Hin und weg vom 1948er Nardi – Gilco – BMW

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Wer da glaubt, dass inzwischen so jedes mindestens einmal gebaute Automobil bekannt sein müsste, der möge sich doch folgende Geschichte über einen der puristischsten und für mich schönsten Sportwagen – ever see – zu Gemüte führen…

Nach dem 2. Weltkrieg waren Rohstoffe und Automobile knapp und folglich hatte Motorsport nicht die erste Priorität unter den Menschen, aber dies ist Italien und deshalb konnte es nicht lange unterdrückt werden.

Die motorsportbegeisterten Menschen begannen in den Nachkriegsjahren mit Motorradrennen. Für Autorennen benutzten sie alle alten Vorkriegs-Rennwagen, die sie finden konnten und modifizierten sie, um damit auf den lokalen Gran Premio Rennen fahren zu können. Die deutsche Wehrmacht hatte einiges an Fahrzeugen hinterlassen, das meiste davon waren Lastwagen und klassische BMW R75 Motorräder mit Seitenwagen. Deren R75 Motoren wurden von Mechanikern dazu verwendet, um Sportwagen für Leute, die Autorennen fahren wollten, zu motorisieren.

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Einer dieser Mechaniker, die diese BMW Motorrad – Motoren für seinen ersten Rennwagen verwendeten, war Enrico Nardi. Enrico Nardi war ein Mechaniker und Tuner von Sportwagen in dieser Zeit, als die Autos, die er tunte, als Nardi und Nardi-Danesi bekannt waren und er noch nicht begonnen hatte, seine berühmte Tuning-Kits und Lenkräder herzustellen, die ihn später weltberühmt machten.

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Das Auto, dass angeboten wird, stammt von einem berühmten Spezialisten dieser Autos, John de Boer, einem frühen Nardi – Mitarbeiter, der das gleiche Design-Konzept mit dem BMW-R75 – Motor in der Front und die ultimative Fahrwerktechnik der damaligen Zeit, ein Gilco – Fahrgestell, einen sehr steifen und sehr leichten Gitterrohrrahmen, verwendete…

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Dieser kleine Nardi wurde so wie er heute ist, in den 70er Jahren von einem Turiner Autohändler an einen Autosammler in der gleichen Stadt verkauft. Absolut und völlig unberührt, zeigt dieses original Auto eine prächtige Patina und ist in fahrbereitem Zustand…”

Und was die Coys – Boys betrifft, da übe ich weiterhin größte Zurückhaltung, auch wenn es mich wie schon 2010 fast zerreißt…

10 Gedanken zu “Hin und weg vom 1948er Nardi – Gilco – BMW

  1. Außer der interessanten Geschichte von Coys findet man worldwide garnichts über dieses Auto. Meinst Du, die Geschichte stimmt? Aussehen tut er formmäßig verdammt gut. Über den “fahrbereitn Zustand” will ich mal lieber nichts sagen.

  2. vor allem das Gesicht des Rechungsempfängers wird dann in etwa die “Patina” des Nardi annehmen…………………………:-)

  3. Ich in ein grosser Freund von Patina und mag die auf “besser als neu” totrestaurierten Oldtimer nicht. Aber ein altes Auto, bei dem schon ungefähr jedes Teil abmontiert wurde, das man über die Jahre für ein paar Lire verkaufen konnte, ist nicht patiniert, sondern selber tot, vor allem, wenn es aus einer Kleinserie stammt und die Teile vermutlich nie ersetzt werden können. Da versucht offensichtlich nur gerade jemand, auf den “Patina”-Zug aufzuspringen.

    Aber vielleicht wird es demnächst ja sogar Angebote von geschäftstüchtigen Spezialfirmen (zum Beispiel aus Bad Vilbel) geben: “Für einen 6-stelligen Betrag patinieren wir Ihren picobello restaurierten Oldie…”

  4. Ich hab das Auto heute angesehen, Schrott im Zustand 5 minus, die Karosse taugt höchtens als Muster zum Neuaufbau, von wegen unberührt, da ham schon einige in frühen Zeiten herumgebastelt bzw. herumdilettiert

  5. Da habe ich die gleiche Meinung wie Gerd. Im Original sah das Modell noch bedauerlicher aus als auf den Bildern. Offensichtlich haben sich schon einige Leute versucht und die ursprünglich vorhandene Substanz verschlimmbessert. Traurig, traurig.

    Und die Mitteilung im Katalog von Coys: “… Absolut und völlig unberührt, dieses originelle Auto zeigt eine herrliche Patina und ist in gutem Zustand. …” – wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber lachen.

  6. Es gibt Auktionshäuser die stehen bei langjährigen Beobachtern und Fachleuten bezüglich Seriösität ihrer Geschichtchen, nicht erst seit gestern, in etwa auf einer Stufe mit Telefonabzockern für Schweinehälften und Goldman Sachs Bankstern… :-)

  7. Hallo in Padua stand das Fahrzeug für 28.500 in der Privathalle
    da war das Gebot von 85.000 bei Coys deutlich drüber !!!

    Gruß aus Langen
    Wolfgang

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