja, zu den 8,50 Euro für das Kilo Petersilienwurzel in der Kleinmarkthalle, muss ich mit unserem C – Klasse – Fastkleinwagen, für die 20 Minuten Einkauf, so quasi als SUV – Tribut für die in Zukunft geringer werdende Anzahl von Parkplätzen, im Parkhaus jetzt statt 2,00 Euro demnächst 3,00 Euro blechen”

    So lange eine Fahrt für 3 Personen mit dem ÖPN nach Frankfurt zum Shoppen auch nach der Preiserhöhun noch dreimal so teuer ist als das Zustinken und Zuparken der Innenstadt mit Autos, machen die paar SUVs die CO2-Suppe auch nicht viel dicker. Eine City-Maut von mind. 30 Euro und für Dauerparker Parkgebühren von mind. 10,00 Euro die Stunde oder wie in US-Städten von 2.000 $ und mehr im Monat für einen City-Parkplatz dagegen, würden solche Auswüchse verringern und der Ausbau des ÖPN ließe sich damit leichter finanzieren

  14. “Gegen Mittag rollen auch die ersten SUV die Waldstraße zur Wallberger Hütte hoch. Am Eingang kramt ein Mittfünfziger mit zurückgegelten Haaren in seiner Hosentasche, zieht ein Bündel Hundert-Euro-Scheine heraus, zahlt fünf Euro. “Stimmt so.” “Eindeutig Münchner”, sagt Tanja. Zur hellbraunen Lederhose trägt er feine schwarze Lederschuhe – ohne Socken.”

    Sofort enteignen den Mann und zur Zwangsabreit zu Opel ans Band schicken! Wahrscheilich auch noch ein steuerhinterziehender, rechtspopulistischer Ausbeuter und frauenverachtender Macho mit Schwarzgeld in der Schweiz, gegeelte Haare und feine Schuhe gehören sowieso verboten!!

    Was soll man von dem linken Blättchen wie der SZ wohl erwarten

    :-)

  15. @ Bernhardffm,

    “Eine City-Maut von mind. 30 Euro und für Dauerparker Parkgebühren von mind. 10,00 Euro die Stunde oder wie in US-Städten von 2.000 $ und mehr im Monat für einen City-Parkplatz dagegen, würden solche Auswüchse verringern und der Ausbau des ÖPN ließe sich damit leichter finanzieren”

    Das sind feuchte Träume von ein paar notorischen Weltverbesserern. Die Realität wäre eine andere: Zahlreiche Leute würden gar nicht mehr in die Innenstädte fahren, sondern gleich auf der grünen Wiese einkaufen. Die (teilweise horrenden) Geschäftsraummieten brechen dann ein, der Wert von Innenstadt-Immobilien sinkt rapide. Das ist kaum mehrheitsfähig.

    Und was die USA angeht: Fahren Sie einfach mal selbst hion, beispielsweise nach NY. Dort ist der Innenstadt-Parkraum nicht wegen ein paar grüner Phantasten teuer, sondern weil er knapp ist:
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/garage-in-new-york-fuer-eine-million-dollar-zum-kauf-angeboten-a-835729.html

  16. @Goodmorning

    Ach Sie waren dass, der den V8 Benziner gekauft hat!

    Sie müssen schon etwas genauer lesen, denn ich habe hier vom ECE – Verbrauch geschrieben. Das die Verbrauchswerte im Alltagsbetrieb höher sind, als unter den hier zu Grunde liegenden Messungen, ist kein Geheimnis und dient auch nicht als Märchen im Verkaufsgespräch. Allerdings sind diese Werte ein Vergleich zwischen allen Marken und Modellen. Und selbst wenn Sie den damals von Ihnen tatsächlich “erfahrenen” Wert auf die Werte des X5 2.5d übertragen (plus 20% auf den ECE Verbrauch), kommen Sie nun auf einen Verbrauch von gut 7 Liter Diesel/100km und 179g CO”/km. Und genau darum ging es mir. Ich wollte Ihre verstaubten SUV Vorurteile ein wenig entkräften. Schließlich waren Sie es, der hier mit 400g CO2/km Werten argumentiert hat.

    Únd ich werte den Begriff Spaßvogel aus Ihrer Feder mal als Kompliment, denn als nörgelnde und neidgesteuerte Spaßbremse möchte ich sicher nícht bezeichnet werden!

  17. “Was soll man von dem linken Blättchen wie der SZ wohl erwarten”

    gerd, wenn man nach einer TV-Reportage über Alzheimer Patienten direkt auf einen ihrer geistlosen Kommentare hier umschaltet, ist es kein Wunder, wenn man den Rest des Tages nur noch “Demenz, take it eeeaasy” singt.

  18. Wie hier, ists draußen auch ziemlich zugig geworden. So kräftig hats seit langem hier nicht mehr geblasen.

  19. Auf Sylt 180 km Windgeschwindigkeit. Wenn das bis hier runter kommt, hätte ich vielleicht doch noch mal vorher auf den Weihnachtsmarkt gehen sollen.

  20. Mallepartus,

    das war doch kein Orkan, sondern nur ein laues Lüftchen, wie das meiste was einen bayerischen Namen trägt. Zumindest das Herbstlaub liegt jetzt schön angehäuft vor der Garagenwand.

    Nachbar Günter ist allerdings verschwunden. Der wollte gestern Abend noch seinen Drachen steigen lassen. Aus Aschaffenburg hätte er angerufen, sagte vorhin seine Frau.

    .

  21. @Goodmorning

    Ich habe Sie überschätzt. Auf Argumente einzugehen und sich mit diesen auseinanderzusetzen ist offensichtlich nicht Ihre Stärke.

    Fröhnen Sie also weiterhin Ihrem klischeehaften Schubladendenken und ich wette, dass Sie an manchen Abenden der Held Ihres Stammtisches sind.

  22. Gunther,

    wir haben 3 Kinder … und sie sind doch die größte und wehrloseste Minderheit in unserer Gesellschaft. Kinder und Jugendliche sind die einzige Bevölkerungsgruppe, deren Gesundheitszustand sich in den letzten zwanzig Jahren merkbar verschlechtert hat, wie grade durch die jemals größte Studie über die Schädlihkeit von CO2 belegt wurde. Nicht nur durch Big-Mäc und iPhone-Bewegungslosigkeit.

    Wenn wir einfach die Entwicklung der Zivilisation einfach mal als Fortschritt begreifen, dann hat das Kind im Wesentlichen nur durch die Herabsetzung der Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen profitiert. Sein Wohlergehen in der Gesellschaft ist nach wie vor in vielen Punkten von Problemen bestimmt, die sich durch die gesamte Geschichte des Kindes ziehen und um hier beim Thema zu bleiben: Abhängig von den Renditezielen der Premium – Autohersteller hat das Kind wie genau so die Millionen Menschen nur so viele Rechte auf Gesundheit, als ihnen von den Herren Zetsche & Co und deren Autokanzlerin zugestanden werden.

    Während grad heute der Entwicklungschef von Daimler hingebungsvoll über die Kosten jeden Gramms CO2 jammert, fällt kein Wort über die Gefährdung gerade von “Menschen” durch des Deutschen liebstes Spielzeug.

    Schubladendenken ja, aber von wem?

  23. @ Gunther,

    Zitat: “Während grad heute der Entwicklungschef von Daimler hingebungsvoll über die Kosten jeden Gramms CO2 jammert, fällt kein Wort über die Gefährdung gerade von “Menschen” durch des Deutschen liebstes Spielzeug.”

    Waren Sie selbst mal Kind? Ich schon. Und da hockte ich mit meinen 5 Geschwistern ohne Gurt, ohne Airbags und ohne Kindersitz auf der Rückbank von Papas Benz. Fahrradhelme? Fehlanzeige. Und Fussgängerampeln gab es in meiner Heimatstadt auch nicht; gerade mal Schülerlotsen an der Hauptverkehrsstrasse. Angesichts der Hosenscheissereien des Jahres 2013 ist es fast ein Wunder, dass wir unsere Kindheit überhaupt überleben konnten.

    Lesen Sie einfach mal eine amtliche Statistik wie diese: http://bit.ly/1bTGjCd . 2012 starben in Deutschland im Strassenverkehr 73 Kinder. Das sind zwar ohne Frage 73 schreckliche Einzelschicksale – aber statistisch ist es nicht mehr als ein bisschen Rauschen; jedenfalls nichts, was dem Entwicklungschef eines Autoherstellers den Schlaf rauben müsste. Recht gebe ich Ihnen allerdings dabei, dass das Gejammer über den CO2-Ausstoss von Autos Blödsinn ist: Von denen kommt der kleinste Teil unserer Emissionen – aber man kann die besten Geschäfte mit dem schlechten Gewissen machen. Und gleichzeitig im Rahmen einer “Energiewende” (saubere) AKW’s vom Netz nehmen und stattdessen Kohlekraftwerke betreiben – die emittieren bekanntlich nur Rosenduft.

  24. Momo,
    ich bin Vater von 4 Kindern. Selbstverständlich ist der zunehmende CO2 Ausstoß ein gesundheitliches Problem. Ich bin überhaupt nicht einverstanden damit, das die Premiumhersteller mit der Kanzlerin im Gepäck fest vereinbarte Ziele über Bord werfen dürfen. Das ist nicht in Ordnung! Dennoch muss man auch sehen, dass grade die Premiumhersteller mit ihren Produkten außerordentlich erfolgreich sind und ihren Beitrag zur Wirtschaftsleistung und dem damit verbundenen Wohlstand leisten.

    Jedes verkaufte Fahrzeug bringt Gewinne, schafft Arbeitsplätze, generiert Steuereinnahmen und ist, wenn wir unsere Gesellschaft nicht radikal ändern wollen, notwendig. Der CO2 Ausstoss bei einem Fahrzeug der oberen Mittelklasse wie z. B. BMW 520d beträgt ehrliche 130 – 135g und wenn man diesen Wert mit denen von vor 10 Jahren vergleicht, ist das schon annerkennenswert, was die Industrie hier leistet.

    Dennoch ist so eine Kampagne wie die Umwelt- bzw. besser gesagt Abwrackprämie ökologisch ein Desaster gewesen. Logischerweise verbraucht man zur Herstellung eines Fahrzeugs jede Menge Energie, welche dann auch Massen von CO2 freisetzt. Dieses CO2 ist bei einem 10 Jahre alten VW nun eben vor gut 10 Jahren emittiert worden. Je länger dieser VW nun auf diesem Globus Menschen von A nach B bringt, umso besser ist seine Umweltblilanz egal ob der nun 50g mehr CO2 verbraucht als der heutige Neuwagen.

    Nun leben wir aber heute und selbst wenn ich mal das “Habenwillangeberichbraucheimmerdasneueste-Gen” ausklammere, so hab ich doch als Elternteil ein gutes Gefühl, wenn ich mit meinen Kindern in einem modernen und sicherem Fahrzeug sitze. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich hier möglichst das Beste haben will, was in puncto aktiver- und passiver Sicherheit zu bekommen ist. Schwierige Entscheidung also – Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, ein modernes und sicheres Fahrzeug zu kaufen, was möglichst wenig CO2 emittiert, aber dennoch genug Platz für die Familie und unsere Hunde hat.

    Der von mir genannte X5 ist nicht mein eigenes Fahrzeug, sondern ein mir zur Verfügung gestellter Dienstwagen. Ich fahre im Jahr die verschiedensten Fahrzeuge ob groß, ob klein, ob alt, ob neu – völlig egal. Fahre ich dann mit dem X5 oder noch schlimmer mit einem X6 von A nach B, wird man immer Leute finden die einen geringschätzig und verachtend ansehen. Fahre ich dann von B mit einem Kleinwagen weiter nach C, verachten einen die Premiumfahrer auf der linken Spur. Das meine ich mit Schubladendenken! Es sitzt der gleiche Mensch im Fahrzeug, aber die motorisierte Hülle entscheidet darüber, in welcher Schublade er landet.

    Noch ein Nachtrag zum CO2 Ausstoß: Sicherlich ist die Masse der PKW´s ein Problem. Jedoch geht es hier m. E. nach vordergründig nur darum, dass man über die Kfz-Steuer bequem zu melken ist. Und so lange das hier möglich ist:
    http://static.fluege.de/img/fox/GERMAN/budgetMap_strict_grid.jpg
    braucht man sich über die Premiumhersteller eigentlich nicht soo sehr aufzuregen, oder?

  25. @TractionAvant

    Ja, ich war Kind und wir waren bzw. sind 4 Geschwister. Urlaubsfahrt im ollen Opel Rekord Caravan an den Plattensee. Wir lagen die meiste Zeit auf der Matratze im Gepäckraum und Gurte hatte der keine und Kindersitze waren noch Science Fiction.

    Ich weiß jetzt nicht genau, was Sie mit “Hosenscheißereien des Jahres 2013″ meinen. Danke für die Erläuterung!

  26. Moin,

    ich verstehe grad nicht so richtig, was Schadstoffe* mit Parkraum zu tun haben. Kleinlaster wie Vito & Co würden, kämen sie in solchen Massen vor, genauso nerven wie die monströsen Geländewagen.

    *Von den giftigen Dieselabgasen spricht ja eh kein Mensch, dafür sind die Motoren einfach zu kräftig, wen schert da die Gesundheit ?

    Willy

  27. Dieser Beitrag hier in seiner außerordentlich kleingeistigen Häme in einigen Kommentaren zeigt ungefähr 99% aller Gründe, warum die deutsche “Autofahrergemeinde” so exzeptionell wirkungslos ist. Unter anderem, weil sie damit beschäftigt ist, die eigene Position am allergeilsten von allen zu finden, und in dieser Selbstgewissheit köchelnd jede Millimeterabweichung davon, als egoistisch die Einen oder neidgesteuert die Anderen und als schlimmste Sünde dieser Erde zu brandmarken.
    Schon klar. Die Kommentare hier sind wie so vieles andere auch heutzutage, so unfassbar ernüchternd, so schrebergartig – und das wird Euch erschüttern – so urdeutsch, so grauenvoll, egozentrisch und unklug.

  28. „Jedes verkaufte Fahrzeug bringt Gewinne, schafft Arbeitsplätze, generiert Steuereinnahmen und ist, wenn wir unsere Gesellschaft nicht radikal ändern wollen, notwendig…“

    Gunther,

    dass stammt bestimmt aus dem BMW Verkäufer – Handbuch für Verbrauchertäuschung. Spaß beiseite, den Gegenbeweis hast Du als „Leasing – Experte“ an anderer Stelle doch jahrelang und wer weiß wie oft, selbst geführt.

    Fakt ist doch zunächst mal: nach den Zulassungsdaten des Kraftfahrtbundesamtes wird nur noch etwa jeder vierte Premium – Geländewagen von einem privaten Käufer gekauft. Bei den besonders PS-starken und damit spritdurstigen Modellen ist der Privatanteil zum Teil noch ungleich geringer: Porsche Cayenne: private Halter 26%, BMW X5: 17%, VW Touareg: 17% und Mercedes-Benz G AMG: ganze 3% private Halter. Die Zahlen stammen von Prof. Dudenhöffer 2008 oder 2009 (?). Nachdem die Anteile privater Käufer bei den Gesamt – Inlandsverkäufen seitdem weiter gesunken sind, ist analog bei den PS-starken SUV’s der Privatanteil heute noch deutlich geringer.

    „…generiert Steuereinnahmen…“ ach ja?

    Ich erinnere mich da sofort an die von Dir vorgerechneten Vorteile der Abzugsfähigkeit von Leasing-Kosten als Betriebsausgaben mit entsprechenden Untermstrichergebnissen.

    Diese Medaille hat nämlich zwei Seiten: In Deutschland fahren – übrigens als einzigstem Land Europas – in dem eine CO2-bezogene Kfz-Steuer weiter verzögert wird – und Klimapolitik als Absurdum geführt wird – die Käufer dieser Premium – Spritfresser, durch die von den Finanzministern des Bundes und der Länder gewährte Abzugsfähigkeit von Leasingkosten als Betriebsausgaben, nicht nur kostenbewusst, sondern auf Kosten der Allgemeinheit.

    Bei einem Listenpreis von rund 70.000 Euro für einen PS-starken SUV der Premium – Klasse beträgt die über sechs Jahre in Form von Steuerrückzahlungen gewährte Subvention rund 40.000 Euro. Bei extrem aufgepäppelten 500 PS – und mehr – SUV’s mit Listenpreisen ab 130.000 Euro wird das Herumkutschieren ganz schnell mal mit über 70.000 Euro aus dem Steuersäckel gefördert (Steuersubventionierung errechnet für Personengesellschaften mit Spitzensteuersatz).

    Fahrzeuge oberhalb von etwa 100 bis 120 mg CO2/km dürften aus meiner Sicht heute weder in der Anschaffung noch im Unterhalt steuerlich absetzbar sein. Punkt. Nur die vollständige Abschaffung des Dienstwagenprivilegs, der steuerlichen Abzugsfähigkeit beim Kauf und Unterhalt dienstlich genutzter Pkw-Neuwagen, die bspw. mehr CO2 als die jeweils gültigen EU-Zielwerte ausstoßen, würde unterm Strich dem Staat und wie Du selbst anführst, der Allgemeinheit, Steuern bringen und wäre sozial ausgeglichen.

    So lange ein Scheef oder Angestellter einer Firma mit seinem 385 PS – X5 seine 2000 km pro Monat nach Steuern unterm Strich für ein Viertel der Fahrtkosten rumkutschieren darf, als bspw. meine Tochter mit ihrem 70 PS Polo, die weder beim Neukauf einen Cent Mehrwertsteuer geschweige denn den Unterhalt als Betriebskosten „absetzen“ konnte und kann, und die jeden Tag wie zigmillionen andere „Private“ auch, 150 Kilometer Uni im fernen Mannheim ansteuern muss, alles sozusagen cash aus de Däsch (bei Arbeitnehmern mal von der lächerlichen Kilometerpauschale abgesehen, von der sich nicht einmal mehr der jährliche Wertverlust, geschweige denn die Ist – Kosten halbwegs eskomptieren lassen), halte ich diesen Zustand einer Steueroase für Premium – Autos für einer der vielen Formen von Umverteilung von Unten nach Oben und das Gegenteil von „sozial“.

    .

  29. Detlef,
    ass ich ausgerechnet Dir, dem ‘King der Grantler’ auch mal recht geben würde, hätte ich nicht gedacht. Besser und einfacher wäre, die Abzugsfähigkeit von solchen Betriebskosten auf Autos auf max. um die 30.000 € zu beschränken und die Kilometerpauschalen zu erhöhen. Durch letzteres würden mit Sicherheit wieder mehr Mittelklasseautos verkauft und mehr als nur ein Ausgleich für weniger verkaufte PS-Protze geschaffen werden. Mehr verkaufte Autos = mehr Arbeitsplätze = mehr Steuereinnahmen etc. etc.

  30. Weil’s so schön mit “Gunther’s” Mär von dem Gespenst der Gefahr für deutsche ‘Arbeitsplätze’ und womöglichen Steuerausfällen zusammenpasst, die uns aus den Mythenschmieden der PR-Schuppen derzeit aufgetischt wird:

    Zumindest die Mercedes ML, GL – Klasse wird in den USA gebaut.

    http://www.sueddeutsche.de/auto/riesen-suv-mercedes-gl-etwas-machohaft-im-auftritt-1.1440238

    und beim Porsche Cayenne werden fast 70 % der Komponenten in Tschechien und sonstwo im Ausland hergestellt und in Leipzig nur noch mit ein paar Schrauben zusammengesetzt.

    http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoContent/N/publ/einzelschriften/BUCH_SINN_BASAR/ifosd_2005_24_1.pdf

  31. Die Mär vom “Geschäftswagen, den wir alle bezahlen” ist offenbar nicht auszurotten. Wenn ein Unternehmer die geschäftliche Nutzung eines Fahrzeugs (oder eines Computers oder einer Produktionsmaschine oder von Werkzeugen oder wasauchimmer) steuerlich geltend macht, tut er das bei SEINER EIGENEN Steuerlast und nicht etwa bei der der Allgemeinheit. Sprich: Bevor man 10 oder 20 TEUR absetzen kann, muss man erst einmal soviel Profit erwirtschaftet haben, dass überhaupt genügend Steuern anfallen, von denen sich diese Beträge absetzen lassen. Möchte wirklich jemand eine staatliche Nanny, die Unternehmern über die Schulter schaut und sagt “also, der billigere Hammer hätte es jetzt aber auch getan!” oder “warum machst du deine Buchhaltung nicht zuhause auf dem PC deines Sohnes?”

    Die Allgemeinheit subventioniert da jedenfalls überhaupt nichts, auch wenn sich manche (Nicht-)Steuerzahler aufplustern, als hätten sie den Geschäftswagen des Unternehmers persönlich gesponsert – das ist ausdrücklich NICHT der Fall. Sofern trotzdem jemand glaubt, er müsse deswegen mehr Steuern bezahlen: Mit dieser “Logik” könnte man übrigens auch auf fast jeden Passanten auf der Strasse zeigen und sagen “weil Du in der Schule so eine faule Sau warst, nicht Mediziner geworden bist und nicht 6-stellig verdienst, ist meine persönliche Steuerlast höher als sie sein müsste – und du bist schuld!” Oder eben “weil du feige Sau nicht rauchst und keine Tabaksteuern bezahlst…” – die Liste lässt sich beliebig verlängern.

    Früher war das sowieso viel einfacher: Der Geschäftswagen meiner Eltern stand in den Büchern ihrer Firma; der Sprit (auch für Privatfahrten) wurde aus der Ladenkasse bezahlt, alle zwei oder drei Jahre gab’s ein neues Auto und alle waren zufrieden, denn alle konnten gut damit leben. Das war in den 60ern und 70ern und nannte sich “Wirtschaftswunder”. Dann kam der Herz-Jesu-Sozialismus und die Beschwerden von Nicht-Unternehmern, dadurch würden sie ja benachteiligt. Seither gibt es Fahrtenbücher, 1-Prozent-Regelungen und sonstigen Käse, damit nur ja alles “gerecht” ist. Geht es heute irgendwem dadurch besser?

    Vielleicht kommt es wegen diesen Steuer-Heulern tatsächlich noch soweit, dass nur noch Kleinwagen steuerlich absetzbar sind. Oder gar keine mehr. Das ist dann das Ende der deutschen Auto-Industrie. Und dem einen oder anderen Empfänger von Transferleistungen, der vorher so doll über die “Bonzenautos” wettern konnte, könnte das Licht aufgehen, dass auch Sozialleistungen verdient werden wollen und die Bundesregierung kein Geld drucken kann…

  32. Jetzt kennst Ihr einen von dem letzten Viertel. Ich bin Privatmann und habe meinen Oberklasse Benz mit Tageszulassung gekauft, nicht geleast. Das bißchen Spaß wollte ich mir nochmal gönnen. Das ungläubige Gesicht des Benzverkäufers, als ich ihm sagte, ich sei Barzahler, werd ich allerdings nie vergessen.

  33. Neidische Zungen behaupten, ein beliebtes Leasing-Modell pfiffiger Geschäftsleute bei Edel-SUVs sei, im Einvernehmen mit der Leasinggesellschaft mit extrem hohen Kilometerzahlen, absichtlich hohe Leasingraten zu vereinbaren, so hoch, dass das Auto innerhalb der Leasingzeit zuzüglich Zinsen bis auf einen geringen Restwert vollkommen bezahlt wird. So könne man den vollen Fahrzeugwert steuerlich geltend machen. Für diesen Kleckerbetrag kauft dann die Ehefrau das Auto von der Leasinggesellschaft, rein privat, versteht sich.

    Damit hat man den vollen Fahrzeugwert einschl. Zinsen im Laufe der Leasingzeit geltend gemacht, hat für ‘n Appel und ‘n Ei ein noch beinahe neuwertiges Auto, was man hernach auch privat verkaufen kann, dann aber zum vollen Zeitwert und steuerfrei natürlich. Das besonders Pfiffige bei der Wahl des Geschäftsautos nach dem Kriterium, ob die komplette Golfausrüstung hinten reinpasst, deshalb möglichst große SUVs bevorzugen, ist nur eine Petitesse am Rande.

    Nur beim Nachbarn, dem Handwerksmeister, der seine Kiste normal gekauft und seine Liquidität geschwächt hat und jetzt Jahr für Jahr nur seine normale zugebilligte Abschreibung auf die Nutzungsdauer vornehmen darf, sollte man genau so wie beim Finanzamt, mit den unnötig hochgepuschten Leasingraten und dem billig geschosenen Privatauto nicht unbedingt Reklame machen. Auch die Servicerechnungen während der Leasingzeit und das Serviceheft sollten vor einer Betriebsprüfung just vorher verlorengegangen sein. Und auch davon, dass die Ehefrau am Tage der BP mit der Schnäppchenkiste vor dem Bürofenster auffährt, in dem der Betriebsprüfer ein Glas Leitungswasser neben sich, grade die Akten filzt, muss abgeraten werden. Kleinliche Paragraphenreiter und Neidhammel sowieso, nennen so was nämlich unfein “Gestaltungsmißbrauch”.

  34. Sodele, ihr Frühaufsteher, Arbeitssimulanten und Kommntatoren. Seid fleißig und mehret den Profit anderer. Hatte ich schon einen schönen Tag gewünscht (grade mit Schwesterlein beim Croissant und Latte im Coffeeshop in Santa Barbara)?

  35. Mich, als Fahrer eines 22 Jahre alten Cherokee, der im Vergleich zu seinen modernen Artgenossen heute ein Kleinwagen ist – Zeiwert vielleicht noch 800 – 900 € – und den ich bis zur Abgabe des Lappens auch noch fahren werde, ficht das alles nicht mehr an.

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