ADAuweh

13.12.28 FFM 001

Mit anderen Worten: Der ADAC – Präsi Peter Meyer bittet doch tatsächlich ein paar zehntausend Autowerker im schönsten Pastoralton, auf ihre Arbeit zukünftig ganz zu verzichten. Denn das Autofahren ohne Mautgebühr sei ihnen schon Himmel auf Erden genug.

Man ist ja inzwischen einiges gewohnt. In Talkrunden wo es um “freie Fahrt für freie Bürger” geht – abhängig natürlich von der Dicke und PS-Zahl des Gefährts – perlt es sprachlich oft daher wie im Whirlpool eines Vorstadt – Puffs. Unterhaltung pur, die grade erst das Karriereende eines Verkehrsministers besiegelte.

Unser Staat braucht trotz rund 60 Milliarden Steuereinnahmen aus Autofahrers Taschen, von denen nur ein allerkleinster Teil in den Erhalt und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur fließt, trotzdem noch mehr Geld? Ich hätte da eine viel bessere Idee als Frank Meyer, mein Bierdeckel – Steuermodell:

So wie bei den Amis. Schluss mit der in Deutschland üblichen Verkaufsförderung und dem Abschreibungsmodell für Reiche für deren Luxusautos, mit Turbo – Abschreibungsmöglichkeiten oder das Leasingkosten als Betriebsausgaben voll abzugsfähig sind und die Karre hinterher billig ins Privatvermögen reingenommen und dann mit fettem Gewinn “käsch in de Däsch” weiterverkauft wird.

Statt dessen Abschreibung nur wie in Amiland: unabhängig vom Kaufpreis nur bis ca. 2.500 Euro pro Jahr in den ersten 3 Jahren, dann maximal ca. 500 Euro pro Jahr (Zahlen stammen von 1997).

Die hierzulande im Vergleich zu den USA völlig überteuerten, angebotenen Premium – Autos hätten damit sehr viel längere  Abschreibungszeiten, die deutschen Premium-Hersteller müssten notgedrungen hier mit den Preisen der hubraumstarken Autosdeutlich runter – was ja andernorts auch verlustfrei funktioniert – und in Folge würden auch deren Volumenmodelle billiger, ach ja, und die zunehmende Anzahl der Neuwagenkaufverweigerer, die die ganze Gehirnkrätze vom positiven GfK Konsumklimaindex und Konsumrausch längst nicht mehr abkaufen, würde sich reduzieren und nebenbei das Massensterben von Autohäusern verlangsamt…

und obendrauf gäben die Perspektiven im Genre von  Autoverkäufern wie “Frank” und auch Motorjournalisten wieder Anlass zur Hoffnung, denn momentan ist “Auto Motor Sport” prozentual wieder mal der größte Verlierer.

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5 Gedanken zu “ADAuweh

  1. Deddis 5 – Fliegen – mit – einer – Klatsche – Programm. Wirtschaft kann ja so einfach sein. Friedrich Merz wird vor Neid erblassen. :-)

  2. Hugo Müller – Vogg hat es in dem verlinkten BZ-Artikel auf den Punkt gebracht. Millionen von Arbeitnehmern die nur ihre Kilometerpauschale steuerlich geltend machen können, bezahlen die rollenden Steuersparmodelle aus ihrer Tasche mit. Zur Belohnung dürfen sie dann für einen VW-Golf in Grundausstattung hier mehr zahlen, als der Amerikaner für einen Passat in Komfortversion. Ändern wird sich daran dank Bad Homburger 690.000 Euro – Spenden und Lobbyisten wie Eckart von Klaeden rein garnichts.

  3. Zitat @Alternate:
    “Millionen von Arbeitnehmern die nur ihre Kilometerpauschale steuerlich geltend machen können, bezahlen die rollenden Steuersparmodelle aus ihrer Tasche mit.”

    Dieser Blödsinn wird auch durch fortlaufende Wiederholungen nicht wahrer: Für den Unternehmer sind Fahrzeuge Betriebsmittel wie Kugelschreiber, Computer, Betonmischer oder Baukräne – und glücklicherweise schreibt einem da niemand vor, wieviel solche Betriebsmittel kosten dürfen. Steuersparend wirken sie sich allerdings nur bei der Steuerlast des Unternehmers aus, der sie gekauft und bezahlt hat, denn nur von dessen Steuerschuld ist überhaupt etwas absetzbar. Die “Millionen von Arbeitnehmern” finanzieren da überhaupt nichts; sie würden auch keinen Cent Steuern sparen, wenn der Unternehmer kein Auto mehr oder nur noch einen Kleinwagen steuerlich absetzen dürfte.

    Ihre neidgetriebene “Argumentation” ist etwa so sinnig als würde man Sie als Steuerhinterzieher und Volksschädling bezichtigen mit der Begründung, weil Sie nicht rauchen würden Sie den Staat um Tabaksteuer prellen bzw. ein paar arme Schweine dazu zwingen, auf eigene Kosten für Sie mitzurauchen.

  4. Pingback: Alles alte ADACacke? | MotorBlöckchen

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