11 Gedanken zu “13.01.2014 – 23.15 Uhr

  1. Ob des wunderbaren Autos aber auch des Estimates frühmorgenliches Herz- und Augenflimmern :-)

  2. Wir haben den gleichen Geschmack. Nur die ganze Träumerei hilft nichts, wenn reine anlageorientierte Käufer solche Autos kaputtinflationieren. Inzwischen 800.000 Estimate. Vor der Euroumstellung war der Aurelia noch für unter 100.000 DM !!! zu kriegen.

  3. Da haben aber auch ein paar Leute etwas sehr tief in das Glas mit der Droge “Garagengold” und “Wertanlage” geschaut: Eine knappe Million für einen – zugegebenermassen wunderhübschen – Lancia Spider wird höchstens einmal aufgerufen: Falls sich JETZT ein Dummer findet, der das bezahlt. Danach nie wieder.

    In diesen Preisregionen gibt es bekanntlich deutlich attraktivere, werthaltigere und bewährtere automobile Investments als einen kleinen Lancia. Überdies haben an einem derart teuren Auto ja schon genügend andere ihren Schnitt gemacht – warum sollte jemand, der Geld hat, freiwillig der letzte in der Reihe sein wollen, über den alle lachen, weil man ihn so herrlich über den Tisch ziehen konnte?

  4. TractionAvant,
    bingo. Den letzten beißen die Hunde. Für die Händler, Zwischenhändler, Auktionatoren und “anlageorientierten Käufer” ist ab einem gewissen erreichten Preis der Moment gekommen, den Letzten in der Wertschöpfungskette, den “Dummen”, zu finden, der sozusagen den gesamten virtuellen Gewinn der Vorhergehenden zu Realgeld macht. Ist in der Kunst nicht anders.

  5. Hallo zusammen,
    mein Nickname verrät es: ich habe durchaus ein großes Faible für die Fahrzeuge der Marke Lancia und vor allem für dieses Modell. Die Marke steht -bis in die sechziger Jahre hinein- für den unbedingten Willen zu technischer Avantgarde, absoluter Qualität in Ingenieusität und Ausführung und subtiler, ja raffinierter, schlichter Eleganz. Die Baureihe Aurelia war, ganz ohne Übertreibung, wohl das Beste, was man in den fünfziger Jahren für Geld als Straßenfahrzeug kaufen konnte. Viele damals aktive Rennfahrer fuhren privat Lancia-Modelle, in den Fünfzigern gerne die Aurelia. Die damaligen “Schönen und Reichen” will ich da erst gar nicht erwähnen. Der zeitgenössische Preis entsprach dem von -auf heutige Verhältnisse bezogen- “Supersportwagen”. Die Fahrbarkeit unter allen Wetter- und Straßenbedingungen war den zeitgenössischen Wagen, auch den Spitzenprodukten anderer Marken, deutlich überlegen: Ferrari hatte tolle Motoren, aber ein “Lastwagenchassis”; der Mercedes 300 SL Flügeltürer machte sich vor Allem auf dem Boulevard gut, blieb aber in Straßenlage, Bremsleistung und vor Allem Bremsqualität (!) weit hinter der Aurelia zurück. Praktisch serienmäßige Aurelias fuhren unglaubliche motorsportliche Erfolge ein: Mille Miglia, Rallye Monte Carlo, Targa Florio, Le Mans, Rallye Sestrière, etc. …
    Wie alle teuren Fahrzeuge, erlebte auch die Aurelia das “Jammertal” tiefer Gebrauchtwagenpreise bei “Fähnchenhändlern”. Auch der 300 SL war für recht kleines Geld in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern zu erhalten. Bei den Aurelias hingegen blieb das Preisniveau lange realtiv niedrig, im Gegensatz zu den vorher erwähnten anderen Fahrzeugen. So langsam beginnen sich Sammler für die Qualitäten dieser Baureihe zu interessieren und sind bereit, dementsprechend zu investieren. Von der Aurelia B24 Spider America wurden insgesamt 240 Stück, davon 59 Rechtslenker, gebaut. Einige Dutzend sollen mit der Andrea Doria vor New York auf dem Grund des Atlantiks liegen, so daß die Zahl der verfügbaren -bzw. handelbaren- Exemplare doch sehr begrenzt ist. Nachdem schon vor ca. 5 Jahren einzelne Fahrzeuge in sehr gutem Zustand die Marke von 350 k€ erreicht und überschritten haben, waren die über 600 k€ im letzten Jahr (bei einem sich generell stark aufheizenden Markt) für einen sehr stark patinierten “Scheunenfund” nur bedingt eine Überraschung. Für das nun zur Versteigerung angebotene Fahrzeug (übrigens von einer ehemaligen “Top-Adresse” in Italien restauriert, aber das sind wieder ganz andere Geschichten!…) sehe ich durchaus das Potential, daß es zum Estimate weggeht. Auf 750 k€ würde ich wetten…
    Zu “Traktion Avant”: wo sind denn die “deutlich attraktiveren und werthaltigeren automobilen Investments”? “Bewährte” gibt es sicherlich: siehe Flügeltürer bzw. Roadster (300 SL), auch die Ferraris. Aber das sind doch immer “die üblichen Verdächtigen”! Das Potential der Aurelia Spider America stufe ich weitaus höher ein. Das wird m.E. so ähnlich laufen wie beim BMW 507. Heute lacht keiner mehr über die “Preisexplosion”, die vor ein paar Jahren einsetzte.
    Wessen Portokasse gerade nicht die jetzt geforderten Beträge hergibt, aber von dem technischen Konzept der Aurelia begeistert ist, muß nicht den Kopf hängen lassen: die Berlinas (Limousinen) sind technisch ebenso fein, bieten aber Platz für 4 oder 5 Personen und kosten weit unter einem Zehntel (eher ein Zwanzigstel) des hier aufgerufenen Preises. Gute Coupés (B20) mit 2-l-Maschine liegen bei etwa einem Achtel. Das sind dann vermutlich nicht die absoluten “Must-Haves” im Sammler- bzw. Spekulationsbereich, aber die Bewunderung der “Cognoscenti” und ganz viel eigene Besitz- und Fahrfreude sind einem gewiss (neben dem Werterhalt)!
    Und jetzt muss ich ins Bett!…
    Beste Grüße A.

  6. @Aurelista,
    der Wert eines Gegenstandes bemisst sich genau danach, was mindestens ein Mensch dafür zu bezahlen bereit ist. Allerdings gilt dieser Grundsatz nur “pro Verkauf”; er ist kein Garant dafür, dass ein heute bezahlter Preis in der Zukunft steigen oder zumindest gleich bleiben wird.

    Der hier vorgestellte Aurelia Spider ist sicher ein rares und schönes Exemplar – aber selbst die meist etwas optimistische Marktpreisübersicht des OM traut sich nur an einen Wert von 400.000 EUR (im Zustand 1!):
    http://imagizer.imageshack.us/v2/1600x1200q90/198/05eb.jpg

    Die Geldanlage-Idee funktioniert nur, wenn man halbwegs sicher sein kann, mit einem Investment wenigstens kein Geld kaputtzumachen. Was Kunst, alte Autos oder sonstige Wertgegenstände in Krisenzeiten tatsächlich wert sind, konnte man in Deutschland vor knapp 70 Jahren erfahren: Da heisst die Währung dann nicht mehr Mark oder Euro, sondern “Sack Kartoffeln”. Wenn’s wirklich mal knallen sollte, sind alte Autos jedenfalls das Letzte, wofür es einen Markt oder viel Geld gäbe.

  7. @ Traction Avant: Haaalt!!! Es war die Rede von “automobilen Investments”! Bitte zu den eigenen Aussagen stehen. Natürlich sehe ich im Krisenfall eine ganz andere Wertigkeit von Dingen aufkommen, wobei ein robustes,leicht zu wartendes Fahrzeug mit “Nutzlast” sicherlich nicht wertlos wird, wenn man es denn noch betreiben kann/darf.
    Die 500 k€ wurden bereits mehrfach für “Top-Exemplare” bezahlt; im letzten Jahr ging ein “Scheunenfund” (Zustand um die 4) für über 600 k€ bei einer Auktion über den Tisch, wohl weil er noch im absoluten Originalzustand war. Beim hier angebotenen Wagen handelt es sich um ein “Werk” von Giancarlo Cappa, der für seine wirklich detailgetreuen Restaurierungen bekannt war.
    Warten wir doch einfach mal das Ergebnis der Auktion ab; bin schon selbst gespannt…

  8. @Aurelista, natürlich stehe ich zu meinen Aussagen! Und ich behaupte, dass ein Fahrzeug, an dem sich schon diverse Figuren bedient haben, um den Preis in astromomische Höhen zu pushen, kein Investment mehr ist: Derjenige, der den Mondpreis am Ende tatsächlich bezahlt hat, wird seine Kohle nie wieder auch nur näherungsweise zurückbekommen. Das ist das Gegenteil eines Investments: Das ist Geldvernichtung.
    Welche Preise anderswo (angeblich) für vergleichbare Fahrzeuge bezahlt wurden, ist dabei keine Rechtfertigung für irgendwas; diese Argumentation erinnert mich mit umgekehrten Vorzeichen eher an Mehmet, der mein inseriertes Auto kaufen will – aber natürlich nicht zu meinem Preis, weil er anderswo genau dasselbe Auto viiiiel günstiger haben kann… ;-)

  9. Es gibt zu viel Geld auf der Welt. Geld, das meist nur in Computern angezeigt wird und körperlich gar nicht existiert, weil nie gedruckt. Schon vor 10 Jahren dienten 98% des Geldes, das jeden Tag auf der Welt unterwegs ist, nicht dazu Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen. Das Geld soll sich nur immer weiter vermehren, noch mehr und noch mehr. Irgendwann kriegt dann einer Lust etwas von seinem Geld auszugeben. Und weil der Computer seiner Bank so hohe Zahlen anzeigt, hat er kein Problem damit, hohe Zahlen für einen Koons oder einen 250 GTO zu verballern. Er nimmt dabei ja nicht einmal Geld in die Hand sondern veranlasst nur, dass Zahlen vom Bildschirm seines Computers im Bildschirm eines anderen Computers angezeigt werden.

    Wir werden es erleben, dass ein GTO die 100 Mio $ Mauer durchbricht und ein Kunstwerk für eine Milliarde $ zugeschlagen wird.

    Seit Nixon die Golddeckung des Dollar aufgehoben hat, ist Geld faktisch nichts mehr Wert. Sein Wert basiert nur noch auf dem Vertrauen der Menschen, dass Sie im Tausch für dieses Papier etwas Wertiges bekommen. Und dieses Vertrauen nimmt stetig ab.

  10. Mir ist es wurscht, was die Herrschaften in der Oberliga mit ihrem Geld machen und wenn sie von abgebrühten Puschern über den Tisch gezogen werden. Na und? Mich stört nur dieses eiweiche Gebrabbel von den ganzen Journalisten, die von der Masse von Normalos in der Oldtimerszene leben und einem nur noch mit Meldungen von Preisrekorden zu Preisrekorden auf die Balls gehen.
    http://www.classicdriver.com/de/article/autos/scottsdale-auktionen-neuer-h-henflug-f-r-den-mercedes-300sl

    Irgendwann platzt die Immobilienblase in einigen heiß gelaufenen Gebieten und genau so wirds einigen Blinden gehen, die auf Ansagen wie die von Herrn Kleissl reinfallen.

  11. Was kriege ich in 5 Jahren für meinen 190 SL … “400000”? Trüffelschweine aufgepasst. Ich verkaufe jetzt schon … Aufrufpreis “180000” … zum Ersten … zum Zweiten … oder bietet jemand mehr?

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